Unna in alten Ansichten Band 4

Unna in alten Ansichten Band 4

Auteur
:   Willy Timm
Gemeente
:   Unna
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6168-8
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Unna in alten Ansichten Band 4'

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39 Als 'Gaderneri' bezeichnete man auch im alten Unna die kleinen zweigeschossigen, traufenständigen Wohnhäuschen, die, aneinandergereiht, das Bild der NebenstraBen und Gassen beherrschten. Auch in diesem Band wurden sie schon mehrfach erwähnt. Eigentümer dieser Häuser waren ursprünglich Angehörige der gehobenen Bürgerschaft, die sie an die, einer niederen sozialen Schicht angehörigen 'Einwohner' oder 'Bingesessenen' vermieteten. Häufig verdingten sich diese als 'Tagelöhner' bei ihren Hauseigentümern. Das Foto zeigt die Rückfronten einiger Gademen an der SchäferstraBe, die zur Erweiterung der geringen Wohnfläche nach

hinten einen Anbau erhalten harten. Es handelt sich hier um die Häuser Schäferstraße 17 bis 21, die zuletzt bewohnt waren von den Familien Bauarbeiter Waldemar Wunder, Schlosser [osef Len-

neps und Arbeiter Kurt Korpath. 1975 wurden diese aus dem 18. Iahrhundert stammenden Reihenhäuser abgebrochen, um Parkraum für Kraftfahrzeuge zu schaffen.

40 AufunseremWeg schauen wir von der Morgenstraße in die Kleine Burgstraße der Zeit um 1 935. Links sieht man die Seitenfront des Hauses Blüggel, Morgenstraße 2, dahinter die Rückfronten der zur Bahnhofstraße gehörigen Häuser, von denen der hohe Giebel zum Restaurant Iosef Klein, seit 1963 Adler-Apotheke, gehört. Das den Straßenzug abschließende Haus gehörte zum Hotel Niemeyer, Bahnhofstraße 27, und war baulich mit dessen Saalanbau verbunden. Es befanden sich darin Backstube und Wohnung der Witwe Helene Riese. Zu Ende des Zweiten Weltkrieges wurde es mitsamt dem Hotel zerstört. Auf der rechten Straßenseite ist vorn

ein Teil des Haushaltswarengeschäftes Kopfermann zu erkennen. Im Nebenhaus, das dem Malermeister Heinrich Schröer gehörte, betrieb Schneidermeister Heinrich Hausmann eine Damen- und

Herren-Maßschneiderei. Herremnoden fertigte auch der in dem niederen Fachwerkhaus jenseits der Lüningstraße arbeitende Schneidermeister Hermann Woltering an.

41 Dieses Foto aus dernIahre 1908 zeigt die Gartenseite des 1753 von den Eheleuten Iohann Heinrich Heckmann und Anna Elisabeth Schroer erbauten Ackerbürgerhauses Kleine Burgstraße 3-5, in dem beim vorigen Bild von 1935 Hermann Woltering eine Schneiderei betneb. In der rechten Haushälfte wohnte und arbeitete damals der Schneidermeister Rudolf Nase, den wir mit seiner Frau und zwei älteren Damen im Garten stehen sehen. Oben durch die Fenster schauen seine Gehilfinnen und Lehrmädchen, darunter, die zweite von links mit Hund, Johanna Häseler (1192, KnO). 1910 verlegte Nase seine Wohnung rnitsamt der Her-

ren- und Knabenschneiderei in einen Neubau an der Bornekampstraße. In der linken Haushälfte wohnte die Hauseigentümerin Johanna Brockhoff, die darin ein Spezereiund Kolonialwarengeschäft

betrieb. Wegen drohenden Verfalls wurde das Haus um 1955 abgebrochen.

42 Einen Bliek von der Kleinen BurgstraBe in die LüningstraBe gewährt dieses, um 1937 entstandene Foto. Von dem Doppelhaus rechts im Bild, LüningstraBe 1 und 3, gehörte die rechte Haushälfte der Familie Neuroth, die andere den Schuchtmanns. In dem dahinter gelegenen Haus, das der BurgstraBe zugeordnet ist, wohnte die Witwe Henriette Bohnsack. Die Lüningstraße endet gegenüber dem Haus BurgstraBe 28. Nach 1920 war es im Erbgang von derWitwe Henriette Scholle auf die Familie Wilhelm Böckenkamp gelangt. Abgerissen wurde es um 1970. Auf dem Foto wird

dieses kleine Fachwerkhaus von dem barock gestalteten Mansarddach des 1929/30 erbauten Landratsamtes, BurgstraBe 30, überragt. Ein Schadenfeuer vernichtete 1943 das schieferbedeckte

DachgeschoB. Wegen des Krieges erfolgte der Wiederaufbau in schlichter Form.

43 Durch die Mauerstraße verlassen wir diesen östlichen Altstadtbereich. Das 1955 aufgenommene Foto zeigt einige der im 18. Iahrhundert an dieser Straße erbauten Fachwerkhäuser (I198, HII21). Zehn Iahre spater wurden sie für den Neubau der Sparkasse abgebrochen. Im Obergeschoß des Gadems hinter dem Holzzaun wohnte damals die Familie des Korbflechters Konrad Scheelen; das Erdgeschoß benutzte die gegenüber wohnende Eigentümerfamilie Gödde als Waschküche und Stall. In dem dahinter gelegenen Gebäude mit dem weit vorragenden Obergeschoß befand sich die van Kurt Bresser betriebene Buchdruckerei, die 1957 zur

Klosterstraße, in die frühere Kapelle des einstigenAugustinerirmenklosters, verlegt wurde.

