Torgelow Geschichte in Bildern

Torgelow Geschichte in Bildern

Auteur
:   Bernhard Albrecht
Gemeente
:   Torgelow
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6330-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Torgelow Geschichte in Bildern'

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Einleitung

Drei dieser Bildbände überTorgelow, der kleinen Stadt an der Uecker, sind bereits erselilenen und sie erfreuen sich, soweit es mir zukommt dieses beurteilen zu dürfen, allgemeiner Beliebtheit. Zumeist sind es ältere Einwohner, die mir auf der Straße, oder wo man sich sonst so tnfft, ihre Freude über die alten Ansichten, wie es zu Großvaters Zeiten damals in Torgelow ausgesehen hat, äußern, weil sie sich oft selbst auf einem der Bilder entdecken konnten. So gehen ihnen diese kleinen Bildbände vielfach zu Herzen, werden ihren Kindern und Enkeln, die inzwischen in allen Gegenden Deutschlands und über seine Grenzen hinaus wohnen, zum Geschenk gemacht.

Doch ich glaube, das ist nur die eine Seite. Beim Betrachten der Bilder, mögen bei unseren Torgelowern Erinnerungen aufkommen, deren Erscheinungen sie einst meistern mußten. Das sind solche aus ihrem nicht immer erträglichen Arbeitsleben, bei gesellschaftlichen Umwälzungen, aus sozialen Notzeiten der Arbeitslosigkeit, die nicht nur aus der Vergangenheit noch belasten, sondern in der Gegenwart ihre Kinder und Enkelkinder verschiedentlich aus der vertrauten heimatlichen Geborgenheit den eigenen Weg in die Ferne gehen lassen. Sie waren dabei, wenn diese und [ene bauliche Veränderung das Dorf- oder Stadtbild vervollkommnete. Alles darf sie mit einern gewissen Stolz verbinden, die Höhen und Tiefen des Alltags gemeistert zu haben.

Es freut mich immer wieder, wenn man bei einem Plausch mit Freunden und Bekarmten eine alte Fotografie zugesteckt bekornmt, die dann sogleich wortreich mit 'Ditt wär dunn unn' dunn, unri' de unn' de, hätt mi dan unn' datt varellt,' erklärt wird. All denen möchte ich danken,

die mir auch bei diesem Band wieder hilfreich zur Seite standen. Manchmal gerät man bei solchen vergangenheitsträchtigen Gedanken in widersprüchliche Träumereien. Doch die Gegenwart ist Realität. Dem soll 'Torgelow - Geschichte in Bildern' dienen.

Es wurde mir angetragen, auch einmal etwas aus der längst vergangenen EntstehungszeitTorgelows darzulegen. Das ist natürlich mit Fotografien schwer zu belegen. Trotzdem habe ich versucht, den heimatgeschichtlichen Ursprung unseres Ortes zu verdeutlichen und bediente mich auch Torgelower Erzählungen, die man noch aus dem Kindesalte kennt.

Nahezu sorgloses Leben bestimmte jene Zeit der Ritter, Herzöge, Grafen und Könige, die man nach ihren Wirkungsepochen überTorgelow chronologisch nahtlos aneinander reihen kann. Wer aber erahnt nur halbwegs die Armut der einfachen Menschen, die damals in unserem Orte wohnten. Deshalb:

Die Historien erinnern uns in vielen Sachen, vermuhnen uns zu derTugend ... daraus alle Zeit Exempel Zll dem Leben dienlich zu nehmen.

Ich möchte wünschen, daß auch dieser Bildband den Leser das Alte er kennen läßt, das Neue ihm optimistische Zuversicht gibt.

Bernhard Albrecht

Torgelow ist als wendischer Siedlungsflecken vermutlich im

9. / ] O. [ahrhundert unserer Zeitrechnung entstanden. Die 'Ukraneri' hatten sich damals in unserer Gegend heimisch niedergelassen und erfüllten sie, nachdem germanische Menschengruppen sie seit derVölkerwanderung verlassen hatten, mit zaghaft beginnendem neuen Leben.

