Treuchtlingen in alten Ansichten

Treuchtlingen in alten Ansichten

Auteur
:   Fritz Korn
Gemeente
:   Treuchtlingen
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2912-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Treuchtlingen in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Die Stadt Treuchtlingen, umgeben von einem Waldgürtel, der bis zu den Häusern der Stadt reicht, entstand auf uraltem Siedlungsboden. Bereits aus der Mittel- und Jungsteinzeit konnten Siedlungsspuren nachgewiesen werden. Auch aus der Bronze- und Römerzeit gab der Boden vereinzelte Zeugnisse frei. Die günstige Lage an der Altmühlfurt bewirkte, daß sich schon frühzeitig Ansätze zu einer dörflichen Siedlung entwiekelten. Auch wenn sie nur aus wenigen Häusern bestanden haben dürfte, so wurde sie doch bereits im Jahre 893 in einer Lebensbeschreibung der heiligen Walburga zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Die Urkunde berichtet von einern Dorf Druthelinga im Sualafeldgau.

In einer weiteren Urkunde von 1229 aus Warms wird ein Ulrich von Treuchtlingen als kaiserlicher Ministeriale aufgeführt. Das hier ansässige Herrengeschlecht nannte sich nach dem Ort. Der wohl Reichste und Bedeutendste dieses Geschlechtes war Ulrich VI., der 'Goldene Ritter' genannt. Nach dem Verkauf des Treuchtlinger Besitzes am Wirich dem Jüngeren soll Kaiser Karl IV. diesern 1365 das Marktrecht und die hohe Gerichtsbarkeit verliehen haben.

Der Markt Treuchtlingen bewehrte sich daraufhin mit einer Mauer. Zwei Burgen - von einer Oberen Veste aus dem 13. Jahrhundert sind nur geringe Reste erhal-

ten - und den Markt kaufte Mitte des 15. J ahrhunderts nach dem Aussterben älterer Treuchtlinger Geschlechter eine Nebenlinie derer von Pappenheim. Das bekannteste Mitglied dieser Familie war der im Treuchtlinger Schloß geborene Reichsmarschall Gottfried Heinrich von Pappenheim, der im Dreißigjährigen Krieg große Berührntheit erlangte. Nach dem Tode seines einzigen Sohnes Wolf Adam gelangte die Treuchtlinger Herrschaft 1647 an die Markgrafen von Ansbach-Brandenburg. In Treuchtlingen wurde ein ansbachisches Fraisch- und Vogtamt errichtet, das aber 1732 dem Oberamt Hohentrüdingen zugeordnet wurde.

Treuchtlingen selbst erlebte nach dem Dreißigjährigen Krieg ein Aufblühen des Handwerks und des Handels. Bald war der Kern der Altstadt zu eng geworden. Neue Häuser wurden außerhalb der Stadtmauer gebaut. Es entstand die sogenannte Vorstadt. Nach einer kurzen Zugehörigkeit zu Preußen kam Treuchtlingen 1806 an das Königreich Bayern.

Mit dem Anschluß an das Eisenbahnnetz begann 1869 für Treuchtlingen ein gewaltiger Aufschwung. Der Markt Treuchtlingen wurde zu einem Eisenbahnknotenpunkt und erhielt 1898 die Urkunde der Stadterhebung. Schon zu diesern Zeitpunkt hatte man begonnen, das Gesicht des alten Marktfleckens zu

ändern. Der Marktgraben und die Befestigungsmauern wurden überbaut, der einzige Torturm wegen Verkehrsbehinderung abgebrochen. Mittelalterliches war nicht mehr gefragt. Das technische Zeitalter hielt in Treuchtlingen seinen Einzug.

