Vetschau in alten Ansichten

Vetschau in alten Ansichten

Auteur
:   Jürgen Uwe Scharfe
Gemeente
:   Vetschau
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5770-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Vetschau in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Vetschau, sorbisch Wëtosow, ist der südliche Eingang des Oberspreewaldes und liegt 63 Meter über dern Meeresspiegel. Die Stadt beherbergt fast 10 000 Einwohner und ist verkehrsgünstig an der Autobahn und Europastraße A 15/E 36, der Bundesstraße 115 sowie der Eisenbahnstrecke Berlin-CottbusGörlitz gelegen.

Vetschau kann auf eine mehr als 1000jährige Geschichte zurückblicken und gehört somit zu den ältesten Orten der Niederlausitz. Die meißten Unterlagen sind aber bei einem Großbrand am 14. Mai 1619, bei dem von den 97 Gebäuden des Ortes 'nur 5 Häuser an der Brücke' übrig blieben, vernichtet worden.

Der erste, noch in den vierziger Jahren erhalten gewesenen urkundliche Nachweis, stammt daher aus dem Jahre 1302. Einem Ritter Seyfridus List wird darin bescheinigt, daß die Einwohner von Veczicz von der markgräflichen Gerichtsbarkeit und den Abgaben zugunsten seiner Person befreit sind. Dessen ungeachtet kann angenommen werden, daß der Ort viel älter ist, da er bereits bei Gero 1., Markgraf in der Niederlausitz von 936 bis 965, genannt wird. Dieser soll nahe des wendischen Ortes Witoschowa 'auf einem künstlich aufgeworfenen Hügel' eine Wasserburg errichtet haben. Wahrscheinlicher aber ist, daß er zur Sicherung der im Zuge der Christianisierung eroberten Gebiete eine bereits vorhandene, von Sumpf und Wasser umgebene, wendische Fluchtburg ausbaute und nutzte. Das Fundament der Wasserburg wurde jedenfalls durch starke Eichenholzpfähle, die in den dort etwa 11 m tiefen Sumpf gerammt wurden, gebildet. Auf diesen steht nachweislich auch noch das heutige Gebäude. Dieses ließ im Jahre 1540 der Hauptmann und Berater des Kurfürsten von Brandenburg, Eustachius von Schlieben, 'durch und durch aus Stein' erbauen, nachdem er 1538 in den Besitz der Gemarkunz Vetschau gekommen war. Obwohl bereits seit 1471 von einem 'Städtlein Vetscho' die Rede war, erwirkte erst E. von Schlieben von Fer-

dinant 1., aus der Dynastie der Habsburger, dern damaligen 'von Gottes Gnaden röhmischer König und Mehrer des Reiches in Germanien, Ungarn, Böhmen usw. usw.' , die förrnlichen Stadtrechte.

Die Stadtrechte und das heutige Stadtwappen, dem derer 'von Schlieben' entlehnt, wurde am '17. Tag des Monats Marty, nach Christi unseres lieben Herrn und Seeligmachers Geburt fünfzehnhundertachtundvierzigsten, unserer Reiche, des röhmisehen im achtzehnten und der anderen aller im zweiundzwanzigsten Jahren' aktenkundig. So der überlieferte Text der Urkunde. E. von Schlieben verstarb wahrscheinlich 1560. Sein minderjähriger Sohn Hans-Michael übernahm die Herrschaft. Als Vormund besorgte seine Mutter Katharina geborene Von Schaplow die Geschäfte.

In diese Zeit fielen auch die erfolgreichsten Jahre eines anderen Vetschauers. Sirnon Muslick, genannt Musäus, geboren 1521, gestorben 1582, unterrichtete nach erfolgreichem Theologiestudium im Range eines Professors an der Jenaer Universität. Eine weitere Berühmtheit, Hans Bock, genannt Johannes Bocatius, der später als Pädagoge, Politiker, Diplornat und Dichter im Dienste des Siebenbürger Grafen Bocskaj tätig war, wurde am 25. Dezember 1568 in Vetschau als Sohn des damaligen Bürgerrneisters geboren. Bocatius beherrschte sieben Sprachen und erhielt für seine überwiegend in lateinisch geschriebenen Dichtungen den kaiserlichen Titel 'Poeta laureatus caesarus', was soviel wie 'gekrönter Dichter' bedeutet. 1611 kam die Pest in die Stadt und holte sich mehr als 1 100 Einwohner.

Der dreißigjährige Krieg (1618-1648) ging auch nicht spurlos an Vetschau vorbei. WalJensteins Soldaten sollen furchtbar in der Stadt gehaust haben. Drei der schlimmsten Plünderer und Frauenschänder ließ der Feldherr vor dem 'Hospita] zum heiligen Kreuz' aufhängen.

Einen politischen Einschnitt gab es 1635. Am 30. Mai dieses

Jahres wurde die Lausitz und damit auch Vetschau als Kriegsentschädigung dem Land Sachsen übereignet. Viel scheinen die Sachsen für die neuen Ländereien nicht übrig gehabt zu haben. Geld floß nicht in, sondern nur aus der Stadt. Einen Oberamtsmannbericht aus dem Jahre 1687, das Straßenwesen betreffend, ist folgendes zu entnehmen: Der Schloßfließ hat seinen Damm durchbrochen und überschwemmt die Lübbensche Straße auf eine Länge von 25 Ruten (ca. 94 Meter) und die Straße nach Calau auf 29 Ruten (ca. 109 Meter) mit einer Wassertiefe von einer viertel Elle (ca. 16 cm).

