Unna in alten Ansichten Band 4

Unna in alten Ansichten Band 4

Auteur
:   Willy Timm
Gemeente
:   Unna
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6168-8
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Unna in alten Ansichten Band 4'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

29 Baulich verändert hat sich auch die Klosterstraße gegenüber dieser noch jungen Ansichtskarte aus dem Iahre 1960. Die Straßenfläche har eine nostalgische Pflasterung erhalten; zurückgesetzt, um Parkraum zu schaffen, wurde dabei die Gartenmauer an der linken Straßenseite. Verfall und Abbruch haben die rechte Seite gelichtet. Erhalten sind die beiden Gademen vorn rechts und das anschließende Wohnhaus der Familie Frohnes/Hollmann, neben dessen Haustür noch das Firmenschild von 'Prohnes Fabrik für Eisenbahnbedarf' prangt. Im nächsten Haus führte Josefa Lindemann die von dem Brauer joharm Kröger übernommene Wirt-

schaft 'Zum Treppchen', in deren engerWirtsstube, wie sich alte Unnaer erinnern, mangels eines Tresens ' das Bier aus der Wand floß'. Haus und Gaststätte gehören aber längst der Vergangenheit an.

Früher schon war 1965 das dann folgende Brauckhoffsche Gebäude wegen Baufälligkeit abgerissen worden.

30 Etwa vom gleichen Standpunkt wie beim vorigen Bild schauen wir nun im Iahre 1937 die Klosterstraße hinunter. Der Autoverkehr ist noch gering, und die ballspielenden Kinder lassen sich von dem heranfahrenden Opel P 4 nicht stören. Die beiden zusammengebauten Gademen kennen wir schon. Auch das folgende Haus ist für zwei Familien gebaut, jede besitzt eine Hälfte mit eigenem Eingang. Im nächsten Haus betrieb der Schreiner Emil Nitz eine Ialousie- und Rolladenfabrik, während in dem hohen Ziegelbau der Kaufmann Otto Brockmann sein Lebensmittelgeschäft

führte. Die beiden anschlieBenden Häuser gehörten dem Maschinisten Theodor Wiggers und dem Schneidermeister August Voigt, während das höhere Eckhaus zur heutigen Gerhart-Hauptmann-

Straße wenige [ahre vor Entstehen dieses Fotos Elfriede Kautsch geerbt harte.

31 Dieses, auf einer Ansichtskatte von 1910 ûberlieferte holzverkleidete Hàuserensemble war schon auf dem vorigen Bild zu sehen gewesen. In dem kleinen Haus links lebte die Familie Wiggers. In dem dann folgenden holzverkleideten Haus Klosterstraße 53 betrieb Meister August Voigt eine Schneiderei, die er im Zweiten Weltkrieg aufSack-Näherei umstellte. Das hóhere Eekhans zur heutigen Gerhart-Hauptmann-Straße war im ausgehenden 19. [ahrhundert durch Heirat von der Familie Nüsperling an den Schleifer Wilhelm Dorpmüller gelangt, der 1882 darin eine 'Solinger Stahlwaren-Handlung' einrichtete, die 1890 auf den

Sohn Friedrich Dorpmüller überging. Dieser verlegte das Geschäft 1913 in das neuerworbene Gebäude an der Bahnhofstraße. Das Ladeulokal an der Klosterstraße nutzten daIID nacheinander die

Schuhmachermeister Karl Hûserich und später Fritz Hiddemann. Im Erbgang gelangte das Haus 1931 an EIfriede Kautsch geb. DorpmülIer. Im September 1967 mußte es wegen einer 'besse-

ren Verkehrsûbersicht' abgebrochen werden. lnzwischen aber ist der Platz wegen einer veränderten Verkehrsführung wieder neu bebaut worden.

32 Gegenüber dem auf vorigem Bild gezeigten Eckhaus stand dieses, im 18. Iahrhundert errichtete Wohn- und Geschäftshaus. Es gehörte dem Metzgermeister Karl Bonse, der in der Unnaer Bevölkerung mehr unter seinem Spitznamen bekannt war, den zu nennen, der Anstand hier verbietet. Neben seiner Rindund Schweinemetzgerei betrieb er in dem Haus eine gern besuchte Gastwirtschaft, deren Spezialität zum kühlen Bier ein halbes pfund angebratenes Hackfleisch war. Das rechts an der Klosterstraße anschließende Haus mit dem Einfahrtstor gehörte ebenfalls der Familie Bonse. Eigentümer des dahinter gelegenen Fachwerkhauses war um

1930 Karl BTÜggemann, später die Familie Dunker. Das links an die Bonsesche Besitzung angebaute Haus Gerhart-Hauptmann-Straße 26 gehörte Wilhelm Kleinebudde genannt Bûrrnann, Im Febru-

ar 1956 wurde das Haus Bonse mitsamt den beiden Nachbarhäusern abgebrochen. Auf dem Platz wurde das heutige stattliche Wohn - und Geschäftshaus Bonse erbaut, in dem auch heute (1995) noch

eine Metzgerei betrieben wird.