Sie gehörten nicht zu den Hauptstämmen des slawischen Völkerverbandes, wie Redarier, Tollenser oder Ranen, sondern waren diesen eher gemeinschaftlich verbunden. Ihr Name scheint aus dem polnischen 'Ucrani' (Land am fluß) abgeleitet zu sein, was uns die Bezeichnung unserer Uecker bestätigen würde. Selbst der Ursprung unseres Ortsnamens läßt diese Erkenntnisse zu; denn die Silbe 'torg', ebenfalls dem polnischen entnommen, räumte unserem Ort damals mutmaßlich die Bedeutung eines Handelsplatzes oder -ortes ein. Wenn seine Schreibweise in mittelalterlichen Urkunden auch recht underschiedlich istTurglowe, Turglow, Turiglow, Thurigloue, Turgelou, Torghelowe - blieb es im Laufe der [ahrhunderte unserTorgelow, in dem die Ukranen zu ihrer Zeit sehr wohl Handel getrieben haben könnten. Die Uecker gab ihnen hierzu, neben allem anderen, wornit sie ihr Leben gestalteten, die beste Gelegenheit. Auf ihr wurden die Waren aus dem begrenzten Inneren ihres Landes an die Ostsee und umgekehrt transportiert, was ihnen neben ihrer Ackerund Viehwirtschaft, sowie der begabten handwerklichen Tätigkeit einen gewissen Wohlstand einräumte.

Das sollte anders werden, den Zerfall ihres Selbstbewußtseins bedeuten, als mit der Christianisierung nach I ] 50 das deutsche Fürstengeschlecht der Askanier unter Albrecht dem Bären das

Wendenland, weitgehend friedlich, in das zersplitterte deutsche Reich einzugliedern begann.

Ab ] 250 war auch die gesamte Uckermark - der Lebensraum der Ukranen- in den Einflußbereich askanischer Markgrafen gelangt, und sie gründeten auf den meisten bislang slawischwendischen Burgwällen unserer Umgebung deutsche Städte, wie Ueckermünde (Ucrensis) oder Pasewalk (Pozowalc). Während sich in diesern Zeitabschnitt die in der Heide und in der Ueckerniederung verstreut liegenden Siedlungsflecken ebenfalls entwickelten, erhielt auch Torgelow durch askanischbrandenburgische Edle am ] 4. April] 28] seine erste urkundliche Erwähnung (Bild rechts).

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Der markanteste askanische Markgraf, der in unserer damals zur Uckermark gehörenden Gegend das Zepter führte, was Otto IV. 'mit dem Pleile' (1267 -1308), der auch die Ersterwähnungsurkunde in' castro Turglowe' [ener restlichen Schloßruine, die heute an der Ueckerbrücke noch erhalten ist (Bild rechts), signierte. Solange die Askanier in der Mark Brandenburg - damit auch in Torgelow - herrschten, ist bis 1320 eine Vielzahl von Urkunden und Dokumenten, die ihren ausgedehnten markgräflichen Machtbereich betrafen, von ihnen aufTorgelow gesiegelt worden. Dazu war zu jenen Zeiten, um dem Papier einen amtlichen Charakter zu verleihen, ein erheblicher Kreis von 'Bezeugten' oder 'Bebürgten' erforderlich. Unter ihnen befanden sich die von Eichstedts, von Wartenbergs, von Sydows oder von Wedels. Selbst der Probst von Stendal und der BischofHeinrich von Cammin harten die Ehre, auf ScWoß Torgelow zu Gast zu sein. Die Askanier waren aber auch leidenschaftliche Jäger. Und so garantierte ihr Vogteisitz Torgelow, oberhalb des Zusammenflusses der Randow mit der Uecker, nicht nur einen sicheren Schutz des damals wrchtigen Flußübergangs der Handelsstraße von Prenzlau über Pasewalk nach Ueckermünde, sondern diente inmitten der Heide Fürsten und Markgrafen als renommiertes JagdscWoß, Besonders weilten sie zu Weihnachten, Ostern und zur Herbstzeit hier und waren meistens mit einem großen Gefolge in ihrer Gunst stehender Ritter, Edelfräuleins und Knappen umgeben.

Bei solchen Gelegenheiten wurde es dann auf dem verträumten Jagdschloß lebendig. Morgens ritten die Herren und Damen mit ihrer kläffenden Hundemeute zur Jagd, sicherlich noch mit ei-

ner Anzahl von Treibern aus dem Schloßpersonal umgeben, die zu Fuß hinterherliefen. Abends brutzelten im hellen Herdfeuer die Braten bis in die späte Nacht hinein, begleitet von trunkfröhlichen Minnegesängen und dem klirrenden Klang aneinanderstoßenderWein- und Metkaraffen. Möglichenveise blieben am nächsten Tag für das Gesinde noch Reste eines solchen, meist reichlich angerichteten Tafelessens übrig.

