Unna in alten Ansichten Band 3

Unna in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Willy Timm
Gemeente
:   Unna
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5118-4
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Unna in alten Ansichten Band 3'

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Handwerk

59. Im Jahre 1877 war der bisher bei der Pianofortefabrik Ibach in Barmen tätig gewesene Orgelbauer Karl Ebel (1845-1912) nach Unna gekommen und hatte sich hier, zunächst an der Burgstraße 12, selbständig gemacht. 1882 heiratete er die Witwe Wilhelmine Dreischer und verlegte seinen Betrieb bald in das Nielingsche Haus, Massener Straße 13. Hier übernahm er die Vertretung bedeutender Pianofortefabriken. In Ausweitung des Geschäftsbetriebes begründete er mit seinem Stiefsohn, dem Klavierbauer Heinrich Dreischer (1873-1941), die Firma Carl Ebe! & Sohn und mietete im März 1902 größere Geschäftsräume im Haus Massener Straße 9, vor dem um 1910 diese Aufnahme entstand. Im Geschäftseingang steht der Firmengründer Carl Ebel, vor ihm der junge Karl Dreischer (1902-1955) und vor dem Pferdefuhrwerk der Mitinhaber Heinrich Dreischer, der nach Ebels Tod Alleininhaber wurde und 1920 die Besitzung Massener Straße 9 kaufte.

60. In fünfjähriger Bauzeit entstand von 1986 bis 1991 der stattliche Neubau des katholischen Katharinen-Hospitals. Bescheiden jedoch waren die Anfänge katholischer Krankenpflege in Unna. Nach Gründung des Krankenhauses 1888 in einem Privathaus erhielt es 1890 ein kleines eigenes Gebäude an der Oberen Husemannstraße, das 1896 bereits erweitert werden mußte. Sechs Jahre später wurde eine zweite Erweiterung erforderlich, die nach Plänen des bekarmten Kirchenbaumeisters der Neugotik Hermann Wielers durch die Unnaer Bauunternehmung Adolf Reif ausgeführt wurde. Dieses Foto entstand 1902 während der Bauarbeiten. Hinter den wachsenden Mauern ist noch der Altbau von 1890 zu erkennen. Geweiht wurde dieser neue Anbau mit KapelIe im Mai 1903.

61. Am 1. August 1914 wurde Unnas neues Rathaus (IlIJS) an der Bahnhofstraße geweiht. Es war das vierte in der Geschichte der Stadt. Wenige Tage vor diesem, auch weltpolitisch bedeutenden Datum gaben Handwerker dem Stadtverordneten-Sitzungssaal, an dessen Stirnwand schon ein großes Bildnis Kaiser Wilhelm Il. hängt, den letzten Schliff und stellten sich nach getaner Arbeit innerhalb des Tischovals dem Fotografen. Links steht im weißen Kittel Stadtbauführer Paul Plück, dem die Bauleitung des Rathauses übertragen worden war. Auf dem Innentisch sitzt mit Hut Schreinermeister Wilhelm Hagemeier , der die Möbel und Wandpaneele des Sitzungssaals geliefert hatte. Rechts neben ihm steht Möbelpolierer Heinrich Lorenz,

62. Für den werkseigenen Pferde- und Wagenbestand unterhielt die Linden-Adler-Brauerei auf ihrem Gelände an der Massener Straße eine betriebsinterne Huf- und Wagenschrniede. Dieses um 1930 aufgenommene Foto zeigt einen Bliek in die Werkstatt, in der gerade eines der Brauereipferde beschlagen wird. Links hält Heinrich 'Pulle' Brinkmann die linke Hinterhand eines Pferdes auf, während Fritz Suntrop den Huf mit Hufhammer und Hufmesser bearbeitet. Rechts im Hintergrund schmiedet Gaudenz Fickermann am Amboß das neue Hufeisen aus.

63. In der Huf- und Wagenschmiede von Meister Hagedorn in Afferde wird hier ein eiserner Radreifen für einen Pferdewagen ausgeschmiedet. Zu sehen sind auf dieser um 1930 entstandenen Fotografie links Geselle Wilhelm Gosewinkel, in der Mitte hinter dem Amboß Schmiedemeister Wilhelm Hagedorn und rechts sein Neffe Wilhelm Kötter. Meister Hagedorn kam im April 1945 bei einem amerikanischen Bombenangriff ums Leben, wobei auch das Anwesen stark zerstört wurde. Nach dem Wiederaufbau führte Wilhelm Kötter den Betrieb fort, bis er ihn 1981 altershalber aufgab.

64. Im Jahre 1902 hatte Otto Suchaneck in Unna eine Senffabrik gegründet, deren Betriebsräume sich an der Kamener Straße 56 befanden. Sein Produkt vertrieb er unter der Markenbezeichnung 'Königsborner, der gute naturreine Westfalensenf' . Außerdem steilte Suchaneck Sauerkonserven her. Abnehmer dieser, in großern Gläsern eingelegten Senf- und Gewürzgurken, waren vor allem Gastwirtschaften im westfälischen Raum. Das um 1930 aufgenommene Foto zeigt einen Bliek in die Königsborner Senfmühle , in der gerade der Sohn und Nachfolger Walter Suchaneck die großen Mahlsteine für die Senfsaat nachschärft. Rechts neben ihm hängt der obere Läuferstein der Mühle , hinter ihm stehen die beiden Mahlwerke. Vor dem Druck der industriellen Konkurrenz gab Walter Suchaneck 1964 den Familienbetrieb auf.

65. Als 'Neue Reckerdingsmühle' war um 1770 die Afferder Mühle angelegt worden, die damals Caspar Diederich Enselmann bewirtschaftete. Diese Innenansicht der Afferder Mühle, mit der stets auch eine Landwirtschaft verbunden war, zeigt den modernisierten Betrieb um 1930. Vorn steht ein einfacher, elektrisch angetriebener Walzenstuhl, in welchem Weizen- und Roggenmehl, auch Grieß hergestellt wurden. Im Hintergrund sieht man Müllermeister Wilhelm Enselmann an der Mischmaschine, an der schließlich das fertige Mehl abgesackt wurden. Um 1965 verkauften Enselmanns ihr Mehlkontingent; sie nutzten den Schrotgang der Mühle abernoch bis 1982 zur Viehfutterherstellung für den Eigenbedarf.

66. Zu den alten Unnaer Handwerksbetrieben gehört die Zimmerei und Bauschreinerei Krähling, die 1968 um die Kunststoffverarbeitung erweitert wurde. Seit 1839 übte Wilhelm Krähling der älteste in Unna das Zimmereihandwerk aus. Sein Sohn verlegte um 1885 Wohnung und Werkstatt in den Westring. Das im Jahre 1950 aufgenommene Foto zeigt das Werkstattgelände am Westring mit dem dahinter gelegenen Wohnhaus. Bei der Arbeit sieht man von links Zimmermeister Helmut Krähling, der den Betrieb seit 1949 führte, Alfred Schmiede!, Hans Hüsken aus Heeren, WiIli Bispinghoff aus Sandbochum, Fritz Bücker aus Fröndenberg, Lehrling Jürgen GerIach aus Hengsen und WiIli Kirchhoff. Inzwischen befindet sich das Handwerksunternehmen in der fünften Familiengeneration.

67. Im Jahre 1895 hatte der Gastwirt Josef Klein, früher im Gasthof 'Schwan' an der Bahnhofstraße 9, die Restauration 'Stadtkeller' , einen alten stattlichen Fachwerkbau an der Bahnhofstraße 21 (IJ27), von Wilhelm Lehn erworben. Da dieses Haus bald nicht mehr den Ansprüchen moderner Gastronomie genügte, ließ Klein den Altbau abreißen und an seiner Stelle nach Plänen des Unnaer Architekten August Sander im Jahre 1912 durch die junge Bauunternehmung Langhoff & Schwager den hier entstehenden Neubau errichten. Vor dem Bauzaun stehen links Bauunternehmer Gustav Schwager, Gastwirt Josef Klein und Bauunternehmer Friedrich Langhoff, Schwagers Kompagnon. Bei dem jungen Mann rechts mit Hund handelt es sich um Josef Klein jun. Nachdem die Familie Klein die Gaststätte aufgegeben hat, befindet sich seit 1963 die Adler-Apotheke von Klaus Thorwarth in dem Haus.

Spiele

68. Das Federballspiel war in den fünfziger Jahren als Modesport bei Kindern und Jugendlichen sehr verbreitet. Hier hat sich eine Jungengruppe den schattigen Kirchplatz für ihr Spiel ausgesucht. Rechts steht noch das alte Küsterhaus, das die evangelische Kirchengemeinde 1912 von der Familie Sternfeid erworben hatte und das 1965 einem Neubau weichen mußte. Im Hintergrund ist die Giebelseite des früheren Rektoratshauses, Krummfuß 9, zu sehen, das 1883 an die Familie Amtsgerichtsrat Seidenstücker übergegangen war, die es um 1920 an die Familie Breitenbach verkaufte. Von dieser erwarb es 1950 die Familie Lichte. Im linken, vom Zaun abgegrenzten Bereich wurde 1988 das Martin-Luther-Haus erbaut.

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