Viechtach in alten Ansichten

Viechtach in alten Ansichten

Auteur
:   Werner Pohl
Gemeente
:   Viechtach
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5299-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Viechtach in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Viechtach ist ein Churfiirstl.Pahnmarckt, ist in Michael Wenings 'Beschreibung des Churfürstentums Bayern', Band 'Das Rentamt Straubing' aus dem Jahr 1726 zu lesen. Weiter steht geschrieben: auff gemainen Marckst Unkosten werden die Fronfest] Tortur, und andere Gefäncknussen erhaltenlaucb von uralters die Malefitz-Schrannen allda herkommen.

Er ligt in dem Wald/zum theil in einem Thalljzum theil aber auff einem Berg/in dem Landgericht allda zu Viechtach/an dem so genannten schwartzen Regen-Fluß gegen die Ober-pfältzischen Graenitz.

So wal in Gebäudenlals in andere Weeg ist dermahls der Orth in einem schlechten Stand gesetzetlwelches die bereyts zum drittenmahl erlittene Brandt-Schaden verursachetlsonderbar derlso Anno 1658. unfiirsehens entstandenfund alles zusammen in die Asehen gelegt hatjworüber ein iederlso gut ihm das Vermögen zugelassenlseine Wohnung wider erhebtlund zugerichtet. Anno 1698. den 7. Augusti hat dergleichen Unglûck mehrmahlen siben Burgerliche Behausungenlmit Staedl und Stallungenjsambt der gemainen Fleischbanck getroffenldahero sihet man annoch ste gleichsamb im öden Standt.

Vom Feind hat man zwar keine Verwüstung außgestanden/doch wäre nichts gewisers gewesenlals daß

die Schweden den Marckt angestecktlwenn man es nit durch ein starcke Rantzion oder Brandtschätzung verhindert hätte.

Meldens wiirdig ist das vorhandene Spitalllso von denen Nußbergerischen gestûfftetfund auß LandsFiirstlichen genädigsten Guensten mit guten Privilegijs begabet ist.

Die Heilige wunderbahrlich: und _ unbeflecktiste Jungfraulund Mutter GOttes Martaiwird in allhiesiger Pfarr-Kirchen als Patronin verehret. Zu dero Ehr auch eingesetzt ist die Ertz-Bruderschafft deß H. Rosenkrantzes/wie auch die S. Satvatoris: und die Bruderschafft aller Christglaubigen Seelenlwelche der ErtzBruderschaf[t zu Altenhof in München incorporiert worden.

Von besonderer Fruchtbarkeit ist in rauch: und stainigen watäs-Revier nicht sonderliches zu melden. Vor disem zwar ware in allhiesigem Marckt ein ordentliche Traydt-Schrannen im Schwanglsolche aber ist durch die leydige Sterbs: unnd Kriegs-Laeuff gantz und gar ab: und seythero nit mehr zum Standt gekommen/ ungeachtet es von höheren Orthen erst ungefähr umbs Jahr 1684. wider angeschafftlunnd zu dem Ende von Seyten deß Marckis so vil möglich gewesen: das benoethigte gebauet worden [diewetl aber kein Ge-

richtlich: oder anderer außwaertiger Underthan einige Frucht nit darauff gebrachtlso ist es dann also ruhend verbliben.

Die vielen Brände, von denen Viechtach heimgesucht wurde, sind auch der Grund, daß es über die früheren Zeiten keine Urkunden und Dokumente mehr gibt. Am schwerwiegendsten war es aber, daß im Jahre 1742 das gesamte verbliebene Archiv des Marktes und der Pfarrei von Viechtach in Cham ein Raub der Flammen wurde. Man hatte die Archive in österreichischen Erbfolgekriege dorthin gebracht, da man sie dort sicherer hielt. Cham war befestigt, Viechtach nicht. Als aber der berüchtigte Pandurenoberst Trenck Cham eroberte, wurde die Stadt niedergebrannt. Auf diese Weise gingen auch die Akten aus Viechtach verloren. Der größte Teil der späteren Akten, die sich im Staatsarchiv auf der Burg Trausnitz in Landshut befanden, wurden dort beim Brand der Burg in den sechziger Jahren vernichtet.

Wegen des Fehlens von Urkunden ist auch der Zeitpunkt der ersten Besiedlung Viechtachs nicht mehr feststellbar. Sie dürfte im 9. Jahrhundert durch das Kloster Metten erfolgt sein. Auch in vorgeschichtlicher Zeit muß schon eine, wenn auch spärliche Besiedlung vorhanden gewesen sein. Dafür geben Funde

von Steinbeilen, so bei Pirka, Zeugnis. Die erste urkundliche Nennung des Namens Viechtach ist aus dem Jahre 1104 nachweisbar. Damals wurde von der Gattin Adelheid des Domvogts von Regensburg aus dem Bogener Grafengeschlecht ein halber Mansus in Viechtach dem Kloster Oberalteich übereignet.

