Travemünde in alten Ansichten Band 2

Travemünde in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Karl-Heinz Axen
Gemeente
:   Travemünde
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6539-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Travemünde in alten Ansichten Band 2'

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9 Zwischen der Schlachterei 'Lohll", wo die Markise herabgelassen wurde, und dem Restaurant 'Pesel', das sich heute in dem linksseitigen Gebäude befindet, blicken wir hindurch zu den Giebeln der Häuser in der Jahrmarktstraße. Am Gartenzaun hinter der Lindenbaumreihe befand sich einst der Kaffeegarten des Hotels und Restaurants 'Schifferhaus', das dem Garten gegenüberstand. Der kleine Junge auf der Straße steht an der Stelle, wo es zur Priwallfähre ging. Als an dieser Stelle immer häufiger Verkehrsprobleme auftraten, verlegte man den Fähranleger weiter zum Vogteigebäude hin. Damit wurde ein direkter Zugang über die St-Lorenz-Straße geschaffen.

TRAVEMONDE

Vorderreihe

10 Wir schreiben das [ahr 1908 und blicken auf jenen Abschnitt der Vorderreihe, an dem auch zurTrave hin einige Häuser stehen. Die Hausnummern der Vorderreihe wurden allgemein linksseitig numerisch aufsteigend geführt, wobei die wenigen Häuser an derTrave einfach die Hausnummern des gegenüberstehenden Hauses, versehen mit einem 'a' erhielten. Rechts bei der Hausnummer 29 steht Karl Westphal vor seinem Kolonialwarenladen, den Johanna Westphal noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg weiterführte. Dahinter in Nr. 28 verkaufte Bäcker Opitz seine Backwaren. Später machte es Bäcker 'Rickrnann'. Im Haus Nr. 29a befindet sich das Zoll-

amt, dort wurde aber auch privat vermietet. Dahinter in Nr. 28a befand sich das Hotel 'Zur Börse' und befindet sich heute 'Splenstóssers' ElektroFachhandlung.

TRAVEMûNDE,

VORDERREIHE.

11 Um 1920 schauen wir von der Straße 'Rose' aus zurück auf das Zollamt im Hintergrund. Uns fállt das holperige Straßenpflaster in der Vorderreihe auf, die bereits 1926 zur Einbahnstraße erklärt wurde. Rechts befindet sich die Eisenwarenhandlung von Georg Krach. Das nächste Haus teilte sich der Uhrmachermeister Gustav Hartung mit den Fruchthändlern Dombrowski. Danach kam der Kaufmann Blöcker, dem Bäcker Haase folgte. Es waren kleine Travemünder Handwerksbetriebe, die mit ihren Produkten die Einwohner des Städtchens versorgten. Ursprünglich unterstanden sie den Lübecker Zünften, die mit Auflagen dafür gesorgt

hatten, daß die Anzahl der Travemünder Meisterbetriebe nicht zu groß wurde. Man wollte sich die unliebsame Konkurrenz vom Leibe halten.

12 Es war im Februar des [ahres 192 9, als Frau Holle kräftig die Betten ausgeschüttelt hatte. Reichlich Schnee blieb dabei in den Straßen, so wie hier in der Vorderreihe liegen. Uns Travemünder kommt das alles sehr vertraut vor, denn noch heute kommen an schönen sonnigen Wintertagen viele Menschen zum Spazierengehen nach Travemünde. Sie alle möchten die frische Luft genießen oder einfach nur die Wasservögel füttern. So muß es bereits früher gewesen sein, denn selbst die Vaterstädtischen Blätter schreiben hierzu: 'Scheinr auch nur ein kleiner freundlicher Sonnenstrahl in des Daseins düstere Wolken hinein, gleich ist der Mensch wieder auf dem Plan, um das Schöne, das die Natur ihm bietet, zu genießen.'

1 3 Von der Postbrücke aus sehen wir auf die lange Reihe der im klassizistischen Baustil errichteten Häuser der mittleren Vorderreihe. Es waren schlichte vorgeblendete Quer-, Spitz- ader Stufengiebel, deren Fronten mit Vorbauten oder Veranden versehen wurden und der Vorderreihe jenes besondere Aussehen verliehen. Bis zur Sturmflut von

1 872 standen zum Teil auch in dieser Straße noch einfache Lehmfachwerkhäuser, die dann von den Fluten erfaßt und aufgelöst wurden. Später wollte man mit schönen Nachbauten den Ansprüchen des Badeortes genügen. So entstanden neuere, zweckmäßiger ausgestattete Häuser, die noch heute überwiegend als Geschäfts- und Wohnhäuser, jedoch weniger als Beherbergungsbauten dienen.

Travemünde Vorderreihe

Partie bei der Postbrücke

14 Dieser kleine vor dem Café Buschow (heute Sparkasse zu Lübeck) gelegene Pavillon, bildete lange Zeit den kulturellen Mittelpunkt des Ortes. Besucher, die Quartier in den Wohnungen, Pensionen und Hotels des Städtchens bezogen hatten, mieden die großen Hotels der Kuranlagen. Man wollte unter sich bleiben und genoß die Musik und die Lampionfeste an dieser Stelle. Dazu schrieben die Lübeckischen Blätter: 'Dennoch besteht eine unverkennbare Scheu gegen die inneren Wirthschaftsräume; zumal die Badegäste der "Vorderreihe" ziehen es vor, ihre Vergnügungen entfernt und abgesondert von den Bewoh-

nern des Kurhauses zu arrangieren.' Probleme dieser Art hatten die Travemünder Kleinfischer weniger. Sie verkauften ihre Fänge von diesen Booten aus an die Familien und Gasthäuser.

