Traunstein in alten Ansichten

Traunstein in alten Ansichten

Auteur
:   Peter Jobst
Gemeente
:   Traunstein
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3409-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Traunstein in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Traunstein - die alte Salzhandelsstadt am Fuße der Alpen

Traunstein, das Zentrum des oberbayerischen Chiemgaus, liegt malerisch auf einem Hügel umrahmt von Traun-Fluß im Voralpenland. Seiner zentralen Lage zwischen Chiemsee und Waginger See sowie zwischen den Städten Salzburg, Rosenheim, Wasserburg und München hat es Traunstein zu verdanken, daß es schon seit vielen Jahrhunderten eine Mittelpunktstellung einnimmt. Früher war Traunstein in erster Linie geprägt durch den Salzhandel, heute sind es Behörden, Schulen und nicht zuletzt zahlreiche Geschäfte aus allen Branchen, die Traunstein zum tatsächlichen Mittelpunkt der Region werden lassen.

Wann Traunstein genau gegründet worden ist, kann heute nicht mehr festgestellt werden. Die gesamten Unterlagen der Stadt wurden beim verheerenden Brand des Jahres 1371 vernichtet. Allerdings fanden sich nördlich des Waldfriedhofs Grabstellen aus der Hallstadtzeit und auch ein keltisches Körperflachgrab in der Nähe des Bahnhofs weist auf die lange Vergangenheit des Ortes hin.

Bekannt ist weiterhin, daß im Bereich um Traunstein gegen 1120 das Geschlecht der Truna ansässig war. Ihr Stammsitz, urkundlich erstmals erwähnt in den Jahren 1244/45, soll am heutigen Platz der Stadt gelegen haben, zumindest aber nicht weit davon entfernt.

Obwohl Traunstein einst in Salzburger Besitz war, benützte schon 1273 Herzog Heinrich von Niederbayern die Stadt als Stützpunkt gegen Salzburg und so wurde das Gebiet um Traunstein zwei Jahre später dann auch endgültig bayerisch, gehörte allerdings mehr als 200 Jahre, genauer

bis zum Jahr 1505, zum Herzogtum Niederbayern.

Die Bezeichnung 'Stadt' findet man in den Urkunden erstmals im Jahre 1301. Die eigentliche Stadterhebungsurkunde mit dem exakten Datum wurde jedoch beim Stadtbrand ebenfalls vernichtet, die Stadterhebung jedoch 1375 offiziell bestätigt.

Zu Beginn des 14. Jahrhunderts erlebte Traunstein seinen eigentlichen Aufschwung mit dem Salzhandel. In Berchtesgaden und Reichenhall wurde der so wichtige Rohstoff gewonnen, das nahegelegene Traunstein erwies sich als günstig gelegener Umschlagort. Die älteste Salzstraße führte über Teisendorf und Lauter nach Traunstein, nachdem es jedoch mit dem Erzbistum Salzburg immer wieder zu Schwierigkeiten kam, wurde eine weitere Salzstraße, diesmal ausschließlich auf bayerischem Boden gebaut. Sie führte über Inzeil und Siegsdorf nach Traunstein.

Als die Reichenhaller im Jahre 1613 mehr oder weniger zufällig auf eine neue, überaus ergiebige Sole stießen, brachte dies auch für Traunstein Vorteile: Reichenhalllitt unter Holzmangel und so entschloß man sich, eine Soleleitung zu verlegen und das Salz unmittelbar in Traunstein zu gewinnen, wo es Holz im Überfluß gab. Schon 1616 erhielt Hans Reiffenstuel den Auftrag zum Bau der 32,7 Kilometer langen Leitung, die er nach nur zweijähriger Bauzeit auch fertigsteIlte. In der gleichzeitig errichteten Saline fanden später bis zu 100 Familien ihr Auskommen. Doch zurück zur politischen Geschichte. Es konnte nicht ausbleiben, daß Traunstein - so friedlich es selbst auch war - in die verschiedenen Auseinandersetzungen des Mittelalters mit einbezogen wurde. So wurde die Stadt im Lands-

