Twistringen in alten Ansichten

Twistringen in alten Ansichten

Auteur
:   F. Kratzsch und Otto Bach
Gemeente
:   Twistringen
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2819-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Twistringen in alten Ansichten'

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39. 'Geiht use Stroh in alle Welt, ist et um Twustern god bestellt,' lautet der beziehungsreiche Wahlspruch der Twistringer, der auch als Urnschrift in das Stadtwappen aufgenommen ist. Die Herstellung von Hüten, Flaschenhülsen und Trinkhalmen aus Roggenstroh ist teilweise bis ins 18. Jahrhundert zurückzuführen und machte Twistringen eine Zeitlang zum bedeutendsten Industrieort des Altkreises Syke, Irn Jahre 1926 wurden in und um Twistringen 1 200 Arbeitskräfte in strohverarbeitenden Fabriken gezählt. Rund 1 000 Beschäftigte waren für die Heimarbeit angegeben. Doch lag diese Zahl sicherlich noch weit höher, da insbesondere beim Schneiden und Verpacken der Trinkhalme die ganze Familie eingespannt war.

TWISTRINGER MASCHINENFABRIK

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~ TWISTRINGEN b.BREMEN.~

40. Die Maschinenfabrik Meyer AG, 1887 von Arnold Meyer aus Köbbinghausen gegründet, machte ihren Anfang in einer kleinen Werkstatt an der Steller Straße. Landmaschinen, die hier hergestellt wurden, ließen die Befürchtung aufkommen, der Landarbeiter würde durch sie brotlos. Nach einigen Jahren bezog die Firma Quartier an der WesterstraßejVechtaer Straße, wo ein 6 000 Quadratmeter großes Fabrikgebäude entstand. Mähund Dreschmaschinen fanden ein weiträumiges Absatzgebiet. Und da die Twistringer Maschinenfabrik sogar mehrfach auf die Leipziger Messe (Bild) vertreten war, gewann sie auch mitteldeutsche Kunden. Die Nachkriegsentwicklung hin zum Mähdrescher verfolgte das Unternehmen nicht. Es hat sich stattdessen auf eine spezielle Metallfertigung verlegt.

41. In unmittelbarer Nähe eines großen Tonvorkemmens entstand schon zu Beginn des vorigen Jahrhunderts ein Ziegeleibetrieb im Norden der Stadt. Als dieser vor mehr als einhundert Jahren von der Familie Sunder übernommen wurde, heizte man den Brennofen noch mit Torf. Heute gilt der Betrieb als einer der bedeutendsten Hersteller von Drainageröhren im norddeutschen Raum. Die alte Tongrube ist noch auf einem anderen Gebiete erwähnenswert. Mehr als zweihundert Arten von Korallen, Mollusken und anderen Meerestieren der Tertiärzeit sind bisher aus dem Ton gefördert worden. In der internationalen Fachweltsind die fossilen Ablagerungen schon seit langem als 'Fauna der Twistringer Schichten' bekannt.

42. Der Ehrenburger Amtmann von Hinüber nannte in seinen 1802 verfaßten Nachrichten vom Kirchspiel Twistringen das Leinenweben als einen der Hauptnahrungszweige. Die Bauern bauten noch Flachs an, stellten Leinen daraus her und webten hiervon Tuche. Um schönere Stoffe zu bekommen, vertrauten sie ihre Tuche einem Blaudrucker an. Mit Druckmodeln und Indigo, einem natürlichen blauen Farbstoff, nahm er das Bedrucken des Leinens von Hand vor. Diesen Kunsthandwerkszweig übte Ende des 19. Jahrhunderts Heinrich Spils noch im Hause Lindenstraße 21 aus. Der Sohn und Nachfolger Friedrich, hier um 1910 mit der Familie, führte den Blaudruck nicht weiter. Sein Tod in den Jahren des Ersten Weltkriegs führte bald zum Ende der 'Dampf-Färberei & chem, Wasch-Anstalt'.

43. Waschtag im Lehrerhause in Heiligenloh Anno 1905. Die tags zuvor in Sodawasser eingeweichte und dann im Waschkessel gekochte Wäsche wurde in den hölzernen Waschtrog gegeben. Nun begarm die eigentliche Wascharbeit. Der Schmutz mußte aus der heißen Wäsche geklopft oder gerieben werden, gewiß keine Arbeit für empfindliche Hände! Oft engagierte man für diese Tätigkeit eine Waschfrau. Das zum mehrfachen Spülen reichlich benötigte Wasser entnahm man dem Brunnen, der auf jedem Dorfgrundstück anzutreffen war. Wie bei vielen anderen Höfen zeugen auch auf dem Gelände des ehemaligen Küsterhauses heute noch die alten Sandsteinbrunnenringe von der Wasserversorgung vergangener Tage.