Eine Kirche, voraussichtlich eine hölzerne, dürfte ebenfalls schon im 9. Jahrhundert errichtet worden sein, da in späterer Zeit von einer Reparatur an der bestehenden Kirche gesproehen wird. Als Pfarrei wird Viechtach erstmals 1186 genannt. Sie war eine Urpfarrei im Bayerischen Wald. Der erste Pfarrer Dietrich ist 1209 beurkundet. Die Pfarrei erstreckte sich weithin, so daß bis zu zwölf Geistliche zu Pferde im weiten Umkreis den Dienst versehen mußten. Aus diesem Grunde wurde der Pfarrer von Viechtach auch der 'Bischof des Bayerischen Waldes' genannt.

Die heutige Pfarrkirche wurde von 1757 bis 1763 gebaut. Wegen ihrer Größe und der schönen Rokokoausstattung wird sie der 'Dom des Bayerischen Waldes' genannt. Ihr Schutzpatron ist der heilige Augustinus. Wann das Patronat von der heiligen Mutter Gottes, der ursprünglichen Patronin der Kirche, auf den heiligen Augustinus überging, läßt sich nicht mehr feststellen.

Im 11. und 12. Jahrhundert übernahmen die Grafen von Bogen die Besiedlung des Viechtacher Raumes. Als sie 1242 ausstarben, traten die bayerischen Herzöge die Nachfolge als Grundherren an. Sie errichteten in Viechtach ein Landgericht, dessen Gebiet bis zum Großen Arber reichte und auch das spätere Gericht Regen mit umfaßte. Wegen der großen Ausdehnung wurde das Gebiet des Landgerichtes Viechtach 'Viechtreich' benannt.

Als Markt wurde Viechtach bereits im herzoglichen Urbar von 1280/1310 erwähnt. Da aber die früheren Privilegiën verbrannten, unterschrieb Herzog Albrecht am Mittwoch vor dem Heiligen Dreikönigstag 1474 in Straubing einen neuen Freiheitsbrief.

Das Spital in Viechtach wurde am 31. Oktober 1350 von Konrad Nußberger zu Neunußberg gemeinsam mit seiner Frau Osana gestiftet. Es war für Seelschwestern bestimmt. Im Jahre 1412 erweiterte Konrad der Nußberger zu Kollnburg die Stiftung für die Unterbringung schwangerer Frauen auf sechs Wochen. Im Bürgerspital und in der Spitalkirche ist jetzt das Kristallmuseum untergebracht.

Viechtach hatte stark unter kriegerischen Einwirkungen zu leiden. Im Husitenkrieg im 15. J ahrhundert wurde es zwar unrnittelbar nicht betroffen,

wohl aber die nähere Umgebung. Im Böckleraufstand und im Löwler-Krieg in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts hielt Viechtach dem bayerischen Herzog die Treue, gegen den sich die Ritter des Bayerischen Waldes erhoben hatten, weil sie mit mancherlei Maßnahmen des Herzogs nicht einverstanden waren. Ihre Burgen wurden daraufhin in Schutt und Asche gelegt, so Altnußberg und Kollnburg. Viechtach, von den aufständischen Rittern bedroht, mußte durch einen herzoglichen Heerhaufen aus Straubing entsetzt werden.

Im dreißigjährigen Krieg durchzogen 1633 schwedische Kriegsvölker Viechtach mit den üblichen Begleiterscheinungen. Im spanischen Erbfolgekrieg 1703/1704 hatte Viechtach hohe Quartierlasten zu tragen. Die Auswirkungen des österreichischen Erbfolgekrieges im Jahre 1742 sind bereits angeführt. Die Napoleonischen Kriege 1809/1813 erforderten auch allerhand Leistungen der Bürger für die durchmarschierenden Heerhaufen. Im Ersten Weltkrieg 1914/1918 brachte Viechtach einen hohen Blutzoll, wovon das Kriegerdenkmal Aufschluß gibt. Im Zweiten Weltkrieg wurde Viechtach zwar von Zetstörungen verschont, es mußten aber die letzten beiden Markttore, die noch erhalten waren, im April

1945 niedergerissen werden, da sie für die durchziehenden amerikanischen Panzer ein Hindernis darstellten.

Nutzen zog Viechtach aus kriegerischen Geschehnissen insofern, als Mitte des 19. Jahrhunderts eine Leinenhandelsgesellschaft gegründet wurde, die nicht nur die bayerische Armee belieferte, sondern auch die der Pfalz, der Schweiz und Italiens. Jakob Schmaus hatte mit einem Schubkarren den Leinenhandel angefangen und ihn in Zusammenarbeit mit den Familien Frohnofer, Sporer und Schmid zu dieser großen Blüte gebracht.