huter Erbfolgekrieg (1503-1505) durch pfalzbayerische Truppen besetzt und während des spanischen Erbfolgekriegs besetzten in den Jahren 1701 bis 1704 österreichisehe Truppen die Stadt. Panduren und Kroaten lösten 1704 den zweiten großen Stadtbrand aus, in der Folgezeit wechselten sich österreichische und bayerische Truppen in der Besatzung ab. Zwei Monate lang wurde Traunstein im Jahr 1800 von französischen Truppen besetzt und dabei auch geplündert. Mit dem Übertritt Bayerns auf die Seite der Franzosen besserte sich die Lage jedoch. Katastrophale Auswirkungen hatte der dritte große Stadtbrand in der Nacht vom 25. auf den 26. April 1851 wahrscheinlich durch Brandstiftung ausgelöscht. Man vermutet, daß es sich dabei um einen Racheakt handelte, war doch soeben der Pfarrsitz von Haslach nach Traunstein verlegt worden.

Die weitere Geschichte der Stadt verlief dann - freilich mit Ausnahmen - in eher ruhigen Bahnen. Schon frühzeitig erkannten die Traunsteiner Stadtväter, welch günstige Möglichkeiten sich für einen Ausbau der Stadt als Kur- und Fremdenverkehrsort boten. Bereits 1844 hatte Stadtapotheker Joseph Pauer eine Mineral- und Solebadeanstalt eingerichtet, 1850 wurden schon über 300 Gäste gezählt. Als Kneippkurort nach dem Vorbild von Bad Wörishofen nahm Traunstein nun seinen Aufschwung. Doch die beiden Weltkriege machten dem ein Ende, 1978 wurde Traunstein leider die Bezeichnung 'Luft-Kneippkurort' aberkannt. Und dennoch: Traunstein ist ein nach wie vor beliebtes Ziel für Urlauber aus allen Teilen Deutschlands. Die grüne Stadt an der deutschen Ferienstraße mit seiner

zentrale Lage in herrlicher Umgebung bietet die idealen Voraussetzungen für eine abwechslungsreiche Erholung in den kostbarsten Tagen des Jahres.

Als Große Kreisstadt mit allen wichtigen Ämtern und Schulen ist Traunstein heute Anziehungspunkt für den gesamten Landkreis. Dazu tragen günstige Einkaufsmöglichkeiten in gutsortierten Geschäften, ein großes gastronomisches Angebot, der bunte Wochenmarkt und nicht zuletzt die kulturellen Einrichtungen bei.

Unser Dank gilt allen, die uns mit Bildmaterial und Auskünften bei der Zusammenstellung dieses Büchleins unterstützt haben.

Quellenangaben

Anton Kasenbacher: Traunstein, Chronik einer Stadt, Drei-Linden-Veriag 1980;

Karl Rosenegger: Geschichte der politischen Gemeinde Haslach, Historischer Verein Traunstein e. V. 1984; Anton Kasenbacher, Eckehard Jilg: Traunsteiner Bilderbogen, Drei-Linden-Verlag 1983;

Anton Baumeister: Traunsteiner Vergangenheit und Gegenwart, Drei-Linden-Verlag 1973;

eigene Reeherehen der Verfasser.

Fotos und Ansichtskarten aus Privatbesitz Helmut Kölbl, Traunstein.

T raunstein.

1. Eine der wohl typischten Ansichten Traunsteins sieht man auf dieser Glückskarte von 1901: es handelt sich um einen Bliek von der sogenannten Weinleite Richtung Süden. In der Mitte erkennt man die Stadtpfarrkirche, im Hintergrund die Hausberge Traunsteins, den Hochfelln und den Hochgern. Gerade diese Perspektive zeigt deutlich die herrliche Lage der Stadt im Voralpenland auf.

2. Am Südrand der Stadt Traunstein findet man auch heute noch das städtische Schwimmbad. Bereits im Jahr 1875 wurde es erbaut, wobei lange Zeit der Röthlbachweiher mit seinem moorhaltigen Wasser als Vorwärmer diente. Deshalb trug es früher auch die offizielle Bezeichnung 'Moorbad'. In den zwanziger Jahren war ein separater Damenbereich eingerichtet. Im Laufe der Jahrzehnte wurde es mehrfach umgebaut und erweitert, so unter anderem in den Jahren 1887, 1906, 1925, 1936 und 1970. Seitdem ist das modeme Bad auch beheizt.

