Urdorf in alten Ansichten

Urdorf in alten Ansichten

Auteur
:   Elisabeth Lüchinger-Grob
Gemeente
:  
Provincie
:  
Land
:   Schweiz
ISBN13
:   978-90-288-6701-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Urdorf in alten Ansichten'

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59. An der Dorfstrasse trug 1906 der Besitzer eines bescheidenen Bauernhauses nahe dem Bützbach die Scheune und den Stall ab, um einem Ladenanbau Platz zu machen. Einige Iahre später stand im Ladeninnern ein leistungsfähiger Backofen. Niederurdorf harte eine Bäckerei. Nach einigen Veränderungen, Urnbauten und Besitzerwechseln bot nach dem Bäckereibetrieb eine Wäscherei eine Zeit lang die Dienste an. Allmählich verwahrloste die alte Liegenschaft. Ehe das Gebäude abgebrochen wurde, erhielt es noch treffende Sprüche und Zeichnungen auf die bröckelnde Fassade gemalt.

60. Der Kehrichtsammelwagen fuhr jeden SamstagVormittag durch die Gebiete Oberurdorf, Bahnhofstrasse und Stationsquartier, nachmittags durch Niederurdorf das Feldeggquartier und zur Bergstrasse. Abraum und Haushaltabfallc mussten in sauberen, handlichen Gefässen an der Strasse bereitstehen. Dieser Hauskehricht wurde mit pferdefuhrwerken eingesammelt, bis] 954 die Firma Gebr. Steiner, im Auftrag der Gemeinde, die Organisation der Kehrichtabfuhr im Dorf übernahm. Die neuen Überbauungen mit Mehrfamilienhäusern hatten zur Folge, dass sich bald eine zweimal wöchentliche Kehrichtabfuhr aufdrängte. Trotz der unentgeltlichen Abfuhr wurde an abgelegenen Orten unberechtigt Schutt und Unrat abgelagert.

61. Bis 1943 bestand ein Postbüro in Oberurdorfund eine Postablage bei der Bahnstation. Um diese wichtigen Dienstleistungsbetriebe im Zentrum der drei Dorfteile zu haben, planten die Gemeinderäte ein Gemeindehaus mit Postbüro an der Strasse zur Bahnstation. Nach langer Bauzeit, mit vielen Umtrieben und Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Baustoffen, konnte imAugust 1946 das neue Gemeindehaus mit Kanzlei, Postbüros und Wohnungen der Bevölkerung vorgestellt werden. Die Bewohner der drei sonnigen Wohnungen im Obergeschoss hatten eine prächtige, unverbaubare Aussicht ins Lirnmattal.

62. Dunkle, schwere Gewitterwolken entluden sich am 30. Juli 1948 über Urdorf In kurzer Zeit waren Strassen und Wege überschwemmt. Die Kraft des Wassers zerriss die kurz zuvor ausgebaute Strasse zwischen den beiden Dorfteilen Ober- und Niederurdorf und schwemmte das Strassenbett aus. Der Bahndamm war von schwerem Geschiebe überlagert und der Bahnbetrieb unterbrochen. Bei vielen Liegenschaften entlang des sonst ruhig fliessenden Dorfbaches stand das Wasser bis auf Fensterhöhe, die Keller standen unterWasser. Die schmutzigen Wassermassen durchfluteten die Räume im Erdgeschoss. Holzstapel und alles was nicht niet- und nagelfest war schwemmte das Wasser fort. Häuserfundamente waren freigelegt und dieVorgärten mit Kies und Steinen überlagert. Mit einer Motorenpumpe der Feuerwehr Schlieren wurden am nächsten Tag die Keller ausgepumpt.

63. Zur Fasnachtszeit verkleideten sich viele Kinder als Lumpekudi oder als schoner Böögg und besuchten Verwandte und Bekannte im Dorf. Wer ein Versli aufsagte oder ein Lied sang, erhielt ein 20- Rappen-Stück oder ein selbst gebackenes Fasnachtsküchlein geschenkt. Hüt isch wieder Fasenacht /Wo-n is d'Mueter Chüechli bocht / Und deVatter umeschpringt / Und de Mueter d'Chiiechli nimmt.

