Travemünde in alten Ansichten Band 2

Travemünde in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Karl-Heinz Axen
Gemeente
:   Travemünde
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6539-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Travemünde in alten Ansichten Band 2'

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29 An dieser Stelle, am Aufgang zurTravepromenade, direkt an der Kaiserbrücke, würde sich noch heute eine Hansekogge gut machen. Gebautwurde sie 1926 zur 700Jahrfeier der Hansestadt Lübeck. Danach diente sie dem Lübecker Yachtklub als Klubschiff und lag viele [ahre an der Untertrave nahe der Holstenbrücke. Zu besonderen Anlässen, wie den Olympischen Segelregatten 1936 in Kiel, wurde das seeuntüchtige Schiff schon einmal bewegt. Die Kogge diente dort als Vorzeigeschiff, wobei in der Schale des Vormastes das olympische Feuer brannte. Später diente es weiter als Klubschiff, doch in den Wirren des Zweiten Weltkrieges

wurde der Zustand der Kogge nicht besser. Als bald nach Kriegsschluß Reparaturarbeiten anstanden, kenterte sie zweimal und mußte aufgegeben werden.

30 Dieser Blick auf die in Reihe festliegenden Segellastschiffe dürfte das Herz eines jeden Segelfreundes höher schlagen lassen. Solche schönen Schiffe würden sich unsere Stadtväter heute liebend gerne im Hafen wünschen. Maritimes ist schließlich 'in' und zieht entsprechend Besucher an. Es ist gut möglich, daß die Zeit für diese an den Duckdalben vertäuten Schiffe bereits abgelaufen war. Es war dieTechnik, die mit Neuerungen dafür sorgte, daß Schiffe dieser Art im auslaufenden Jahrhundert unrentabel wurden. Vorbei war jetzt die Zeit, als auf der Reede noch gelöscht werden mußte oder auf derTrave getreidelt wurde. Modernisierung hat seinen Preis. Mit demAbbau van Arbeitsplätzen erleben wir es heute ebenso.

Tr avemünd

Halen mit Leuchtturm

3 1 Ein Dokument besonderer Art stellt diese frühe Aufnahme des Leuchtturms von 1877 dar. Wir erkennen, daß das 1878 errichtete Maschinenhaus rechts vom Turm noch fehlt. Viel ist über den Leuchtturm, weniger jedoch über die Befeuerung geschrieben worden. Am Anfang war es ein Holzfeuer. Später benutzte man Hanföllampen, die immer dann ausgingen, wenn der Leuchtturmwärter eingeschlafen war. Nach dem Brand van 1 827 wurden Petroleumlampen eingesetzt. 1903 folgte Bogenlicht. Bald daraufkamen Spezialglühbirnen zum Einsatz. Mittels Metallblenden leuchteten zwei Blitze von jeweils einer Sekunde bei gleicher Pausenzeit und einer Dunkelpause von drei Sekunden auf. Ein festes Dauerlicht wies den Schiffen

den richtigen Weg. Sobald das Blitzlicht zu sehen war, mußte der Kurs wieder korrigiert werden.

32 Bei niedrigem Wasser blicken wir von der 1901 angelegten Travepromenade aus auf den Schuppen der 'Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger', die es sich seit 1865 zur Aufgabe macht, in Seenot geratene Menschen zu retten. Zu diesem Zweck entstanden überall an den Küsten Deutschlands Rettungsstationen. Bis zum [ahre 1900 hatte man bereits über 120 Standorte errichtet, von denen aus mit Ruderbooten oder mit dem Raketenapparat gerettet werden konnte. Es wurde unumgänglich, daß immer wieder Rettungsübungen durchgeführt werden mußten. Unsere nächsten Abbildungen zeigen es. Die Travepromenade selbst ist heute ein liebgewonnener Spazierweg, der den Besuchern hautnahe Blicke auf den vorüberziehenden Schiffsverkehr gestattet.

eelng Bennlng von Minden, Lübeek-Travemüude 4103

par/i. mi/ dem Eeucbtturm

33 Auf dem Leuchtenfeld fanden jährlich solche Übungen der Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger statt. Für die Besucher und Urlauber des Seebades war es eine willkommene Abwechslung, dem

Treiben mit der Hosenboje zuzuschauen. Im Ernstfall wurde mit einem Raketenapparat ein dünnes Seil über das gestrandete Schiff geschossen. Die Seeleute zogen anschließend ein dickes Tau zum

Schiffhinüber und befestigten es an einer sicheren Stelle des Havaristen. Über dieses Seil wurde die Besatzung gegebenenfalls in Sicherheit gebracht. Immer einzeln stiegen die Seemänner in die Hosen-

boje, die im unteren Teil einer Hose ähnelte, nach oben hin aber die Form einer Boje besaß. 1901 entstand dieses Foto van den Rettungsübungen, das uns viele Zuschauer vor dem Leuchtturm zeigt.