Bereits Hans-Michael von Schlieben hatte durch strenge Anordnungen dem 'liederlichen Lebenswandel' der Vetschauer Schranken auferlegt. Nach sächsischern Recht wurde Ehebruch, zum Beispiel, sogar rnit dem Tode bestraft. Für den 29. Juni 1691 wird die Enthauptung des Jacob Janzball und der Eva Tornow vermerkt. Ihnen wurde dieses Schicksal hinter dem Schützenhaus zuteil, nachdem sie für ihre ehebrecherische Betätigung den 'Staupbesen' zu spüren bekommen hatten.

Aus dem Jahre 1714 ist das Ergebnis einer 'Volkszählung' durch den damaligen Pfarrer bekannt, Er wollte damit eine reelle Grundlage schaffen um eine Geldsammlung für die Bezahlung eines Glockenneugußes durchführen zu können. Demzufolge lebten noch ca. 800 Einwohner in der Stadt.

Für das Jahr 1720 wird im Stadtbuch eine große Teuerung in der Niederlausitz erwähnt, Die armen Leute mußten Heidekraut, Spreu und Queckewurzeln essen um am Leben zu bleiben. Den Vetschauer Ackerbürgern gelang dies anscheinend auf Grund ihrer landwirtschaftlichen und 'industriellen' Beruftätigkeit recht und schlecht. Die damalige 'Industrie' umfaßte in der Hauptsache die Weberei und die Schuhmacherei. Nach der Volkszählung von 1714 arbeiteten, unter anderen, 38 Weber- und 36 Schuhmacherrneister irn Ort. Die Menge der einzelwirtschaftlichen Webereien - der erste Webstuhl wurde bereits 1619 aufgestellt - führte auch zum Entstehen der ersten

echten 'Fabrik'. Im Jahre 1861 wurden 140 Weber in der Stadt registriert, die durch 'Blütchen & Söhne' 1864 in der 'Fachströste' bzw. in der 'Leinen- und Segeltuchweberei' konzentriert wurden.

Zu dieser Zeit war Vetschau schon nicht mehr sächsisch. Nach den Befreiungskriegen von der Napoleonischen Herrschaft, 1806-1813, kam die Stadt durch den Wiener Friedensvertrag 1815 zu Preußen.

Ein wichtiges Ereignis für die Einwohner war die Eröffnung und Einweihung der Eisenbahnstrecke Berlin-Cottbus-Görlitz am 1. Juni 1866. Die Anbindung an diesen Verteilungsweg und das Vorhandensein von Arbeitskräften sorgten dafür, daß der Schlosser August Lehnigk am 30. Mai 1867 seine 'Landmaschinenfabrik' gründete. Seine Produkte erlangten bei Weltausstellungen in Kanada und Frankreich mehrfach Goldmedaillen. Die heutige 'Deutsche Waggonausrüstung GmbH' findet ihre Wurzeln in diesern Betrieb.

Das aufkommende Bürgertum führte in den Gründerjahren auch in Vetschau zu einer Veränderung in den Besitzverhältnissen. Der Schloßbezirk und umliegende größerc Ländereien, bis dahin immer Privatbesitz von meist adligen Damen und Herren, wurde 1920 durch die Stadt erworben. Der Verkauf des größten Teils des neuen Landbesitzes, zum Beispiel an die ILSE-Bergbau AG, versetzte die Stadt in die Lage sich eigene Gas- und Stadtwerke, eine Kläranlage und eine Freibadeanlage zu leisten. Ein weiteres Projekt des Fremdenverkehrsverbandes, der noch mehr 'Luftschnapper' in die Stadt bringen sollte, war der Versuch eine direkte Wasserstraßenverbindung mit dem Spreewald herzustellen. Dieser Versuch blieb auf Grund der enorm hohen Kosten in der Planungsphase stecken. Mit Beginn der dreißiger Jahre galten andere 'Tugenden', die hier zu beleuchten aber nicht angebracht sind.

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1. Die älteste, erhalten gebliebene Stadtansicht aus dem Jahre 1848. Sie wurde von dem Actuar G. Werchan gemalt und befand sich bis in die fünfziger Jahre über dem Kamin im Stadtschloß (Großer Saal).

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2. Stadtplan aus einem Wanderheft des Fremdenverkehrsvereins Vetschau von 1925.

3. Der Marktplatz vom Kirchturm aus gesehen. Das kleine dunkle Haus, links in der Mitte, ist das 'Schliebensche Haus'. Es beherbergte im Jahr 1721 die Schützengilde und wurde um 1900 abgerissen.

4. Der Vetschauer Bahnhof um 1920 von der Güterbahnhofstraße aus gesehen.

5. Bahnhofstraße mit den Damen einer in den dreißiger Jahren bekannten Gaststätte (auf der linken Bildseite). Heute ist dort ein Drogerie-Fachmarkt zu finden.

6. Die Bahnhofstraße mit Bliek in Richtung Bahnhof. Auf der linken Seite das am 1. Juli 1891 in Betrieb genommene Postamt. Das Gebäude kostete in den ersten Jahren 1 980 Mark Jahresmiete und ging erst 1975 in den Besitz der Post über. Gebaut wurde es, auf eigene Kosten, von dem in Vetschau bekarmten Baumeister Weslau.

7. Dieses Friseurgeschäft befand sich in den dreißiger Jahren in der Bahnhofstraße Nr. 2. Heute ist dort ein Uhren- und Schmuckgeschäft.

8. Der Sedanplatz um 1900 mit Bliek auf das Gasthaus 'Zum deutschen Kaiser'. Das Gebäude wurde Ende der siebziger Jahre abgerissen.

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