Travemünde in alten Ansichten Band 2

Travemünde in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Karl-Heinz Axen
Gemeente
:   Travemünde
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6539-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Travemünde in alten Ansichten Band 2'

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19 Es sind schöne alte Häuserfronten, auf die wir vom Hotel 'Goldschrnirt ' aus weiter nach links in die Kurgartenstraße blicken. 1904 entstand diese Aufnahme. Es waren größere Häuser, denen man Veranden vor die Häuserfronten gesetzt hatte. Da sich an der gegenüberliegenden Straßenseite meistens die Hinterhöfe der Vorderreihe mit ihren Schuppen, Werkstätten oder Scheunen befanden, vergingen noch [ahre, bis auch diese Straßenseite mit Wohnhäusern bebaut wurde. In dem kleinen weißen Häuschen neben dem Hotel Goldschmitt hatte der bekannte Schustermeister Max GeisIer seine Werkstatt. Heute steht dort ein Neubau, in dem Ärzte ihre Praxis füh-

ren.

20 Um 1910 muß dieses Foto von der Kreuzung der Straßen 'Rose' und 'Kurgartenstraße' aus entstanden

sein. Am linken Bildrand des heutigen Travemünder Innenstadtzentrums, wo 'Zimmerrnann ' seinen Tabak- und Zeitungsshop führt, befand sich einst ein Ausspann für Fuhrwerke und Kutschfahrten. Der Straße gegenüber, gleich hinter dem Gartenzaun, wo sich heute das Modehaus von Meincke und Iaacks befindet, führte der Uhrmachermeister Beuthien sein Geschäft. Im gleichen Gebäude befand sich auch eine Privatschule. Weiter die Rose hinauf steht das 1892 erbaute Postamt. Auf der anderen Straßenseite, dort wo die Markisen herabgelassen sind, führte der Kaufmann Karl Friedrich Schnoor einen Verkaufsladen.

Travemande Ros.

21 Es war Frühlingsanfang am 2 1. März 1 9 14 als 'Meincke und Iaacks' ein Geschäft für Mode und Textilien eröffnete. Herr Meincke gab den Namen dafür, geführt wurde das alteingesessene Unternehmen jedoch immer von der Familie [aacks. Bertha, Conrad und Max Iaacks sind es, die vor dem Geschäft in der Rose stehen. Als führendes Travemünder Modehaus beschäftigt Meincke und [aacks heute 32 Angestellte. Werfen wir einen Blick zurück auf das verklinkerte Postgebäude von 1892. Um 1803 machte sich eine Fußbotenpost auf den Weg nach Travemünde. Später folgten Gelegenheitsfuhren, danach die sogenannten Reihefuhren der Lübecker Mietkutscher. 1859 bemängelte man die unbequeme Ausführung des neuen

Zweispännerpostwagens. 'Fehlende ührenstützen, Armlehnen und Gepäcknetze machen das Reisen im neuen Sechssitzer nicht gerade angenehmer', heißt es. Mit der Eröffnung der Eisenbahnlinie

im Iahre 1882 fandderumständliche Postwagentransport ein glückliches Ende.

22 Gerade hatten wir den Kaufmannsladen von Karl Friedrich Schnoor erwähnt, der sich, wie wir heute sagen würden, 'in einerToplage' im Zentrum von Travemünde befand. Da stehen sie nun für den Fotografen vor dem Laden und sind stolz darauf, mit auf dem Foto zu sein. Links neben den beiden Kindern steht der Inhaber, der keine Kopfbedeckung trägt. Kaufmann Schnoor unterhielt später noch einen Zigarrenund Delikatessladen unter den Arkaden des Städtischen Kursaals (heute Casino). Im [ahr 1907 entstand dieses Foto, auf dem noch der Name 'Hinterreihe' steht, obwohl am Hauseingang bereits der name 'Kurgartenstraße' ange-

bracht worden ist. Die Schleswig-Holstein-Flagge im Hintergrund gehört zur Restauration von Friedrich Wegner.

TRAVEMÛNDE,

HlNTERREIHE.

23 Etwas Orientierungshilfe ist für dieses um 1900 entstandene Foto von der ehemaligen 'Hinterreihe' schon vonnöten. Das Gebäude ganz links gehört zum Kaufmann Schnoor. Die soeben genannte Restauration von Friedrich Wegner gibt es noch nicht, da hinter dem Telegrafenmast noch die älteren Häuser stehen. Die Hauswand vorne rechts gehört zum 'Eiskeller' des cafés Buschow. Das Eis wurde im Sommer zur Kühlung der Lebensmittel benötigt. In den Wintermonaten wurden dazu mit Beil und Picke größere Eisstücke aus dem Karpfenteich oder dem RönnauerTeich geschlagen. Diese Stücke dienten in den Eiskellern der Hotels und Re-

staurants zur Kühlung. Otto Timmermann erzählte, daß ihm besonders die dicken Türen des Eiskellers aufgefallen waren, wenn er gelegentlich Bier für den Vater holte.

