Travemünde in alten Ansichten Band 2

Travemünde in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Karl-Heinz Axen
Gemeente
:   Travemünde
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6539-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Travemünde in alten Ansichten Band 2'

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49 Von der heutigen Lotsenstation aus entstand 1898 diese aufschlußreiche Aufnahme. Rechts im Bild steht das Herrenkaltbad in der Ostsee, dem weiter rückwärts das der Damen folgt. Die Hohlkehle

mit dem Geländer der Strandpromenade wurde an diesem Abschnitt bereits angelegt. Lediglich die Klinkersteinbepflasterung auf dem Gehweg der Promenade fehlt noch. Dort, wo heute die Anlagen

des Freizeitbades 'Aqua'Iop' und der mächtige Hotelbau des 'Maritims' stehen, befinden sich auf diesem Foto nur einige bescheidene Holzhütten. Es ist ein Bild, das uns augenscheinlich vermittelt, wie

sich der Platz vor der Nordermole nach einhundert [ahren verändert hat.

SO In meinem ersten Band schrieb ich bereits ausführlicher über die Travemünder Seebadeanstalt. Vorne im Bild steht das 1873 erbaute Damenkaltbad. Das der Herren kam dann 1881 in baugleicher Ausführung hinzu, lag jedoch etwas näher zur Nordermale hin. Sichtblenden grenzten beide Bäder ab, sollten aber auch vor zu neugierigen Blicken schützen. Trotz der Geschlechtertrennung setzte sich das Badegehen in Gesellschaft gegenüber dem Bad vom Badekarren aus immer mehr durch. In der Sylvesternacht 1904 vernichtete eine schwere Sturmflut diese beiden Badeanstalten. Eine größere entstand an gleicher Stelle, die bis zum endgültigenAbrißim]ahre 1951 des öfteren ausgebaut und modernisiert wurde.

SeebadeanslaH - 'Cravemünde

51 Längst ist die Travemünder Nordermale zum festen Bestandteil des Seebades geworden. Zu den Aufgaben der Mole zählt der Schutz vor Versandung ebenso, wie die Sicherung dafür, daß die Hafeneinfahrt gefahrlos genommen werden kann. Ein Nebelhorn gab bei schlechtem Wetter zudem Tag und Nacht Signale. Weiter draußen an Steuerbord lag eine rote Leuchtboje mit der Bezeichnung 'Lûbcck A', die als Ansteuerungstonne diente. Bei Nacht löste sie Blitzlichter von eineinhalb Sekunden hell und eineinhalb Sekunden dunkel aus. Danach folgten die Tonnen 'B' und 'C', während links an Backbord vier schwarze Tonnen lagen, die die Nummern 1-4 trugen. Diese Seezeichen mußten innegehalten werden. Als dieser Dampfer 191 0 die Mole pas-

sierte, war diese Stelle schon längst ein interessantes Plätzchen für Zuschauer geworden.

Travemünde

Mole

52 Die Travemünder Priwallmole - der richtige Name lautet Südermole - schützt die Trave von der Priwallseite aus vor Versandung. Auch an dieser Stelle, wo heute die Norderfähre anlegt, versenkte man 1464 Steinkisten zum Schutz der Hafeneinfahrt. Anfang des 19. [ahrhunderts wurde das Bollwerk mehrmals erneuert oder verstärkt. 1966 erfuhr die inzwischen teilzerstörte Südermole eine Generalüberholung. Rund

11 000 t Steine und fünfhundert [ahre alte, erstaunlich gut erhaltene Hölzer mit einem Volumen von 200 m ' mußten geborgen werden. 1912, als dieses Foto entstand, sorgte ein Beleuchtungswärter dafür, daß die Richtungslaternen an der Südermole und weitere auf dem Priwall stets intakt

waren.

Cravemünde - Pr/wall·No/t:

53 Vom Flugzeug aus genießen wir diesen Blick auf den Strand des Ostseebades. Uns sticht besonders der Komplex der Seebadeanstalt ins Auge. Oberhalb des Brügmanngartens dominiert der 'Stàdtischc Kursaal' mit seinen Arkaden und dem terrassenförmigen Balkonvorbau. Die Aufnahme muß nach 1927 entstanden sein, denn erst in diesem [ahr wurde die lange Brücke auf Höhe des Kurhauses in die Ostsee gelegt. Die bereits 1899 angelegte Brücke an der Lotsenstation (im Foto unten) gibt es heute nicht mehr, weil den Behörden dieser sensible Standort für Ausflugsfahrten unmittelbar vor der Hafeneinfahrt zu unsicher wurde. In geschützter Lage liegen dort heute ein kleiner Seenotrettungskreuzer und das Lotsenboot.