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1 5 Diese Aufnahme gewährt uns den Blick von der oberen Vorderreihe hinunter zur Ecke der Straße 'Rose.'. Gegenüber dem 'Hotel de Russie' steht der soeben beschriebene Musikpavillon, vor dem sich, versteckt hinter den Bäumen, einige Gäste aufhalten. Das Gebäude mit den geschlossenen Veranden stellt das ehemalige Lotsenamt dar. An dieser Stelle befindet sich heute ein Reisebüro und ein Modegeschäft. Es gibt Hinweise darauf, daß in der alten Lotsenkommandantur von 1872 an ein Postamt bestanden haben könnte, das dann 1892 zum neuerbauten Postamt in die Rose überwechselte.

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'Cravemünde

Vorderreihe.

16 Eindrucksvoll ist sie schon, die Fassade des ehemaligen 'Hotels de Russie' , das später den Namen 'Deurscher Kaiser' erhielt. Sehr detailliert kommt die Vorderfront mit der herrlichen Blumenpracht an diesem wohl repräsentativsten Hotelgebäude der Vorderreihe zur Geltung. Vor dem Eingang dieser um 1910 entstandenen Aufnahme steht der Inhaber Friedrich Kähler, der dieses Haus mit der langen Tradition viele [ahre führte. Mitte des 19. Jahrhunderts, als es noch das Hotel 'St. Peters burg' gab, waren es russische Adelige, die das Seebad besonders wegen der Spielbank besuchten. Da lag es nahe, daß die russischen Gäste im Hotel

St. Peters burg ihr Quartier bezogen.

1 7 Mit solchen Anzeigen warben die Hotels und Pensionen 191 3 im Führer für das Kur- und Seebad Travemünde. Die Geschäftsleute waren besorgt um die Kundschaft, da hieß es rührig zu sein, wenn man den Anschluß nicht verlieren wollte. Was gute Werbung oder Sponsoring ausmachen, darüber wußten die Lübecker Nachrichten 1996 in einer ganzseitigen Aufmachung zu berichten. 'Soziale Taten sorgen für ein gutes Image und ein gutes Image ist gut für das Geschäft.' 'Eln soziales Gewissen haben und sich den Problemen stellen, das ist es, was beim Kunden für Glaubwürdigkeit sorgt.' Infratest Studien und kompetente Marktforschungsergebnisse beweisen, daß mit gezieIter Wer-

bung der Umsatz gesteigert werden kann. Sah es Friedrich Kähler mit seiner Annonce auch so?

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I Hotel ~e Russie ~

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g _(§tadt~ahnh.of aussteigen.) g

o 0 g Uollständtq neu erbaut. g

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o In unmittelbarer ähe des Reit- nnd Fahr- 0

o Turnier-Platzes. des Jachthafens, des Priwalls 0 00 (Halbinsel)mitder Rennbahn,Wasserflngplatz, 00

der J acht- u. Bootswerften van Schlichting u.

g Böbs, der Post und des Stadtbahnhofs belegen. g

g 40 ,Zimmer . g

o teils mit Balkon, Iließendem Wasser (kalt u. warm) 0

o mit und ohne Pension. 0

g Es wird an kleinen 'I'lschen serviert. g

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g Geeellschottsräume g

o Elektrisches Licht - Warmwasserheizung 0

.0 Fahrstuhl. 0

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g Huto-Garage mit versdllossenen' Hbteilen g

g (mit Reparaturtach), g

g Sfallung für 'Pferde. g

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g Besitzer: Fr: Rähler, g

g Fernsprecher Nr. 7 u. 57. g

g MAN VERLANGE PROSPE~TE. g

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18 Wir stehen in der Neustraße, die heute 'Am Lotsenberg' heißt und blicken auf das ehrwürdige 'Hotel Goldschmitt' , das dort in der ehemaligen 'Hinterreihc' stand. Dem Inhaber des Hotels gefiel dieser Straßenname überhaupt nicht. Kein Gast würde gerne in der sogenannten Hinterreihe sein Quartier beziehen, wenn es eine 'Vorderreihe' gab. Darauf erfolgte 1903 ein Beschluß des Gemeindevorstandes, demzufolge die Straße zur Freude der Anlieger den Namen Kurgartenstraße erhielt. [ahre später wurde das Hotel abgerissen und durch das Kurgartenhaus ersetzt, das sich nach dem letzten Krieg 'Hotel Stockholm' nannte und dann Brandstiftung zum Opfer fiel. Der steinerne Lotse vom alten Kurgartenhaus steht heute an der neuen Lotsenstation auf der Strandpromenade.

'[ ravemünde,

Hdtel Goldscnmitt, fldl'bruct non ). Cl6~rlnt. fibrct.

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