Travemünde in alten Ansichten Band 2

Travemünde in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Karl-Heinz Axen
Gemeente
:   Travemünde
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6539-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Travemünde in alten Ansichten Band 2'

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69 Auf dem am weitesten in die Ostsee vorspringenden Kliff des Brodtener Ufers stand einst diese Wirtschaft, ein Vorläufer des heutigen Restaurants 'Herrnannshóhe' . Namensgeber war der in der Kaiserallee wohnende Konsul Hermann Fehling (auch Fehlingstraße), der gerne auf dem hohen Ufer spazieren ging. Wenn man nach dem Konsul fragte, hieß es: 'Hermann befindet sich auf der Höhe.' So entstand der Name des Restaurants 'Herrnannshóhc'. Da der Weg über das Ufer erst spät angelegt wurde, bedurfte es schon einige Zeit, bis die Gastwirtschaft angenommen wurde. Bis dahin war es eine umständliche Strecke, die vom Seetempel

aus über Feldwege nach Brodten führte. Von dort gelangte man dann zu dem schönen Aussichtspunkt mit der Restauration.

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Gruss von der flermanns - flöhe auf dem hohen .Brodlener Ufer bei Lravemünde.

Herrlichste Aussicht aul die Hoistefnische und Mecklenburgische Küste.

70 Mit diesem einfachen Fährprahm wurden um 1900 Menschen, Fuhrwerke und Vieh über die Trave befördert. Die Größe des Prahms betrug im Boden knapp 13x5 Meter. ISO Personen oder 1 6 Pferde, aber nur drei Fuhrwerke mit insgesamt sechs pferden konnte der Fährmann transportieren. Personen und Reiter hatten stets Vorrang vor Kaufmannsgütern und Hornvieh. Gesichert wurde der Prahm über ein in den Fluß gelegtes Seil, das über Rollen zum Fährprahm auflief. Mittels kleiner übergeworfener Zugseile wurde der Prahm vom Fährmann, gelegentlich mit Hilfe der Fahrgäste, hinübergezogen. Die Überfahrt dauerte 16 Minuten bei ruhigem Wasser und konnte bei Sturm oder sehr starker Strö-

mung bis zu SO Minuten (!) dauern. Im letzteren Fall war der Fährmann nicht mehr zur Überfahrt verpflichtet.

71 Um dem seit der Grenzöffnung wesentlich höheren Verkehrsaufkommen gerecht zu werden, verkehren die Fähren heute unaufhörlich zwischen Travemünde und dem Priwall. Beim Betrachten dieses Bildes könnten die Priwaller schon etwas nachdenklicher werden. Die Zeit war eben so, alles war beschaulicher und ruhiger. Darüber, ob es die angenehmere Zeit war, läßt sich heute streiten. Den Inhabern der Seniorenwohnanlage, die heute links des Bildes steht, stört der Fährbetrieb offensichtlich nicht so sehr. Sie haben sich für wohnen an diesem interessanten und attraktiven Platz in Travemünde entschieden. Also drehen wir nicht am Rad der Zeit, das sich nicht mehr zurückdrehen läßt.

72 Etwa so wie heute, nur grüner, sah es um 1920 an der Mecklenburger Landstraße auf dem Priwall aus. Im [ahre 1914 standen erst neunzehn Wohnhäuser an der Landstraße, die sich bis 1909 noch 'Dassower Chaussee' nannte. Der Name Mecklenburger landstraße setzte sich erst später durch. Ab 1832 war die Passage über den Priwall noch chausseegeldpflichtig und das, obwohl es noch keine befestigte Straße gab. Diese wurde erst 1846 bis nach Dassaw angelegt. Wir erfahren, daß dieser Weg 1864 einfach 'Chaussee' genannt wurde, über deren Aufsicht der Fährpächter verfügte. 1925 standen 28 Häuser an der Straße. Leitungswasser

bekamen die Häuser übrigens erst 1930. Bis dahin sorgten Brunnen mit eigenen Quellen für die Wasserversorgung der Bewohner.

73 Großer Rummel entstand, als die Firma Dornier der Öffentlichkeit dieses Seeflugzeug präsentierte. Es besaß zwölfMotoren, die

6 000 PS entwickeln konnten. Für den Passagierseeflug standen 1 1 0 Sitzplätze bei einer Vollbelastung von 48 t zur Verfügung. Die Spannweite der DO X betrug 48 Meter, die Bootslänge 40 Meter. Auf unserer Abbildung liegt die DO X um 1930 am Ponton des Priwalls in der Pötenitzer Wiek. Der Land- und Seeflughafen Travemünde war in dieser Zeit eine Station im Seeflugverkehr. Aus wirtschaftlichen Gründen vertrat man damals die Ansicht, daß Seeflugzeuge als Konkurrenz zu den Schiffahrtslinien ent-

wickelt werden müßten. Man traute den Landflugzeugen bei längeren Flügen über Meere zunächst nicht sehr, wurde später jedoch eines Besseren belehrt.

74 Über das Ereignis der Landung des Luftschiffes 'Graf Zeppelin' im Ostseejahr 1931 auf dem Flugplatz des Priwalls schreibt der Fährmann Hans Kasemir in dem Heft 'Unscr Travcmûndc': 'Ein großer Flugtag mit Landung des Luftschiffes Graf Zeppelin

und Kunstflügen wurde Himmelfahrt 193 1 auf dem Priwall veranstaltet. Bierzelte, Karussells und Verkaufsbuden machten dieses Ereignis zu einem reinen Volksfest. Um die vielen Menschen transportieren zu können, mußten zusätzlich Boote an der Mittel- und Norderfähre angemietet werden.' Mit einer Länge von 200 Metern bei einem Durchmesser von 28 Metern war der Zeppelin ein gewaltiges Fluggerät. Allein für die Wartung des Luftschif-

fes und für die Bedienung der zwanzig Passagiere mußte eine 40köpfige Besatzung im Wechsel rund um die Uhr zur Verfügung stehen.

75 Der Priwall ist eine durch Abtragungen der Steilküsten entstandene Nehrung. In vielen [ahren schwemmten Ablagerungen der Küsten den Priwall auf. Ein schöner Strand mit feinem Sand entstand, der förmlich zum Baden einlud. Man richtete eine Badeanstalt ein, die von der Bevölkerung der Umgebung genutzt wurde. Am Beginn des neuen Jahrhunderts entstand die erste Ferienkolonie auf dem Priwall und das, obwohl in den [ahren bis 1930 eigentlich mehr verboten als erlaubt war. Später kamen die Wochenendhaussiedlungen hinzu. Strandkörbe wurden bereits ab 1912 zugelassen. 1913 hatte Travemünde 39000 Strandbesucher, auf dem Priwall waren es immerhin noch 22 000.

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Seebad Travernünde

76 Bis 192 8 bestand die alte Seebadeanstalt als sogenanntes Volks bad auf dem Priwall. Es handelte sich hierbei um ein größeres eingezäuntesTerrain, in dem einige Holzhütten zum Umziehen standen. Als man 1927 das Aufstellen von Zelten und von zusammenklappbaren Hütten erlaubte, kam mit der Anlegung von Wegen und der Numerierung dieser einfachen Unterkünfte allmählich Schwung in die Ferienkolonie. Holzhütten blieben jedoch immer noch die Ausnahme. Da Verkaufsstände und Restauration auch nicht gestattet waren, brachte man das Essen von zu Hause mit. Man kuschelte sich in eine Sandkuhle, schaufelte sich eine Burg oder nahm gleich einen Strandkorb. Bei schönem Wetter ba-

dengehen und krebsrot wieder nach Hause fahren, so war es bis 1930. Alle waren glücklich darüber einen schönen Tag am Strand verbracht zu haben.

Travemünde - Priwall - Strand

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