44 Um 1920 entstand diese Ansichtskarte von der Bahnhofstraße. Vorn links sieht man das 1901 von der Familie Holtzwart an der Ecke zur Niesenstraße erbaute Wohnund Geschäftshaus Bahnhofstraße 22 (I/24, 25). Im Erdgeschoß befand sich damals das von der Witwe Adele Holtzwart geführte Haushalts- und Eisenwarengeschäft Ferdinand Holtzwart, mit dem eine Holzhandlung verbunden war. Die beiden Ladenlokale in dem verschieferten Haus auf der rechten Straßenseite gehörten dem Stickerei- und Handarbeitsgeschäft der Geschwister Hûlsenbeck, später Bock, sowie dem Hut- und Herrenartikelgeschäft von Otto Wülfmg.

Die Straße weiter hinunter liegt das 1945 im Krieg zerstörte Hotel 'Zurn König von Preußen' van Wilhelm Niemeyer und im Hintergrund ragt derTurm der 1934 abgebrochenen alten St.-Karhari-

nen-Kirche in die Straße hinein (1/39, lIl/8S).

UNNA 8ahnhofstraBe

45 Wir befinden uns nun in Höhe der alten St-Katharinen-Kirche und werfen einen Bliek zurück in die Bahnhofstraße zu Beginn des 20. [ahrhunderts. Die lange Mauer links im Bild grenzt die Kippsche Besitzung (I132), die inzwischen im Erbgang an die Arztfamilie Dr. Otto Overbeek gelangt war und nach Erwerb durch die Stadt Unna 1913/ 14 zum Rathans umgebaut wurde (I13 3), zur Bahnhofstraße hin ab. In dem gegenüberliegenden Gebäude rechts, dem früheren Bankhaus Herbrecht, war von

1898 bis 1932 die Städtische Sparkasse Unna untergebracht. Dahinter erhebt sich das Wohn- und Geschäftshaus des Textilkaufmanns Carl

Schulz, das im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt JVUrde.

46 Bevor wir den alten Stadtkern verlassen, wollen wir noch drei Geschäfte besuchen. Die 'Unnaer Fahrradund Nähmaschinen-Centrale Paul Bante, vormals Hermann Karrenberg' befand sich im Haus Massener Straße 2. Damit verbunden war die größte Reparaturwerkstatt am Platz. 1920 war der Ingenieur Paul Bante aus Remscheid nach Unna gekommen und hatte in die Familie Karrenberg eingeheiratet. Er übernahm das Geschäft; Schwager Karrenberg verzog nach Kamen. Das Unternehmen bestand aber nur wenige Iahre. Bereits 192 7 betrieb Gustav Dieckmann in den Bantesehen Ladenräumen ein Haushaltswarengeschäft. Heute ist das Ladealokal in

das Kaufhaus Schnückel mit einbezogen.

47 Im Iahre 1879 hatte der Buchbindermeister Richard Timmermann in Unna eine Buchbinderei mit Papier- und Buchhandel eröffnet. In Erweiterung des Geschäftes, wozu auch die Übernahme einer Agentur des Dortmunder General-Anzeigers gehörte, erwarb er das Haus Wasserstraße 1. Im Iahre 1909 trat der Sohn Emil Timmermann, der bei CL. Krüger in Dortmund den Buchhandel erlernt hatte, in das väterliche Geschäft ein und baute die Buchabteilung aus. 1912, zwei Iahre vor dem 'Iode des Vaters. übernahm er den Betrieb, den er 1 92 4 um eine Kunstgewerbeabteilung erweiterte. Das Foto zeigt die zur Hertinger Straße gelegene

Ladenfront um diese Zeit. 1938 erwarb der Buchhändler Fritz [ahn das Geschäft, das, zuletzt von seinem Sohn Albrecht geführt, bis 1965 bestand. 1968 mußte das Timmermannsche Haus, das

inzwischen der Schuhmachermeister August Berthold erworben harte, einem Neubau weichen.

48 Im [ahre 1896 hatte der Lebensmittelhändler Carl Schreiber aus Schwelm das alte Fachwerkhaus Morgenstraße 1 2 erworben (1191).

N ach dessen Abriß ließ er dort 1901 durch die Bauunternehmung Busch & Budde den hier im Foto gezeigten Neubau errichten. Nach dem Wegzug Schreibers nach Werdohl kaufte 1904 der aus Flierich gebürtige und mit der Unnaer Bürgertochter Caroline Schröer verheiratete Kaufmann Heinrich Kleingarn Haus und Geschäft. Beides fiel nach dessen Tod 1905 an den Sohn Heinrich Kleingarn [un., der auf dem Bild mit seiner Frau Luise in der ersten Etage aus dem linken Fenster schaut. NachAufgabe des Le-

bensmittelhandels in den fünfziger jahren übernahm der Werkzeughandel Bielemeyer die Geschäftsräume. 1986 kaufte der Elektromeister Bernd Römer die Kleingarnsche Besitzung und baute sie zu einem modernen Wohn- und Geschäftshaus

urn.

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