Mit dem Aussterben der Askanier war ab 1320 die Mark Branden burg einschließlich der Uckermark und unserem Torgelow herrenlos. Anfang März 1 323 wurde sie endlich dem noch nicht volljährigen Ludwig von Bayern aus dem Hause der Wittelsbacher belehnt.

Glanz und Gloria schienen fürTorgelow nach 1323 vorüber zu sein; denn erst 1335 verfaßte der junge Markgraf Ludwig hier wieder seine Belehnung- oder Schenkungsurkunden.

Die fortwährend gärenden Streitigkeiten mit Pommern veranlaßten Ludwig 1336 in Gumnitz einen Sühnetag mit pommersehen Edlen abzuhalten, dessen Ergebnisse in der Wahl eines Schiedsgerichtes bestanden und beiderseitige Mitglieder, unter Obhut des Bischofs Friedrich von Cammin, abwechselnd auf Torgelow, Ueckermünde, Eggesin verweilen ließen. Hierbei kam es zur Einigung über die Grenzen unserer Region zwischen Pommern und Brandenburg, die langzeitig aber keinen Bestand hatten. Als Ludwig 135 1 die uckermärkischen Lande in die Hände seiner Mitregenten 'Ludwig dem Römer' und 'Otto den Faulen'. ebenfalls aus dem Wittelsbacher Haus, legte und ab 1354 von denen wiederum aufTorgelow Urkunden gesiegelt wurden, war am 24. Juni 1354 Ritter Zacharias von Kauffenstyn von Turgelow als Bürge dabei.

Dieser Erste des mehr als einhundert Iahren in der Vogtei Torgelow herrschenden bayrischen Adelsgeschlechts war mit den brandenburgischen Markgrafen Ludwig, dem Römer oder dem Faulen, in unsere Gegend gezogen. Er karn von der Burg Kufstein am Inn (heute Österreich). Wenn auch die Schreibweise vom Ritter Zacharias in den Urkunden sehr unterschiedlich erschien, wurde er seit 1363 'Zacharias Hase von Kufstein von Torgelow, unserVogt im Uckerland' genannt, der sich seine Feste auf dem schon vor Zeiten existierenden wendischen Burgwall 'Lopata' bei Eggesin gebaut hatte.

Er galt als angesehener Adelsherr, war ständiger Begleiter der

brandenburgischen Markgrafen und gehörte zu deren Hofhaltung. Nach seinem Tode (um 1370) muß man heimatgeschichtlieh auch seinen folgenden Generationen (Bertram 1 370-1420, Zacharias 1420-1446, Bertram 1446-1465) eine ähnlich gehobene Stellung beimessen. [edoch führten die in dieser Zeit immer noch andauerndenlandesfürstlichen Streitigkeiten zum langsamen Zerfall der brandenburgischen Präsenz in pommersehen Landen, bis letztendlich auch die 'Hasenburg' 1465 vom pommersehen Herzog Wartislaw X. zerstört und das bayrische Hase- Kufstein Geschlecht aus der Vogtei Torgelow des Landes verwiesen wurde.

Welche Veranlassung sich ergab, dieses achtbare Rittergeschlecht nachher mit geschichtlich kaum beweisbaren Erzählungen und Legenden über seine an unserer Heimat und ihren Menschen begangenen zeitgenehmen Grausamkeiten zu bedenken, die in der Feudalordnung wohl jedes RittergescWecht belasten könnten, wird wohl immer ein Phänomen bleiben, selbst auch das Verwechseln ihrer ehemaligen Burg bei Eggesin mit der Torgelower Ruine an der Ueckerbrücke.

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Schön Berta aufBurgTorgelow

Zacharias Hase hatte eine wunderliebliche schöne Tochter. Oft schon hatte sie den wilden Vater gebeten, von seinen Raubzügen abzulassen, war aber stets mit schneidendem Hohn abgewiesen worden: 'Kûmrnere dich nur um Küch' und Keller.'

Da reitet Zacharias wieder einmal mit Knechten und Knappen aus und bringt viele Gefangene mit, unter ihnen auch einen edlen Jüngling. Herrlich ragte er aus den anderen hervor, doch tiefe Trauer lag auf seinen Mienen und furchtsam harte er seine Augen zu Boden gesenkt. Schön Berta kam auch in den Burghof, um sich die Gefangenen anzusehen. Da hob er sein verschleiertes Auge zu dem schönen Mädchen, ihre Blicke trafen sich. Es war um ihn geschehen; aber auch um Schön Berta.

