Treuchtlingen in alten Ansichten

Treuchtlingen in alten Ansichten

Auteur
:   Fritz Korn
Gemeente
:   Treuchtlingen
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2912-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Treuchtlingen in alten Ansichten'

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29. Früher stand auf diesern Platz die ehemalige Frühmeßkapelle, die erstrnals 1457 urkundlich erwähnt wurde. Die Kapelle wurde nach 1500 nur noch wenig benützt; sie mußte im Laufe der Zeit öfter restauriert werden. Noch 1614 gab Gottfried Heinrich von Pappenheim Gelder für die Instandsetzung. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Kapelle für die anwachsende lutherische Gemeinde zu klein und so erfolgte der Abbruch. Johann David Steingruber, Baumeister des Ansbacher Markgrafen Carl Wilhelm Friedrich, entwarf für die neue Kirche den Bauplan im sogenannten Markgrafenstil. 1888 erfolgte eine Erweiterung der Kirche nach Westen um neun Meter. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Kirche noch mehrmals umfangreichen Renovierungen unterzogen,

30. Die ehemalige Vierzehn-Nothelfer-Kapelle stand ungefähr einen Kilometer nordwestlich der Altstadt auf dem heutigen Bahngelände. Das Jahr der Erbauung ist leider nicht bekannt, doch sind bereits im 16. Jahrhundert aus den Grund- und Salbüchern Aufzeichnungen darüber vorhanden. Der spätgotische Bau war 20,5 m lang. Die größte Breite des Kapellenschiffes betrug U,5 m und die Höhe bis zum Dachfirst wurde mit 9,2 m gemessen. An der Südseite befand sich ein rundbogiges Portal als Eingang, dessen Umrahmung mit Engelsköpfen und Feldfrüchten verziert war. Die Kapelle war im Besitz der Treuchtlinger Herrschaft und wurde von den Gläubigen zu Wallfahrten und Gottesdiensten besucht. Die Katholiken aus Möhren und Gundelsheim wallfahrteten gerne zu dieser Kapelle. Im 19. Jahrhundert ging dieser fromme Brauch zurück. Auch die Treuchtlinger Gläubigen besuchten ihre Kapelle nur noch sehr selten. Wegen der Erweiterung der Bahnanlagen erfolgte dann im Mai 1934 der Abbruch und Treuchtlingen wurde um ein Kulturdenkmal ärmer.

31. Der Innenraum der Vierzehn-Nothejfer-Kapelle wurde zwischen Chor und Schiff durch einen großen Mauerbogen getrennt. Im Chor befand sich ein größeres ovales Deckengemälde mit der Darstellung der Krönung Mariens. Die drei Altäre stammten aus der Zeit der Restaurierung von 1743. Das Gemälde des Choraltars zeigte eine Darstellung der vierzehn Nothelfer. Die rückseitige Empore (auf dem Bild nicht sichtbar) enthielt eine Tragorgel, die allerdings beim Abbruch schon halb zerstört war. Nach dem Abbruch der Kapelle erhielt die katholische Kirchengemeinde Treuchtlingen für den Verkauf des Gelandes von der Reichsbahn 65 000 Mark, die als Grundstock für den Bau der Marienkirche Verwendung fanden.

32. Die Synagoge der jüdischen Bevölkerung Treuchtlingens wurde 1730 auf einem Gartenplatz in der Uhlengasse errichtet. Die 'Judenschule' wurde in der Folgezeit weiter aus- und umgebaut. 1785 erfolgte im Hof die Errichtung eines rituellen Bades (der sogenannte Judenduck), das sein Wasser bis zur Altmühlregulierung 1911 über eine Holzrohrleitung von der Quelle oberhalb der Kästleinsmühle erhielt. 1863 erreichte die Zahl der jüdischen Einwohner ihren höchsten Stand. Von den insgesamt I 709 Einwohnern waren 1 209 Protestanten, 270 Juden und 230 Katholiken. In der 'Reichskristallnacht' ging die Synagoge in Flammen auf, wobei der Gebäudekomplex vollkommen ausbrannte. Nach einigen Jahren wurden die stehengebliebenen Reste vollständig beseitigt.