33 Vier Generationen der Schreinerfamilie Knieper haben in diesem Haus an der Königstraße (Gerhart-Hauptmann-Straße) 11 gewohnt und gearbeitet. 1813 hatte es der Schreiner Diederich Daniel Knieper von der Familie Monninghoff gekauft. Die folgenden Generationen haben es aufgestockt, ausgebaut und um einen hinter dem Wohnhaus gelegenen Werkstattbereich erweitert. Die historisierende Fassade harte Leonhard Knieper urn 1875 vorsetzen lassen. Dessen Enkel, der Schreiner- und TischIermeister [ulius Knieper. vergrößerte den Betrieb und firmierte, wie auf dem Foto von 1925 zu sehen ist, als Möbel-Fabrik, Bauschreine-

rei, Polsterei und Dekorationen. Hinzu kam noch ein Sargmagazin. Als die links neben dem Haus gelegene Brockmannsche Besitzung 192 9 abbrannte, kaufte Iulius Knieper von dem Grundstück einen 3 Meter breiten Streifen, um eine Zufahrt zu seiner Werkstatt zu schaffen. In den letzten Kriegstagen wurde die Kniepersche Besitzung am

11. April 1945 durch Bomben zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte in den Iahren 1953/54.

34 Um 1910 entstand dieses Foto von der Südseite der Gerhart -Hauptmann -Straße. Es zeigt links das kleine Fachwerkhans der Witwe Sophia Selig, die darin das Manufaktur- Modewarengeschäft Michael Selig betrieb. Ihr Bruder Levy Rosenberg ließ das alte Haus abbrechen und unter Hinzunahme eines Nachbargrundstücks 1 91 2 durch den Architekten Wilhelm Kolter ein stattliches Wohn - und Geschäftshaus erbauen, in dem er und später sein Schwiegersohn Hermann Weisner das Seligsche Geschäft fortführten. Das mittlere Gebäude auf dem Foto hatte der Architekt Paul Flügge 1905 für den Friseur Wilhelm Brockmann erbaut. Nebeneinander betrie-

ben darin der Polsterer Franz Brockmann und der Friseur Wilhelm Brockmann ihr Gewerbe, bis letzterer 1929 auf der gegenüberliegenden Straßenseite für sich einen Neubau errichtenließ. Das letzte Haus war um 1895 erbaut worden und gehörte dem Rentner Simon Steinweg, Gründer der Unnaer Bank und lange [ahre Magistratsmitglied in Unna (KI2).

35 Diese Ansichtspostkarte aus dem Iahre 1915 gewährt einen Bliek vorn Markt in die alte Königstraße, die heutige Gerhart -Hauptmann -Straße, Vorn links steht die Gastwirtschaft van Wilhelm Meininghaus, dahinter, jenseits der Schulstraße, der Gasthof von Heinrich Schürmann, an den, im Bild nicht zu sehen, das 1912 neu erbaute Wohn- und Geschäftshaus der Firma Michael Selig anschließt. Die nördliche Straßenseite wird noch weitgehend von Fachwerkbauten beherrscht. Vorn rechts steht das Haus des Bäkkermeisters [osef Gatersleben, später Bernhard Muhr; verdeckt dahinter ist die Besitzung des Kaufmanns Iosef Stelte zu erkennen. Das fol-

gende, weißgetünchte Haus Königstraße 9, bewohnte die Familie des Auktionators Heinrich Brauckmann, Der folgende Giebel gehörte zur Besitzung der Móbelschreinerei [ulius Knieper, der sich die

Häuser des Metzgers Leser Hergershausen und des Pferdemetzgers Emil Henning anschlossen.

'Unna HönigstTaSS~

36 Von der Gerhart-Hauptmann-Straße kehren wir zur Klosterstraße zurück und betreten den Klosterwall. In dem hier gezeigten Haus Klosterwall 23 sind Wohnen und Werken seit Generationen unter einem Dach vereinigt. Hier ist der Stammsitz der Schreinerfamilie Kafsack, die noch um 1930 über drei Schreinereien in der Stadt Unna verfügte. Durch den offenen Vorraum rechts im Bild gelangte man in die ebenerdige Küche mit Durchgang zu den Wohnräumen im Nebenhaus und über die Treppe in die im Obergeschoß gelegene Schreinerwerkstatt. 1977 verpachtete Emil Kafsack altershalber den Betrieb an den Schreinermeister Alfred

Mann, der ihn bis 1994 bewirtschaftete. Dann erwarb der Raumausstattermeister Peter Ehlert die Kafsacksche Besitzung und richtete in der alten Werkstatt eine Polsterei ein.

37 Zu den Malerwinkeln der Unnaer Altstadt gehört dieser Bliek vom Klosterwall durch die Gesellschaftsstraße auf den Turm der evangelisehen Stadtkirehe. Auf diesem, um 1930 entstandenen Foto ist links das Wohnhaus der Familie Schiller, Klosterwall 18, zu sehen. Dahinter sieht man die Rückfront der an der Klosterstraße gelegenen Besitzung der Geschwister Biermann. Um 1980 erwarb die Familie Konrad Bruns das Anwesen, um ihre im Nebenhaus betriebene Zoohandlung zu erweitern.

38 In diesem Hause Gesellschaftsstraße 15 betrieb der Schreinermeister August Kissing schon zu Ende des 19. [ahrhunderts eine Bau- und Möbelschreinerei. Auch seine SöhneAugust (geb. 1876, gest. 1955) und Iulius (geb. 1875) erlernten das Handwerk des Vaters. Sohn August übernahm nachAblegung der Meisterprüfung den väterlichen Betrieb. Das Foto aus dem Iahre 1910 zeigt die Brüder August und Iulius vor dem Elternhaus. Rechts neben ihnen steht ihre Schwester, links Augusts Ehefrau Lina, geb. Hohmann, mit der 1909 geborenen Tochter Erna, der späteren Frau Knaak, auf dem Arm. NachAufgabe des Schreinerbetriebes gelangte

das Kissingsche Haus um 1925 in den Besitz der 'Unnaer Möbelindustrie Wilhelm Hagemeier' . In den dreißiger Iahren erwarb es der Klempnermeister Heinrich Klose. Nach dessen Tode wechselte das Geschäft mehrfach Branche und Besitzer. Derzeit (1995) befmdet sich das Fachgeschäft 'Spielekiste' darin.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2020 Uitgeverij Europese Bibliotheek