Timmendorfer Strand - das Bad im Grünen

Timmendorfer Strand - das Bad im Grünen

Auteur
:   Otto Rönnpag
Gemeente
:   Timmendorfer Strand - das Bad im Grünen
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5588-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Timmendorfer Strand - das Bad im Grünen'

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EINLEITUNG

Timmendorfer Strand - das Bad im Grûnen

Wenn es um Timmendorfer Strand geht, dann muß man als Gast, aber auch als Einheimischer wissen, daß wir es einerseits mit einem Ort zu tun haben, dessen erstes Haus erst 1865 gebaut wurde und der dann nach und nach für den Frerndenverkehr ausgebaut wurde, als man diesem an der Ostseeküste allmählich eine wichtige Bedeutung zusprach. Andererseits ist es aber auch ein Ort, der sich in seinem rund 130 Jahre langen Bestehen in vieler Hinsicht auch immer wieder gewandelt hat, wie manche Bilder dieses Buches beweisen. Timmendorfer Strand hat also nicht von vornherein in früherer Zeit eine bauliche und berufliche Vergangenheit gehabt, wie zum Beispiel die benachbarten Bauern- und Fischerdörfer, die mit dem Fremden- und Badeverkehr zunächst als Nebenerwerb aufwarteten.

Das Timmendorfer Strandgebiet hatte bis zu seiner allmählichen Entwicklung zu dem Bauerndorf Klein Timmendorf gehört, das etwa zwei Kilometer landeinwärts jenseits der heutigen Bäderrandstraße liegt. Bei der ersten bekarmten urkundlichen Erwähnung 1263 wurde es auch als WendiseliTimmendorf bezeichnet, da es in den Jahrhunderten nach der Völkerwanderung von den slawischen Wenden gegründet wurde und im Gegensatz zu dem später gegründeten Großoder Deutsch- Timmendorf so genannt worden ist. Und so hieß das Strandgebiet natürlich auch der Strand von Klein Timmendorf und wurde von den Bauern als Schafweide benutzt, bis man 1875 seitens der Regierung erkannte , daß man diesen Strand auch anders nutzen könne und daher die Bauern auszahlte.

1872 standen in Timmendorfer Strand, als die gesamte Ostseeküste von einer großen Sturmflut heimgesucht wurde, erst drei Häuser. Besenders im benachbarten Niendorf richtere diese

Flut großen Schaden an und zerstörte zwölf Häuser. Doch in der Zeit danach begarm man mit der weiteren Bebauung des Ortes entlang der späteren Strandallee, und der so allmählich entstehende Ort richtete sich als reiner Bade- und Erholungsort ein und warb vor allem rnit der Schönheit seiner Natur , von der eine ganze Menge hier vorhanden war und wovon bis auf den heutigen Tag immer wieder für seine Werbung Gebrauch gemacht wird - mit Recht. Der Reiz seiner Küstenszenerie erwächst närnlich aus den Wechselbeziehungen zwischen Meer und Wald. Es ist tatsächlich ein Stück ureigener, ostholsteinischer Landschaft von der See bis ins Binnenland, wie es an der Küste nicht wieder auftritt. Und der gegenwärtige Prospekt des Ortes weist nicht zu Unrecht darauf hin, daß man in dem Naturschutzgebiet zwischen Timmendorfer Strand und Niendorf auch auf den Spuren des Heidedichters Hermann Löns wandelt, der schon vor dem Ersten Weltkrieg hier seinen Urlaub verlebte und dem Charme dieser Landschaft erlag. Immerhin hatte das alte Dorf Klein Timmendorf im Jahre 1900 schon 179 Einwohner, und die neuentstandene Ortschaft am Strand von Klein Timmendorf hatte damals 181 Einwohner in 66 Gebäuden und damit den Ort, der dem Bad den Namen gegeben hatte, eingeholt. Er wurde damals auch schon von mehr als siebenhundert Badegasten jährlich besucht, eine Zahl, die dann ständig wuchs. Die Regierung entschloß sich auch mit einem Gesetz vom 5. März 190ü einen sogenannten Ostseebäderfonds zu bilden und dann auch zum ersten Mal eine Kurtaxe zu erhcben, die natürlich noch wesentlich niedriger war als heute. Man setzte eine Kurverwaltung für alle vier 'oldenburgischen Ostseebäder' von Haffkrug, Scharbeutz, Niendorf und Timmendorfer Strand ein, da dieser Landstrich schon lange im Besitz des Großherzogs von Oldenburg war und bis 1937 bleiben sollte.

