Unna in alten Ansichten Band 2

Unna in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Willy Timm
Gemeente
:   Unna
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2855-1
Pagina's
:   128
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Unna in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

In zwei Bildbänden des Verlages Europäische Bibliothek in Zaltbommel, 'Unna in alten Ansichten' und 'Kennt Ihr sie noch ... die Unnaer', hat der Verfasser seine Heimatstadt Unna und ihre Menschen in alten Ansichtspostkarten und dokumentarischen Fotografien vorstellen können. Beide Büchlein fanden bei Bürgern und Freunden der Stadt Unna einen solchen Anklang, daß der Verlag von beiden Titeln bereits mehrere Auflagen nachdrucken mußte. Gern folgte deshalb der Verfasser dem Wunsch des niederländischen Verlages, einen weiteren, zweiten Band 'Unna in alten Ansichten' zusammenzustellen, den Sie nun fertig in der Hand halten.

Die Auswahl der Bilder bestimmte vielfach der Zufall, was gerade vorhanden oder greifbar war. Zeitlich reichen die Ansichten vom Ausgang des 19. Jahrhunderts bis in die fünfziger Jahre unseres 20. Jahrhunderts. Sie bieten eine Mischung aus Stadtansichten, Gruppenaufnahmen und solchen Fotos, die aus aktuellem Anlaß enstanden sind.

Schon am 5. September 1930 hatte die Unnaer Zeitung 'Hellweger Anzeiger und Bote' einen Bericht über heimische Ansichtspostkarten veröffentlicht. Darin war zu lesen: Unna bietet für die bildliche Heimatpropaganda auf der Ansichtskarte eine Fiille dankbarer Motive, da die Stadt reich an landschaftlichen Reizen ist und in glûckiicher Synthese von Altem und Neuem viel typisch Anheimelndes des ehemaligen landstädtischen Charakters bewahrt hat...

Doch hat sich der Bearbeiter bemüht, mit diesem Buche nicht nur schöne Erinnerungsbilder an das vertraute alte Unna zu liefern, sondern auch versucht, mit den Abbildungen die gesellschaftliche, städtebauliche und kulturpolitische Entwicklung der Stadt zum Ausdruck kommen zu lassen. Wie weit ihm das gelungen ist, mag der Betrachter und Leser entscheiden. Die den einzelnen Bildern beigegebenen Texte sollen möglichst viel Information zum Dargestellten und dessen Umfeld liefern; sie entsprechen dem jüngsten Stand der stadtgeschichtlichen Forschung, in vielen Fällen wurden selbst die Originalquellen im Stadtarchiv Unna oder die Unnaer Zeitungen mit zu Rate gezogen. Zu vielen Bildern hätte der Bearbeiter weit mehr sagen können. Doch waren ihm hier platzmäßig Grenzen gesetzt. Dafür hat er aber Bezüge zu den beiden vorangegangenen Bildbänden hergestellt; die in den Bildtexten auftauchenden Zahlen (wie 1/25) oder (K/72) verweisen auf Abbildungen im ersten Band von 'Unna in alten Ansichten' und bei K in 'Kennt Ihr sie noch ... die Unnaer'.

Das historische Geschehen in Unna vom zeitlichen Beginn der Bildfolge bis um 1930 hat der Verfasser schon im Vorwort zum ersten Band kurz dargestellt. Die Zeit danach sei hier in wenigen Worten skizziert. Auch der Stadt Unna blieben jene zwölf Jahre des 'Tausendjährigen Reiches' nicht erspart mit Krieg und entbehrungsreicher Nachkriegszeit. 1934/1938 entstand an der Iserlohner Straße die heutige Hellweg-

Kaserne; im Norden Unnas, an der Kamener Straße, begann 1937 der Bau des Heereszeugamtes, das gerade in der letzten Kriegszeit Ziel mehrerer amerikanischer Luftangriffe wurde. 1940 wurde die Saline Königsborn stillgelegt, im nächsten Jahr schloß auch das Bad Königsborn für immer seine Pforten. Fünf Jahre nach Kriegsende feierte Unna 1950 sein 700jähriges Stadtjubiläum. Historisch wäre dieses Ereignis zwar erst einige Jahrzehnte später anzusiedeln gewesen, doch in dieser frühen Nachkriegszeit half es, die alteingesessene Bevölkerung mit den durch die Kriegsereignisse hierher verschlagenen Vertriebenen und Flüchtlingen, besonders aus den deutschen Ostgebieten, näher zueinander zu bringen und diesen Neubürgern ein neues Heimatgefühl in noch fremder Umwelt zu geben.

