Travemünde in alten Ansichten Band 2

Travemünde in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Karl-Heinz Axen
Gemeente
:   Travemünde
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6539-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Travemünde in alten Ansichten Band 2'

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Einleitung

Liebe Leserin, lieber Leser,

im [ahr 1982 schrieb ich mein erstes Buch mit dem Titel "Travemünde in alten Ansichten', ebenfalls ein Bildband, der mitTexten zur Erläuterung der Abbildungen erschienen ist. Inzwischen sind einige [ahre vergangen, [ahre in denen ich mich um neues Bildmaterial für ein weiteresTravemünde-Buch bemüht habe. Dank der Unterstützung meiner Freunde kamen dafür genügend Bilder zusammen, auf die ich mit interessanten Texten, sowie mit Erzählungen oder kleinen Anekdoten eingehen konnte. Dabei handelt es sich um Gegebenheiten, die sich um die [ahrhundertwende bis hin zu den dreißiger [ahren zugetragen haben. Obwohl die Texte des neuen Buches unabhängig vom ersten Band gelesen werden können, weise ich gelegentlich auf den Inhalt meines ersten Buches hin, damit Sie ausführlicher informiert sind.

Die Reihenfolge der Bilder wurde nach dem Schema des ersten Bandes festgelegt. Hierbei begibt sich der Leser nach einer kurzen Betrachtung der Altstadt auf einen Spaziergang, der zunächst durch die Straßen Travemündes führt. Im Anschluß daran wandern wir die Trave bis zur Mündung hinab und gelangen von dort aus zu den Kuranlagen des Seebades. Dann werfen wir einen Blick auf das vielfältige Strandleben und gehen über die schöne Promenade weiter bis zum Restaurant Hermannshöhe auf dem Brodtener Ufer. Später fahren wir mit dem alten Fähr-

prahm über die Trave zum Priwall. Von dort aus begeben wir uns auf den Weg um die Halbinsel und erfahren, wie sich der Priwall in knapp zwei Jahrhunderten vom Niemandsland zu einem interessanten Ortsteil von Travemünde gewandelt hat. Für mich wäre es eine Bestätigung meiner Arbeit, wenn Ihnen beim Studieren der Texte und beim Betrachten der Bilder viele Erinnerungen einfallen. Freuen Sie sich auf die Abbildungen und auf das, was Sie aus den Texten neu erfahren werden. Lesen Sie im folgenden Abschnitt bitte noch, wie unserTravemünde entstand ...

NachdemAlt-Lübeck 1138 an der Schwartaumündung zum wiederholten Male zerstört worden war, gründete Graf Adolf Il. von Holstein-Schauenburg 1143 das heutige Lübeck. Doch die unruhigen Nachbarn zwangen den Grafen, seine Halsten weiterhin zu den Waffen zu rufen. Graf Adolfhatte seine Lehren aus den Überfällen der Slawen gezogen und errichtete 1 149 eine Befestigungsanlage am Stülper Huk. Bei Helmold heißt es dazu: 'Graf Adolf stellte sein Heer an geeignetem Ort, nämlich zu Travemünde auf.' Diese Anlage wurde immer dann mit Kriegern besetzt, wenn den Lübeckern Gefahr drohte. War dies nicht der Fall, so wurden die Truppen wieder abgezogen. Die Befestigung von Alt - Travemünde, am Stülper Huk gelegen, war also eine Art Volksburg, ein Verhandlungsort mit zeitweiligem Heerlager.

Ausgrabungen in den [ahren 1856, 1880 und 1914 bestätigen, daß keine Kulturschicht am Hirtenberg (Stülper Huk) gefunden wurde, die den Aufenthalt von Menschen über einen längeren Zeitraum nachweist.

Wo aber stand sie nun, die Anlage des erstmals 1149 in der Chronik bei Helmold erwähnten Travemündes? Der Chronist Arnold schreibt später dazu:

'Urn diese Zeit (1187) begannAdolfIII., die Burg an der Mündung derTrave wieder aufzubauen, welche 1181 von den Slawen während der Belagerung Lübecks eingeäschert worden war. [edoch veränderte er die Lage derselben. Da sie nämlich früher im Wasser gelegen war (Stülper Huk), so erbaute er sie jetzt an der Küste des Meeres, an der Travemündung selbst, damit man von da aus umso leichter eindringende Feinde überwältigen konnte.'

