Twistringen in alten Ansichten

Twistringen in alten Ansichten

Auteur
:   F. Kratzsch und Otto Bach
Gemeente
:   Twistringen
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2819-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Twistringen in alten Ansichten'

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29. Die Initiative zur Gründung eines Schützenvereins in Twistringen ging im Jahr 1927 von vier Männern aus. Rings um Twistringen - auch in den Dörfern - hatten sich längst solche Vereine gebildet. Die Schützenfeste seit dem Gründungsjahr entwiekelten sich zu erstrangigen Volksfesten der Twistringer und sind es bis heute geblieben. Dies unterstreicht auch die hohe Anzahl von etwa 500 Mitgliedern, die der Verein jetzt zählt. Alljährlich wartet man im Ort gespanrit darauf, wer Schützenkönig wird. Nachdem der beste Schütze gefunden ist, bewegt die Gemüter die Frage nach der von ihm gewählten Königin. Unser Bild zeigt den vom Zentrum herkommenden Schützenumzug des Jahres 1928 auf der Lindenstraße.

30. Kinderfeste waren in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg häufiger, vor allem im Zentrum Twistringens. Es gab Kinderschützenfeste (ohne Verein), Gartenfeste und andere. Gartenfeste der Kinder fanden an St. Johanni (24. Juni) statt. An diesem Festtag wanden die Mädchen und Jungen Kränze und Girlanden aus Kom- und Butterblumen. Damit schmückten sie sich und ihren Festgarten. Zu trinken bereiteten die Mütter in Eimern oder Kannen Saft. Nun nahmen Spielen, Lachen und Singen ihren Lauf.

31. Die Hammann'sche Kapelle Twistringen (HKT), schon urn 1830 van 'Musici' im Nebenberuf gegründet, posierte so 1925. Zwischen den Weltkriegen boten diese Berufsmusiker im Winter Abonnementkonzerte an, die jeweils 150 bis 200 Menschen besuchten, ehe der Rundfunk sich verbreitete. Die auch wegen ihrer Festmusik weit über Twistringen hinaus bekannte HKT löste sich um 1960 auf. Dennoch beweisen 'Harnmanns' ihre Liebe zur Musik bereits in der fünften Generation. Vorne, von links nach rechts: Gerhard H. jun., Fritz H., Blankenspeck, Otto H., Heinrich H. (Musikleiter und Komponist des Twistringer Lieds), Feldermann, Albert H. sen. und Gerh. H. sen. Hinten, von links nach rechts: Schulz, Gustav H., FeIstehausen, Meyer, Alb. H. jun., Meyer und Ernst H.

32. Die Idee Friedrich Wilhelm Raiffeisens, ein Netz von landwirtschaftlichen Konsumoder Darlehnsvereinen auf der Grundlage genossenschaftlicher Solidarhaftung der Mitglieder zu schaffen, wurde 1893 auch im Raum Twistringen fruchtbar. Der Landwirtschaftliche Konsumverein trat ins Leben. Noch im selben Jahr wurde der Bau eines Schuppens am Bahnhof Twistringen (siehe Bild) veranlaßt. Aus dem Konsumverein wurde die Landwirtschaftliche Ein- und Verkaufsgenossenschaft (934) und schließlich die Raiffeisen-Warengenossenschaft (1975). Der Weg durch die Zeit ist von einer Ausdehnung des Einzugsbereichs, von Fusionen und zunehmender Geschäftstätigkeit gekennzeichnet. Im Raiff'eisen-Verband Hannover gehört die Genossenschaft zu den umsatzstärksten.

33. Wir sehen Arbeitskräfte an der Rampe der Molkerei Twistringen, Steller Straße 17 (damals Bockstraße). Ihr Tageslohn lag bei zwei bis drei Mark. Rechts im Vordergrund stehen Butterfässer. Die Molkereigenossenschaft wurde 1887 von wahrscheinlich sechzehn Männern gegründet. 1889 zählte man einundzwanzig Genossen. Die rasche Aufwärtsentwicklung wird daran deutlich, daß 1888 der Futterhandel hinzutrat, 1891 eine Mühle gebaut und ein Jahr später ein Lagerschuppen errichtet wurde. Bis 1910 blieb der Mitgliederbestand unverändert ; denn die Genossen ließen bis dahin niemanden mehr in ihre Genossenschaft hinein. So war unterdessen ein Konkurrent in der Molkerei Meyer-Lüters entstanden, welche bis 1922 arbeitete.

