Twistringen in alten Ansichten

Twistringen in alten Ansichten

Auteur
:   F. Kratzsch und Otto Bach
Gemeente
:   Twistringen
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2819-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Twistringen in alten Ansichten'

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Wlih. Vossrnann, Gast of.

Köbbinghausen

49. Um die Zeit des Ersten Weltkrieges sah Voßmanns Gasthof in Köbbinghausen, die einzige Gaststätte dort, so aus. Wer die abgebildeten Personen sind, läßt sich leider nicht mehr feststellen. Vor dem Lattenzaun (in der linken Bildhälfte) stand ein Futtertrog für ausgespannte Pferde bereit, wie er vor vielen Dorfkrügen zu finden war. Der Fachwerkbau, auf dessen Erhaltung man heute sicherlich größeren Wert gelegt hätte, mußte 1922 einern Neubau weichen, Das Dorfgasthaus war früher mehr, als es dies heute ist, Stätte der Unterhaltung, Geselligkeit und des Nachrichtenumschlages.

Oruss aus Twistringen ~·a enmihle Abbeuhau en

so. Die Wasserrnühle in Abbenhausen wurde bereits in amtlichen Schriftstücken des 18. Jahrhunderts erwähnt, Das auf dem Bild noch sichtbare Wasserrad zum Betreiben der Mühle an der Delme blieb bis in die zwanziger Jahre erhalten. Mühlenbesitzer Feldermann erlaubte für ein paar Pfennige das Baden im Mühlenteich und stellte für das Umkleiden den Bretterverschlag rechts im Bild zur Verfügung. Als Anfang der dreißiger Jahre die Mühle abbrannte und Feldermann zu einem Wiederaufbau die Mittel fehlten, ging das Anwesen in den Besitz der Familie Surmann liber. Sie richtete die Mühle wieder her. Heinrich Surmann betreibt noch heute dort das Müllerhandwerk.

51. Um 1903 stellten sich zweiundfünfzig Kinder der Schule Brümsen zum Gruppenfoto, in ihrer Mitte Lehrer Franz Gerkmann. Eine Dreiviertelstunde betrug der längste Schulweg. Die Anfänge der Schule Brümsen dürften im 17. Jahrhundert liegen. Um die Jahrhundertwende mußte der Lehrer auch für die Feuerung in der Schule sorgen, wofür jedes Kind jährlich eine Mark zahlte. Die schlechte Bezahlung ihrer Lehrerstellen im Raum Twistringen war häufiger der Grund für den Wechsel der Stelleninhaber. Mit Vorliebe wanderten sie in die aufstrebenden Städte des Rheinlandes oder Westfalens. Neben einer besseren Bezahlung fanden sie dort oft bessere Arbeitsbedingungen vor, Das war auch der Hauptgrund für den Weggang Gerkmanns im Jahre 1905.

52. Knapp 4500 sonntägliche Besucher ließen Twistringens St.-Anna-Kirche zu klein und eine Entlastung unumgänglich werden. Für eine Kirche der Gemeinden Alten- und Neuenmarhorst brachte ein Sammelverein einen Großteil des nötigen Geldes zusammen. Fleißige Hände besorgten den Abbruch und die Reinigung von etwa lOO 000 Steinen der HenckeMühle in Heiligenloh, die ab 1920 dem Bau der St.-Marien-Kirche zugute kamen. Den 16. August 1921 weihte Pastor Wellermann aus Twistringen die Kirche feierlich ein. Am selben Tag übernahm Pastor Riese die Gemeinde. Die Inneneinrichtung des Gotteshauses stifteten einige Bürger. Zwei Granatenhülsen ersetzten die zunächst noch fehlenden Glocken. In den zwanziger Jahren entstand auch diese fotografische Aufnahme der Kirche.

Kirche und ? Kriegetdenkmal

Klempnergeschäft Joh. Voss

Geschäftshaus F. PI.i"'er

53. Noch recht dörflich präsentiert das Foto aus dem Jahre 1910 die Ortsmitte des Kirchdorfes Heiligenloh. Zu jener Zeit lagen westlich der Beeke, die den Ort in zwei Siedlungsbereiche teilt, hauptsächlich landwirtschaftliche Betriebe, östlich davon ein großer Meierhof, die Kirche und die Schule. Um die Kirche gruppierten sich die Gaststätten, die meistens noch mit einem anderen Gewerbe verbunden waren. Der Kirchort hat in den letzten fünfzig Jahren durch die Ansiedlung neuer Gewerbebetriebe, die Erschließung neuer Wohngebiete und die Errichtung eines Grundschulzentrums eine beträchtliche Erweiterung erfahren, seinen ländlichen Charakter jedoch in wohltuender Weise bewahren können.

