Velbert mit Langenberg und Neviges in alten Ansichten

Velbert mit Langenberg und Neviges in alten Ansichten

Auteur
:   H. Serfort
Gemeente
:   Velbert mit Langenberg und Neviges
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3051-6
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Velbert mit Langenberg und Neviges in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Die Geschichte der Stadt Velbert, die heute eine halbe Autostunde östlich von Düsseldorf zwischen Essen und Wuppertal der Lebensraum für nahezu 100 000 Einwohner ist, begann am 1. Januar 1975. An jenem Tage trat ein Neugliederungsgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen in Kraft, das unter anderem die niederbergischen Nachbarstädte Langenberg, Neviges und (Alt-IVelbert zu einer neuen Einheit zusammenschloß. Ein wohlbegründeter Akt landesherrschaftlicher Ratio, dem, wie historische Beispiele lehren, die Zuneigung der betroffenen Menschen erst nachwachsen muß. Dieser emotionale Entwicklungsprozeß mag erleichtert werden in dem Maße, wie es gelingt, Zuordnungen in den Siedlungsgeschichten der einstigen Nachbarstädte, die jetzt Glieder eines neuen Ganzen sind, zu erkennen.

Jede der drei Siedlungen hat eine jahrhundertealte Tradition: 'Feldbrahti' wird schon 875 im Urbar der Abtei Werden genannt, 'Langenberge' ist in der 'Kleinen älteren Isenberger Vogteirolle", einer mit Sicherheit vor 1220 geschriebenen Urkunde, verzeichnet, und in die gleiche Zeit muß auch die älteste Erwähnung der Siedlung 'Neviges' datiert werden. Den drei nachmaligen Städten ist ebenfalls gemein, daß sie keine politische Historie im Sinne gängiger Geschichtsschreibung haben, Es gab hier weder blutgetränkte Schlachtfelder noch politisch wirksam gewesene Residenzen. Die von ihrem Wasserschloß in Neviges aus über das 'Dominium Hardenberg' gebietenden Adelsgeschlechter waren biedere Landedelleute, denen die Sorge um das Befinden und die Leistungspflichten ihrer Untertanen mehr am Herzen lag, als sich in die den Grafen und spateren Herzögen von Berg zweckdienliche Politik einzumischen.

Die Siedlungsgeschichte aller drei Orte ist vielmehr ein Beispiel dafür, wie die historisch Namenlosen mit Fleiß und Zähigkeit ihre menschliche Existenz durch den Lauf der Geschichte behaupteten. Dabei entwiekelten sich neben den allgemein erforderlichen Handwerken Metallverarbeitung und Textilherstellung zu den typischen Hausgewerben, neben denen zeitweilig noch Bergbau und Steinbruch bedeutsam waren. Bis zum Beginn des vorigen Jahrhunderts hatten sich Schwerpunkte gebildet, die für die bevorstehende Industrialisierung zur Basis wurden: Metallverarbeitung auf der Höhe des Bergrückens in Velbert und dem Neviges zugehörigen Tönisheide, Textilherstellung in den Siedlungen des östlichen Tals, also in Langenberg und Neviges,

Das 19. Jahrhundert war nicht nur entscheidend für die wirtschaftliche Entwicklung der drei Orte, sondern brachte auch eine erste politische Verklammerung. Die in München residierenden Wittelsbacher traten 1805 ihr ererbtes bergisches Territorium an Napoleon ab, der im Rahmen seiner Neuordnung des Rheinlands die Municipalité Velbert 1808 zum Sitz einer Canton-Verwaltung innerhalb des 'Arrondissement Elberfeld" bestimmte. Zu diesem 'Canton Velbert' gehörten neben anderen Gebieten auch Neviges und Langenberg, für deren Bewohner 1812 bei Einführung des 'Code Napoléon" des weiteren das in Velbert eingesetzte Friedensgericht zuständig wurde, Als das napoleonische Großherzogturn Berg nach dem Wiener Kongreß dem Königreich Preußen einverleibt wurde, ging zwar der 'Canton Velbert' alsbald mit anderen in einern Landkreis preußischer Verwaltungsnorm auf, aber das Friedensgericht wurde erst in den spaten siebziger Jahren aufgehoben.

Sowohl Velbert als auch Langenberg sind 1827 in den Stand der Städte im Rheinischen Provinziallandtag berufen worden. Das entsprach der Prosperität beider Orte im Zuge der Industrialisierung: Velbert entwickelte sich im vorigen Jahrhundert zu einem Zentrum der Schloß- und Beschlagherstellung, des Tempergusses und der Kleineisenverarbeitung; in Langenberg entstanden schwergewichtig mechanische Spinnereien und Webereien sowie Fabriken zur Herstellung von Textilmaschinen. Die Unternehmen pflegten weltweiten Handel, oft mit eigenen Auslandsniederlassungen und es kam Wohlstand in die Städte, Das galt auch für die Landgemeinde Neviges, deren Entwicklung eine außergewöhnliche Note durch die Wallfahrt bekam: Das 1675 dort ansässig gewordene Franziskanerkloster erhielt 1681 ein Gnadenbild, dessen erste Wundererscheinungen eine Urkunde von 1683 bescheinigt. Seither pilgern bis auf den heutigen Tag Gläubige nach Neviges, um hier die hilfreiche Gottesmutter 'Maria, Königin des Friedens' zu verehren.

