Urdorf in alten Ansichten

Urdorf in alten Ansichten

Auteur
:   Elisabeth Lüchinger-Grob
Gemeente
:  
Provincie
:  
Land
:   Schweiz
ISBN13
:   978-90-288-6701-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Urdorf in alten Ansichten'

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29. Die Hauptleistung der Landwirtschaft bestand in derVersorgung unseres Landes rnit Nahrungsmitteln in guten und in schlechten Tagen. Vor der Mechanisierung schnitten die Bauersleute in mühsamer Arbeit das Korn mit der Sicheloder der Sense von Hand und banden die Büschel mit Strohhalmen oder farbigen Schnüren zu Garben. Bei der maschinellen Getreideernte mit dem Bindemäher 1948 waren auf diesem Landwirtschaftsbetrieb die Zugpferde vom Traktor bereits abgelöst.

30. Das Kulturland von Ober- und Niederurdorfbestand aus Reb und Ackerland, Wiesen, Ried- und Waldflächen. Auf dem 166,6 ha grossen, auf vielen kleinen Flächen verteilten Ackerland bauten die Bauern Getreide, Hackfrüchte (auch Kartoffeln) und Futterkräuter an. Neben der ackerbaulich genutzten Fläche gediehen auf den satten Wiesen viele Obstbäume. Als Konkurrenzprodukt zum eher sauren Wein stellten die Bauern von den fnschen Früchten vergorenen Most her. Produzierten sie zu viel Most, blieben nicht mehr genügend Äpfel und Birnen für Dörrfrüchte übrig. Dörrfrüchte waren seinerzeit ein wichtiges Volksnahrungsmittel.

31. In Ermangelung einer anderen Gelegenheit pflanzten die Niederurdorfer ihre Reben am schattigen Hang des Urdorfertales. Die Oberurdorfer wählten den sonnigen Hang im Reppischtal und den östlichen Talhang bei Oberurdorf mit den Flurnamen Heidenkeller, Kymler, Möhren und Gugelweg. Der Niedergang des heimisehen Weinbaus begann im [ahr 1886 mit dem aus Amerika eingeschleppten Reblausschädling und der Rebkrankheit falscher Mehltau. 1928 waren in Niederurdorf alle Reben gerodet. Oberurdorf rodere das letzte Rebengebiet wáhrend der Güterzusammenlegung 1931. Daraufhin folgten Neuanpflanzungen mit widerstandsfähigen Direktträgerreben, einer Kreuzung zwischen europäischen und amerikanischen Reben. Mit dem Traktor fährt dieses Bauernehepaar zur Arbeit ins Rebgelände.

32. Die Bauern, die den Lohnbrenner zu sich riefen, hatten jeweils die mobile Destilliermaschine mit dem Traktor auf ihren Hof zu holen und für Wasser, Holz sowie für die Verpflegung des Lohnbrenners zu sorgen. Es herrschten strenge Vorschriften. Auf der Brennkarte, die jeder Bauer zusammen mit dem Rohstoff dem Brenner zu übergeben hatte, musste die erzeugte Branntweinmenge eingetragen und der Brennerei-Aufsichtstelle zur Besteuerung angemeldet Vierden. Aus Obst, Trester und Most wurde in unserer Gegend Schnaps gebrannt. Den in handliche Stücke geformten Tresterrückstand liessen die Bauern einen Sommer lang unter einem Vordach trocknen und verwendeten ihn im Winter als Heizmaterial.

33. In der frühen Dorfgemeinschaft bestanden Verordnungen über die Art undWeise der Nutzung derWälder durch den Fórster. Bei Amtsantritt musste er unter Eid versprechen, alle ihrn anvertrauien Waldstücke nach bestem Wissen zu pflegen und zu beaufsichugen. Nebst den waldbaulichen Tätigkeiten hat der Förster die Aufsicht über Strassen, 'vVege, Stege und Wasserabzüge. Stolz steht Förster Jakob Porr vor der gefällten stattlichen Eiche. Der Sturm vom 20. Juli 1935 lmickte die grossen Ästc der Baumkrone.

