Tirschenreuth in alten Ansichten Band 1

Tirschenreuth in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Karl Reger
Gemeente
:   Tirschenreuth
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3021-9
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Tirschenreuth in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Das genaue Datum der Gründung Tirschenreuths ist nicht bekannt, doch dürften die Anfänge der Besiedlung des heimatlichen Raumes in das 10. Jahrhundert fallen. Unter den ersten Kolonisten, so weiß die Überlieferung zu berichten, war ein germanischer Hüne namens Turso, dessen Rodung (Reut) nach ihm die Bezeichnung 'Tursinrut' führte. Damit zählt Tirschenreuth zu den ältesten Städten des Stiftlandes. Einst Mittelpunkt der frühesten deutschen Kolonisation, hat von ihr die Erschließung des ganzen Nordgaues ihren Anfang genommen.

In einer Pergamenturkunde vom Jahre 1134 wird 'Dursinrute' zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Zu dieser Zeit bestand es aus einem Landgut, einer Kirche und vier Höfen, die Bischof Cuno von Regensburg dem Kloster Waldsassen schenkte. Es handelte sich dabei um das St.-Peter-Kirchlein (welches bis gegen 1300 der Stadt Pfarrkirche war) und um die Anwesen in Höfen, die der Volksmund heute die 'Schödelhöfe' heißt.

Die Grafen von Ortenburg waren es, die gegen Ende des 12. Jahrhunderts den oberen Stadtteich anlegten,

während der Waldsassener Abt Hermann den unteren entstehen ließ, indem er den Abfluß der Naab bei der jetzigen Sägemühle durch einen hohen Staudamm abriegelte. Die Teiche wurden 1808 trockengelegt. Die Bodenerhebung zwischen den beiden künstlichen Gewässern bildete eine Insel, auf der bald eine Ansiedlung entstand, weil sie ausreichend Sicherheit bot. Eine weitere kleine Insel im oberen Stadtteich bebaute der Abt mit für die Teichwirtschaft notwendigen Gebäuden, dem Fischhof.

1306 verlieh Kaiser Rudolf von Habsburg auf Veranlassung des Abtes Ulrich (1304 bis 1310) Tirschenreuth das Recht zur Abhaltung eines Wochenmarktes, wodurch der Ort zum 'Marktflecken' und die Einwohner zur bürgerlichen Gemeinschaft erhoben wurden. Abt Johann IV. (1323 bis 1337) errichtete schließlich ein burgähnliches Schloß (wo heute Kloster, Benefizium und alte Mädchenschule stehen), welches mit einer Mauer umgeben ward, die an der ganzen Ostseite des Fleckens hinführte. Am nördlichen und südlichen Ende derselben entstanden feste Tore, wobei das Südtor durch einen Wachtturm aus meterdieken Mauern gesichert wurde. Dieser Teil der Befestigung ist als Klettnersturm (nach dem Turrngeschlecht der Klettner) zum Wahrzeichen der Stadt geworden. Durch die Wehrbauten und die beiden

Stadtteiche geschützt, konnte sich das Gemeinwesen gut entwickeln. Für die wachsende Bevölkerung wurde das St.-Peter-Kirchlein allmählich zu klein und lag außerdem zu weit abseits. Daher begann man 1299 mit dem Bau einer Pfarrkirche, von deren frühgotischer Architektur heute nur noch die Wände des Chores mit den Außenpfeilern erhalten geblieben sind.

Den Höhepunkt mittelalterlicher Herrlichkeit erlebte Tirschenreuth, als es unter Abt Johann V. (1363 bis 1371) das Stadtrecht mit Stadtfreiheit erhielt, worüber am 29. September 1364 eine Urkunde ausgefertigt worden ist.

Doch blieb das Gemeinwesen von schweren Rückschlägen nicht verschont. Die wiederholten Einfälle der Hussiten und die witte1bachischen Erbstreitigkeiten brachten Raub, Mord und Brand.

Der Dreißigjährige Krieg überflutete die Bürger mit neuem Verhängnis. Truppendurchzüge, Einquartierungen, Belagerungen und Plünderungen von kaiserlichen und schwedischen Armeen, dazu ein großer Brand (1633) brachten das gesamte öffentliche Leben zum Erliegen. Verarmt und krank nährten sich die Einwohner fast ausschließlich von der kargen Land-, Wald- und Teichwirtschaft.