34 Im Iahr 1904wurde diese Übung mit dem Boot der Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger auf der Trave durchgeführt. Die Männer stehen in ihren Korkwesten auf der Brücke bereit, um in das Ruderboot zu steigen. In dieser Zeit galt das Ruderrettungsboot trotz des sich ankündigenden Motorbootzeit alters immer noch als das sicherste Rettungsmittel. 1895 fand eine der letzten spektakulären Rettungsfahrten von der Travenmünder Station aus statt. Etwa fünfzigTravemünder und Niendorfer Fischer waren bei plötzlich aufkommendem Sturm in Seenot geraten. Man stellte fest, daß ein Boot draußen geblieben war. 14 Stunden (!) war die Ret-

tungsmannschaft unterwegs, bis man einen Travemünder Fischer, dessen Sohn und einen Fischereigehilfen auf der Höhe von Schwanensee retten konnte.

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35 Eine vom Kurhaus in doppelter Reihe angelegte Lindenbaumallee zeigt uns jenen Verbindungsweg, der ab 1903 am 'Hotel Hansahaus' vorbei zur Strandpromenade führte. Dieser Weg war

gleichzeitig Bestandteil des Travemünder Kurgartens, der sich mit viel Grün und Wegen zum Promenieren von der Strandpromenade bis zu den Hotelanlagen am Kalvarienberg hinzog. Uns fällt auf, daß

der Wasserturm hinter dem Kurhaus noch fehlt. Dafür erkennen wir als Vorbau an der Conditorei noch den kleinen, 1824 errichteten MusikpavilIon, der am Beginn des neuen Jahrhunderts abgerissen

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Kurhaus

wurde. Weiter rechts schließt sich der Flügel des 'Schweizcr Hauses' an, das diesen Namen wegen seines alpenländischen Baustils erhielt.

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36 Von allzu großem Publikumsandrang kann bei Betrachtung dieser Abbildung, die uns die nobelste Stelle des Seebades zeigt, nicht unbedingt die Rede sein. Es gab arn Beginn des 20. [ahrhunderts eben noch nicht so viele Erdenbürger. Für Wohlhabende war es bestimmt eine schöne Zeit, in der man die Annehmlichkeiten ohne großen Trubel in Ruhe genießen konnte. Da der Wasserturm bereits steht, muß dieses Foto um 1906 entstanden sein. In diesem [ahr hatte Travemünde 7 503 Besucher, bei etwa

2 000 Einwohnern, wobei sich die Anzahl der Besucher auf Übernachtungen bezieht. Tagesgäste, wie sie heute in großer Zahl auftreten, gab es

damals nur wenige. Trotzdem warTravemünde, bedingt durch seine günstige Verkehrsanbindung, eines der am meisten frequentierten Bäder in der Lübecker Bucht.

TRAVEMONDE,

KURHAUS UNO WASSERTURM.

37 Ab 1906 diente der Wasserturm den Travemündern zur Trinkwasserversorgung, wurde aber auch als Aussichtsturm genutzt. Aus vier, später sieben Tiefbrunnen, bezog man das Wasser. Da es sehr eisenhaltig war, mußte es zunächst gereinigt werden. Eine besondere Kiesart aus dem Elbsandsteingebirge sorgte zunächst dafür. Später wurden dann Filter eingesetzt. Das gereinigte Wasser wurde anschließend durch Kreiselpumpen unter Druck in den Behälter des Wasserturms gepumpt. Eine Wasserstandsfernanzeige meldete sich durch Alarm immer dann, wenn der Wasserspiegel zu weit abgesackt war. Obwohl die Balkenlage für Besu-

cher nicht ausgerichtet war, wurde der obere Rundgang mit Unterbrechungen bis zum Abriß als Aussichtsplatt form genutzt.

38 Doch kehren wir zurück zu den Kuranlagen und betrachten dieses Bild vom sogenannten Konzertplatz mit dem Kurhaus im Hintergrund. Links steht der neue Musikpavillon, ein schöner Bau mit hoher Bühne, die durch zwei hölzerne Ecktürme eingerahmt war. Diese besaßen nach oben hin ornamentartige Verzierungen, die unter einem Dach endeten, auf dem kleine, spitzauslaufende Hütchen saßen. Den Besuchern vor demArkadenhaus, in dem sich eine Konditorei befand, gefiel dieser Platz nicht nur wegen der Musik, die herüber klang. Es war die angenehme Atmosphäre, die die Gäste auf den einfachen Klappstühlen bei Kaffee und Kuchen zufrieden sein ließ.

Travemünde - Kurtmus

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