'C ravernünde

Kurgartenstrasse.

24 Um feststellen zu können, wo dieses originelle Restaurant steht, sollten wir schon etwas genauer hinschauen. Am besten orientieren wir uns an der Travemünder St.-Lorenz-Kirche, die am rechten Bildrand zu sehen ist. Uns wird klar, daß wir von der Vogteistraße aus auf das noch heute bestehende Gasthaus 'Hein Mück' blieken, das im Volksmund 'Pappschachtel' genannt wird. Vor der [ahrhundertwende gehörte das Restaurant vor dem alten Travemünder Stadtbahnhof (heute ein Wohnhaus) gewissermaßen zum Hotel 'Stadt Kiel'. Die Pappschachtel war so etwas wie die Außenstelle des Hotels Stadt Kiels, zu dem noch heute ein Verbindungsweg hinunter in die Kurgartenstraße führt.

2S Brücken soweit das Auge reicht. So sah es um 1920 am Travemünder Hafen aus. Vorne an der kleinen Kranzbrücke liegen zwei Ausflugsdampfer nebeneinander. Der freie Platz im Bildvordergrund diente lange Zeit als Lösch- und Umschlagplatz

für ankommende Schiffe.

191 2 bestanden mit der Kaiserbrücke an der Neustraße, sowie der Prinzen- und der Postbrücke am oberen Ende der Vorderreihe, noch die Mittelbrücke, die nahe dem Lotsenamt stand. Den Abschluß bildeten die große und kleine Kranzbrücke, an denen in den [ahren bis zum Bau des Ostpreußenkais, mit dem man 1928 begann, viel verändert und verbessert wurde. Beachten wir einmal die Duckdalben, die sich am rechten Bildrand in einer Flucht bis zurTravemündung hochziehen.

26 Der Zusatz 'Segelregatta in Travemünde' irritiert uns auf dieser Ansichtskarte vom Hafen ein wenig. Daß an den Tagen, als diese Aufnahme entstand, Segelregatten stattfanden, entbehrt jedem Zweifel. Die großen Dampfyachten in der Travemündung beweisen es. Diese Schiffe zählten zur Gefolgschaft des Kaisers, der bei solchen Anlässen stets von Adeligen und Prominenten umgeben war. Auch die Lübecker Segler waren um den Kaiser und um den Segelsport bemüht. 1898 wurde der Lübecker Yachtklub gegründet, dem ein [ahr später bereits 157 Mitglieder angehörten. In Gesellschaft mit den Seglern des Norddeutschen Regattavereins Ham-

burg und des kaiserlichen Yachtklubs Kiel genoß man fortan die Nähe des Kaisers, der häufig den abendlichen Preisverleihungen der Regatten im Kurhaus beiwohnte.

Kurort u. Seebad Travemünde. Segelregatta In Travernûndë.

27 Ein lebhaftes Bild boten die weißen Schiffe 'Mówc'. 'Seernówe' und 'Silbermówe' des Kapitäns und Reeders Heinrich Krohn, die in den Sommermonaten regelmäßige Fahrten im Fahrgast-und Frachtseeverkehr durchführten. Mit den 'Mówen' ging es bis nach Baltenhagen. Sie fuhren aber auch mit der Unterstützung des Dampfers 'Bürgermeister l afrenz' über Grömitz, Kellenhusen und Dahme bis nach Fehmarn hinauf. 'Ers! mit dem schnellen Doppeldeckerzug von Hamburg, dann mit den Dampfern seewärts', so heißt es in einem Prospekt für Ausflugsfahrten mit den Dampfern in den dreißiger [ahren. Einige [ahre früher waren es

die Raddampfer' Adam' und 'Eva' , die die Trave zwischen Lübeck und Travemünde rauf und runter fuhren und dem Betrachter ein reizvolles Bild boten.

28 Bereits 1920, als Danzig nach dem Versailler Vertrag 'Frele Stadt' wurde, nahm der Seedienst Ostpreußen den Schiffsverkehr im Ostseeraum auf. Es waren die Schwesterschiffe 'Preußen ' und 'Hansestadt Danzig', die Travemünde 1933 zum ersten Mal anliefen. Später kam die größere 'Tannenberg' hinzu. Über Jahrhunderte gewachsene Verbindungen und die alte hanseatische Tradition wurden den Bürgern ins Bewußtsein gerufen, als die ersten Schiffe Lübeck besuchten. Unsere Abbildung zeigt die Ankunft des Dampfers 'Hansestadr Danzig' am neuen Ostpreußenkai. Bis 1939 beförderten diese Schiffe Tausende von Fahrgästen. Als der Krieg be-

gann, bekamen die Dampfer einen Tarnanstrich und wurden als Minenleger eingesetzt. 1941 lief die Flotte vor Schweden unverhofft in ein Minenfeld, wobei alle Schiffe sanken.

Oftleebaö l:raoemünOe

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