Twistringen in alten Ansichten

Twistringen in alten Ansichten

Auteur
:   F. Kratzsch und Otto Bach
Gemeente
:   Twistringen
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2819-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Twistringen in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

59. Weil das Wasser der Heiligenloher Beeke zuweilen nur spärlich floß, konnte der Henckemüller seine Wassermühle nicht immer betreiben. Er ließ daher 1874 hinter seinem Hause eine Windmühle errichten. Das stattliche Bauwerk regte den Lehrerssohn August Kuckuck 1905 zu folgenden lyrischen Versen an:

Es ist so still, kein Luftzug weht, stumm liegt der Teich, die Mühle steht.

Ein heimlich Klingen fiillt die Luft und misebt sicb mit dem Blumenduft.

Auf weichem Fliigel durch den Raum goldschimmernd fliegt ein Sommertraum und spinnet rings mit zarter Hand den Mittagszauber iibers Land.

60. Im Harms'schen Branntweinkeller in Heiligenloh - 1905. Bei einem Termine auf dem Amtsgericht Freudenberg (Bassum) erklärte Diedrich Harms im September 1860: Die frûher in einem Nebengebdude durch Kellermann betriebene Brennerei wird jetzt von mir fortgesetzt und brenne ich jährlich durchschnittliclt etwa 50 oxhovte (= 225 Liter) Branntewein aus Getreide. Ich mache jährlich etwa 6 Stiick Rindvieh und 4 Schweine von der Schlempe fett. Ich verbrenne [ast nur eigenes Getreide. Seitdern haben sich Kapazität und Angebot der Brennerei beträchtlich ausgeweitet.

Innerhalb des Stadtgebietes entstand im Jahre 1932 ein weiterer Brennereibetrieb aus dem Hofe des Landwirts Hart jens in Stöttinghausen.

61. So wie hier auf der Dorfstraße in Rüssen waren früher täglich zehn Fuhrleute schon früh unterwegs, um die 20-Liter-Kannen zur Molkerei in Heiligenloh zu bringen. Im Jahre 1924 erhielt der Milchfuhrmann Böning aus Rüssen dafür pro Tag 3,30 Reichsmark. Für die fünfundsechzig Genossen bestand damals die Pflicht, die gesamte Milchproduktion an die Molkerei abzuliefern. Andernfalls konnten sie den Statuten gemäß mit Strafen belegt werden. Im Jahresdurchschnitt wurde für ein Liter Vollmilch damals 13 Pfennig, für ein Liter Magermilch 3,5 Pfennig vergütet. Das Pfund Butter konnten die Genossen für 1,67 Reichsmark einkaufen. Die im Jahre 1901 gegründete Molkereigenossenschaft Heiligenloh ging 1968 in der MAG Bremen auf.

62. Der schon im Jahre 1869 nachzuweisende Männer-Gesangverein Heiligenloh pflegte nicht nur das deutsche Volkslied, sondern bemühte sich unter seinem Dirigenten Dietrich Stöver auch um die Erhaltung des niederdeutschen Sprachgutes. Im Jahre 1913 wurde Karl Meyers plattdeutsches Bauernstück 'Dörpswies' einstudiert. Am ersten Ostertag war Premiere in Behrens Saal (jetzt Humpe). Vorher ließen sich die Akteure auf Wedermanns Hof fotografieren. Zweimal mußte die Aufführung wiederholt werden. Der Kassierer verbuchte einen Reingewinn von vierhundert Goldmark. Das gleiche Stück wurde 1927 noch einmal angeboten. Nach drei Aufführungen in Heiligenloh gab es auch eine Vorstellung in der Centralhalle in Bremen.

63. Die Lehrer Stöver und Rösche mit der Oberstufe Heiligenloh - 1912. Die Schule in Heiligenloh galt in den Kirchspieldörfern als 'Hauptschule'. Bis auf die Borweder mußten früher alle Eltern die Kinder im Konfirmandenalter zum Unterricht nach Heiligenloh schicken, Das Amt des ersten Lehrers war bis 1944 mit dem Organistendienst in der Kirche verbunden. Bis vor wenigen Jahren war die 'alte Schule', in der der Küsterlehrer seine Wohnung hatte, irn Besitz der Kirche. Im Jahre 1895, als ein zweites Schulhaus, die 'kleine Schule', gebaut worden war, wurde eine weitere Lehrerstelle eingerichtet. Der erste Lehrer erhielt damals 1 565 Mark, sein Kollege 1 000 Mark Jahresgehalt. Die im Jahre 1970 neu errichtete Grundschule nimmt heute alle Grundschüler der enemaligen Gemeinden Heiligenloh, Natenstedt, Rüssen und Bockstedt auf.