Nach der Chronik von Arnold entspricht diese Erwähnung der Gründung des heutigen Travemündes im [ahre 1187. In den Quellen der Ortsgeschichte wird 1532 erstmals die 'Müggenburg' erwähnt, die in der Nähe des Leuchtturmes lag. Damit werden wir in die Gegend geführt, in der die älteste Burg mit den Resten des alten Turmes, der Müggenburg von 1187 stand. Nach späteren Darstellungen und Berichten hat die gräfliche Burg, übertragen auf das heutige Ortsbild, nahe dem Traveufer zwischen den Grundstücken der Vorderreihe 59 (italienische

Eisdiele) und der Vorderreihe 63 (Kaufhaus Matzen) gestanden. Im Schutze dieser Burg siedelten sich bald erste Fischerfamilien an. Aus diesem Siedlungskem entstand das heutige Travemünde.

Für das mir überlassene Bildmaterial bedanke ich mich vielmals bei Frau Martienß, beim Modehaus Meincke und [aacks, bei Bjöm Lütgens, bei Herrn Wiek, sowie bei Herrn Rohde.

1 Vom ehemaligen Wasserturm auf dem Kalvarienberg schweift unser Blick im [ahre 1906 hinüber zum Städtchen Travemünde. Inmitten der Häuser erkennen wir die St.Lorenz- Kirche, deren Turm über die Siechenbucht hinaus in den Himmel ragt. Gleich hinter der Bucht führte die Ivendorfer Landstraße den Fuhrwerksverkehr durch die Baumreihen über Ivendorf weiter nach Lübeck. Rechts im Bild sind es in den Eisenbahndamm gelegte Geleise, auf denen die Züge fortan vom Stadtbahnhof aus zum Strandbahnhof fahren werden. Die ersten Villen der Straße 'Rose' stehen bereits an der Bahnstrecke. Zu erkennen sind sie, wenn wir über die Bäume am Fuße des Kalvarienberges blicken.

Cl'nemünde

Panorama

2 So wie sich die wenigen Häuser auf dieser Abbildung um die Travemünder Kirche drängen, könnte beim Betrachter durchaus der Eindruck entstehen, daß es sich eher um eine Darfansicht, als um die eines attraktiven Seebades handeln könnte. So ist es eben, auch Seebäder haben eine Altstadt. Über die Spargel- und Gemüsefelder, die zum Amt der Vogtei gehören, blicken wir auf die Häuser am Hirtengang, die var der alten Schule stehen. Im Narden schützte einst ein mächtiger Wall das Städtchen var Feinden. In diesen Wall, den der Fotograf als Standpunkt für sein Foto wählte, wurde der letzte Abschnitt der Bahnstrecke Lübeck- Travemünde gelegt. Die Bahnhofsstraße, die später in Vogteistraße umbenannt wurde, entstand wenig später.

3 Mit diesem Steindruck begeben wir uns in die Torstraße. Einst nahm sie als einzige Zugangsstraße den Fuhrwerksverkehr in das Städtchen auf. Da die Siechenbucht in alter Zeit noch bis an die heutige Torstraße heranreichte, lag der eigentliche Ortszugang noch in der Danzmannstraße, die früher den Namen Marienstraße führte. Von der Marienstraße gelangte man dann in die Torstraße, die im 18. Jahrhundert noch als das 'arme Viertel' von Travemünde galt. Im Travemünder 'Kusenlied' werden die ärmlichen Wohnverhältnisse der Arbeitsleute und Fischer angesprochen: 'In Tramünn in de Quarteern, müsst du winters höllisch freen, denn de

Betten sünd wat dünn un de Finster steckt voll Plünn.'

4 Über die gesamte Breite der Marktstraße (heute [ahrmarktstraße), blicken wir am Marktplatz vorbei in den Abschnitt derTorstraße, die sich rechts vor dem Marktplatz als Kirchenstraße fortsetzt. Die Umbenennung der drei bereits erwähnten Straßen wurde 1938 endgültig vollzogen. Im Gebiet der Hansestadt Lübeck sollten keine doppelten Straßennamen mehr geführt werden. Im frühen 19. Jahrhundert begann man in Travemünde mit der Pflasterung der Hauptstraßen. Ab 1883 regelte ein Gesetz die Beschaffenheit von Straßen, auf denen reg er Fuhrwerksverkehr herrschte. Die Straßen mußten wenigstens zehn Meter breit angelegt werden. Davon wiederum sollten sechs Meter Fahrbahn und jeweils zwei Meter Fußweg sein. So etwa entnehmen wir es auch dieser Ansicht.