S4 Im [ahre 1898/99 wurde die Strandpromenade in zwei Bauabschnitten bei zwei Meter Höhe zunächst auf einer Länge von knapp 1 000 Metern angelegt. Eine seewärts gerichtete Hohlkehle sorgte dafür, daß Stürme diesem Bollwerk wenig anhaben konnten. Es war nicht nur die Funktion des Spazierengehens, sondern auch die der Sturmflutsicherung, welche die Promenade entstehen

ließ. Zahlreiche Treppenaufgänge, ein ansprechendes, noch heute bestehendes Geländer und die kräftige gelbe Klinkerstein bepflasterung sorgten dafür, daß diese Promenade zu den schönsten in Europa zählte. Betrachten wir einmal die beruhigendeAtmosphäre dieser Ansicht und fragen uns, was vom anheimelnden Charme dieser Zeit geblieben ist.

Gslseebad (trauemü nde

SS Eine 78 [ahre andauernde Geschichte ist die der Seebadeanstalt in Travemünde. In diesen [ahren ist viel geschehen. Zunächst ließ man den Damen für Bäder in der See den Vortritt. Doch die Herren folgten bald darauf mit der optisch notwendigen Distanz. [ahre später karnen beide zusammen, durften sich aber nicht berühren. Als dann die Keuschheit abgelegt wurde, badete man gemeinsam. Bald darauf wurde es zu eng, darum mußte alles viel größer, fast schon pompös ausgestattet werden. Spaß hatte es immer gemacht. Man genoß die Freiheit ausgiebig und erholte sich großartig. Doch irgendwann wollte keiner mehr eingesperrt sein. Eigentlich nur deshalb, weil es außerhalb plötzlich viel schöner und angenehmer war. Jetzt war sie gekommen, die Zeit, umAbschied zu nehmen.

Ostseebad Travemünde

S6 Lustfahrten in die See, wie sie sich einst nannten, zählten um die Jahrhundertwende zu den Attraktionen, die Travemünde zu bieten hatte. Gesegelt wurde von der Trave aus oder aber von der Brücke nahe der Seebadeanstalt, auf deren hintere Ansicht wir von hieraus blicken. Es waren kleine einmastige Segelboote, mit denen sich die Gäste hinaus in die See wagten. Ein schönes Erlebnis für Mutige. Es roch nach frischer Seeluft, man spürte den Wind um sich herum und das dunkle tiefe Meer unter sich. Von weiter draußen genoß man den Blick auf die Weite der See und sah heimlich zurück auf das Seebad, welches verträumt in der Ferne lag. Bald wieder festen Boden unter den Füßen zu haben, das war dann ein beruhigendes Gefühl.

Travemünde

S7 In Konkurrenz zur Seebadeanstalt stand die Warmbadeanstalt sicherlich nicht. Es ging weniger um das Baden im Warmen, wenn es draußen zu kalt wurde, als um Kuren, die man in diesem Haus zu nehmen pflegte. Das Baden in erwärmtem Seewasser hat in Travemünde eine lange Tradition, denn schon 1802 konnte man im ersten Badehaus warme Seewasserbäder nehmen. Wie der Folgebau von 1814, so wurde auch das erste Badehaus deshalb durch eine Sturmflut zerstört, weil die schützende Strandpromenade noch fehlte. Spätestens 1902 dürfte diese Aufnahme von der Promenade aus entstanden sein. Ein schönes einstöckiges Gebäude entstand, das durch ein überhöhtes Eingangsportal mit Glockengiebel und seitlichen Ecktürmen beeindruckte.

'Cravemünde

Warmbade·Haus.

58 Gleich neben dem alten Warmbad standen diese schmucken Villen an der Strandpromenade. Rose Marie, Anne Marie, Villa Augusta, Villa Marienlust und Hansa Hotel, so nannten sich diese Häuser, vom linken Bildrand aus gesehen. Während die beiden zuerst genannten Häuser noch heute stehen, mußten die anderen dem Zahn der Zeit weichen und wurden für den Bau des Maritim-Hotels geopfert. Es waren keine Privathäuser, so kam es, daß ausgerechnet diese Villen, die besonders viel hergaben, 1971 abgerissen wurden. Verdeckte Baulücken weisen bis heute auf den alten Standort hin. Die Häuser hätten gerettet werden

können, doch wie heißt es im Wort des Mephistos: 'Wo fehlts nicht irgendwo auf dieser Welt, dem dies, dem das, hier aber fehlt das Geld.'

travemünde.

Villen an der Strand promenade

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