Wenn auch die Getreidemärkte in späterer Zeit nicht mehr fortgesetzt wurden, so florierten doch die Ochsenmärkte bis Anfang des 20. Jahrhunderts. Es wurden bis zu 3 000 Stück Vieh aufgetrieben, die nur den Marktplatz sondern auch die angrenzenden Straßen füllten. Die gewerbliche Entwicklung setzte sich im 19. Jahrhundert fort. Im Jahre 1856 wurde die Lederfabrik Kilger gegründet, es folgte 1892 das Quarzschotterwerk. Im Jahre 1890 wurde die Lokalbahn Gotteszell- Viechtach gebaut, die 1928 nach Blaibach verlängert wurde. (Die heutigen Regentalbahn-AG, eine der wenigen privaten Bahnen der Bundesrepublik Deutschland.) Nach dem Zweiten

Weltkrieg erfuhr die industrielle Entwicklung einen neuen Auftrieb durch Industrieansiedlungen.

Auch im Schulwesen ergab sich ein großer Aufschwung. Neben der Zentralvolksschule wurde eine Staatliche Realschule und das Dominikus-vonLinprun-Gymnasiurn errichtet und einem großen Schulzentrum zusammengefaßt. Mit dieser günstigen Entwicklung war auch eine umfassende Bautätigkeit auf dem Wohnungssektor zu verzeichnen. Es entstanden neue Wohnviertel. Am 3. Mai 1953 wurde Viechtach zur Stadt erhoben. Es ist staatlich anerkannter Luftkurort mit den dazu erforderliche Einrichtungen (modernes Freibad, Sport- und Kneippanlagen und dergleichen).

Es hat sich also in den letzten Jahrzehnten, vor allem auch in der Zeit zwischen 1880 und 1930, aus welcher Zeit die Ansichten stammen, in Viechtach viel geändert. Es erscheint daher angebracht festzuhalten, was seit dieser Zeit nicht mehr vorhanden ist oder sich während dieser Zeit an Ereignissen zugetragen hat. Das Buch erscheint an der Jahreswende von 1978 zu 1979, als Viechtach im Jahre 1978 bereits sein 25jähriges Jubiläum der Stadterhebung gefeiert hat und 1979 die 875-Jahrfeier der ersten urkundlichen Nennung Viechtachs festlich begehen wird.

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1. Viechtach und der Pfahl gehören zusammen. Das beweist diese kolorierte Postkarte, die am 2. August 1901 verschickt wurde. Damals begarm man bereits die Quarzfelsen zu Schotterzwecken abzubauen, bis sie 1939 unter Naturschutz gestellt wurden. Bei der Ansicht von Viechtach ist festzustellen, daß die Bahnlinie bei dem Bahnhof (links) endet und die Fortführung nach Blaibach noch nicht vorhanden ist. Auch fallen die Wiesen und Felder rund um den Ortskern auf, die heute alle bebaut sind. Die Karte kam in einern Münchener Verlag heraus.

2/3. Diese Doppelpostkarte zeigt eine Gesamtansicht von Viechtach von Blossersberg aus gesehen. Bemerkenswert ist auch hier die geringe Ausdehnung des Ortes. Angegeben ist auf der Karte: Diese Karte ist zu frankteren für Deutschland u. Oesterreich- Ungarn mit 2 Pfg. für alle ûbrigen Länder mit

5 Pfg. wenn nur Ort, Datum u. Name des Absenders schrifttien beigefûgt werden. Die Doppelkarte erschien im Verlag Xaver Stenzer, Viechtach, nach 1900.

Gruss aus Viechtach.

4. Die Farbpostkarte 'Gruss aus Viechtach' stammt ebenfalls aus den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts. Sie wurde vom Postkartenverlag A. Kratzer in Viechtach herausgegeben. Auf der linken Seite fällt die große leere Fläche oberhalb des Bahnhofs (Ansichtsmitte) auf, Hier breitet sich nunmehr der Dr. Schellererpark mit der reich besiedelten Dr. Schellerer-Straße aus, bis hin zur früheren Realschule, jetzt Sonderschule.

5. Die schwarz-weiß Postkarte reicht in die gleiche Zeit, nur wurde sie vom Verlag Xaver Stenzer in Viechtach herausgebracht. Besonders bemerkenswert ist, daß in der Mitte der Karte noch der alte Friedhof zu erkennen ist, der einige Jahre danach in das heutige Gebiet verlegt wurde. Auch die alte, hohe Friedhofsmauer ist zu erkennen, die vor einigen Jahren eingestürzt ist. Das Vorgelände erscheint leer.

6. 'Viechtach ij Wald' ist diese Fotopostkarte betitelt. Verlag und Erscheinungsjahr sind nicht angegeben. Sie stammt aber aus einer etwas späteren Zeit als die vorhergehenden Postkarten. Aber auch auf diesem Foto ist erkennbar, daß die grünen Wiesen noch bis an die Tore reichen, wie es Baumhoelzl in seiner Chronik schon festgestellt hatte. Auch die Hänge hinter dem Ort sind noch nicht besiedelt, wo sich heute ein dichtes Besiedlungsgebiet entwiekelt hat.

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