Twistringen in alten Ansichten

Twistringen in alten Ansichten

Auteur
:   F. Kratzsch und Otto Bach
Gemeente
:   Twistringen
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2819-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Twistringen in alten Ansichten'

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9. Twistringen bot bis in die Mitte der sechziger Jahre einen engen und kurvenreichen Verlauf der Bundesstraße 51 in der Ortsmitte. Um eine Begradigung der Strecke zu erreichen, war eine langwierige, mit Widerständen verbundene Planung von Sanierungsmaßnahmen erforderlich. Planung und Durchführung eines solchen Durchbruchs nahmen schließlich etwa ein Jahrzehnt in Anspruch. Im Zuge der notwendigen baulichen Schritte verschwand die Häuserzeile, deren Front hier zu sehen ist, vollständig. Die davon betroffenen Geschäfts- und Wohnhauseigentümer sowie die Kreissparkasse erhielten zum größten Teil an günstiger Stelle neue Häuser. Erst die Verwirklichung des gesamten Projektes hat dem Ort ein städtisch geprägtes Zentrum beschert.

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10. Die Ausfallstraße nach Bremen - hier um 1910 wies hauptsächlich Wohnhäuser, wenige Gehöfte und kaum einen Laden auf. Das letzte größere Geschäft vom Ortszentrum her war das von Bernhard Bode (heute Steverding), Bremer Straße 1. Bode führte Kolonialwaren, Eier, Porzellan, Düngemittel, Kohlen und anderes mehr. In diesen Jahren hatten die Twistringer Geschäfte auch sonntags für einige Zeit geöffnet, um den Kirchgängern aus den Ortschaften Gelegenheit zum Einkauf zu geben. Besucherinnen der Heiligen Messe hatten in bestimmten Häusern ihre Sonntagshüte deponiert, die sie hier aufsetzten und nach dem Gottesdienst in den Hutschrank zurücklegten. Hauptsächlich für Kirchgängerinnen aus Binghausen besaß auch Bode ein solches 'Hütedepot' .

Twistringen

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11. Noch nach der Jahrhundertwende hatte die heutige Steller Straße den Namen Bockstraße. Über diese Namensgebung gibt es zwei Versionen: Die eine besagt, man habe entschieden, der Straße den Namen des Tieres zu geben, das (nach diesem Beschluß) als erstes die Straße beträte, Da ein Ziegenbock aus dem heute nicht mehr vorhandenen Noll'schen Hause zuerst auf die Straße ging, wurde diese zur Bockstraße. Nach einer anderen Deutung führte man über diese Straße zahlreiche Ziegenböcke zum Decken der Ziegen eines Schwier vom Osterende, so daß die Straße danach ihren Namen erhielt,

12. Zum Gedenken an die Gefallenen des Krieges 1870/1871 wurde am 7. Juli 1907 auf dem Marktplatz ein Denkmal enthüllt. Über den Verlauf des Festaktes hat der Twistringer Anzeiger 'Nordstern' ausführlich berichtet. Es wird unter anderem erwähnt, daß Herr Pastor eine vom patriotisohen Geiste getragene Festrede gehalten habe. Dann heißt es wörtlich: Auf ein Zeichen des Festrednets [iel unter dem Klange der Musik die Hiille, und ein dreifaches Hoch auf den Kaiser bildete den Schluß der Rede. Sodann iibergab das Vorstandsmitglied Herr F. Spits im Auftrage des Vereins das Denkmal der Gemeinde, Herr Samtvorsteher H. Meyer nahm unter Worten des Dankes das Geschenk an, versprach ihm Schutz und Ehre und schloß mit einem Hoch auf den Kriegerverein ...

13. Die Freiwillige Feuerwehr Twistringen vor dem Central-Hotel im Jahre 1904. Von einem Einsatz der Spritze des 'Dorfes Twistringen' ist schon 1825 in dem Bericht über die große Feuersbrunst in Heiligenloh die Rede. Um die Jahrhundertwende wurden die Spritzenmannschaften in allen Gemeinden durch Freiwillige Feuerwehren ersetzt. Im Jahre 1902 hieß es in der Syker Zeitung: Twistringen 22. Mdrz, Eine Freiwillige Feuerwehr hat sich hier gebildet. Der hiesige Kriegerverein hat die Angelegenheit in die Hand genommen und sind bereits iiber 70 Mitglieder gemeldet. Zum Hauptmann wurde der Hotelbesitzer B. Meyer gewählt. Die erste tragbare Motorspritze wurde 1926 angeschafft.

14. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges wurde die heranwachsende Jugend vom 16. Lebensjahre an, soweit es ihre Kräfte zuließen, zum militärischen Hilfs- und Arbeitsdienst herangezogen. Die Jugendlichen aus den Gemeinden Heiligenloh und Natenstedt bildeten einen Zug der Jugendkompanie 276. Bereits vor 1914 hatte man in Natenstedt unter Anleitung von Hermann Melle damit begonnen, einen kleinen Spielmannszug mit Trommlern und Pfeifern aufzubauen. Diese Musikanten zogen voran, wenn die Jugend zu Geländeübungen ausrückte. Die Leitung der Ausbildung lag in den Händen der Lehrer, doch können wir in der Natenstedter Schulchronik lesen: Da ich während des rauhen Herbstwetters vom Kommandieren immer heiser war, trat ich von der Leitung zurück.

15. Novemberrevolution 1918. In jenen Tagen rief Philipp Schiedemann die Republik aus. Das Wort 'Kaiserliches' entfernte man rasch vom Twistringer Postamt. Wie überall, so wurden auch hier Bauern- und Soldatenräte zur Kontrolle der Behörden gewählt. In einer Zeit knapper Lebensmittelmengen galt es aber nicht nur, die Behörden zu kontrollieren, sondern sie auch zu unterstützen, zum Beispiel bei der Bekämpfung des Schleichhandels, bei der Erfassung und Ablieferung von Lebensmitteln. Uniformierte bestimmten das Ortsbild. Die Schreibstube des Soldatenrats Twistringen beirn Gastwirt Keuling in Scharrendorf erledigte auch militärische Angelegenheiten. In den Folgewochen erlebte der Ort seinen ersten Streik und die erste politische Frauenversammlung.

16. Die abgebildete Zeichnung von 1802 is die älteste Darstellung von Twistringen überhaupt. Sie zeigt die katholische Kirche von der Nordseite her. 1785 wurde das Gotteshaus um den Teil, der auch diese Jahreszahl trägt, erweitert. Ganz links ist ein Teil des Pastorates zu sehen. Bis 1824 diente der Kirchhof als Begräbnisplatz. Für die wachsende Pfarrgemeinde erwies sich die Kirche wiederum als zu klein. 1867 wurde sie schließlich abgerissen und durch einen 1870 eingeweihten Neubau an fast gleicher Stelle ersetzt. Zum Zeitpunkt der Entstehung dieser Zeichnung zählte das Kirchspiel Twistringen mehr als 2500, aber weniger als 3 000 Katholiken.

17. Die Innenansicht der St-Anna-Pfarrkirche bot kaum Besonderes. Im Jahre 1927 malte Heinrich Brei die Kirche aus. Als leitender Gedanke lag das Königtum Christi der Wandmalerei zugrunde. Das Christus-König-Gernälde (irn Bild rechts oben, durch den Pfeiler zum Teil verdeckt) stellte Personen in zeitgenössischer Handwerker- und Bauernkleidung dar. Der damalige Pfarrer Wellermann ließ sich zusammen mit Kaplan Böckmann hier 'verewigen'. Im Zuge von Ausmalungs- und Renovierungsarbeiten wurde das Gemälde vor wenigen Jahren übertüncht. Erwähnenswert ist das Taufbecken in Form einer Glocke, deren Öffnung nach oben weist. Es ruht auf drei mit Löwenkrallen versehenen Füßen und soll aus dem 13. Jahrhundert stammen.

18. Das Synagogengebäude der Juden aus Twistringen und Heiligenloh, an der Bachstraße in Twistringen gelegen, gelangte 1846 durch einen Pachtvertrag mit dem Halbmeier Gerhard Heuermann in den Besitz der Judengerneinde. Zuvor hatte es wahrscheinlich als Heuerhaus gedient. In der Synagoge fanden nicht regelmäßig Gottesdienste statt, sondern nur an hohen jüdischen Festtagen und bei Beerdigungen, Hierzu kam von außerhalb ein Rabbiner. Um 1930 dürfte die Synagogengemeinde vierzig bis sechzig Personen umfaßt haben. Verblendete Twistringer Nationalsozialisten setzten 1938 den Tempel in Brand. Die Feuerwehr sah tatenlos zu. Sie hatte lediglich den Auftrag, ein Übergreifen des Feuers zu vermeiden.

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