Eine weitere, radikale Veränderung des Stadtbildes erfolgte durch die Bombenangriffe während des Zweiten Weltkrieges. Ein Drittel des Stadtkernes wurde dabei zerstört, Viele Häuser, besonders in der Bahnhofstraße, sanken in Schutt und Asche, Der Bahnhof und das urnliegende Gelände waren von Bombentrichtern übersät. Nach dem Kriegsende begann der Wiederaufbau unter großen Anstrengungen. Durch den Bau von neuen, modernen Häusern wurden die Spuren des Krieges beseitigt,

Das vorliegende Büchlein mit den alten Treuchtlinger Stadtansichten und Bègebenheiten aus den Jahren 1880 bis 1930 soll die Erinnerung an die 'gute alte Zeit' wieder wachrufen. Viele der alten Häuser stehen nicht mehr, manche Straßen haben ihr Gesicht völlig verändert. Die Bilder wurden im Laufe der letzten Jahre durch intensives Sammeln bei den Treuchtlinger Bürgern zusammengetragen. Ich möchte daher allen danken, die Fotos und Ansichtskarten zur Verfügung stellten, damit dieses Buch entstehen konnte. Es soll allen Treuchtlinger Bürgern vor Augen führen, wie

ihre Heimatstadt früher ausgesehen hat. Möge das Büchlein manche liebe Erinnerung wecken, aber auch besinnlich stimmen.

Darüber hinaus soll es die Erinnerung wachhalten an manches Kulturdenkmal, das abgebrochen wurde, weil es der Modernisierung im Wege stand, wie zum Beispiel die Vierzehn-Nothelfer-Kapelle. Auch heute schickt sich Treuchtlingen wieder an, sich im Zuge der Altstadtsanierung ein neues Gesicht zu geben, Der Treuchtlinger Heirnatforscher Johann Lindner soll hier mahnend zu Wort kommen, der schrieb: 'Allzu eifrig war man eben dabei im vergangenen Jahrhundert bemüht gewesen, einen angeblichen Zeitgeist Rechnung zu tragen und nur abzubrechen, aufzufüllen, zu ändern, zum Teil in geschrnackloser Weise und weit über die Bedürfnisse des erst 1870 einsetzenden großen Eisenbahnverkehrs hinaus.'

In den vergangenen siebzig Jahren ist Treuchtlingen trotz der Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg weiter gewachsen. Wo sich auf den alten Fotos noch Äcker und Wiesen ausbreiten, sind neue Siedlungsgebiete entstanden. Neue Industriebetriebe wurden angesiedelt. Von der rußigen und rauchigen Eisenbahnerstadt hat sich Treuchtlingen zu einem Wohn- und Erholungsort entwickelt, in dern es sich zu leben lohnt.

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1. Um das Jahr 1840 zeichnete der Passauer Maler Max von Asten diese Ansicht Treuchtlingens. Was dem Betrachter des Bildes sofort auffällt, sind die beiden Kirchen, die die kleinen Häuschen des Marktfleckens wuchtig überragen. Bei einer genaueren Betrachtung des Bildes sind jedoch noch viele interessante Einzelheiten zu erkennen. Der Zeichner wählte als Standpunkt den damals noch wenig bewaldeten Schloßberg, von dem ein herrlicher Rundbliek gewährleistet war. In der linken Bildhälfte ist der alte Friedhof zu erkennen, an dessen Stelle sich jetzt der Stadtpark befindet. Die breite Straße, an der sich die Häuschen der ehemaligen Vorstadt wie eine Kette aneinanderreihen, ist die heutige Hauptstraße, die sich in der Alten Burgstraße fortsetzt. Die Bahnlinie hat mit ihren Gleisen das Ortsbild noch nicht durchschnitten. Interessant ist die Zeichnung auch insofern, daß der 1873 wegen Verkehrsbehinderung abgebrochene Torturm der ehemaligen Marktbefestigung noch gut zu erkennen ist.

2. Dies ist die wohl bekannteste Ansicht Treuchtlingens. Heinrich Pöller zeichnete 1872 dieses Bild, das später als Lithographie vervielfältigt wurde. Von dem Hang des Perlachberges bot sich dem Betrachter dieser Bliek, Der Bau der Bahnlinie veränderte das Ortsbild sehr stark. In den Hang des Perlachberges mußte ein tiefer Einschnitt gesprengt werden, bevor die Bahnlinie in das ehemalige Thalfeld einmünden konnte. Auf Feld- und Wiesengrundstücken entstand der Treuchtlinger Bahnhof. Drei Bahnübergänge sorgten dafür, daß der westliche Teil Treuchtlingens nicht ganz abgeschnitten wurde. Der Judenfriedhof und der Holzstapelplatz (jetzt: Am Holzgarten) links im Bild, befinden sich noch in unbebauter Landschaft. Am rechten Bildrand ist die Stadtmauer gut zu erkennen, die mit Häusern der jetzigen Kanalstraße überbaut wurde. Treuchtlingen hatte um diese Zeit etwa 2 200 Einwohner.

