Twistringen in alten Ansichten

Twistringen in alten Ansichten

Auteur
:   F. Kratzsch und Otto Bach
Gemeente
:   Twistringen
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2819-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Twistringen in alten Ansichten'

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19. Die ersten Juden in Twistringen lassen sich für spätestens 1804 nach weisen. In der Mehrzahl waren sie Schlachter, Vieh- und Textilienhändler. Eine Gewerbeliste von 1842 nennt unter den acht Schlachtern der Gemeinde fünf 'Israeliten'. Die Firma Galdschmidt & Sohn begann ihre Geschäftstätigkeit im Jahre 1867. Ein knappes halbes Jahrhundert später nahmen die Geschwister Bloch ihren Textilhandel auf. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden diese bis dahin gutgehenden Läden zunächst boykottiert. Treue Kunden kamen in der Dunkelheit. Eine Tageseinnahme unter einer Mark war keine Seltenheit. 1935/1936 mußten die Juden ihre Häuser, Geschäfte und Grundstücke zwangsverkaufen. Wem es in diesen Jahren nicht noch gelang, Deutschland zu verlassen, ereilte meist das Unfaßbare, die Errnordung.

~ Gruss aus Twistringen

Twisfringen.

Krankenhaus.

20. Der Entschluß, in Twistringen ein Krankenhaus errichten zu wollen, reifte in der Zeit der Scharrendorfer Typhusepidemie 1867/1868. Schon ab 1868 pflegten Franziskanerinnen Kranke im Hause Lindenstraße 5, das als provisorische Krankenstation diente. Auf kircheneigenem Gelände nahm das St.-Annen-Stift weit vor der lahrhundertwende seine Arbeit auf. Erste An- und Ausbauten wurden 1900 und 1930 vorgenommen, weitere folgten. Das Haus befindet sich in der Trägerschaft der katholischen Kirchengemeinde Twistringen. Dieses Foto ist aus der Zeit um 1910. Das Krankenhaus mit heute 107 Betten, einer chirurgischen, internistisohen und gynäkologischen Abteilung hat einen Einzugsbereich, der über die Grenzen der Stadt Twistringen hinausgeht.

21. Nicht nur im Twistringer Krankenhaus, vor dessen Eingang sich die Abgebildeten um 1918 dem Fotografen stellten, leisteten Ordensschwestern eine segensreiche Tätigkeit. Sie lehrten diese Mädchen das Handarbeiten in einer eigens dafür eingerichteten Handarbeitsschule. Ob das Nähen und Stricken in den allgemeinbildenden Schulen vernachlässigt wurde? Fast ein Jahrhundert früher wollten die Twistringer von einem solchen Unterricht jedenfalls nichts wissen; denn damals wurde bey dem bekannten dortigen außerordentlich starken Betriebe des Strohflechtens behuf der Hutfabrication, welches. keine Hand, selbst nicht die eines 4-5jährigen Kindes müßig läßt, ungleicb mehr verdient als mit Ndhen und Stricken.

22. Eine hannöversche Postexpedition gab es schon vor 1867 im jetzigen Hause Kirchstraße 1. Die mit ihr verbundene Posthalterei bestand bis kurz nach Eröffnung der Eisenbahnlinie Bremen-Osnabrück im Jahre 1871. Dann wechselte mehrfach der Standort der Post innerhalb Twistringens bis zum Ankauf des jetzigen Nückel'schen Hauses, Bahnhofstraße 16, im Jahre 1886 (siehe Bild!). Mit dem hier abgelichteten Karren brachten die Postbeamten aufgegebene Briefe und so weiter tagtäglich zur Bahn und holten auch Post von dort ab. 1882 und später wurden die Postagenturen Ehrenburg, Heiligenloh, Colnrade und Holtorf dem Postamt Twistringen zugeteilt. Die Verbindung zwischen Postamt und -agenturen besorgten Landbriefträger sowie Pferdepostwagen.

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Gruss aus '[ wistrinqen

Bahnhof.

23. Heute, wo der Bahnhof Twistringen in den elektrifizierten Intercity-Verkehr mit Bremen einbezogen ist, erinnert nichts mehr an jene Zeit, als die Bahnschranken noch aus hölzernen Schlagbäumen bestanden. Am 1. Mai 1871 wurde die Bahnstrecke BremenOsnabri.ick in Betrieb genommen. Bis zum Jahre 1900 wurden die Weichen an Ort und Stelle mit der Hand bedient. Zu diesem Zwecke gab es an der Nord- und Südeinfahrt zum Bahnhof je ein Weichenstellerhäuschen. Daß der Bahnhof den Namen 'Station Twistringen' erhielt, war übrigens gar nicht so selbstverständlich. Das Bahnhofsgelände war nämlich Scharrendorfer Grund und wurde erst 1874 von den Twisttingem für achtzig Taler erworben.

