Treuchtlingen in alten Ansichten

Treuchtlingen in alten Ansichten

Auteur
:   Fritz Korn
Gemeente
:   Treuchtlingen
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2912-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Treuchtlingen in alten Ansichten'

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39. Die Theatergruppe des Turnvereins 1883 wurde von Gustav Eckardt ins Leben gerufen. Gustav Eckardt, auf dem Bild in der Mitte der Gruppe mit seiner Gitarre, wurde von Nürnberg an das Postamt Treuchtlingen beordert. Schon bald wirkte er bei vielen kulturellen Veranstaltungen und sportlichen Ereignissen in Treuchtlingen mit. Er gründete eine Fußballabteilung, organisierte ein Wanderwegnetz, beteiligte sich am Bau einer Rodelbahn am Patrich, gab den Treuchtlingern Unterricht im Eiskunstlauf und war für die Jugend ein glanzendes Vorbild. Seine Bilder und Aquarelle, die er noch nebenbei in seiner Freizeit schut, zeigen Treuchtlingen und die Umgebung mit den Augen eines Künstlers,

40. Die Grundsteinlegung für das Kriegerdenkmal auf dem Schloßberg erfolgte am 12. August 1926. Eine von Postsekretär Gustav Eckardt gefertigte Urkunde wurde in den Sockel eingernauert. Die Urkunde lautete: Im achten Jahre nach Beendigung des Weltkrieges 1914/18 wurde aus fretwilligen Spenden und Gemeindemitteln den auf dem Feld der Ehre gebliebenen und für das Vaterland gestorbenen Sohnen unserer Stadtgemeinde zum Danke und Gedachtnis dieses Denkmal nach dem Entwurfe des Architekten Professor Ruff-Niirnberg und unter der Leitung des Baumeisters Franz Ruff-Treuchtfingen auf dem Schloßberg nach Beseitigung der kunsttichen wasserwerkruine errichtet.

41. Infolge der großen Währungsnot nach dem Ersten Weltkrieg wurde ein Verein mit dem Namen 'Eigenheim' gegründet, der sich zum Ziel setzte, neue Wohnungen und Eigenheime zu schaffen. Der 2. Bürgermeister Hans Huber wurde von den dreiundzwanzig Mitgliedern zum 1. Vorstand gewählt. Die Einfamilienhäuser errichtete man nach einem einheitlichen Bauplan, der auch Ställe für die Kleintierhaltung vorschrieb. In den Jahren 1921-1922 entstand die Siedlung Eigenheim I im Bereich der Patrichstraße. Das Bild zeigt den Bau von Wohnhäusern während des zweiten Bauabschnittes an der Wald- und Bergstraße in den Jahren 1924-1925. Der Bauherr und seine Familie errichteten ihre Häuser größtenteils selbst. Das Baumaterial bestand neben den Bruchsteinen aus selbstgefertigten 'Schlackensteinen', die man mit Schlacken aus dem hiesigen Gaswerk herstellte.

42. Hoch über den Dächern der Stadt nisteten viele Jahre die Störche auf dem Kamin der Brauerei Schäff. Sie fanden reichlich Futter in den sumpfigen Wiesen an der Altmühl und dem noch bestehenden alten Flußbett nach der Regulierung. Oft konnten die Treuchtlinger unter den Störchen Rivalenkämpfe beobachten, wenn ein dritter Storch hinzukam Die Kinder freuten sich jedes Jahr, wenn die Störche mit ihrem Geklapper die Rückkehr aus dem Süden verkündeten. Sie riefen: 'Storen, Storch oester, oring mIT eme Scnwester!', oder: 'Storch, Storch guter, bring mir einen Bruder!' Brauereibesitzer Schäff spendierte Freibier, wenn die Störche wieder auf seinem Kamin erschienen und nisteten. Nach dem Auffüllen der Altmühlwiesen fanden die Störche nicht mehr genug Nahrung und blieben schließlich aus. Der 'Treuchtlinger Kurier' berichtete 1955 das letzte Mal über die Ankunft der Störche.

Belriebswerkstätte,

43. Das Bahnbetriebswerk befand sich ursprünglich gegenüber des heutigen Bahnhofes, in der Nähe der jetzigen Metzgerei Ziegier. 1905 wurde bei der Erweiterung des Bahnhofsgelände die Werkstätte abgebrochen und weiter nördlich nach Neufriedenheim verlegt. Die Rationalisierungsmaßnahmen der Bundesbahn brachten Mitte der sechziger Jahre auch für das Treuchtlinger Betriebswerk das Ende. Die Werkstätte, die vielen Treuchtlingern Arbeit gab, wurde aufgelassen. Auf dem freien Platz im Vordergrund des Bildes baute die Firma Schock ein modernes Werk und schuf somit neue Arbeitsplätze, die den Verlust des Betriebswerkes teilweise ausglichen.

