Twistringen in alten Ansichten

Twistringen in alten Ansichten

Auteur
:   F. Kratzsch und Otto Bach
Gemeente
:   Twistringen
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2819-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Twistringen in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

69. Lehrer Heinrich Gils und seine Natenstedter Schüler - 1894. Mehr als sechzig Jahre lang waren die Natenstedter Kinder in Bauernstuben und zuletzt in einer umgebauten Schmiede unterrichtet worden. Am Sonnabend vor Pfingsten im Jahre 1893 konnte Pastor Kunhardt endlich ein eigenes Schulhaus für Natenstedt einweihen. Die Gesamtkosten für den Schulbau betrugen 8 642 Mark. Außerdem leisteten die Schulinteressenten folgende Hand- und Spanndienste: Ausschachten, särntliche Erdbewegungen, Anfuhr von Sand und Lehm. Zur Deckung der Unkosten wurde bei der Amtssparkasse in Bassum ein Kredit von 3 600 Mark aufgenommen (4% Zinsen, 2% Tilgung).

Gruß aus Lerchenhausen, Post Heiligenloh

Restauration "Zum Jägerheim". Inh. Hr. Klöcker

70. Längst sind die Zeiten vorbei, wo ein schattiges Plätzchen vor Klöckers Gasthof in Lerchenhausen die Vorüberziehenden zum Verweilen einlud. Die Gaststätte hatte an der Kreuzung der Landstraße Twistringen-Vechta mit dem Natenstedter Kirchweg eine ideale Lage. Später bildete sie, nachdem Uhlhorn's Ausschank aufgegeben war, die einzige Gastwirtsohaft in der Gemeinde Natenstedt. Hier fanden alle Versammlungen statt, hier konnte man einkaufen und auch seine Post aufgeben. Der Wirt war jahrzehntelang Gemeindevorsteher. Heute steht hinter dem Hause, wo das Foto aus dem Jahre 1925 eine Hecke zeigt, die Halle des Schützenvereins.

71. Jedem Besucher des Dorfes Natenstedt fallen heute die gepflegten großen Bauernhöfe in der Ortsmitte auf. Früher waren diese Häuser mit Stroh gedeckt und häufig von Feuersbrünsten bedroht. Schlimm waren die Folgen eines Brandes am 17. Mai 1919. Bei starkem Winde breitete sich das Feuer schnell aus. Vom Meyer'schen Hofe ausgehend, flogen Funken, brennende Strohfetzen und heiße Speckseiten mehrere hundert Meter weit und setzten umliegende Häuser in Brand. Papes Hof brannte völlig ab, desgleichen die Scheune und das Backhaus von Aukamp. Auch Iserns Haus (unser Bild) wurde vom Feuer erfaßt, beherzte Hausbewohner und Nachbarn erstiegen jedoch das Dach und konnten das an einigen Stellen schon brennende Strohdach wieder löschen,

72. Nicht nur auf den alten Flurkarten, sondern auch im Bewußtsein der Großväter ist die Erinnerung an die großen Heideflächen, die früher unsere Dörfer umgaben, lebendig geblieben. In dem kleinen Bauerndorf RUssen gab es vor hundert Jahren noch tausend Schafe. Die Heidegebiete waren auch Grundlage für die Bienenzucht. Fast in jedem Dorfe fand sich ein Bauer - so wie auf diesern Foto Heinrich Stöver in RUssen - der sich neben der Arbeit auf dem landwirtschaftlichen Betrieb noch die Zeit nahm, seine Immen zu versorgen. Die Heideflächen sind heute - auch in den Sandgebieten - in Ackerland verwandelt. Die wenigen noch verbliebenen Imker bringen ihre Bienenkästen zur Heideblütenzeit gern in die Hochmoorgebiete am Südrande der Stadt.

73. Im Jahre 1829, zehn Jahre nach der Aufnahme geregelten Unterrichts, wurde in Rüssen ein Schulhaus errichtet. Als Lehrer waren stets Junggesellen tätig, die von den Bauern reihum beköstigt wurden. Erst Lehrer Hoppe konnte sich von dem Reihetisch lösen. Er schrieb 1889 über eine Familie, die in der Schule als Mieter wohnte: Hdusling Ohlendieck leistet mir nicht nur in dem gesondert in einsamer Gegend gelegenen Schulhause Gesellschaft, sondern ich esse bei ihm, er bebaut fiir mich das zur Schulstelle gehörige Ackerland, er übernimmt in Krankheitsfdllen meine Pflege, die Frau desselben besorgt meine Wäsche und sonstige Kleinigkeiten. Als im Jahre 1914 ein neues Schulhaus mit einer geräumigen Lehrerwohnung gebaut worden war, wurde das alte verpachtet.

74. Abseits des Dorfes Rüssen, von mächtigen Eichen und Buchen umgeben, liegt die sagenumwobene Essemühle. Jahrhundertelang diente sie ausschließlich der Befriedigung des Mahlbedarfs der Landbevölkerung. Von 1908 bis 1959 speiste sie außerdem ein Elektrizitätswerk, Mit Hilfe von zwei Dampfkesseln wurde so viel Gleichstrom erzeugt, daß die umliegenden Ortschaften beiderseits der Hunte mit Elektrizität versorgt werden konnten. Zur Essemühle gehört ein großer landwirtschaftlicher Betrieb. Schon irn Mittelalter nahm der Essemillier als 'Jagd- und Reitmeier' bei den Diepholzer Grafen eine Sonderstellung ein.

75. Die Westgrenze der Stadt wird durch die Hunte gebildet. In vielen Windungen schlängelte sich der Fluß hier früher träge durch feuchte Wiesen. Vom hohen Ufer streekten Erlen, Pappeln und Weiden ihre Schatten spendenden Äste über das Wasser. Ein Paradies für Angler und Paddler! Mehrmals im Jahre trat der Fluß über die Ufer, sehr zum Leidwesen der Wiesenbauern im Huntetal. In den fünfziger Jahren wurde der Flußlauf zwischen Barnstorf und Wildeshausen begradigt und damit um ein Drittel verkürzt. Acht Stauwehre regeln den Wasserstand. An die romantische alte Hunte erinnern heute noch einige tote Arme bei Rüssen.

76. Keine Probleme mit der Wärmeenergieversorgung kannten unsere Vorfahren am Rande des großen Wietingsmoores. Jeder Grundbesitzer hatte seine kleine Parzelle auf dem Moore, wo er zum Torfstechen berechtigt war. Wenn die warme Frühlingssonne das Moor ausreichend abgetrocknet hatte, begann die Arbeit in den Torfkuhlen. Viele fleißige Hände wurden zum Stechen, Transportieren und Aufstellen der nassen Torfsoden benötigt. Dafür gab es besonders kräftige Mahlzeiten: Mit Eiern und Schinken wurde nicht gespart. Beim Einfahren des getrockneten Torfes sah man noch häufig - so wie hier in Ridderade - Kühe vor dem Torfwagen. Erst später konnte man sich überall Ochsenoder Pferdegespanne leisten.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek