Trier in alten Ansichten

Trier in alten Ansichten

Auteur
:   A. van Stipelen-Kintzinger und R. Laufner
Gemeente
:   Trier
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1033-4
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Trier in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Im Jahre 1860 wurde die Provinzstadt Trier aus einem bis dahin stillen Dasein geweckt: die erste Eisenbahnlinie, Strecke Saarbrücken-Trier, wurde eröffnet. Die bisherigen Verkehrsmittel als Verbindung zwischen Trier und anderen Städten, Postkutsche und Dampfschiff, waren im Vergleich zur Bahn beschwerlich und zeitraubend. Trier, seit 1814 preußisch, lag abseits und schwer erreichbar für das übrige Reich an der westlichen Grenze. Preußen betrachtete das Trierer Land in erster Linie mit strategischem Interesse; von dem wirtschaftlichen Aufschwung, der sich in anderen Regionen der preußischen Rheinprovinz bemerkbar machte, war hier nichts zu erkennen.

Die Vernachlässigung durch den eigenen Staat ließ in Trier die schon traditionelle Orientierung zu den westlichen Nachbarn hin wiederaufleben, Zeichen setzten die neugeschaffenen Verkehrsanbindungen durch die Dampfschiffahrtslinie Metz-Trier und die Eisenbahnlinie nach Saarbrücken. Im Krieg 1870/71 war Trier als Grenzstadt ein wichtiger Stützpunkt des preußischen Heeres. Nach dem Sieg über Frankreich lag die Stadt nicht mehr im äußersten Zipfel des Reiches, da die Grenze nun westlich von Metz und Straßburg verlief. Trier wurde als Garnisonsstadt ausgebaut und nun von Berlin auch wirtschaftlich gefördert. Erst jetzt wurde mit der Eifelbahnlinie eine Anbindung an Köln geschaffen.

Die günstigeren Verkehrsbedingungen versetzten die

Stadt in eine andere Situation und ermöglichten die lang ersehnte Belebung von Handel und Gewerbe. Mit der Eingemeindung der ehemals selbstständigen Vororte Maar, St. Paulin, Zurlauben und St. BarbaraLöwenbrücken im Jahre 1888, stieg die Einwohnerzahl von 22 000 auf fast 30 000. Die im erweiterten Stadtbereich angesiedelte Kleinindustrie wurde ausgebaut. Schon lange gab es in Trier Textilgewerbe, Tabakfabriken und kleine Brauereien, Der stärkste Industriezweig, die Gerberei, ging ab 1873 zurück, Daneben waren noch Ziegeleien und Kalk- und Eisenwerke angesiedelt. Schwerpunkte der Wirtschaft waren Weinhandel und Fremdenverkehr. Schon 1869 weist die Fremdenliste für den September 2468 Übernachtungen aus. Die Aufhebung der Mehl- und Schlachtsteuer machte die Kontrollfunktionen der Stadttore und des Mauerrings unnötig. Wegen des wachsenden Handels und der Zunahme des Verkehrs beseitigte man die überflüssig gewordenen Tore,

Trier wuchs und dehnte sich über die Alleen hinweg aus. Eine rege Bautätigkeit setzte ein. Im Stadtkern entstanden viele Neubauten auf Freiflächen, da die Innenstadt über außergewöhnlich viele Gärten und Grünflächen verfügte. Die alte Bebauung wurde bis um die Jahrhundertwende so gut wie nicht verandert. Erst ab dieser Zeit begann man Häuser in den Hauptgeschäftsstraßen umzubauen, aufzustocken oder zu modernisieren. Der große Verlust an historischer Bau-

substanz begann in Trier erst ab 1900. Der damalige Stadtarchivar und Direktor der Stadtbibliothek, DI. Gottfried Kentenich schrieb dazu irn Jahre 1920 in seinem Buch 'Alt-Trier': Manch altes Bauwerk sank in Staub, das hohen Denkmalwert besaß und ein urwiichsiger Gestaltungskraft entbehrendes, dazu dem neuen und neuesten der Mode nachjagendes Zeitalter durchsetzte die Straßen unserer Städte mit Bauten, die teils unkilnstlerisch teils ausgesprochen häßlich, uns heute fast mit Scham erfûllen.