54. Erstmalig irn Jahre 1926 kam es zwischen der Kreisverwaltung und den Anliegern der Kreisstraße 1 in der Ortsrnitte von Heiligenloh zu Verhandlungen über eine Verbreiterung der Ortsdurchfahrt. Das Ergebnis war der Beschluß zum Abbruch der von den Familien Martens und Dummeyer bewohnten Häuser (auf dem Bild links der Straße). Vierzig Jahre später wurde die Straße erneut verbreitert. Die alte Friedhofsmauer, Vorgärten und eine fast hundertjährige Eiche mußten weichen, urn die Kurven zu entschärfen. Durch diese Maßnahme ist der Verkehr übersichtlicher und leider auch schneller, das Ortsbild jedoch in einem Dorfe, das in dem Wettbewerb 'Unser Dorf soll schöner werden' auf Bezirks- und Landesebene wiederholt prämiert worden ist, um einiges ärmer geworden.

55. Bis zur allgemeinen Verbreitung des Automobils war es üblich, daß die Kirchenbesucher von den Außendörfern auf dem Wege zur Pfarrkirche in Heiligenlob die Kutsche benutzten. Zum Ausspann und zum sonntäglichen 'Klönschnack' bevorzugten die einzelnen Dörfer bestimmte Gastwirtschaften: Natenstedt und Bockstedt den 'Bockstedter Hof', Borwede und Ellinghausen die Gaststätte und Bäckerei Bitter (unser Foto), Ridderadé und Stophel die Gaststätte Ellerhorst, Lerchenhausen, Ellerchenhausen und Bissenhausen die Gaststätte und Krämerei Bollweg. Alle Gaststätten lagen in unmittelbarer Nähe der Kirche.

56. An einem Sonntagnachmittag im Juli 1905 zündete ein Blitz das Dach des Heiligenloher Kirchturms an, Da die Handdruckspritzen das Wasser nur bis zu den Schallöchern drücken konnten, brannte der Dachstuhl völlig nieder. Auch das Gebälk, das die beiden Glocken trug, wurde von den Flammen erfaßt. Laut krachend stürzten die schweren Glocken auf den Boden des Turmes, Die Feuerwehrleute des Löschverbandes Heiligenloh-Bockstedt und die Freiwillige Feuerwehr Borwede mußten sich darauf beschränken, ein Übergreifen des Brandes auf das Kirchenschiff und die Nachbargebäude zu verhindern. Am Tage nach dem Brand hängten sie die Schläuche auf dem Kirchendach zum Trocknen auf.

57. Das Innere der Heiligenloher Kirche erfuhr im Jahre 1896 eine grundlegende Veränderung. Die sechzig Jahre zuvor im klassizistischen Stil errichtete Wand im Chorraum mit dem Kanzelaltar wurde wieder entfernt, desgleichen die beiden Seitenpriechen. Die bei den Umbauarbeiten teilweise freigelegten Deckenmalereien, wahrscheinlich die Arbeit eines Handwerkers aus dem 17. Jahrhundert, erhielten durch den Provinzialkonservator das Prädikat: 'äußerst roh, das Figürliche durchweg verzeichnet.' Sie wurden übertüncht oder abgekratzt. Heute wird die frühgotische Kirche insbesondere wegen ihrer schlichten Schönheit gerühmt.

58. Bereits in einem Verzeichnis aus dem 14. Jahrhundert sind zwei Wasserrnühlen in Heiligenloh aufgeführt. Bis zur Entwicklung neuer Antriebstechniken blieben sie die einzigen Mühlen im Heiligenloher Kirchspiel. Wichtige Verbindungswege zwischen den Außendörfern und dem zentralen Kirchort wurden an den Mühlen vorübergeführt. Die Straße, an der die hier abgebildete Harrns'sche Wassermühle liegt, heißt noch heute 'Mühlendamm' . Diese Mühle ist schon seit mehr als fünfzig Jahren nicht mehr in Betrieb. Das Mühlenhaus ist verkauft, von dem jetzigen Besitzer jedoch mit Bedacht renoviert worden, so daß der ehemalige Charakter des Gebäudes erhalten geblieben ist.

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