64. Fünf Kilometer südlich des Twistringer Stadtkerns liegt das alte Bauerndorf Borwede. Um 1900, als diese Ansichtskarte entstand, gab es dort fünfundvierzig Häuser mit rund 425 Einwohnern. Diese waren mehr oder weniger alle in landwirtschaftlichen Betrieben tätig. Treffpunkt der Dorfbewohner war bis 1905 Hoopmanns Gaststätte mit Kegelbahn (heute Heimsoth). Hier kamen auch die Mitglieder des Schützenvereins und der Freiwilligen Feuerwehr (1901 beziehungsweise 1902 gegründet) zusammen. Später verlagerte sich der Dorfkrug in Wittes Gasthof an der Chaussee Brernen-Osnabrück. Die auf unserem Foto abgebildete Schule war 1890 erweitert worden und nahm damals siebzig Kinder aus Borwede und Ridderade auf.

65. Bereits irn Jahre 1696 wurde den Borwedern das Recht eingeräumt, für die Kinder bis zum Konfirmandenalter einen eigenen Schulmeister zu halten. Der Unterricht fand in den Stuben der Bauernhäuser statt. Um dieser Reiheschule ein Ende zu bereiten, mietete Schulmeister Martens 1765 ein Backhaus und richtete es als Schulstube ein. Als er darin auch einen Krug aufmachte, wurde ihm dies verboten, weil er seine Krügerei auch während der Schulzeit betrieb. Ein Schulhaus wurde erstmalig 1820 gebaut, 1862/1864 folgte ein massiver Neubau, der später erweitert wurde. Da die Borweder Kinder seit 1970 die Grundschule in Heiligenloh oder das Schulzentrum in Twistringen besuchen, hatte man für das Schulhaus keine Verwendung mehr. Es wurde 1974 abgerissen.

66. Im Jahre 1893 wurde in dem Bauerndorf Borwede ein Gesangverein gegründet. Fast aus jedem Hause kamen Bauer und Bäuerin wöchentlich einmal zum Singabend. Einen anderen Verein gab es damals in Borwede noch nicht. Die Aktivitäten des Gesangvereins standen in direktem Zusammenhang mit den musikalischen Qualitäten des jeweils in Borwede tätigen Lehrers, denn dieser war auch immer der Dirigent. In den zwanziger Jahren wurde unter Lehrer Baedeker das gesellige Leben mehr durch den Sportverein bestimmt. Theaterstücke wurden einstudiert und auch in den umliegenden Ortschaften aufgeführt. Als die Arbeit im SV Borwede nach 1930 zum Erliegen kam, wurden unter Lehrer Duensing die Sänger wieder aktiv und setzten die kulturelle Arbeit im Dorfe fort.

67. Einrnal im Jahre tauchte in den Häusern unserer Dorfgemeinden - so wie auf unserem Foto August Meyer aus Stophel - der Holzschuhmacher auf, Sein Werkzeug trug er in einern Kasten auf dem Rücken mit sich: für die gröberen Arbeiten den Dessel, zum Aushöhlen verschiedene Löffelbohrer und Löffelmesser und zum Glätten das Zugmesser. Für jeden Hausbewohner wurden dann nach Maß bis zu drei Paar 'Holschen' angefertigt. Das Holz stellten die Bauern selbst, in Ridderadé vorwiegend Birke. Damit die Schuhe keine Risse bekamen, wurden sie nach der Fertigstellung in einem Waschkessel gekocht, dann langsam an der Luft getrocknet.

68. Im Jahre 1923 haben die Ridderader Kinder eine eigene Schule. Als es der Ortschaft Ridderade nach 90jährigem vergeblichem Bemühen endlich gelungen war, die Genehmigung zum Bau einer dorfeigenen Schule zu erhalten, schrieb man das' Jahr 1922. Die Währung verfiel ständig, und ab September 1923 mußten die Baukosten mit dem Staatshochbauamt wöchentlich abgerechnet werden. Die letzte von sieben Abrechnungen wies einen Endbetrag von 866 Billionen aus. Wenn die Ridderader nicht selbst tatkräftig beim Bau mitgeholfen hätten, wäre der Schulbau so schnell wohl nicht vollendet worden. Im Jahre 1967 wurde die einklassige Schule für die Kinder aus Ridderade und Stophel aufgelöst.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek