Unna in alten Ansichten Band 2

Unna in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Willy Timm
Gemeente
:   Unna
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2855-1
Pagina's
:   128
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Unna in alten Ansichten Band 2'

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29. Genau fünf Jahre nach der vorigen entstand 1907 diese Aufnahme von der Köhlerschen Pfandleih-Anstalt, Das Geschäft hatte sich inzwischen vergrößert, wie die gefüllten Schaufenster beweisen. Auch dieses Mal hat sich Emil Köhler wieder mit seiner Frau ins Bild gestellt. Die große Kinderschar wird wohl des Fotos wegen aus der Nachbarschaft herbeigeeilt sein. 1912 verlegte Köhler sein Geschäft in das schräg gegenüber liegende Haus Massener Straße 12 und wandelte es in ein Konfektionshaus, insbesondere für Berufskleidung und Uniformen um, mit welchem mehrere Jahre hindurch eine Verkaufsstelle der Reichszeugmeisterei verbunden war. Unter dem Sohn Kurt wurde das Geschäft 1978 aufgegeben. Danach übernahm das Kindermodengeschäft 'bonny-shop' die Räumlichkeiten.

30. Einst stand hier an der Massener Straße 15 die Kapelle des 1315 gestifteten Hospitals zum Heiligen Geist, die 1822 an den Gastwirt Gottfried Jellinghaus verkauft wurde, dessen Schwiegersohn Carl Rasche darin eine Brauerei und Wirtschaft einrichtete. Seit Ende des 19. Jahrhunderts gehörte das Haus dem Metzgermeister Gustav Nieling, der im linken Laden sein Geschäft betrieb. In dem großen Laden befand sich vor 1900 der 'Riesen-Bazar' von Sally Plaut, danach das Galanteriewarengeschäft Arthur Heinze. Nach dessen Fortzug errichtete Nieling um 1910 ein gleiches Geschäft in diesen Räumen, das er später seinem Schwiegersohn Wilhe1m Eckardt übertrug. Das Foto entstand um 1930. Wenig später teilten sich in dem Laden ein Fahrrad- und ein Lebensmittelgeschaft, heute werden dort Freizeitmoden angeboten.

31. Das heute Friederichssche Haus Massener Straße 24 gehört zu den schönsten erhaltenen Fachwerkhäusern in der Stadt Unna. Reiche Zier trägt die Vorderfront des Hauses, Über dem mit Inschrift beschnitzten Schwellholz zum Obergeschoß wechseln Fächerscheiben mit gebogenen Fußbändern ab. Der Mittelpfosten zeigt unter einer Hausmarke die Jahreszahl des Hausbaus 1587. Der Giebel wurde bei einer Erneuerung des Gebäudes 1911 verändert. Das hier abgedruckte Bild stammt aus der gegen Ende der zwanziger Jahre herausgegebenen Postkartenserie mit Künstler-Stein-Zeichnungen der Kunstanstalt Kettling und Krüger in Schalksmühle.

32. So bot sich die Massener Straße im Jahre 1901 dar. Ob es wohl der Fotograf war, der diesen Menschenauflauf verursacht hatte? Die Bausubstanz der Straße ist im wesentlichen erhalten geblieben. Links ist noch eben das Haus des Schneidermeisters Karl Voigt zu erkennen. Daneben, im heute Scholandschen Haus, betrieb Friedrich Graumann damals eine Schuhmacherei. Jenseits der Klosterstraße befand sich im schieferverkleideten Haus die Gastwirtschaft von August Höltermann. Am ersten Hause auf der rechten Straßenseite läßt der große blecherne Stiefel das Schuhhaus Friedrich Zillch erkennen, das nach hundertjährigem Bestehen 1984 schloß, und nun von dem daraus hervorgegangenen Schuhgeschäft Pothmann fortgeführt wird.

33. Als dieses Foto Ende der zwanziger Jahre aufgenommen wurde, gehörte das Haus Gürtelstraße 2 dem Bäckermeister Wilhelm Friederichs. Er hatte es Jahre zuvor zusammen mit seinem Haus an der Massener Straße (II/31) gekauft. Neun Familien wohnten damals darin, die zum Teil durch Generationen hier seßhaft waren. Da gab es die Ebmeiers, die Mölles, die Oestrichs, Rentmeisters oder Schlarps, Vor der Haustür erkennt man mit langer Pfeife 'Opa' Klaus, der es verstand, aus Drahtenden 'Fletschen' zu basteln, die für fünf Pfennig bei den Kindern der Nachbarschaft gute Abnahme fanden. Im Erbgang gelangte das Haus später an den Sohn Dr. med. Wilhelm Friederichs, der zu Anfang der seehziger Jahre das schöne Fachwerk wieder freilegen ließ.

