Torgelow damals und heute

Torgelow damals und heute

Auteur
:   Bernhard Albrecht
Gemeente
:   Torgelow
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6145-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Torgelow damals und heute'

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Einleitung

Eine Erzählung über die Vergangenheit ist immer eindringlich. Das giJt sowohl für Alt und Jung, als auch für geschichtlich besonders Interessierte. Man kann so etwas umfangreich schriftlich tun; doch dafür wäre eine Chronik das Richtige. Davon ließ ich mich leiten, als ich 1991 begaJm, die Geschichte unserer Heimatstadt in Bildern zu fassen. In den bisher erschienenen Bänden 'Torgelow in alten Ansichten' und 'Torgelow zu Großvaters Zeiten erleben wir das Werden unseres Heimatortes an bis zu einhundert Jahren alten Fotos. Die verbindenden Texte hierzu versetzen uns in die Zeit, als die slawischen Ukranen in der Ueckerniederung wohnten und einem ihrer Siedlungsplätze unseren Ortsnamen gaben. Wir belächeln die spaßigen Anekdoten der Torgelower Rittergeschlechter und haben schließlich Achtung vor dem Preußenkönig Friedrich 11., der Eisenschmelze und -gießen bei uns beständig und aus Torgelow ein Fabrikdorf machte, das sich zur heutigen Industriestadt entwickelte.

Die Geschichte enthüllt, daß es immer der Mensch ist, der in seiner recht unterschiedlichen Lebensweise die Umwelt beeinflußt. Mit Sicherheit raten das auch über die weiteren Zeitepochen hinweg die Torgelower, unsere Vorfahren.

Gerade unser zu Ende gehendes [ahrhundert gab ihnen, wie ûberall, eine Fülle von Gelegenheiten des Handelns, aber auch der Bewährung. Und immer wieder war es die Eisenindustrie, die sie mit den Höhen und Tiefen ihres Lebens in unserem Ort verband.

All das ist Geschichte!

Was wäre das Wissen um sie allerdings wert, wenn sie nicht das heutige, gerade erst geschehene, was morgen schon Geschichte ist, beleuchtet. Deshalb soll dieser Band, für dessen Reeherehen ich meinen Freunden und Bekannten recht herzlich danke, hauptsächlich die letzten fünfzig Iahre, eine Zeit, in der seit dem 4. Mai 1945 Torgelow Stadt-

rechte besitzt, behandeln. Es ist schon ungewölmlich, daß damals in jenen Maitagen, als der Krieg noch tobte, der sowjctische Kommandant mit seinern Befehl Nr. 1 Torgelow zur Stadt machte.

Was den Leutnant aus der fernen Ukraine dazu bewog - vielleicht waren es die über zwanzig sich in den Himmel reekenden Fabrikschornsteine - wird chronistisch kaum zu beantworten sein. Überdies nahmen die Torgelower das damals wenig wahr, zu groß waren die eigenen Sorgen und Überlebensprobleme.

Nur langsam begann sich der städtische CharakterTorgelows herauszubilden. Wieder war es die Eisenindustrie, die alles vorantrieb, neue Betriebe, Wohnungen, Straßen und Schulen wurden gebaut. Torgelow wurde 1952 Garnisonstadt. Alles geschah in einer Gesellschaftsepoche, die so recht für jeden Menschen, ohne Ansehen der Person, seines Glaubens, seiner politischen Denkweise gedacht schien. Hierin liegen auch die Wurzeln, die uns seit der Vereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990, fast ahnungslos, wieder vor Neuem stehen sahen. Doch vielerorts ist in unserer Stadt bereits bewiesen, daß sich die Torgelower, wie schon immer, diesem zu stellen verstehen; denn nur sie machen ihre Geschichte.

Bemhard Alhrecht

1 Pünfzig Iahre Stadtrecht für das vorpommersche Städchen Torgelow.

Fûr seine Menschen war der Weg schwierig, aus dem weitab in der Heide gelegenen Industriedorf eine Stadt mit ihrem für [eden Einwohner angenehmen modernen Leben zu farmen. Der zu Ende gegangene, alles verzehrende Zweite Weltkrieg forderte auch von den Torgelowem seinen Tribut. Über dreitausend aus dem Osten und aus den Sudeten vertriebene Umsiedler mußten bei uns eine neue Heimat. Wohnung und Arbeit finden.