24. Der Männergesangverein (MGV) Twistringen ist wohl der älteste Verein Twistringens überhaupt. 1845 wurde der Verein in der alten Küsterei unter Führung von Lehrer Broekhaus gegründet. Hier übt der Dirigent des MGV, Fabrikant Bernhard Meyer, Georgstraße, mit mehreren Chören auf dem Schulplatz an der Ecke BahnhofstraßejMarktstraße.Der Männerchor Twistringen ist gleichfalls dabei. Die Aufnahme entstand anläßlich des 75jährigen Jubiläums des MGV im Jahre 1920. Die Twistringer Chorvereinigungen bereicherten das kulturelle Leben auch mit Operetten- und Theaterdarbietungen, die denen unvergessen bleiben, die dabeiwaren.

25. Um 1925 fand in Twistringen ein Sängerfest statt, an dem sich auch der 1920 gegründete Damengesangverein beteiligte - hier beim Festzug im Zentrum. Daneben gab es noch den etwas früher in Anlehnung an den Männerchor gebildeten Damenchor. Beide Chöre leitete Lehrer Breekweg. sowohl als Einzelchöre wie als gernischten Chor. Der Damengesangverein stand in den ersten Jahren seines Bestehens unter der Leitung von Fräulein Kunz. Um in den Verein aufgenommen zu werden, bedurfte es auch ihrer Gunst. Die Sarigeskunst war nicht alleine ausschlaggebend, Während öffentliche Auftritte des Damengesangvereins rar geworden sind, besteht der Damenehor gar nicht mehr.

26. Der Männerturnverein (MTV) Twistringen, gegründet 1883, war ein sehr aktiver Verein. Ihm wurde in späteren Jahren eine Damenriege angeschlossen. Die Leitung der Aktiven hatte unter anderen Christoph Schmidt (Bildmitte, Vordergrund). Hier handelt es sich um ein Schauturnen beim Central-Hotel im Jahre 1911. Mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges erlag die Turn- und Sportbewegung in Twistringen. Sie wurde nach dem Kriege in Nachfolgeorganisationen fortgeführt, so im Turn- und Sportverein (TSV) und im Leichtathletikclub (LAC). Beide Vereine haben sich mittlerweile zum Sportclub Twistringen (SeT) zusamrnengeschlossen.

27. Zum Männerturnverein Twistringen zählte eine 'Spielabteilung", die sich dem Fußball widmete. Weil die Fußballer sich innerhalb des MTV zu wenig gefördert sahen, riefen diese 1920 den Sportverein Twistringen ins Leben, dessen Gründungsmannschaft (im Bild) gleichzeitig die Erste Mannschaft war. Bespielt wurde zunächst ein Platz an der Harpstedter Straße, bald aber schon der Sportplatz neben der Gaststätte Ernst Bruns in Mörsen. Die Farben Blau und Weiß übernahm der jeweilige Nachfolgeverein. Vorne von links nach rechts: Georg Heuermann, Zeidier und Paul Bellersen. Stehende von links nach rechts: Heinrich Mock, Heinrich Hammann, Willi Gruhn, Franz Kerk, Bernhard Hammann, Conrad Hammann, ein Bremer (Schiedsrichter), Ferdinand Mock und Heinrich Burchard.

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28. Der erste katholische Gesellenverein wurde 1846 von Adolf Kolping mit der Absicht gegründet, Bildung, Geselligkeit und religiöses Leben unter den Mitgliedern zu fördern. Am 18. Mai 1890 gründeten acht Männer einen solchen Verein in Twistringen. Sieben Jahre später verfügte er über das hier abgebildete Gebäude. Diese Postkartenzeichnung des Gesellenhauses, Bahnhofstraße 34, stammt von Pfarrer Wellermann. Für wandernde Handwerksburschen standen darin acht Feldbetten zur Verfügung. In den dreißiger Jahren endete praktisch die Wanderschaft von Gesellen. In vielen Bereichen gab der Gesellenverein (seit 1933 Kolpingfamilie) Impulse für das kulturelle und gesellige Leben der Twistringer Bevölkerung.

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