44. Die jüngere Generation wird diesem Bild wahrscheinlich etwas hilflos gegenüberstehen und rätseln, was dieses technische Ungetüm für einen Zweck gehabt hat. Die älteren Treuchtlinger erkennen aber bestimmt, daß es sich hier um eine Dampfdreschmaschine vor dem landwirtschaftlichen Anwesen Zinkei in der unteren Hauptstraße nahe der Altmühlbrücke handelt. Während heute der moderne Mähdrescher die Ernte in kurzer Zeit einbringt, waren früher sehr viele Helfer vonnöten, um das Korn zu schneiden und zu dreschen. Solche Dampfdreschmaschinen gab es nicht viele, Eine Maschine wurde von mehreren Bauern gemeinsam angeschafft und während der Erntezeit ausgeliehen. Rechts im Bild erkennt man eine Hinweistafel der Kohlenhandlung Max Lang, die in dem Gebäude ein Kohlenlager unterhielt. Die Tankstelle Bunz befindet sich heute an dieser Stelle.

45. Von der alten Badeanstalt an der Altmühl bis zu dem modernen Hallenwellenbad der Stadt Treuchtlingen war ein weiter Weg zurückzulegen. Frühere Generationen waren mit ihrem Badhaus und dem Wasser der Altmühl zufrieden. Es muß natürlich dazu gesagt werden, daß die Wasserverschmutzung damals noch nicht diesen hohen Grad erreicht hatte, wie es heute der Fall ist. Nach der Altmühlregulierung 1911 wurde der Neubau einer Badeanstalt erforderlich. In der neuen Badeanstalt trennte anfangs ein Zaun die Geschlechter, doch wurde dies bald aufgehoben. Der langjährige Wunsch der Bevölkerung nach einem Hallenbad und die Notwendigkeit einer großzügigen Schwimrnsportstätte für die Schulen führten Anfang der siebziger Jahre zum Bau des Hallenwellenbades.

46. Ruhe und Beschaulichkeit strörnt dieses Bild aus der sogenannten 'guten alten Zeit' aus. Gemütlich hat sich der Schuldiener Frey mit seiner Frau vor ihrem Haus auf der Ruhebank niedergelassen, um sich von dem recht anstrengenden Tagwerk auszuruhen. Die älteren Treuchtlinger können sich sicher noch an diese beiden Bürger der Stadt erinnern. Das Haus stand neben dem alten Schulgebäude, hatte die Bezeichnung Schulhof 12, wurde Anfang der dreißiger Jahre abgebrochen und eine Verbindungsstraße von der Kirchenstraße zu der Kanalstraße angelegt.

47. Auf seinem umgebauten Fahrrad fuhr der Scherenschleifer Zettl aus Möhren in die nähere und weitere Umgebung Treuchtlingens, um die stumpfgewordenen Scheren, Messer und landwirtschaftliche Geräte wieder zu schleifen. Hatte er bei den Bewohnern genügend Werkzeuge zum Schleifen zusammengetragen, so wurde das Fahrrad mit wenigen Handgriffen zu einer Schleiferei urngebaut. Im Nu war er dann von Kindern umringt, die neugierig dem Schleifer zusahen. Im weiten Umkreis war Zettl als Original bestens bekannt. Seine Vorliebe für das Bier bewirkten, daß er öfter in Raufereien verwiekelt wurde. Auch bei den Möhrener Kirchweihfesten mischte er kräftig mit und sorgte so dafür, daß man seinen Namen in Erinnerung behielt. Das Foto dürfte in den zwanziger Jahren entstanden sein.

48. Die Postversorgung der Bevölkerung Treuchtlingens wurde von der Poststation Dietfurt mit wahrgenommen. Das an der alten Handelsstraße Nürnberg-Augsburg gelegene Dietfurt war seit dem spaten Mittelalter eine wichtige Poststation. Hier wurden die Pferde der Postkutschen gewechselt und die Reisenden konnten in einem Gasthans übernachten. Ein Postbote ging täglich zweimal von Treuchtlingen nach Dietfurt, um die Briefe und Pakete zu befördern. Nach mehreren Gesuchen erhält Treuchtlingen am 1. Januar 1852 eine Briefablage und ein Jahr später eine Postexpedition im Hause der früheren Färberei Kreutzer in der unteren Hauptstraße. Die Pakete wurden mit einem Handkarren zugestellt. Mit dem Bau der Bahnlinie und des Bahnhofes in Treuchtlingen nahm der Brief- und Paketumschlag rapide zu. 1898 konnte man in den Neubau des Postamtes unmittelbar neben dem Bahnhof einziehen. Doch auch dieses Postamt, welches auf dem Foto zu sehen ist, steht nicht mehr. Im Jahre 1960 wurde es abgebrochen und durch einen repräsentativen Neubau ersetzt.

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