64. Am Fasnachtsmontag zogen die meist als Frauen verkleideten Mitglieder der Knabengesellschaft (Verein unverheirateter Männer) auf einern mitTannästen und Papierblurnen bekränzten Wagen von Wirtschaft zu Wirtschaft und trugen kleine Theaterstücke vor. Dabei verrieten sie peinliche Ereignisse des vergangenen Iahres und verulkten die Persönlichkeiten des Dorfes mit gesungenen Versen und lustigen Reden. Weitere Mitglieder der Knabengesellschaft, gekleidet in Frack und Zylinder, verkauften die selbst verfasste Fasnachtszeitung Schnupftrucke aus Urlingen von Haus zu Haus. Die gelbe Zeitung besteht seit 1921 und enthält träfe Sprüche und witzige Anekdoten über Leute aus dem Dorf

65. Der Turnverein Urdorfwurde zu einer Zeit gegründet, als sich die Turner unserer Nachbarschaft schon längst vereinsmässig zusammengeschlossen hatten. Die Gründung erfolgte auf Initiative des Gemeindeschreibers und wurde von Pfarrer und Lehrer unterstützt. Es gab im Dorf viele skeptische Stimmen. Die älteren Bauern fanden, ihre Jungmannschaft könne bei der Arbeit auf dem Hof auch olme Turnverein genügend turnen. Dennoch, der junge Verein gedieh, wenn auch unter schwierigsten Umständen. Turngeräte konnte sich der Verein vorerst nicht leisten. sie mussten von Nachbarsektionen ausgeliehen oder gemietet werden. Bei schönem Wetter turnten die jungen Männer vor dem Schulhaus in Oberurdorf, im Winter in der Fabrikhalle Lips in Niederurdorf.

66. Einige Iahre nach der Einweihung des neuen Schützenhauses der Oberurdorfer fand im Juli 1917 in Urdorf das Limmattaler Zentralschiessen statt. Beim Wäldchen nahe dem Schützenhaus stand im Freien eine leistungsfähige Festküche. Schützen und Festbesucher verpflegten sich in der einfachen Wirtschaft im Wald. Die beiden eigenständigen Schützenvereine von Ober- und Niederurdorf schlossen sich 1931 zum Feldschützenverein Urdorf zusammen.

67. Die Aufnahme zeigt eine gemeinsame Vorführung der weiss gekleideten Turner auf dem Festgelände Urdorf anlässlich der Turnfahrt 1924. Die Halde mit freiem Blick über das Limmattal und wunderschöner Sicht bis zum Schwarzwald und über den Altberg zum Gebirgszug Lägern wird 1 950 als ausgezeichnete, ruhige Wolmlage entdeckt.

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.J I 192J.

68. Sängertag in Urdorf. Unter den Triumphbogen am Dorfeingang erhielten die Sängerinnen und Sänger zur Begrüssung den ûblichen Ehrentrunk. Wimpel und Girlanden wiesen den Weg zum Festplatz im Freien. Gärten, Häuser und Brunnen zeigten sich irn schönsten Blumenschmuck. Salutschüsse verkündeten den Beginn des Anlasses. Der Festdirektor dirigierte anschliessend an seine Ansprache den grossen Gesamtchor. Mit dem Begrüssungslied der beiden Ortsvereine (Männerchor, Frauen- undTöchterchor), die mit 39 Sängern und 44 Sängerinnen gemeinsam aufraten, begann das Konzert. Darauf folgten die Darbietungen der Vereine aus dem ganzen Limmattal. Ein bunter und fröhlicher Festumzug sowie die abendliche Unterhaltung durch die Schuljugend und die Dorfvereine bereicherten das vom Wetter begünstigte prächtige Sängerfest.

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