Ein wichtiges Ereignis der jüngeren Unnaer Geschichte bildet die kommunale Neuordnung des Kreises Unna am 1. Januar 1968, durch welche elf bisher selbständige Landgemeinden der Stadt Unna eingegliedert wurden. Einige Bilder dieses Bandes nehmen darauf Bezug,

Zu bemerken sei noch, daß in diesem Band die Bilder nicht räumlich wie im ersten, sondern nach Sachgruppen geordnet sind. Das dürfte beim Betrachten und Vergleichen der Bilder gewiß manche Vorteile bieten. Ohne die freundliche Mithilfe zahlreicher Unnaer Bürger hätte der Bearbeiter diesen Band in der vorgelegten Art kaum zusammenstellen können. Für die

überlassung oder Identifizierung von Bildern, besonders der dargestellten Personen, gilt ihnen sein herzlicher Dank.

Beim Durchblättern alter Jahrgänge des 'Hellweger Anzeiger und Boten' fand der Verfasser dieses Büchleins einige Verse, die der damalige Redakteur der Zeitung Albert Schuster 1935 unter dem Titel 'In Unnaer winkligen Gassen' veröffentlicht hatte. Diese Zeilen bieten sich - ein wenig gekürzt - recht gut als Geleitwort zu dem folgenden historischen Stadtbummel in Bildern an:

Die Altstadt - Mauer mit den Wällen Umweht der feuchte Abendwind Althäuser, klein, mit engen Ställen, Teils alter Hausrat bis zum Spindl Gehst du die trauten Winkel durch, Abseits )Ion der Alltags- Woge,

Um Gassen-Beken bei der Burg,

Am Kletterpoth und Gilld'nen Troge Umfängt ein Hauch Alt-Unna dich. Und spannt sich jetzt kein Zelt )Ion Sternen,

So spiegelt seltsam heimelich Das nasse Pflaster die Latemen ...

Gut kennt so ieder ringsum [eden. So wohnte schon der Vorfahr da:

Die enge Nachbarschaft spann Fäden, Man war sich nicht nur hëuslich nah.

UNNA.

Unsere Stadt

1. Vom Sudhaus der Lindenbrauerei, die 1979 die Produktion einstellte, wurde um 1900 dieses Postkartenbild aufgenommen. Der Bliek fällt zunächst auf die beiden Häuser Nordring 48, das damals der Bürstenfabrik Herdieckerhoff als Büro und Lager diente, und Massener Straße 29, das wenig später abgebrochen wurde. Dahinter ragt die 1848 erbaute Heiliggeistschule (1/47) ernpor, die 1970 abgebrochen wurde, Hoch überragt der Turm der Stadtkirche die alte Stadt. Die alte St-Katharinen-Kirche ist ganz links im Bilde zu erkennen, während der Schornstein in der Bildmitte zur früheren Zeche Hellweg gehörte,

2. Dieser Kartengruß aus Unna in Westfalen datiert aus dem Jahre 1898. Das Hauptbild zeigt den schon vorn vorigen Bild bekarmten Bliek vorn Sudhaus der Lindenbrauerei auf die Stadt, ein Motiv, das die damaligen Postkartenrnacher gern benutzten (I/I, 2, 104). Links sind drei Details aus dem Königsborner Kurpark abgebildet: Oben und unten der Schwanenteich, in der Mitte der Goldfischteich mit der Dornsteingrotte. Das runde Mittelfeld zeigt die Schaufensterfront des 'Riesen-Basar S. Plaut' im Hause Massener Straße 15 (ll/30).

3. Auch dieser 'Gruss aus Unna i.W.' wurde bereits im Jahre 1898 von der Post befördert, Umrahmt von den beiden Kirchen, links der evangelischen, rechts der 1934 abgebrochenen alten katholischen, soli die hier wiedergegebene Gesamtansicht der 1979 stillgelegten Lindenbrauerei gewiß Unna als Bierstadt dokumentieren. Neben dem Bild des Marktes ist eine Ansicht des 1894 eröffneten städtischen Schlachthofes an der Heliwegstraße zu sehen. Die Schornsteine dahinter gehören aber nicht, wie irrtümlich angegeben, zur Zeche Friederike, sondern zum Schacht Hellweg, östlich des Unnaer Bahnhofs, dessen Stationsgebäude auf dem unteren Bilde zu sehen ist.

