Urdorf in alten Ansichten

Urdorf in alten Ansichten

Auteur
:   Elisabeth Lüchinger-Grob
Gemeente
:  
Provincie
:  
Land
:   Schweiz
ISBN13
:   978-90-288-6701-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Urdorf in alten Ansichten'

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19. Zu den am Bach und der Landstrasse sich locker anreihenden Häuser und Scheunen gehörte der Dorfplatz unterhalb der Kirche. Der Dorfbrunnen stand in der Mitte des Platzes. Das daraus fliessende Quellwasser aus der Wasserfassung Badwies diente der Verwendung in den Hanshalten und zur Tränke des Viehs. Der Einbau von Wasseranschlüssen in die Häuser hatte ab 1904 den Verlust des herkömmlichen Treffpunktes der Frauen und Männer am Gemeinschaftsbrunnen zur Folge. 1929 wurde der offen durchs Dorf fliessende Schäflibach beim Dorfplatz eingedeckt.

20. Das Ideal einer guten Wasserversorgung ist die reichliche Lieferung klaren, wohlschmeckenden und gesunden Trinkwassers. Bis 1873 fûhrten Deuchel (Wasserrohre aus Holz) das Wasser der Badwiesquelle zu den Brunnen. Ein Situationsplan von 1902 enthält die Standorte der Dorfbrunnen, die zum Teil schon vor der Erneuerung der Wasserversorgung von 1880 Wasser fûhrten. Ein alter Brunnentrog aus Würenloser Muschelkalkstein verschönert das Dorfbild am südlichen Dorfausgang.

21. Seit ältesten Zeiten wurde in Oberurdorf am Bach eine Mühle betrieben. Verschiedene Eigentümer wirtschafteten auf dem grossen Besitz, bevor Rittmeister Bodmer 1825 die Mühle mit Säge- und Reibegebäude kaufte. Durch einen Brand war die alte Mühle unbrauchbar geworden und musste abgebrochen werden. Nachdem das Nachfolgegebäude ebenfalls abbrannte, entstand über dem noch erhalten gebliebenen gewölbten Keller rnit Rundbogenportal und Rundbogenfenstern ein massives Wohnhaus. Haus, Scheune, Stall und Wagenremise sowie der zusätzliche Verbindungsbau zwischen Wolmhaus und Scheune bildeten fortan ein stattliches Bauerngut.

22. Die Angehörigen der ärmeren Bevölkerung begnügten sich mit einer einfachen Behausung mit Stube, Küche und Kammer, die durch einen Stall für die einzige Kuh oder für die Ziegen ergänzt war. Ihr Handwerk oder die Heimarbeit verrichteten sie in der Stube. Die Kleinbauern unterhielten nebenbei noch einen Krant- und Baumgarten, um einen Teil des Nahrungsbedarfes zu decken.

23. DasVielzweck-Bauernhaus mitWohnen und Wirtschaften unter einern Dach ist in Regionen mit ehemaliger DreizeIgenwirtschaft anzutreffen. Die Bauweise war sparsam im Landverbrauch und ermöglichte eine vcrdichtere Behausung innerhalb des Dorfes. Das Ackerbauernhaus besteht aus drei Teilen: dem Wolmteil, der Tenne mit Brügi und dem Stall. Ein Krant- und Nutzgarten gehörte zu jedem Haus.Wegen Erbteilungen oder dern Erwerb von Hausteilen gehörten Bauernhäuser oft verschiedenen Personen.

24-. Als Bedachungsmaterial der Bauernhäuser wurde meist Stroh gebraucht, bis im 16. [ahrhundert Ziegel zur Bedeckung von Gebäuden Verwendung fanden. Nach dem Blockbau, bei dem für die Umfassungswände Balken auf Balken geschichtet wurden, erstellten die Handwerker den Fachwerkbau, wobei ein Gerüst aus kräftigen Balken erstellt und die Felder der Wände mit quer liegenden Balken oder rnit einem SteinKalkmörtelgemisch ausgefüllt wurden. Viele Häuser harten bis 1850 keine Schornsteine. Der Rauch von den Feuerstellen musste sich durch die Deckenbretter und die Luken im Dach verflüchtigen.

25. Zwischen 1634 und 1708 legten die arntierenden reformierten Pfarrer Einwohnerregister ihrer Pfarrgemeinde an. Auf dem Lande war es üblich, neben den Familiennamen einen Dorf- oder Übernahmen zu gebrauchen, um gleichnamige Familten über Zusätze oder Anhängsel unterscheiden zu können. Der Beruf oder einAmt, auch dasjenige eines Vorfahren, der Vorname des Vaters oder des Grossvaters, das Ansehen oder die Statur lieferten die zusätzlichen Bezeichnungen für eine Familie. Die Urdorfer Namensträger unterschieden sich rnit Beinamen wie zum Beispiel die Ups Bollis und die Ups Schwarzen. Stammbürger von Urdarf vor 1800 waren die Geschlechter Diggelmann, Frei, Grob, Huber, Laudis. Ups, Nagel, Schärer, Schach und Spillmann.

26. Auf dern Lande wurden andere Spiele gespielt als in der Stadt. Naturstrassen, Dort- und Hofplätze waren vorzügliche Spielorte für die Kinder des Dorfes. Mit Ball-, Seil- und Murmelspielen, Büchsenwerfen oder Verstecken vergnügten sich die Buben und Mädchen. Die meisten Bauernkinder hatten nur wenige Spielzeuge. Sie machten, was sie umgab, zu Spielzeug. So wurde der Wagen im Hof zum fahrenden Zigeunerhaus und die grosse Wanne, worin das Schwein am Schlachttag gebrüht wurde zum Badezuber. An sommerlich heissen Tagen war das Planschen im grossen Zuber ein besonderes Vergnügen.

27. Im 18. Iahrhundert hat die Umstellung auf eine einseitige Milch- und Viehwirtschaft zum Hauptzweig der Landwirtschaft geführt. Getreideeinfuhren wurden notwendig. Gemäss Tierzählung von 1941 hielten die Urdorfer Bauern neben 46 Pferden, 581 Stück Rindvieh der Braunvieh- und der Fleckviehrasse, 258 Schweine,3 Schafe und 24 Ziegen. 1 304 Hühner gackerten in den Höfen und die Bienen von 160 Bienenvölkern sammelten Nektar für Honig. Auf obiger Wiese grasen Kühe der Fleckviehrasse Simmental.

28. Die Bauernfamilie Grob wurde bei der Heuernte im unteren Kymler 1926 fotografiert. 1943 erwarb die Politische Gemeinde Urdorf dieses Landsrück für den Neubau des Gemeindehauses. Hinter den grossen Bäumen ist die Villa des Direktors der ehemaligen Sprengstofffabrik sichtbar. Bei der Heuernte half die ganze Familie mit. Der junge Bauer stemmte das Heu mit der grossen Gabel auf den Wagen während der alte Bauer die Haufen gleichmässig auf dem Fuder verteilte. Es war die Arbeit der Frauen, das liegen gebliebene Heu rnit dem grossen Schlepprechen zusammen zu ziehen. 1905 nutzte ein Drittel aller Bauernbetriebe die Vorteile von Maschinen. Sà- und Mähmaschinen, Heuwender und dampfbetriebene Dreschmaschinen kamen zum Einsatz. Einige Bauern, die keine Zugpferde hielten. schafften sich einen Raupentraktor an. 1929 arbeiteten gerade 1,1 Prozent der Bauern mitTraktoren.

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