34. Die ersten Waldpläne 1824 zeigten Grundrisse der Waldungen Honeret, Egg, oberes Buchholz, unteres Buchholz, Asp und Hau. Bei der Gründung der Holzkorporation Oberurdorf im [ahr 1840 gingen die 44 früheren Nutzungsrechte in ebenso viele Gerechtigkeiten mit 83 Anteilinhabern über. Die Waldungen in Niederurdorf wurden privates Eigentum und später unter dern Namen Privatwaldverband Niederurdorf zusammengefasst. Der Korporationswald Oberurdorf ist den Besitzern zur möglichst vorteilhaften Bewirtschaftung und Nutzung im Rahmen der gesetzlichen ßestirn mungen anvertraut. Das Holzen ist für die Bauern eine willkommene Winterarbeit.

35. Der Urdorfer Wald präsentiert sich auf vielseitige, abwechslungsreiche Weise und viele Generationen haben zu diesem einzigartigen Waldgefüge beigetragen. Der Wald ist ein öffentlicher Raum und die Holzkorporation erbringt wesentliche gemeinwirtschaftliche Leistungen, indem sie dieses biologische Kapttal sorgfältig behandelt und pflegt. Von den 222 ha Waldfläche im Gemeindegebiet gehören 120 ha der Holzkorporation Oberurdorf. 1959 bestand der Wald der Korporation aus 41 414 Bäumen von mindestens 14 cm Stammdurchmesser,

36. Mit pferde-, Ochsen- und Kuhgespannen oder Schlitten führten die Waldarbeiter auf schmalen Erdwegen das geschlagene Holz ins Dorf. Eigentliche Planungen für Strassenbauten wurden erst ab 1944 vorgenommen und noch später ausgeführt. Unter der Leitung von Förster Hans Porr entstanden 1948 zur besseren Bewirtschaftung des Waldes verschiedene Waldstrassen. Mit Pickel und Schaufel bearbeiteten die Mitglieder der Holzkorporation den Grund des zukünftigen Waldweges von Hand. In Kübelwagen, auf zuvor verlegten Geleisen, gelangten Erdmaterial und Gesteinsbrocken komfortabel zu den Bestimmungsorten.

37. Die gnädigen Herren erliessen ab dem 17. jahrhundert Verordnungen über das Löschwesen. Die damaligen Mittel zur Bekämpfung des Feuers waren zu einfach, um wirksame Hilfe leisten zu kónnen. Fûr Oberurdorf galt die Löschordnung der Stadt Zürich. Die Verordnung für Niederurdorfbestimmte der eidgenössische Landvogt der Grafschaft Baden. Bereits 1816 besass die Feuerwehr Oberurdorf eine Feuerspritze, die mit Schweineschmalz geschmiert wurde. Niederurdorf erwarb eine gebrauchte Feuerspritze von der Feuerwehr der Stadt Zürich. Nach derVereinigung der beiden Gemeinden wurde das Löschwesen einheitlich verwaltet und die Mannschaft in drei Löschzüge eingeteilt. Der 1. Zug umfasste das bisherige Oberurdorf, zum 2. Zug gehörten die Niederurdorfer und der 3. Zug, ohne Rettungskorps, war für das Stationsquartier zuständig. An der jährlichen Hauptübung stellten die Offiziere ihr Können unter Beweis, Auf die nachfolgende Übungsbesprechung folgte die Soldverteilung.

38. Mit dem Handarbeitsunterricht für Mädchen und der Unterstützung bedürftiger und mittelloser Frauen und überlasteten Müttern begann der gemeinnützige Dienst der Urdorfer Frauen. Die Gründungsversammlung des Gemeinnützigen Frauenvereins fand 1870 statt. Die Arbeirsschullehrcrin war Mitglied des Vorstandes. DerVerein kaufte Krankenmobilien und betteute kranke Einwohnerinnen und Einwohner, bot Kinderhüte- und Wäscheflickdienste, Altersbetreuung und Soldatenhilfe an. Für die Mitglieder des Frauenvereins organisierte der Vorstand günstige Ausflüge.

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