1669 war die Stadt wieder an das Kloster Waldsassen

gefallen; mit dessen 1803 erfolgten Aufhebung aber blieb sie endgültig dem bayerischen Lande zugehörig und wurde der Oberpfalz eingegliedert. 1814 wurde sie durch den größten Brand ihrer Geschichte vernichtet. Mehrere Stadtbrände hatten sie schon heimgesucht, so 1475, 1613, 1633, 1634, 1677, 1780 und 1789.

Mit der einsetzenden Industrialisierung um die Mitte des 19. Jahrhunderts zog wieder der Wohlstand ein. Unter Verwendung der reichen Bodenschätze, besonders der Kaolinerde und des Tons, entstanden Porzellan- und Keramikwerke, Tuch- und Maschinenfabriken wuchsen empor; Sägewerke und Brauereien wurden gegründet und Handel und Gewerbe profitierten von dem neuen wirtschaftlichen Leben. Der Bau der Eisenbahnlinie von Wiesau nach Tirschenreuth und später von hier nach Bärnau verlieh dem Aufschwung stärkere Impulse. Die beiden Weltkriege von 1914-1918 und 1939-1945 aber sollten noch einmal schwere Schicksalsschläge bringen. Im ersten Krieg blieben 186 Männer der Stadt im Felde, im zweiten fielen ihrer über 300, und etwa 50 sind als vermißt gemeldet worden.

Karl Reger

1. Der Marktplatz in Tirschenreuth gilt als einer der schönsten und größten Stadtplätze der Oberpfalz. Er ist rechtwinkeiig angelegt, 230 Meter lang und 45 Meter breit. Eigentlich heißt er Maxirniliansplatz zum Andenken an König Max, der 1864 starb. Den Marktplatz zieren zwei öffentliche Springbrunnen, die Marktplatzanlagen sind umrahmt von Kastanienbäumen, die 1834 gepflanzt wurden und auf diesem Foto noch zu sehen sind. Inzwischen wurden diese entfernt und an ihrer Stelle wurden neue Kastanienbäume gepflanzt.

2. Das Rathaus Tirschenreuth aus dem Jahre 1582. Beim großen Stadtbrand von 1814 blieb nur die vordere Seite mit dem Renaissance-Erker stehen. Vor 1582 stand das Rathaus inmitten des Marktplatzes.

3. Die Rückseite des Rathauses. Hier hinter dem Rathaus standen noch weitere Gebäude, die nicht mehr vorhanden sind: Das ehemalige Polizeidienerhaus, das alte Malzhaus und das F euerwehru tensilienhaus.

4. Der Bahnhof Tirschenreuth, der 1872 zur Inbetriebnahme der Eisenbahnnebenstrecke Wiesau-Tirschenreuth erbaut wurde. Das Foto des Bahnhofes mit der seinerzeitigen kompletten Belegschaft (Beamte und Arbeiter der Reichsbahn) entstand am 1. August 1898.

5. Der erste Zug nach Inbetriebnahme der Eisenbahnnebenstrecke Tirschenreuth-Bärnau am 8. Juli 1903. Heute ist diese Strecke stillgelegt.

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6. Der obere Marktplatz mit dem Turm der 1299 erbauten Stadtpfarrkirche und dem Rathaus (links).

Tirschenreuth Städt. Krankenhaus

7. Das ehemalige Distriktskrankenhaus von Tirschenreuth. Es wurde 1816 bis 1819 zwischen Stadt und Friedhof erbaut und am 13. Dezember 1819 feierlich eingeweiht. Es war ursprünglich für Dienstboten bestimmt, die bei Krankheit der ärztlichen Hilfe bedurften. Der 1. Stock zur ebenen Erde war für Arme, das obere Stockwerk mit zwölf Betten in fünf Räumen für die Kranken der Stadt eingerichtet. Heute befindet sich hier die Hauptschule.

8. Das alte Peterskirchlein im Norden der Stadt. Es wurde 1130 erstmals beurkundet und war bis gegen 1300 die Pfarrkirche von Tirschenreuth. Der jetzige Bau stammt aus der Zeit um 1720 und wurde am 29. Juli 1726 konsekriert. Der am Kirchlein vorbeiführende Feldweg hieß früher 'Goetheweg', weil ihn der große Dichterfürst auf seiner Italienreise befahren hat.

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