Kentenich konnte aber den Lauf der Dinge nicht aufhalten. Die Bombardements und Beschießungen in den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges fügten der Stadt erhebliche Schäden zu. Ganze Straßenzüge lagen in Schutt und Asche, auch die bekarmten historischen Baudenkmäler hatten schwer gelitten. Wesentlich größere Verluste folgten jedoch durch Abbrüche und Neubauten aus spekulativen wirtschaftlichen Gründen bis in unsere Zeit hinein. Heute empfinden wir die allgemeinen Verluste so stark, daß sogar die Häuser der Gründerzeit unter Denkmalschutz gestellt werden, um einen gewissen Prozentsatz historischen Baubestandes zu behalten, also jene Neubauten, der in diesem Buch behandelten Epoche zwischen 1880 und 1930, die Kentenich als 'kunstlos' und 'häßlich' bezeichnet hatte. Sie wirken humaner und passen zu dem Maßstab der gewachsenen alten Stadt besser als manche neuzeitliche, erschlagend wirkende Großbauten.

Die sich erst spät entwickelnde Industrie wuchs am Stadtrand und beließ dem Stadtkern die kleinstädtische Atmosphäre. Weinhandel und Fremdenverkehr bestimmen immer noch am stärksten den Charakter der Stadt. Neben den antiken Bauwerken schätzen die vielen Besucher das fast biedermeierzeitliche Milieu der Innenstadt.

Im Vergleich zu vielen anderen Städten erscheint Trier trotz mancher baulicher Fehlentscheidungen noch wohlerhalten in seinem Erscheinungsbild: So durch den Verlauf der Straßenführungen, die antiken Baudenkmäler und die zahlreichen Kirchen. Aber viele geschlossene Häuserzeilen, die den damaligen Bewohnern für das Trierer Stadtbild typischer erschienen, als die berühmten Bauwerke der Reiseführer, sind heute verschwunden. Dieses verlorengegangene 'Triersche Miljö' versucht dieser Bildband zu dokumentieren.

Angeregt durch meinen Schwiegervater, Herrn Josef Kintzinger (gestorben 1978), habe ich mich zur Bearbeitung dieser Veröffentlichung entschlossen. Umfassende Unterstützung und Hilfe auf kunstgeschichtlichem Gebiet erhielt ich von meinem Bruder, Peter van Stipelen.

Die Verfasserin

1. Wohltuende Ruhe strahlt dieses Bild des Hauptmarktes um 1870 aus. Der Dom, der um 1910 renoviert wurde, steht hier noch in altem Zustand. Links, das jetzige Palais Walderdorff. Es setzt sich aus zwei Gebäuden zusammen: der von Kurfürst Johann Philipp von Walderdorff 1765 erbauten Domkurie am Domfreihof, und diesem, dem Hauptmarkt zugewandten Teil, der 1775 von Kurfürst Clemens Wenzeslaus erstellt wurde. Für die Trierer Bevölkerung hat dieses Gebäude viele Namen:

Hauptwache heißt es, weil im vorigen Jahrhundert hier die Wache der preußischen Garnison untergebracht war. Vor etwa hundert Jahren standen hier zuletzt Soldaten Schildwache.

2. Auch 'alte Regierung' wird dieses Haus genannt, weil sich dort die Vertretung der preußischen Regierung befand. Bevor die Bezirksregierung in die Sichelstraße umzog, hatte auch sie ihre Unterkunft in diesem Baukomplex. Die Arkaden wurden 1872 geschlossen, um mehr Innenraum zu schaffen, 1938 entfernte man die eingebauten Fenster wieder. Über den Arkaden das Wappen des Erbauers Clemens Wenzeslaus und an der Gebäudeecke eine Nische für die Madonnenstatue, die schon in der Fassade des Vorgängerbaues stand.

