Unna in alten Ansichten Band 4

Unna in alten Ansichten Band 4

Auteur
:   Willy Timm
Gemeente
:   Unna
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6168-8
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Unna in alten Ansichten Band 4'

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S9 Ein wenig abseits von der Iserlohner Straße liegt in der Goethestraße dieses schlichte Zweifamilienhaus. Der Unnaer Maurermeister Heinrich Bähre hat es 1922 für den Schreiner Heinrich Grewing erbaut, der bis dahin in der Freiligrathstraße 6 gewohnt hatte. Im Sommer 1925 hatten sich die Grewings für dieses Familienfoto vor ihrem Haus aufgestellt. Links sieht man Anna Grewing, geb. Heinecke, die voller Stolz ihre zweijährige Enkelin Anneliese Timm auf dem Arm trägt. Daneben steht ihr Ehemann, der Schreiner Heinrich Grewing. Mit Hut dazu gesellt hat sich der Anstreicher Karl Vollbracht, ein Mitbewohner des Hauses.

Rechts neben ihm steht Paula Grewing, spätere Frau Diederichs, und über ihr schaut 'Drama' Dorathea Heinecke, geb. Schmiedinghoff, aus dem Fenster.

60 Im oberen Bereich der Iserlohner Straße steht die in den [ahren 1934 bis 1938 erbaute Hellwegkaserne, die seit 1956 von der Bundeswehr belegt ist. Viele Iahre war hier der Stab der 7. (westfälisehen) Panzerdivision starioniert. DiesesAnsichtskartenbild von 1969 zeigt den aus Grünsandstein erbauten Haupteingang der Kaserne noch mit den ursprünglichen handwerklich- künstlerisch angefertigten Eichenholztoren, die später wegen des wachsenden Kraftwagenverkehrs beseitigt werden mußten. Von der Bundeswehr nicht benutzt wird das steinerne 'Schilderhäuschen' zwischen den Toren, in dem früher der Wachtposten stand.

61 Zurück kommen wir über den Westring, den heutigen Käthe-Kollwitz-Rtng Kurz vor Einmündung in die Hertinger Straße standen diese drei Arbeiterwohnhäuser, die gegen Ende des 19. [ahrhunderts von der Unnaer Lindenbrauerei Rasche & Beekmann für jeweils zwei Familien erbaut worden waren. Um 1930, als dieses Foto entstand, wohnten in der rechten Doppelhaushälfte, Westring 21, die Familien Bierkutscher JosefBrinckmann und Betriebsschlosser Hermann Gerwiener, in der anderen Hälfte die Familien Bierkutscher Louis Herzog und Brauer Josef Schub. Das freistehende Haus Westring 25 bewohnten damals die Familien Bierkut-

scher Heinrich 'Pulle' Brinkmann (HII 4 2 und 62) und Maschinenmeister Alfred Tetznero Als die Unnaer Braustätte 1971 an die Dortmunder Actien-Brauerei überging, trennte sich diese von ihrem

Unnaer Hausbesitz. Die Häuser wurden von ihrem neuen Eigentümer abgerissen, der an ihrer Stelle ein modernes Wohnhaus erbaute.

62 VomWestring ist es nur ein kurzer Weg zum alten. 1821 angelegten Westfriedhof, der sich dem interessierten Besucher mit seinen Grabsteinen als eine wichtige Dokumentation Unnaer Stadtund Familiengeschichte des 19. und frühen 20.}ahrhunderts anbietet, wenngleich die Pflege dieser Stätte sehr zu wünschen übrig läßt. Das Foto aus dem Iahre 1915 zeigt ein besonders schönes Grabmal. Nach dem Tode des Apothekers Carl WilhelmAlbert Thorwarth imluli 1910 hatte die Familie dieses, aus schwarzem, schwedischem Granit hergestellte Denkmal mit der in Kupfer getriebenen 'trauernden Witwe' hier aufstellen lassen. Als nach Schlie-

ßung des Westfriedhofes eine Beseitigung oder Zerstörung des Grabmals zu befürchten war, ließ es die Familie 1989 auf den Südfriedhofumsetzen. Eine Farbaufnahme von dem neuen Standort ist in

dem 1994 erschienenen Bildband 'Stadtbilder aus Unna' enthalten.