Gruss aus Mörsen.

44. Dieser 'Gruss aus Mörsen' wurde 1913 verschickt. Er zeigt die Gaststätte Bruns mit ihrem Volksgarten, die weit über Mörsen hinaus beliebtes Familienausflugsziel war. Auch größere Feste der Twistringer Vereine hielt man am häufigsten hier ab. Zwar fehlte der Gastwirtschaft bis in die zwanziger Jahre ein Saal, doch bot der Garten viel Platz, auch für ein Veranstaltungszelt. In den zwanziger und dreißiger Jahren spielte hier die Harnrnann'sche Kapelle in einer Drei-Mann-Besetzung am Sonntagnachmittag zum Tanz auf. Viele Twistringer Backfische zog es dann in Bruns' Gaststätte. Sie brannte 1976 nieder und wurde nicht wieder aufgebaut.

6reQe, Mörsen bel Twistringen (Hann.)

45. Hinter der Bahnlinie in Mörsen unterhielt Fritz Greve bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges einen Geflügelhof. Neben den Weißen Wyandotten und den Rebhuhnfarbigen Italienern wurden acht weitere Rassen gezüchtet. Für jede von ihnen stand ein eigenes Hühnerhaus zur Verfügung. Auch die Aufzuchtstation hielt die einzelnen Rassen streng voneinander getrennt. Die Wärme von Petroleumlampen ersetzte damals den Küken die feWende Glucke. Fritz Greve beschickte mit seinen Tieren Ausstellungen, unter anderen in Berlin und Dresden. Hier konnte er 1913 die höchste Auszeichnung für die beste Gesamtleistung, den Kronprinzen-Preis, erringen. Für einen prämierten Hahn wurden ihm einmal dreihundert Goldmark geboten!

46. Als erste Ortschaft im katholischen Kirchspiel Twistringen gründete Scharrendorf zusammen mit Stöttinghausen im Jahre 1903 einen Schützenverein. Die Schützenfeste wurden bei Vereinswirt Keuling gefeiert, das Königschießen fand auf dem Beuke'schen Hofe statt. Anläßlich des l Ojährigen Bestehens wurde auf dem Schützenfest am 4. und 5. Mai 1913 eine Vereinsfahne geweiht. Bereits ein Jahr vorher hatte man H. Tabens, Th. Stubbe und H. Meyer zu Fahnenträgern gewählt. Schützenkönig im Jubiläumsjahr war Gerhard Tabens. Er durfte im Festzug einen Schimmel reiten. Besonders stolz war er auf seine sechzehn Ehrendamen, doch mußte er sie auch an beiden Festtagen beköstigen.

47. In den zwanziger Jahren hielt der Fußball auch in Scharrendorf seinen Einzug. Hinter dem 'Germania-Hotel' (heute Scharrendorfer Krug) wurde ein Sportplatz angelegt. An der ersten Punktspielrunde nahm folgende Mannschaft teil (von links): Stürmer: Heinrich Putjenter. Bernhard Westermann, August Heuermann, Franz Beuke, Heinrich Rohlfs und Georg Bultjer; Verteidiger: Ernst Westermann und Franz Kramer und Torwart Georg Rohlfs. Der Torwart stand damals wirklich in einem 'Kasten'. Ein Lattengerüst, mit Maschendraht überspannt, bildete das Netz. Im Jahre 1946 lebte der Fußballsport in dem SV Mörsen-Scharrendorf wieder auf.

48. Diese Ansicht soll die Schankwirtschaft, Kolonialwaren- und Eierhandlung Bernhard Schütte in Stelle-Bocke1skamp bereits vor 1914 geboten haben. Des Sommers richtete der Wirt auch Feste aus. Auf einer benachbarten Weide fanden die Tanzvergnügen in einern Zelt statt. Meistens war es so klein, daß immer nur ein Teil der Tanzwilligen das Tanzbein schwingen konnte. Deshalb wurde der Ordnung halber ein Teil der Gäste durch einen Strick von denen getrennt, die Platz auf der Tanzfläche fanden. Die Wartenden konnten unterdessen um das Zelt schlendern, ehe zum nächsten Tanz für sie aufgespielt wurde. Stelles einzige Gaststätte ist heute irn Besitz der Familie Nölker-Röseler.

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