Velbert, Langenberg und Neviges standen als blühende Gemeinwesen auf der Schwelle des 20. Jahrhunderts und konsolidierten bis zum Ersten Weltkrieg ihre Entwicklung unübersehbar. Das ist im engsten Wortsinn zu verstehen: Die sogenannte Gründerzeit brachte erste Urbanisierungsmerkmale in die Ortsbilder. Bonität bezeugende Bürgerhäuser und für die Solidität ihrer Anleger sprechende 'Renditehäuser' entstanden neben dem überkommenen bergischen Fachwerk oder traten an seine Stelle, stukkatierte Geschäfts- und Mietshausfassaden bildeten die Zeilen der breiter werdenden Pflasterstraßen, Eisenbahn und Straßenbahn ließen die Entfernungen zusammenschrumpfen. Genau diese Zeit meint,

wer heute die 'gute, alte Zeit' beruft. Sie war sicherlich nicht besser als die unsere und kaum schlechter, aber eine entscheidene Phase im Aufbruch unserer technikbeherrschten Epoche, die zu kennen, sich ihrer zu erinnern lohnend ist. Ansichtskarten sind dazu nicht das schlechteste Mittel, denn sie geben mehrfach Einblick in den Zeitgeist, durch die Motivwahl ebenso wie durch die Motivdarstellung. Nostalgische Verzückung sollte bei ihrer Betrachtung nicht weniger toleriert werden als spöttisches Lächeln - das ist eine Generationsfrage. Jedenfalls ist solche Rückbesinnung hilfreich für das Verständnis unserer Tage, denn um 2000 wird ein Ansichtskarten-Spiegel unserer Jahrzehnte nicht weniger Bewegung hervorrufen.

Ein Bildband wie dieser kann nicht vollständig sein, sondern nur partiell aufleuchten lassen, was unsere Großväter als typisch für ihre Zeit angesehen haben und deshalb als unverwechselbar in die Chronik aufgenommen zu werden verdient. Die hier zusammengetragene Sammlung ist ein Rundgang durch drei einstige Nachbarstädte, die heute vor einer gemeinsamen Zukunft stehen. Dem unbefangenen Betrachter mag die Erkenntnis kommen, daß auch die Vergangenheit schon nicht ohne Gemeinsamkeiten war. Das wäre günstig für die Gegenwart.

Herbert J.G. Koenig

1. Für die nachbarschaftliche Verflechtung der Städte Velbert, Langenberg und Neviges bereits um die Jahrhundertwende gibt diese Ansichtskarte Zeugnis: Das von Velbertern gern besuchte Ausflugslokal Nieding lag auf dem Weg nach Langenberg in Richrath, einer zu Neviges gehörenden Bauernschaft. Seit dem 1. Januar 1975 sind Alt-Velbert, Langenberg und Neviges zur neuen Stadt Velbert zusammengeschlossen.

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2. Im Jahre 1909 wurden mit dieser 'Total-Ansicht' Velberts Glückwünsche zum Geburtstag übermittelt.

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Am Bastersteich

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3. 'Am Bastersteich' hieß schon 1911 die bergische Gaststätte an der Tönisheider Straße, heute Nevigeser Straße. Diese Verlängerung der Friedrichstraße war ein Teil der EssenSolinger-Staatsstraße, also Bestandteil der ersten, Anfang des 19. Jahrhunderts befestigten Straße in Velbert.

4. Im Jahre 1925 entstand d iese Aufnahme von der Schmiede des Schlossers Wönnemann. Sie lag 'in den Flietheri', westlich der Burgstraße. Die Einrichtung dieser Vorgängerin der Schlossfabriken ist heute, originalgetreu wieder aufgebaut, Bestandteil des Deutschen Schloß- und Beschlägemuseums in Velbert.

5. Noch heute unterhalten die Wuppertaler Stadtwerke an der Del1erstraße ein Depot. Die Aufnahme zeigt das Straßenbahndepot und die dort Beschäftigten im Jahre 1901.

VELBERT Rhld.

Friedrich- und Bahnstrasse

6. Die zweite Ve1berter katholische Kirche St. Josef hatte, wie zu sehen, um 1900 noch keinen Turm. Am Ende der Bahnstraße, der heutigen Rheinlandstraße, lag der alte Ve1berter Bahnhof von 1888.

7. In den dreißiger Jahren konnte man diesen Bliek von der Friedrichstraße in die noch gepflasterte heutige Langenberger Straße tun.

Restaurant z. sdionen Aussidtt mi' Gesellsdtaftszimmer

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h vorn lioli. Lalitert bei Ve.bert " T e ieîon Z19.

8. Von schöner Aussicht, wie hier 1910, kann an diesem Teil der heutigen Langenberger Straße kaum noch gesproehen werden. Das Lokal 'An der Lantert' ist von Gewerbe- und Industriegebieten umgeben.

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