34. Noch zu Beginn unseres Jahrhunderts diente dieses Haus Nordring 48, ein an der Vorderfront verputzter Steinfachwerkbau, der Bürstenfabrik von Otto Herdieckerhoff als Bürogebäude. Erst um 1910 wurde es zum Wohnhaus hergerichtet. Um 1920, als dieses Amateurfoto entstand, wohnten darin die Familien Metzgermeister Theodor Bülhoff, der 1925 die Würde eines Schützenkönigs errang, Bergmann Kaspar Häseler, Lagermeister Wilhelm Ulmcke und Bergmann Hermann Zimmermann. 1930 ist als neuer Hauseigentümer der Kaufmann Wilhelm Wiemer angegeben. Für den Verfasser dieses Büchleins verbinden sich mit dem Hause liebe Erinnerungen, hat er doch darin seit 1934 eine glückliche Kindheit und Jugend verbracht. Mit dem Einbau des Elektrogeschäftes Niehage wurde 1964 die Hausfront verandert.

35. Von dem Buchdrucker Friedrich Wilhelm Rubens hatte der Schreinermeister Friedrich Rammelkamp dieses, im 18. Jahrhundert erbaute Haus Wasserstraße 7 gekauft und im Juli 1891 sein Sarg-Magazin mitsarnt Schreinerwerkstatt dorthin verlegt. Um die Jahrhundertwende übernahm sein Sohn Carl den Betrieb. Er firmierte als 'größtes und ältestes Sarggeschäft am Platz'. Dieser Carl Rammelkamp war 1920 Gründungsvorsitzender der Unnaer Gewerbebank. Sein gleichnamiger Sohn eröffnete um 1920 in dem Hause ein Kolonialwarengeschäft, das nach seinern Fortzug von Unna sein Bruder Paul übernahm, der aber bald wieder den Sarghandel aufnahm. In den letzten Kriegstagen wurde das Haus am 7. April 1945 durch amerikanische Jagdbomber zerstört.

36. Dieser Bliek in die Bornekampstraße - schon ein wenig außerhalb der alten Stadt gelegen - wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf die Fotoplatte gebannt. Auch hier hatte die große Holzkamera des Fotografen Hermann Kluge gleich eine Schar von Kindern herbeigelockt, einmal 'geknipst' zu werden. An der rechten Straßenseite sind die Wohnhäuser des Kaufmanns Karl Kaufmann, später Schneidermeister Rudolf Nase (Hausnummer 6), dann des Königlichen Oberlandmessers Hugo von Pastau (12), des Oberlehrers am Reform-Realgymnasium Heinrich Vollmer (16), des Direktors Ernst Berger (20) und, im Hintergrund, des Pfarrers und Superintendenten Otto Herdieckerhoff (30) zu sehen. Am linken Straßenrand floß noch offen der Kordelbach mit seinem klaren Wasser, um dann verrohrt unter dem Schulhof zur städtischen Bleiche weitergeführt zu werden.

Unna i. W.

BornekampstraBe

37. Etwa 15 Jahre später war die Bebauung der Bornekampstraße schon etwas dichter geworden; Veränderungen hatte es auch in den Eigentumsverhältnissen der Häuser gegeben. Das Haus Bornekampstraße 12, ganz rechts im Bilde, gehörte noch dem Landmesser v. Pastau. Unmittelbar daneben hatte der Tumlehrer am Realgymnasium Johannes Heßler neu gebaut, während das Haus mit dem Türmchen (16) nach wie vor dem Studienrat Prof. Vollmer gehörte. Ihm zur linken hatte der Kaufmann Gustav Bendix (18) neu gebaut. Das Haus Nr. 20 hatte der Justizrat Otto Eylardi erworben und an den 1. Bürgermeister der Stadt Unna Ernst Brüller vermietet. Neu war auch das dahinter gelegene Haus der Witwe Karoline Belz,

38. Die städtische Bleiche war auf einer Wiese am Südring 'irn Kronenkamp vor dem Wasserthor' angelegt und am 8. Mai 1890 eröffnet worden. Während der warmen Jahreszeit vom März bis Oktober konnten Unnaer Hausfrauen hier am Kordelbach ihre Wäsche reinigen und auf der Wiese zum Bleichen ausbreiten. Auch bestand die Möglichkeit, in einem Häuschen die Wäsche zu mangeln (Il/S). Die Bleichkarten mußten anfangs beim Hausmeister der nahen Schule erworben werden; später wurde eine Aufsichtsperson angestellt. Als die Benutzung nachließ, wurde die Bleiche Ende 1935 aufgegeben. Auf dem Grundstück sollte ein NSV-Kindergarten erbaut werden, ein Vorhaben, das der Krieg vereitelte, 1955 begann dann die belgische Besatzungsmacht hier mit dem Bau eines Kinos und Kaufhauses, Diese Gebäude dienen heute Zwecken der Bundeswehr.

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