Der Jüngling harte eine Laute mit in die Gefangenschaft gerettet. Auf ihr dichtete er die schönsten und süßesten Lieder, sang sie aus seinem Kerkerturm hinüber zu Schön Berta, immer wenn der alte Zacharias zu neuen Raubfángen ausritt. Herrlich sang der Jünglich durch die stille Nacht. Und Schön Berta hörte diese Lieder nicht ungern. Immer zog es sie zu dem wundersamen unglücklichen Jüngling, der in der Hasenburg so schöne Lieder sang. Auch sie versuchte sich in Liedern und auf der Laute, ja noch mehr, sie wollte auch das Gefángnis des edlen Gefangenen kennen lernen und besuchte es seitdem auch öfter und schließlich täglich oder eigentlich nächtlich. Und beide schworen sich ewige Liebe und Treue.

Iahre waren vergangen, noch immer war der Jüngling gefangen, seine Liebe war sein einzigster Trost und Hoffnungsstrahl.

Auch Schön Berta wurde immer bleicher. Der alte Hase ahnte Unheil, und er sann auf frevelndeTaten, reichte Schön Berta einen Krug mit Wein: 'Geli' bring ihm meinen Friedensgruß, fortan sei er befreit.' Und das unglückliche Mädchen nimmt den Becher aus des alten Teufels Hand. Und der Geliebte trinkt, trinkt voll Entzücken, bis sein Körper tot dahin sinkt. Der Wein war vergiftet gewesen.

Aber auch Schön Berta sollte das Schreckliche nicht überleben. Auch sie fielleblos neben ihren Geliebten. Seitdem hört man um Mitternacht in den Trümmern der alten Burg (Bild rechts) oft [ammern, Seufzen und Wehklagen. Eine bleiche Mädchengestalt, die Hände ringend, irrt über die nahen Dächer dahin.

Die Hasenburg wurde zerstört

Das geschah in sommernächtlicher Stille des Iulimonats 1465. Auf der Anhöhe am Ziegenberg übersah der pommersche HerzogWartislaw X. seine Mannen. Da standen Hans Tolner mir seinem Anklamer Aufgebot, Arnd zu Tuchner mit kräftigen Knappen aus Stralsund und Klaus Fuchs mit handfesten Bürgern aus Ueckermünde, die dem Hasen aufTorgelow nicht wohlgesonnen waren.

Herzog Wartislaw ließ trotzig gegen die Burg stürmen. Doch Sumpf und Moor der Uecker machten jedes Vordringen unmöglich, sodaß er sich zum Belagern entschloß. Durch einen Boten ließ er das Bertram Hase wissen. Der lachte nur, war sich aber nicht sicher. ob er der Übermacht standhielt. Deshalb sann er aufHilfe, die ihm nur der Kurfürst von Brandenburg 'Eisenzahn', mit dem er gut im Bunde stand, geben konnte. Dazu mußte er einen Abgesandten zu ihm schicken. Das konnte nur Knut Wolfsrachen tun. Er war der beste Vertraute von Bertram Hase. Jung und voller Hingabe für seinen Herrn war der sofort einverstanden, sich zu des Kurfürsten Heerlager bei Prenzlau durchzuschlagen.

Der listige Bertram Hase gebot Knut Wolfsrachen einen unterirdischen Gang zu nutzen. Tage und Nächte brauchte er, durch ihn zu kriechen, überalllauerten bissige Ratten, giftige Schlangen und bösartige Dachse. Er wûnschte sich lieber an die Sonne, in die Torgelower Heide zurück.

Als er dann nach reichlich drei Tagen bei 'Eisenzahn ankam, ließ dieser ihn in einen hölzernen Käfig sperren, weil er so spät

gekommen war und die Brandenburger ihrem treuesten Vasallen in Pommern, Bertram Hase, nicht mehr helfen konnten. 'Eisenzahn' erreichte am Montag nach dem achten Trinitatis die 'Hasenburg' und sah nur noch schwelende Trümmer. Die noch nicht erloschene tiefrote Glut färbte gespenstisch den hereinbrechenden Nachthimmel.

Voll Zorn befahl Kurfürst 'Eisenzahn' den irn Käfig angstvoll kauernden Knut Wolfsrachen beim Leben zu nehmen und ihn in einem schaurigen Waldgestrüpp zu verscharren.

So heißt diese Gegend bis heute Düsterort, in der in den ersten Augusttagen jeden [ahres um die Abenddämmerung ein leises Wispern durch die Wipfel der hohen Kiefern verlautet. Knut Wolfsrachen klagt immer noch an und meint, daß ihm, dem letzten Raubritterknappen vom Hasengeschlecht, großes Unrecht geschah.

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