63 Auf unserem Rundgang vor den Toren der Stadt haben wir den unteren Nordring erreicht. Die Ansichtskarte aus dem Iahre 1920 zeigt an der linken Straßenseite das Hotel Strube. Auf der rechten Seite ist ganz rechts das Wohnhaus des Sparkassenrendanten Wilhehn Homberg zu erkennen, der die damals in seinem Haus untergebrachte Sparkasse des Amtes Urma-Kamen leitete (III/3 9). Das im historisierenden Stil erbaute Haus dahinter gehörte dem Rechtsanwalt und Notar [ustizrat Dr. GottfriedJerrentrup (III/38). Es wurde im Zweiten Weltkrieg 1945 zerstört und von seinem damaligen Eigentü-

mer, Rechtsanwalt und Notar Adolf Herdieckerhoff, in schlichter Weise wiederaufgebaut. Jenseits der Einmündung des Nordrings in die Bahnhofstraße ist, verdeckt vom Strubeschen Hotelbau

die 1934 abgebrochene katholische St.-Katharinen-Kirche zu erkennen.

64 Zwei Iahrzehnte früher als das vorige Foto wurde dieses von der unteren Bahnhofstraße aufgenommen. Abgestempelt ist diese Ansichtskarte irn Iahre 1904. Ganz links im Bild mündet der Nordring in die Bahnhofstraße. Beherrscht wird die Straßenecke von dem für kleinstädtische Verhältnisse prunkhaften Bau des Hotels Strube. In der alten Straßengabelung steht noch eine 'Selterswasserbude':

1905 erbaute dort die Unnaer Bank ihr Geschäftshaus. Dahinter liegen die Gebäude der Gastwirtschaft Carl Moder,

die 1919 der Wirt Wilhelm Wittler erwarb. Ganz rechts, hinter dem Baum, sieht man das Hauptportal der katholischen Kirche.

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65 Jünger wieder ist dieses Bild; es wurde in den zwanziger [ahren aufgenommen. Gepflegte bunte Blumenbeete prägten damals den Vorplatz des 1914 geweihten Rathauses an der Bahnhofstraße. Efeu rankte an der Eingangshalle hoch, und der darüber gelegene Balkon war mit Blumenkästen umrandet. Abgeschlossen wird das Bild nach hinten von der 1848 geweihten und 1934 abgebrochenen katholischen Kirche.

Unnai.W. Rathaus-Ycrplatz

Straßenverkehr - damals

66 Noch in den zwanziger Iahren waren Pferdegespanne das wichtigste Transportfahrzeug auf den Straßen. Deshalb ist es nicht verwunderlich, daß auch in der Stadt Unna ein mitgliederstarker Kutscher- und Fuhrmanns-Verein bestand. Anläßlich seines 30jährigen Stiftungsfestes veranstaltete dieser im Juni 1926 einen großen Festzug (III/42, 43, 75).Auch die 'Hellweger KornbranntweinBrennerci', Morgenstraße 3 I, beteiligte sich daran mit einem geschmückten Festwagen, den dieses Foto zeigt. Auf dem Kutschbock sitzen links verdeckt der Fuhrmann Heinrich Sommer und rechts da-

neben sein junger Beifahrer Ernst Claus, der später als 'Milchbauer' den Milchhandel seines Vaters Iulius Claus übernahm. Nach dem Festumzug bemerkte der Hellweger Anzeiger: 'Schön war auch

der Wagen der Hellweger Kornbranntweinbrennerei , dem dann gleich zwei Wagen der Molkerei folgten.'

67 Mit den dreißiger Iahren dehnte sich die Motorisierung immer weiter aus. Auch die 1902 gegründete Senf-, Essig- und Likörfabrik von Otto Suchanek an der Kamener Straße 56 (III/64), zu deren Spezialitäten eingelegte Senf- und Gewürzgurken gehörten, legte sich um 1 930 einen ersten Opel-Lieferwagen zu, um die Kundschaft in Stadt und Land rasch mit frischerWare beliefern zu können. Dieses Foto zeigt das Transportfahrzeug auf dem Firmengelände. Vor dem Auto steht der jüngste Sohn des Firmeninhabers, der 1909 geborene Otto Suchaneck jun.

68 Der Tradition verpflichtet sah sich die Unnaer Linden-Adler-Brauerei, die ihrer Kundschaft in der Innenstadt noch bis etwa 1960 das Faßund Flaschenbier mit schweren Pferdegespannen lieferte. Auf diesem Foto sieht man einen solchen mit Faßbier beladenen Zweispänner vor dem Gasthof'Bürgerkrug Schewe', Hertinger Straße 1, den damals Alfred Boness bewirtschaftete. Das stattliche Fachwerkhaus aus dem frühen 19. [ahrhundert mußte 1978 einem fachwerkverkleideten Beton-Neubau des Kaufhauses Schnückel weichen.

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