Außer den bekarmten Badekarren am Rand des Wassers wurden nach und nach auch die ersten Strandkörbe aufgestellt. Zehn Jahre später waren es schon hundert Stück. Selbstverständlich wurde seit 1900 der Ausbau dieses Badeortes ganz planmäßig fortgesetzt, denn schließlich mußte man für die Kurtaxe ja auch etwas bieten können. 1903 baute man den 'Strandpavillon " der später zur Strandhalle erweitert wurde und damit bis zum Abriß im Jahre 1963/64 der gesellschaftliche Mittelpunkt von Timmendorfer Strand war, bis an dieser Stelle dann das Seehotel Maritim und das Kongreßhaus entstanden. Im Jahre 1907 wurde die erste Landungsbrücke gebaut, deren Neubauten man immer wieder an dieser Stelle errichtete, wenn ihre Zeit gekommen war oder der Eisgang ihnen schweren Schaden zugefügt hatte.

Der Badeort war lange Zeit nur schwer zu erreichen, denn einen Bahnanschluß erhielt Timmendorfer Strand erst 1925 mit dem Bau der sogenannten Vogelfluglinie nach Puttgarden/ Fehmarn. Busverkehr gab es in der Umgebung erst 1913, doch der Ostseebäderdienst von Lübeck fuhr mit seiner Dampferlinie schon 1909 die Bäder an, mußte aber die Gäste in dem flachen Wasser ausbooten. Immerhin waren es im Jahre 1910 rund fünftausend Badegäste in der Sommersaison . Etliche Hotels kamen neu hinzu, der erste Kurpark entstand 1911, ein Musiktempel und eine Lesehalle wurden erbaut, ebenso die Waldkapelle für die Sommergäste. Als mit dem Ersten Weltkrieg der Badeverkehr durch den Marinebefehlshaber anderswo ganz verboten wurde , blieb er an der Lübecker Bucht uneingeschränkt bestehen.

Nach dem Krieg setzte dann eine weitere Bebauung ein, eine zweite Brücke wurde errichtet und 1924 kam ein neues Gebäude für die Kurverwaltung in der Ortsmitte hinzu, das man heute noch das 'Strohdachhaus' nennt. Man baute Gas- und

Wasserversorgung aus, denn immerhin hatte man hier Mitte der zwanziger Jahre rund 1 400 Einwohner, und auch die postalische Bezeichnung dieses Ortes hieß seit 1905 Timmendorfer Strand, denn der Ort hatte das alte Dorf Klein Timmendorf seit der Jahrhundertwende völlig 'überholt'.

Vom Ausbau in dieser Zeit sollte nur noch aufgezählt werden, daß die Strandpromenade und ein neuer Kurpark mit einem großen Seerosenteich durch den Reichsarbeitsdienst in den Jahren 1934 bis 1936 entstanden, in dem man auch die Statue der 'Amazone' aufstellte. Auch die Strandchaussee nach Scharbeutz wurde in der gleichen Zeit ausgebaut, und die Zahl der Fremdenverkehrsbetten erhöhte sich auf 3 700.

