Travemünde in alten Ansichten Band 2

Travemünde in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Karl-Heinz Axen
Gemeente
:   Travemünde
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6539-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Travemünde in alten Ansichten Band 2'

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S9 Im Iahre 1904 machten es sich diese Besucher auf der Bank vor dem Strandpavillon gemütlich. Über die Sträucher blicken wir auf den Pavillon, von dem das Dach mit der Umlaufenden Veranda im Obergeschoß zu erkennen ist. Unter besonderen Auflagen wurde dieser Rundbau 1882 erbaut. Die Direktion des Kurhauses verpflichtete sich, für Besucher einen breiten, hölzernen Promenadenweg entlang des ganzen Strandes anzulegen. Darüberhinaus mußte an der Seebadeanstalt ein Tempel als Wartelokal für Badegäste angelegt werden, die darauf warteten, daß andere ihr Bad beendet hatten. 'Bei bester Restauration,' so schreiben es die Lübeckischen

Blätter 1882, 'genoß man von der Galerie ein herrliches Bild auf das Leben am Strande.' Um 1926127 wurde der Strandpavillon abgerissen.

travemünde

Strand-Pavillon,

60 Städtischer Kursaal, später Casino, das sind die Namen dieses ansprechenden Gebäudes, das zu den repräsentativsten Bauten an der Strandpromenade zählt. Zum Strand hin befand sich ein hübsch angelegter Kaffeegarten, wo man den Konzerten vom links im Bild stehenden Musikpavillon lauschen konnte, oder einfach nur ein wenig promenierte. Zunächst wurde der Kursaal noch seiner Bestimmung gerecht, doch sehr bald wandelte sich die Zeit dafür. Das Spielcasino, vorzügliche Restaurationen und Veranstaltungen mit Künstlern von Weltruf entfremdeten den Kursaal für den einfachen Bürger immer mehr. Die einst angestrebte Volksnähe ging verloren. Heute haben

die Betreiber keine Mittel mehr für Instandsetzungsmaßnahmen, geschweige zur Führung eines rentablen Restaurations betri ebes.

Travemünde - Städt. Kursaal

61 'An diesem Nachmittag haben wir keinen besonders großen Besuch,' würde der Restaurationschef des Casinos beimAnblick der wenigen Gäste sagen. Auf der Terrasse sind die Tische gut besucht, im Kaffeegarten jedoch sieht es nicht so aus. Nur wenige Gäste lauschen der Musik aus dem Pavillon. Über den Brügmanngarten schauend, sehen wir von links die Villen Augusta und Marienlust stehen. Das Hansahaus hat sich hinter Bäumen versteckt. Weiter rückwärts zurTrave hin, ragt der Leuchtturm über die Baumkronen des Friedrichshains hervor. Rechts liegt die Außenallee in der Sonne. Bei genauer Betrachtung stellen wir fest, was sich zu heute alles verändert hat.

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62ImJahre1899wurde dieser Brückensteg zwischen der Nordermole und dem Herrenkaltbad angelegt. Wem es gefiel, der konnte von der Brücke aus geführte Segeltouren unternehmen. Auf dem Strand stehen Strandkörbe verschiedenster Modelle. Ende der 187 Oer [ahre muß es gewesen sein, als die ersten Strandkörbe in Travemünde aufgestellt wurden. Es waren die Lübeckischen Blätter, die 1879 von unverkennbaren Verbesserungen schreiben, die in den [ahren seit der Sturmflut (1872) vom Gemeindevorstand geschaffen worden sind. Die Rede ist von Badekarren und von dem Platz 'wo sich die fashionable Welt ihre Tempel aufgebaut hat und Korbstrandstühle (Strandkörbe) einen Ruhepunkt gewähren'. So lesen wir es unter demArtikel 'Travemünde als Seebad'.

TRAVEMÜNDE,

PARTIE AM SEGELBOOTST&O.

63 Alle Flaggen sind gehißt, was soviel wie stürmische Zeiten am Strand von Travemünde bedeutet. Da wird es den Kindern nicht langweilig, denn jetzt ist Burgenbau angesagt. Mit großem Einsatz gehen jung und alt an das Werk, um den anbrausenden Fluten mit List und Technik zu begegnen. Ein kleines Abenteuer auch für die Papies, die dieser Herausforderung gegenüber gerecht werden möchten. Geduldig wartet derweil das weibliche Geschlecht hinter den Strandkörben darauf, daß der Kampfgeist der Patrioten abflaut, damit man sich auf den schon längst fälligen Heimweg begeben kann. MitAbstand gesehen ist diese Strandszene eine schöne Kindheitserinnerung, an die man gerne zurückdenkt.