3. Einen der schönsten und reizvollsten Winkel verlor Treuchtlingen mit der Altmühlregulierung im Jahre 1911. Nach Begradigung des Flusses gehörte diese hübsche Partie an der Altmühl der Vergangenheit an. Die A1tmühl floß unmittelbar neben dem Schloß vorbei und speiste in früherer Zeit auch den Schloßgraben mit Wasser. Der große Fischreichturn und die schmackhaften Krebse gaben den Fischern in den vorigen Jahrhunderten ein gesichertes Einkommen. Die Freiwillige Feuerwehr, 1873 gegründet, hatte hier ihr Dornizil. Der Schlauchturm, der etwas das Schloß verdeckt, ist gut zu erkennen. Das alte Flußbett wurde im Laufe der Jahre aufgefüllt und von der Brauerei Schäff überbaut.

4. Eines der ersten Fotos von Treuchtlingen dürfte wohl die auf zwei Seiten geteilt wiedergegebene Ansicht der Stadt sein. Von dem noch unbewaldeten Perlachberghang geht der Bliek hinunter zu der ehemaligen Vorstadt und den Bahnhofsanlagen. An der Gutenbergstraße, der Alten Burgstraße und der Rmgstraße befanden sich je ein schienengleicher Bahnübergang, der die Stadtviertel miteinander verband. Gegenüber dem Bahnhof ist das alte Bahnbetriebswerk zu erkennen, rechts dahinter die Vierzehn-Nothelfer-Kapelle. Die Aufnahme hat leider wegen ihres Alters schon etwas von ihrer Schärfe verloren.

5. Auch der Bliek auf die Altstadt Treuchtlingens ist heute noch genauso reizvoll, wie er sich früher dem Fotografen bot. Links neben der Lambertuskirche ragt das Dach des alten Rathauses etwas über die Dächer der übrigen Nachbarhäuser hervor. 1891 wurde dieses Gebäude abgebrochen, Rechts neben der Markgrafenkirche befindet sich das im Jahre 1880 errichtete Gemeindeschulhaus, das 1887 ein zweites Stockwerk erhielt und 1934 noch einmal aufgestockt wurde. Die Pappelallee zeigt den Weg an, der über die Kästleinsmühle am Hang des Nagelberges entlang nach Schambach führt,

6. Die Treuchtlinger Altstadt zeigt dieses Bild, das vom Schloßberg fotografiert wurde. Im Hintergrund des Bildes ist die Kuppe des noch unbebauten Galgenbucks zu sehen. Hier stand in früherer Zeit weithin sichtbar für die großen und kleinen Gauner der Galgen des Pappenheimer Hochgerichts. Im linken Teil des Bildes ist die Altmühlschleife gut zu erkennen, ebenso der bereits vor dem Dreißigjährigen Krieges entstandene Friedhof der Marktgemeinde Treuchtlingens. Der größere Bau im Vordergrund ist das alte Krankenhaus, das bald nach der Eröffnung der Bahnlinie mit einem Kostenaufwand von 32 000 Mark erbaut wurde.

7. Von einem herrlichen Waldgürtel umgeben, vereinzelt unterbrochen von einigen Wiesen und Äckern, liegt die Kleinstadt Treuchtlingen dem Betrachter zu Füßen. Der alte Friedhof - heute Stadtpark - ist mit seiner Umfassungsmauer und den Bäumen gut zu erkennen. Im Osten der Stadt breitet sich ein größeres Area! landwirtschaftlicher Nutzfläche aus. Heute befindet sich dort das größte Treuchtlinger Neubaugebiet mit ausgedehnten Sport- und Freizeitanlagen.

8. Das Bild zeigt dem Betrachter vom Rappenberg aus das noch völlig unbebaute Gelände im Bereich der heutigen Wettelsheimer- und Grüntälcinstraße. Die alte Bahnbetriebswerkstätte im Vordergrund lag direkt gegenüber dem Bahnhof und wurde nach der Bahnerweiterung abgebrochen, Heute ist das Gelände völlig bebaut. Die Wettelsheimer Straße und die Ansbacher Straße, die sich hier noch als besserer Feldweg zeigen, wurden zu einer breiten Staatsstraße ausgebaut,

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