TRAVEMONDE

MarktpJat% und Thor.trall.

-:

5 Alt - Travemünde nannte der Fotograf dieses Motiv, das uns den Blick entlang der heutigen Jahrmarktstraße hin zur St.-Lorenz-Kirche gewährt. Typisch Altstadt sagen die Kurgäste, wenn sie durch diese Straße gehen. Und sie haben recht, denn das dritte Haus von links stellt das älteste Gebäude Travemündes dar. Aus dem 17. [ahrhundert stammt dieses Füllziegelfachwerkhaus, das zudem eine schöne klassizistische, zweiteilige Eingangstür besitzt. Die alte Marktstraße war früher der einzige Verbindungsweg zur Vorderreihe. Wir können uns vorstellen, wie es in jener Zeit bei Dunkelheit ohne Straßenbeleuchtung in dieser schmalen Gasse zuging. Die Lübeckischen Blätter wissen über umgefallene Fuhrwerke, über gestürzte Reiter und verletzte Personen zu berichten.

6 Gelegentlich sieht man es noch heute, daß die Fischer an dieser Stelle auf dem Baggersand ihre Netze flicken. Bald nach der [ahrhundertwende, als diese Aufnahme entstand, ging es noch ruhig hinter den Häusern der Torstraße zu. Die Straße 'Auf dem Baggersand' war noch nicht angelegt und der Fischereihafen befand sich noch zwischen der Priwallfähre und dem Zollhaus. Für den Transport der Ware war man zwar näher am Bahnhof, doch der Gestank der gelagerten Fischkisten sorgte für gehörigen Ärger. Darüber klagten die Gäste der anliegenden Hotels und Pensionen häufiger. Angenehmer wurde es, als zwischen 1917 und 1920 der Fi-

schereihafen angelegt wurde. Als 1926 noch eine Löschund Verladestelle mit Gleisanschluß hinzukam, waren alle Beteiligten sehr zufrieden.

7 'In Fröhjohr kümmt in groot en Schorn, in de lübsche Bucht de Hering fohm. De Hering fungen ward in Waden, he smeckt in Solt, sur kakt und braden.' Dieser Spruch auf einem Notgeldschein des Hotels 'Deutschcr Kaiser' drückt deutlich aus, wie schmackhaft man diesen wertvollen Speisefisch zubereiten kann. Auf Heringe, Dorsche und Butt hatten sich die Travemünder Fischer spezialisiert. Allein vom Hering lebten über Jahrhunderte ganze Völker. Als im Mittelalter die Schonenfischerei einsetzte, gab es ungeheuere Heringsschwärme, aus denen man den Fisch mit den Händen hätte greifen können. Bis zu 40 Oûû! Boote sollen von

den nordischen Ländern für den Heringsfang an der südschwedischen Provinz Schonen eingesetzt worden sein. Die Lübecker Schonenfahrer zahlten selbst den Sundzoll mit Heringen!

8 In der Vorderreihe Nr. 7, direkt vor der Priwallfähre, steht das Vogteigebäude, in dem sich heute das 7. Polizeirevier befindet. Es ist ein typisch Lübecker Gruppenbau, versehen mitTreppengiebeln, der in mindestens zwei Bauphasen entstanden sein muß. Ein stabiles Backsteinhaus mit rotbraunen Ziegeln und einer schönen Barocktür am Eingang. Es waren Vögte, Stadthauptmänner undAmtsverwalter, die sich als Obrigkeit für die Verwaltung und die Gerichtsbarkeit des Städtchens verantwortlich zeigten. 1837 wurde die Gemeindeverfassung eingeführt, was soviel wie Selbstverwaltung bedeutete. 1852 wurde das Amt fürTravemünde gegründet, jedoch 1879 wieder aufgelöst. Fortan lag die VerwaltungTravemündes in Lübecker Händen.

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