33. Die erste Friedhofsanlage befand sich neben der Lambertuskirche und war nach alten Plänen mit einer dreihundertzwanzig Fuß langen und sieben Fuß hohen Ringmauer umgeben. 1895 wurde diese Ringmauer abgebrochen und die Begräbnisstätte aufgelassen. Als Begründung wurde angegeben, dieser Friedhof würde den Verkehr in der Marktgasse (jetzt Hauptstraße) behindern. Das Bild zeigt die Heinrich-Aurnharnmer-Straße mit Bliek auf die Lambertuskirche, das Gasthaus 'Schwarzer Bär' und im Hintergrund das Rathaus mit seinem Türmchen, In den zwanziger Jahren stand auf diesern Platz neben der Kirche die Waage. Nach der Sanierung karn diese in die Luitpoldstraße, wo Friseur Knoll sie bediente.

34. Das Gasthans mit dem Namen 'Restauration zur Stadt Treuchtlingen' befand sich im Gstadt, das früher zu Wettelsheim gehörte. Georg Meyer, Vater von einundzwanzig Kindern, war der Inhaber der Wirtschaft. Anfangs des 20. Jahrhunderts wurde der Wirtschaftsbetrieb aufgegeben. Doch die Bewohner von Gstadt sollten nicht lange ohne Gasthaus bleiben. Eine neue, größere Wirtschaft entstand, die später von der Brauerei Roth gekauft wurde. In der heutigen Gastwirtschaft sorgt wieder eine Familie Meyer für das Wohl ihrer Gäste.

35. An der Südseite des Nageiberges (früher: Aichelberg) befand sich eines der beliebtesten Ausflugsziele der Treuchtlinger Bevölkerung. Die Gaststatte Gagsteiger am Weinbergshof sorgte mit ihren guten Brotzeiten für das leibliche Wohl ihrer Gaste. Ein herrlicher Rundbliek auf Treuchtlingen und seine Seitentäler belohnte den Wanderer, der sich hier wohlfühlen konnte. Leider ist die Wirtsohaft geschlossen worden. Sie wäre auch in der heutigen Zeit sicherlich ein beliebtes Ausflugsziel der Treuchtlinger Bürger.

36. Der Wettelsheimer Keller war schon im vorigen Jahrhundert nicht nur bei den Treuchtlingern, sondern auch bei der Bevölkerung des ganzen Umlandes als Ausflugsziei geschätzt und beliebt. Aus dem einstigen Bierlagerkeiler wurde 1867 ein Sommerkelier mit Wirtschaftsbetrieb eröffnet. Zum 25jährigen Jubiläum der Kellergründung veranstaltete man eine große Feier, zu der sogar ein Liederbuch mit einer Sammlung von Kellerliedern herausgegeben wurde. Auch heute noch besuchen in den Sommermonaten zahlreiche Gaste diesen Keller, um sich das gute KeIlerbier schmecken zu lassen und um einen Bliek auf die bezaubernde Landschaft des Altmühltales zu werfen.

37. Das Bahnhofsrestaurant Poujol ist vielen Treuchtlingern als das beste Hotel am Platze noch gut in Erinnerung geblieben. Hier trafen sich die vornehmen Bürger der Stadt und auch bei den Bahnreisenden war es sehr geschätzt, Das Restaurant hatte das erste Billard-Spiel in der kleinen Stadt. Die fremden Gäste gaben dem Restaurant einen Hauch der großen weiten Welt. Prinzregent Luitpold machte hier Zwischenstation, um sich die bekannten Treuchtlinger Bratwürste schmecken zu lassen. Bei einem Luftangriff auf Treuchtlingen wurde das Hotel zerstört und nicht wieder aufgebaut. Der freie Platz neben der Metzgerei Herzner in der Dürerstraêe, schräg gegenüber dem Bahnhof, erinnert noch an den Standort des Bahnhofhotels.

38. Im Kriegsjahr 1914/15 herrschte am Treuchtlinger Bahnhof geschäftiges Treiben, Die frciwilligc Sanitätskolonne Treuchtlingen hatte alle Hände voll zu tun, um die Verwundeten in den einfahrenden Zügen zu betreuen. Eine Versorgungsstation wurde dazu im Bahnhof eingerichtet. Güterzüge transportierten Kanonen und Kriegsmaterial durch Treuchtlingen. Oft hielt ein Militärzug, Am 4. August 1914 verabschiedeten die Treuchtlinger ihre Bürger, die an die Front einberufen worden waren. Das Bild zeigt die 'Wachablösung' der Treuchtlinger Bahnschutzwache im August 1914.

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