64 Bis zum Bau des OstseeHotels war es eher ein unbeliebter Strandabschnitt, der sich einst vom Kaffee Dietz am Ende der Strandpromenade bis zum Mövenstein am Brodtener Ufer hinzog. Anders wurde es mit der Erweiterung der Kaiserallee, die man 1907 bis zum Seetempel verlängert hatte. Den Namen Kaiserallee erhielt diese Straße übrigens nach dem deutschen Kaiser Wilhelm 1. Damit den Ansprüchen der Gäste genüge getan wurde, legte man 1912 eine Brücke vor dem Hotel in die See. 1913/14 wurden an diesem Straßenabschnitt die letzten Lindenbäume gepflanzt. Die Investition hatte sich gelohnt, denn bis 1925 standen bereits 56 Villen in der Kaiserallee, die als Hotels, als Pensionen oder als Privathäuser für zusätzlichen Aufschwung in Neu-Travemünde sorgten.

Ostseebad Travemande

65 Anfang der 1920er [ahre nahm die Anzahl der Badegäste in Travemünde zu. Eine alternative mußte für die Bäder an der Promenade und auf dem Priwall gefunden werden. So kam es, daß 1925 das Bad am 'Seetempel' , die 'Móvensteinbadeanstalt', in Betrieb genommen wurde. Den Namen bekam die Badeanstalt nach dem 'Mövenstein' , der dort im Wasser lag. Das noch heute bestehende Gebäude ist ein langgezogener, optisch ansprechender Holzbau mit vielen Umkleidekabinen und einem Kassenhäuschen, das im mittleren Teil integriert wurde. Eigentlich ein schönes lauschiges Plätzchen, doch es war nicht immer so. Bis 1872 stand an dieser Stelle noch eine Ziegelei, von der heute nur noch eine Skizze existiert. Diese Ziegelei fiel der schweren Sturmflut zum Opfer.

66 Dem Riesen Möwes und seinem Zeitgenossen an der gegenüberliegenden Mecklenburgischen Küste wurde es zu langweilig. Bald warfen sie Steine über die Ostsee. Ein besonders großer Stein blieb am Strand des Brodtener Ufers liegen. Er trug die Handschrift des Riesen Möwes und wurde fortan Mövenstein genannt. So klingt es aus den 'Lûbischen Geschichten und Sagen' van Prof. Ernst Deecke. Heute ist der Mövenstein in den Untergrund des Meeresbodens abgesackt und wird von den Wellen umspült. Diese um 1900 entstandene Aufnahme erinnert ein wenig an gestellte Hollywoodszenerie. Doch man kleidete sich in derTat so, wie es unser Paar

demonstriert. Lange Röcke, der Sonnenschirm, der steife Kragen für den Herrn, selbst die Kopfbedeckung und das Kavaliertaschentuch mußten damals sein.

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67 An dieser Stelle, wo die Böschung zwölfMeter tief zum Uferstrand abfállt, hatte man bereits vor vielen [ahren einen Tempel für erholungssuchende Wanderer aufgestellt. Immer war es ein nur wenig gepflegtes Plätzchen mit Bänken unter einem Strohdach, das nach den Stürmen im Frühjahr wie ein Schwalbennest über dem gähnenden Abgrund hing. Ende des Jahrhunderts wurde an sicherer Stelle eine Restauration eingerichtet, dem ein Erweiterungsbau (Foto) mit Kaffeegarten folgte. Ein beeindruckendes Plätzchen, das einen weiten Blick über das Meer gestattete. 'ZumAbschluß meiner Zeit in Travemünde bin ich heute noch

einmal hier herausspaziert.' 'Das herrliche Wetter macht mir den Abschied von diesem schönen Flecken Erde besonders schwer,' so schreibt es ein Kurgast auf einer Ansichtskarte von 1925.

68 Von jeher war es ein landschaftlich reizvoller Weg, der vom Seetempel aus über das Brodtener Ufer zum Restaurant 'Hermannshöhe' führte und dann in Niendorf endet. Obwohl dieseAufnahme bereits um 191 2 entstand, könnte sie ebensogut von heute sein. Die Dame befindet sich in der Gefahrenzone der vom Absturz gefährdeten Wegstrecke, die man besser meiden sollte. Links des Zaunes wurde bereits ein neuer Weg für Spaziergänger angelegt. So geschieht es auch heute noch, wenn im Frühjahr Frostsprengungen und Unterhöhlungen für Rückverlagerungen an der Kante des bis zu 22 Meter hohen Ufers

sorgen.

Kuror! und 5eeoad Trevernünde.

Auf dern hohen Ufer.

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