Der Zweite Weltkrieg brachte dann eine erhebliche Minderung des Badebetriebes, doch am Ende des Krieges stieg die Zahl der Einwohner natürlich ganz erheblich, deun schließlich war hier wegen des zur Verfügung stehenden Raumes, der bisher der Vermietung gedient hatte , relativ viel Platz für die Heimatvertriebenen und Flüchtlinge. Timmendorfer Strand wurde damals von der britischen Militärregierung zu einer selbständigen Gemeinde erhoben, die die Dörfer Niendorf, Hemmelsdorf und Groß Timmendorf in der Nachbarschaft mit umfaßte. Diese Gemeinde wuchs auf 11 439 Einwohner an und war prozentual die am stärksten belastete Gemeinde des Kreises Eutin. Timmendorfer Strand übernahm die Patenschaft für die nunmehr Polen zugewiesenen pommerschen Orte Misdroy und Ratzebuhr. Als Rathaus für die neue Gemeinde wurde das bisherige Olga-Heim benutzt, bis es um 1990 nicht mehr den baupolizeilichen Anforderungen entsprach und die Timmendorfer Bürger nun für die Renovierung und Erhaltung dieses Gebäudes kämpften.

Die Badesaison war nach dem Krieg nur bedingt möglich. Erst nach der Währungsreform begarm ein reger Ausbau und eine

Wiedereinrichtung von 47 Hotels und Pensionen. so daß schon im Sommer 1948 fast sechstausend Badegäste hierher kamen. Ein Jahr später wurde Timmendorfer Strand vom Landesgesundheitsamt als Heilbad anerkannt, und auf Betreiben des Bürgervorstehers Dr. Fix kam auch ein Labor des Hamburger Insrituts für physikalische Therapie nach hier, das die wissenschaftlichen Grundlagen für die Meeresheilkunde erarbeitete. Außerdem entstanden in den fünfziger Jahren das Kurrnittelhaus mit einem Kurbad und eine Trinkkurhalle. Auch eine Sauna kam hinzu. Der Aufenthalt in Timmendorfer Strand konnte nun auch für einen Kuraufenthalt anerkannt werden. Es kam in Klein Timmendorf zum Bau der sogenannten Gastro-Siedlung zur Unterbringung der Heimatvertriebenen, ebenso zum Bau der Fischersiedlung für die aus Ostpreußen vertriebenen Kutterfischer , so daß im Ort nun schon mal wieder Räume für die bisher gewohnte Vermietung und Unterbringung von Gästen vor allem in den Häusern der Gastronomen frei wurden. Das alte Warmbad, das man schon 1910 gebaut hatte, wurde abgerissen und man baute nun am Strand das Curschrnann-Sanatorium als Rehabilitationszentrum für Herzkranke, aus dem dann ein Jahrzehnt später der große Neubau der Curschrnann-Klinik mit 170 Betten werden sollte. Man besann sich in diesen Jahren auch darauf, daß die Wintermonate für den Ort in Zukunft auch mehr genutzt werden sollten und kam zunächst auf den Gedanken, die sogenannte Kongreß-Saison zu nutzen, von der die großen Betriebe mehr und mehr Gebrauch machten. So entschloß die Gemeinde sich, als 1964 mit dem Bau des Seehotels Maritim begonnen wurde, gleich daneben ein Kongreßhaus mit einem großen Saal für 700 Personen und mehreren Kongreßräumen zu bauen, in dem auch die Kurverwaltung zentral unterkomrnen konnte. Für den Sport in den Wintermonaten entstand das Eis- und Tennis-

zentrum ETC mit einer großen Eisfläche , die nun sowohl von den Gästen, den Vereinen und Schulen wie auch von dem Eishockey-Club benutzt wurde , der sich nun gründete und bei seinen Spielen bis zu 1 500 Zuschauer fand. Ferner gehörten fünf Tennisplätze in der großen Halle dazu, die viel benutzt wurden. Auf der Heringskoppel am Wald entstand das Wohnstift mit einem Pflegeheim, in dem etwa zweihundert Personen ihren Lebensabend verbringen.