3. Gegenüber der langen Seitenfront der 'alten Regierung' in der Sternstraße stehen sechs Häuser, die um 1900 Gastwirtschaften und Läden kleinbürgerlicher Art aufwiesen. So kann man auf dem Bild feststellen, daß in einem Geschaft Samereien verkauft wurden, nebenan Petroleumlampen und Porzellan. Das linke Nachbarhaus war mit einem großen Sprossenfenster ausgestattet. Somit war eine Nutzung des Raumes als Ladenlokal und auch als Wohnraum möglich (wie zur Zeit der Aufnahme). Wie gernütlich es auf einer größeren Baustelle der Stadtwerke zuging, glaubt man den fünf Arbeitern anzusehen. Das unter Putz versteekte Fachwerk am Giebelhans wurde später freigelegt.

4. Der Olewiger Bach teilt sich in Höhe des Amphitheaters in zwei Läufe: in den Altbach und in die Abzweigung Weberbach. Das außergewöhnlich weiche Wasser des Baches wurde von den Gerbern, den Webern und den Färbern für ihre Gewerbe genutzt. Sechs Mühlen trieb der Weberbach auf seinem Lauf quer durch die Innenstadt. Bis ins späte vorige Jahrhundert hinein drehten sich noch die Wasserräder der Domstiftsmühle in der Liebfrauenstraße neben dem Palais Kesselstatt. Sie stammte aus dem 15. Jahrhundert und wurde 1913 niedergelegt.

5. Der Bliek durch die Liebfrauenstraße zur Ecke Meerkatz-Breitenstein läßt uns den Bogen mit der Kreuzigungsgruppe vermissen, der hier die Grenze der Domfreiheit bezeichnete, Nach seinem Abbruch 1799 wurde er in diesem Jahrhundert wieder errichtet. Rechts blieb bis heute die Straßenfront des Klosters St. Afra und seiner Kirche mit stark hervortretender, hochaufragender, ionisoher Pilastergliederung bestehen. Links das Eckgebäude beim Engpaß gehörte zum 'Metternicher Hof' und wurde nach 1900 abgebrochen, um die Straße zu verbreitern (siehe folgende Fotografie).

6. Das Nonnenkloster St. Afra und seine Kirche aus dem ersten Viertel des 18. Jahrhunderts stehen heute noch mit ihren Außenfronten fast unverändert in der Liebfrauenstraße, Ecke Breitenstein, Schon vor der Säkularisierung wurde dieses Kloster auf kurfürstlichen Befehl hin wegen wirtsohaftlicher Zerrüttung und Verfalls der Disziplin aufgehoben, in ein Mädchenwaisenhaus umgewandelt und war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Töchterschule der evangelischen Gemeinde.

7. Stadthöfe von außerhalb der Stadt liegenden Klöstern waren in Kriegszeiten Refugien für die Klosterangehörigen. Der Stadthof der vor den Toren der Stadt Trier gelegenen Karthause, genannt 'Karthäuser Hof', lag an der Meerkatz. Rechts über dem Tor steht in einer Nische eine gotische Madonna mit Kind. Heute befindet sie sich im Bischöflichen Museum und eine Kopie schmückt den Neubau des Kindergartens Ll.L, Frauen und St. Laurentius, Im Hintergrund erkennt man einen Teil des Roten Turmes.

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8. Der Rote Turm, erbaut im 17. Jahrhundert als Eckpfeiler des kurfürstlichen Palastkomplexes, war lange Zeit Kanzlei- und Archivgebäude. In preußischer Zeit gehörte er zum Kasernenbering des 69. Infanterie-Regiments. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Turm um ein Geschoß aufgestockt und man errichtete ein flaches Pyramidendach darüber (siehe Foto). Nach schweren Kriegszerstörungen 1944 erhielt das Gebäude durch Renovierung seine ursprünglich Welsche Dachhaube wieder, die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts von einem gebroehenen barocken Dach ersetzt worden war.

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