GR~?MS

SP.I LER - KELLER

TRAUN5TEIN

3. Der Sailerkeller, der auch heute noch unter dieser Bezeichnung an der Herzog- Wilhelm-Straße geführt wird, hieß früher 'Büchelebräu-Keller'. Links davon die noch unbebaute sogenannte SailerWiese, auf der heute das HZ-Einkaufszentrum steht. Im Hintergrund sieht man einige markante Traunsteiner Bauten, unter anderem die im Jahr 1899 errichtete evangelische 'Auferstehungskirche' sowie den Bahnhof mit der Güterhalle .

"jfotef ,!osf" $esitzer @uido .,$cfinepf, re. '!ostfia:ter Traunstein, Oberbayern.

4. Wo heute das Kaufhaus Unterforsthuber am Stadtplatz steht, befand .sich früher der Gasthof 'Zur Post', der bis 1860 gleichzeitig Posthalterstelie war. Einst führte die Mutter des bekannten Heimatdichters Ludwig Thoma diese Gaststätte und Ludwig Thoma selbst soli hier in der Zeit von 1890 bis 1892 seine 'Kleinstadtgeschichten' verfaßt haben. Der Liendlbrunnen vorne rechts wurde im Aussehen bis heute nicht verändert.

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@russ

VERLAG VOX G. H. STIFEL, TRAtiSSTEIS.

5. Im Jahre 1891 wurde an der Ecke Herzog-Friedrich-Straße/Bahnhofstraße das heutige AnnetteKolb-Gymnasium als Schüler-Pensionat errichtet. Viele Jahre war dieses Pensionat weit über die Grenzen des Chiemgaus hinaus bekannt und beliebt. Erst Anfang der dreiBiger Jahre gingen die Schülerzahlen derart zurück, daß die Stadt Traunstein das Gebäude schließlich an die Maristenschulbrüder verpachtete. Die Nutzung änderte sich in der Folgezeit mehrfach, 1945 diente es sogar als Lazarett für verwundete Soldaten. Seit Anfang der sechziger Jahre findet dieses in den letzten J ahrzehnten äußerlich kaum veränderte Gebäude wieder schulische Verwendung als Mädchengymnasium, wobei seit kurzem auch Jungen aufgenommen werden.

Traunstein Salinenkapelle

6. Die Salinenkapelle 'St. Rupert' wurde nach Anlegung der Traunsteiner Saline durch Churfürst Maximilian 1. im Jahr 1630 erbaut. Beim großen Stadtbrand des Jahres 1704, der auch den 'Ortsteil' Au erheblich in Mitleidenschaft zog, wurden das Dach und der Glockenstuhl der Kapelle völlig zerstört, Links neben der Kapelle befindet sich das Karl- Theodor-Sudhaus, das in den Jahren 1773 bis 1775 erbaut und 1922-1926 abgebrochen wurde. Heute befindet sich an dieser Stelle der verkehrsmäßig günstig gelegene Karl- Theodor-Platz, ein Großparkplatz unterhalb des Stadtzentrums.

TRAUNSTEIN - Par t i e bei der Heiliggeistkirche.

7. Vielen Traunsteinern ist heute noch der schiefe Turm der Heilig-Geist-Kirche in Erinnerung. Sie wird 1570 erstmals urkundlich erwähnt, dürfte jedoch schon wesentlich länger gestanden haben. Direkt nebenan befand sich das Haus für Lepra-Kranke, in dem 1773 der letzte Aussätzige der Stadt verstarb. Im Jahr 1957 wurde das Kirchlein wegen Einsturzgefahr abgerissen, heute führt die Bundesstraße nach Freilassing an dieser Stelle vorbei.

ErzbischofL .Setniner Ti au nstein.

8. Am 11. Juli 1928 erfolgte durch Kardinal Faulhaber die Grundsteinlegung für das Erzbischöfliche Studienseminar an der Wartberghöhe, Das inzwischen mehrfach erweiterte Haus wurde - wie das Foto des damalige Baumodells zeigt - in Kreuzform errichtet und diente ursprünglich als Priesterseminar. Im Krieg wurde es - wie manche anderen öffentlichen Gebäude auch - als Lazarett genutzt, heute dient es als katholisches Knabenwohnheim.

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