Auch die beiden großen Kirchen bauten ihre Gotteshäuser nach dem Krieg auf Grund der enorm gewachsenen Einwohnerzahl aus, und so wurde aus der schon 1911 gebauten Waldkapelle jetzt die Waldkirche mit einem Pastorat und dem Gemeindehaus. Neben dem Postgebäude entstand die katholische Sr.-Paulus-Kirchc, die 1930 mit vielen Spenden der Gäste aus dem Rheinland vom Bisturn Osnabrück als Kapelle zunächst errichtet worden war und nach dem Krieg erheblich erweitert wurde.

Große Sorgen bereitete die immer größer werdende Zunahme des Verkehrs, dem nicht mehr nur durch eine Einbahnstraßenregelung beizukommen war und bei der besonders das Ortszentrum zu einem Engpaß für Einheimische und Gäste wurde , so daß es hier zu einer sommerlichen Sperrung für den Durchgangsverkehr kam. Bei allen Bemühungen um Bauten und der Anlage von Wegestrecken und Parkplätzen ging es der Gemeinde aber immer darum, den Charakter des Ortes, wie er von der Natur her gegeben war, zu erhalten, damit Tirnrnendorfer Strand vor allem das 'Bad im Grünen' bleiben sollte.

Wer sich näher über die geschichtliche Entwicklung von Timmendorfer Strand informieren möchte , sei hingewiesen auf das im gleichen Verlag erschienene Buch des Verfassers 'Timrnendorfer Strand in alten Ansichten'.

1. Das Pastorenhaus wurde zunächst die 1865 als erstes Haus am Timmendorfer Strand erbaute Gleiß-Kate allgemein genannt. Diese alte Fotografie macht deutlich, wie sehr sich das Haus, seitdem es der Pastor Gleiß aus Curau hier gebaut hat, bis heute verändert hat, besonders seit 1957 hier das Arbeitsamt einzog.

2. Die Gleiß-Kate heute ist für den Betrieb des Arbeitsamtes zu klein geworden, so daß man sich hier mit Abriß oder Umbau befaßt, obwohl die Einwohner von Timmendorfer Strand diese Bausubstanz gerne erhalten möchten, weil das Haus als erstes hier entstanden ist.

3. Haus in Klein Timmendorf. Seinen Namen hat Timmendorfer Strand von dem Bauerndorf Klein Timmendorf, das früher auch Wendisch- Timmendorf hieß, weil es ursprünglich schon in der Zeit gegründet wurde, als hier um 900-1100 die slawischen Wenden wohnten. Im Fremdenverkehrsort Timmendorfer Strand ist von diesem bäuerlichen Charakter überhaupt nichts zu spüren.

4. Haus in Klein Timmendorf. Noch heute steht diese alte Bauernkate, ist allerdings im Türbereich ziemlich umgebaut worden. Immerhin erinnert sie an dieses Dorf als 'Namensgeber' für den jungen Frerndenverkehrsort und ist noch heute eins der wenigen Zeichen, die an die bäuerliche Wirtschaft in diesem Bereich erinnern.

5. Strandkörbe. Die vielen Strandkörbe, die von den privaten Strandkorbvermietern am ganzen Strand aufgestellt werden, lassen keinen Platz für eine größere Ausdehnung um den Korb herurn. denn sie stehen dicht an dicht, immer zur Sonne hingewandt.

6. Leben am Strand. Der Strandkorb ist der Mittelpunkt für die Badegäste. Je nachdern, ob sie Sonne oder Schatten suchen oder ob sie dem Wind den Rücken kehren wollen, drehen sie den Korb in die richtige Richtung. Die privaten Vermieter freuen sich, wenn die Körbe alle besetzt sind.

7. Strandleben. Vor hundert Jahren sah es am Timmendorfer Strand ganz anders aus als heute. Dort gab es noch die damals üblichen Badekarren, die am Wasser standen, aber auch schon Strandkörbe und viele Flaggen und Wimpel. Auch Strandburgen konnte man noch bauen.

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