34. Diesen Bliek hatte man vor dem Ersten Weltkrieg von der evangelischen Kirche aus, links die holländische Windmühle von Bottermann, rechts die von Albers. Beide hatten Vorläufer, so die Albers-Mühle die Bockwindmühle eines Ellerhorst. Ehe die eine Mühle 1851 in den Besitz der Familie Bottermarm kam, gehörte sie einem Tauke. Davor stand an gleicher Stelle die Mühle einer Familie Kramer. Bischof Ferdinand von Münster gab 1621 die Betriebserlaubnis für sie. Die abgebildeten Getreidemühlen standen auf Twistringens höchster Erhebung. Wenn die katholische Pfarrgemeinde an den Bittagen vor Christi Himmelfahrt ihre Bittprozession durch die Felder hielt, machte sie auch an Bottermanns Mühle halt, um dort zu beten.

35. Twistringens Wildeshäuser Straße zeigte sich so um das Jahr 1907. Das Meyer-Lüters' sche Haus auf der linken Seite hat sein Äußeres wenig verändert. Wie viele Straßen der damaligen Zeit muß auch die Wildeshäuser Straße nach heutigen Maßstäben als eng und verkehrsarm beschrieben werden. Die Holzstämme rechts verweisen auf die Sägerei, die Heinrich Meyer-Lüters hier besaß. Dahinter (irn Gebäude ganz rechts) ließ derselbe vielseitige Unternehmer Strohhüte herstellen. Dünne Strohmatten, wie man sie seinerzeit in die gute Stube legte, gehörten ebenso zur Produktionspalette. Eine Molkerei kam hinzu, in den zwanziger Jahren außerdem eine Knochenmühle und die Strohhülsenfabrikation.

36. Christoph Meyer, genannt Manker, besaß zu Beginn des Jahrhunderts diese Mühle an der Großen Straße. Die Kraft eines Dieselmotors bewegte über einen Mechanismus von hölzernen Zahnrädern den Mahlgang. Ganz rechts im Bild ist der Maschinenraum zu sehen. Darüber erhob sich der Schornstein für die Dieselabgase. Der größere Gebäudeteil rechts beherbergte den eigentlichen Mühlenbetrieb. In der Mitte schloß sich eine Drescherei, ganz links eine Häckselschneiderei an. Häcksel - das ist kleingehacktes Grünfutter, Heu oder Stroh - fand als Viehfutter Verwendung. Ende der zwanziger Jahre ließ sich an dieser Stelle der Wagenbauer Hammann nieder. Günter Hammann, ein Nachfahre, betreibt heute dort einen Kraftfahrzeughandel mit Reparaturwerkstatt und Tankstelle.

Gruss aus dem Hotel Bremer Schlüssel. Twistringen.

37. Bernhard Hart jens kaufte das Hotel 'Bremer Schlüssel' 1897 von einem Bellersen. Zehn Jahre später schrieb man diese Ansichtspostkarte. Das neun Fremdenzimmer urnfassende Hotel besaß die einzige Kegelbahn Twistringens. Heinrich Hart jens, der den gastronomischen Betrieb 1930 von seinem Vater übernahm, erinnert sich noch gut an das sogenannte Kaiseressen: Die Ortsprominenz, allen voran die beiden Twistringer Pfarrer, speisten am Geburtstag Kaiser Wilhelms H., nämlich am 27. Januar, dort zu Abend. Wer darunter Reserveoffizier war, trat dabei möglichst im bunten Rock auf. Die rechte Häuserzeile ist dem dringend notwendigen Straßendurchbruch der sechziger Jahre vollständig zum Opfer gefallen.

Geschäftshaus F. D. Punke

Twrstrinçen

38. Die Ablichtung stammt von 1913 und zeigt vor der Haustür die Familie Schütte, dahinter rechts Malottennäherinnen und -näher, Presser und Transporteure der wohl ältesten Strohhülsenfabrik des hiesigen Raums, der übrigens ein Kohlen- und Gernischtwarenhandel beigegeben war. 1877 gründete F.D. Funke zusammen mit Heinrich Schütte einen Betrieb zur Herstellung von Strohhülsen, auch Malotten genannt. Die beiden Unternehmer kauften das Fabrikationspatent und hüteten das Geheimnis der Malortenherstellung, solange es ging, durch eidliche Verpflichtung der Mitarbeiter. Aus Geheimhaltungsgründen verlud man die Strohhülsen am Bahnhof Drentwede, von wo aus sie an Getränkehersteller versandt wurden. Doch sollten zahlreiche Strohhülsenfabrikanten folgen. Kartonverpackungen beendeten diesen Gewerbezweig.

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