4. Stadtgraben, Wall und Mauer umwehrten die mittelalterliche Stadt Unna. Befestigte Stadttore öffneten sie dem Verkehr, und starke Wehrtürme halfen, sie gegen äußere Feinde zu sichern. Der Stumpf des 1475 erbauten Eulenturms, der auf diesem, um 1910 entstandenen Foto zu sehen ist, gilt als das mächtigste Zeugnis mittelalterlicher Wehrhaftigkeit. Im 18. Jahrhundert diente er zeitweilig als Gefängnis, später der preußischen Garnison als Pulvermagazin. Im vorigen Jahrhundert wurde sein oberes Geschoß mit dem Spitzdach abgebrochen, damals auch sein ursprünglicher Name 'Oelckenturm' (= Iltisturm) durch falsche Verhochdeutschung in 'Eulenturm' umgewandelt. Seit 1983 ist das Turminnere in das neuerrichtete Restaurant der Gesellschaft 'Societät' einbezogen, das den traditionellen Namen 'Oelckenthurm' führt.

UNNA i. W.

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5. Ein interessanter Bliek auf die Stadt Unna bietet sich vom Obergeschoß des Schulhauses an der Bornekampstraße, wie auf dieser Ansichtskarte aus der Zeit um 1930 zu sehen ist, Vorn rechts im Bild ist noch ein Teil der städtischen Bleiche (II/38) mit dem Wäschemangel-Häuschen zu sehen, Hinter den Bäumen des Südrings führt der schon längst verfüllte Stadtgraben entlang. Auch haben sich hier noch einige Partien von Wall und Mauer der mittelalterlichen Stadtbefestigung erhalten, ganz links sieht man den Stumpf des Eulenturms, Die kleinen Fachwerkhäuschen des Südwalls aus der Mitte des 18. Jahrhunderts lugen nur mit ihren roten Dächern über die Bruchsteinmauer hervor.

6. 'Wie die Küken um die Glucke, so drängen sich die kleinen Fachwerkhäuser um die machtige Stadtkirche', WaI ein Redensart im alten Unna, die mit diesern, vor 1900 aufgenommenen Foto anschaulich bewiesen wird. Da sieht man links den alten Südwall mit dem Friedrichschen Haus, dann, durch den Baum verdeckt, die Hufnagelsche Besitzung und rechts daneben das Anwesen des Ackerers Lategahn, während der helle Giebel zur Gastwirtschaft Winterkamp an der Wasserstraße gehört. Die nächsten Häuser nach rechts an der Wasserstraße gehörten Gustav Grote, während rechts im Vordergrund die Gebäude der Spedition von Eduard Pähler liegen. Alle diese Häuser mußten in den sechziger und siebziger Jahren dem Verkehrsring und der Stadtsanierung weichen. Moderne Wohnbauten prägen hier heute das Stadtbild.

Alte Gassen

7. Die alte Grabengasse, Unnas schmalste Straße, verband den alten Kletterpoth mit dem Südwall. In schlichtem Fachwerk waren die kleinen Reihenhäuser, sogenannte Gademen, im 18. Jahrhundert erbaut worden. Um 1930 gehörte die linke Hausreihe der Familie Merz vom Kletterpoth, die gegenüberstehende dem Malermeister Heinrich Schröer von der Morgenstraße. Arbeiterfamilien, so die Kramers, Rusts, Haberkamps, Klostermanns, Hennings oder Melzners, wohnten hier, bis um 1970 Sanierungsmaßnahmen dieses Stück Unnaer Altstadtromantik beseitigten, Der alte Name der Grabengasse wurde auf eine neue Straße im Sanierungsgebiet übertragen.

8. Am frühen Morgen des 3. Oktober 1912 entstand diese Zeichnung vom alten Südwall mit seinen weißgetünchten Fachwerkhäuschen, Gezeichnet hat dieses Stimmungsbild der evangelische Pfarrer Friedrich Wilhelm Dittmar aus Schwelm, der am 2. und 3. Oktober 1912 an der 300jäbrigen Gedächtnisfeier der ersten märkisch-lutherischen Generalsynode in Unna teilnahm. Im Westfälischen Pfarrerbuch (Bielefeld 1980) wird Pfarrer Dittmar als 'bekannter Zeichner und Maler' bezeichnet. Das Blatt fand der Bearbeiter des Pfarrerbuches Friedrich Wilhelm Bauks in einer alten Kirchenakte.

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