Ein Blick vom Turm der Pestalozzi-Schule zeigt uns ein Stück des Kerns vom heutigen

Stadtzentrum. Damals gab es noch kein Postarnt. noch stand die alte Forstscheune mit den daneben sich weitenden Ländereien der Gärtnerei Viktor dart, wo sich heute Wohn-, Geschäfis- und Schul-

gebäude an der Bahnhof- und Pestalozzistraße entlangstrek ken.

2 Die Gießereiindustrie hat Torgelow im Verlauf der [ahrhunderte über alle Widersprüche hinweg zu dem gemacht, was es heute als Stadt darstellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg floß bereits im Juli 1945 im damaligen 'Mentzel & Stäbe' der erste Frredensguß. Aus diesem Keim des neuen Anfangs wurde ein Gießerei-Großbetrieb, links, der sich mit der Vereinigung Deutschlands dem marktwinschaftlichen Wettbewerb nicht zu stellen vermochte. Helmut Schumann reprivatisierte ihn 1993, rekonstruierte und modernisierte die Schleudergußanlage, die Hand- und Maschinenformerei, in der heute mit 86 Beschäftigten Gußerzeugnisse

bis zu zehn Tonnen Gewicht produziert werden (Bild rechts). Die Schumann-Gießerei- Torgelow ist die einzigste für Mittel/Großguß in Mecklenburg/Vorpommern, erhielt 1995 die für die neuen

Bundesländer recht seltene Zertifizierung des Qualitätsmanagementssystems und setzt die alten Traditionen unseres Ortes fort.

3 Fûr den Betrieb des vom Preußenkönig Friedrich Il. 1753 angeordneten Baus des für die Eisengewinnung bestimmten ersten vorpommersehen Hochofens in Torgelow, war auch die Errichtung einer Schleuse erforderlich. Sie regulierte nicht nur den Ueckerlauf sondern benutzte auch die Kraft des Wassers zum Betreiben der Eisenhämmer des Werkes. Im Verlaufe der [ahrhunderte hat sie mehrmals ihr Aussehen verändert. Doch immer blieb sie an Ort und Stelle.

Erst 1976 mußte sie einem Wehr weichen, das mäßig ansehnlich, nur noch dem Einpegeln des Wasserstandes dient. Ein wertvolles Industriedenkmal, mit einer ein-

malig reizvollen Zugbrücke ging uns damit unersetzlich verloren.

4 Mit der Schleusenrekonstruktion 1976 wurden auch zwei ehemalige Ueckerübergänge - der Mühlgraben und der Turbinengang - beseitigt. In diesem Bild, das 1928 aufgenommen wurde, sind sie deutlich zu erkennen. Das Werktor 'Hüttenwerk Vollgold AG' mit den Backsteinpfeilern verrät, daß damals ein öffentlicher Verkehr über sie nicht gestattet war.

Die heutige Straßenführung über den 'Hüttenwerkplatz' deutet eine leichte Welle an, ist jedoch für [eden Verkehrsteilnehmer und Fußgänger schnell und sicher zu passieren. Die massig wirkende Gießereihalle des alten Hüttenwerkes ist längst abgerissen.

In den rechts stehenden Gebäuden der seit I 991 stillgelegten 'Maschinenfabrik' befindet sich heute die ständige 'Ausstellung der historischen Gießereitechnik' , die von der zweihundertvierzigj ährigen

Tradition der Torgelower Gießereiarbeit zeugt.

5 Im Iahre 1912 beschreibt Reinhard Weichert in seinem Buch 'Das Fabrikdorf Torgelow' das Haus betont als altes im 18. [ahrhundert, irn englischen Stil gebautes, seiner Familie gehörendes, Wohnhaus.

Historisch ist nachgewiesen, daß das Gebäude um 1 755 im Zuge des vom Preußenkönig Friedrich Il, angewiesenen Torgelower Hüttenwerkbaues errichtet wurde, in dem neun angesiedelten Facharbeiterfamilien wohnten. Damals lag das Haus weitab vom ohnehin nicht regen Dorfverkehr, aufCarlsfelde' .

In den [ahrhunderten hat es sich, heute unter Denkmalschutz stehend, sein ebenmäßiges Äußere erhalten und

wird als Karlsfelder Straße 48 bezeichnet, Seit kurzer Zeit wird seine Nachbarschaft, stadtarchitektonisch recht eigenwillig, van einem Geschäftshausneubau ergänzt.

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