Volkach in alten Ansichten

Volkach in alten Ansichten

Auteur
:   Herbert Meyer
Gemeente
:   Volkach
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3275-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Volkach in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Die gesegnete Landschaft an der Volkacher Mainschleife zog seit jeher zahlreiche Menschen an, die hier heimisch wurden oder als Reisende die Schönheiten des Laudes und seiner Kultur beschauten, Die geschichtliche Vergangenheit reicht weit zurück in die Zeit der fränkischen Landnahme, als Königtum und Adel den Raum am Main politisch gestalteten und das Christentum hier Fuß faßte. Aus dieser königlichen Großmark gelangte Volkach zusammen mit der Vogelsburg und sieben weiteren Orten der Umgebung im Jahre 889 an das Kloster Fulda; ein königlicher Fronhof, wohl an der Stelle des heutigen Klosters bildete den Kern der Siedlung,

Die irn Steigerwaldvorland begüterten Grafen zu Casten erhielten im Laufe des 11. Jahrhunderts die Vogteirechte über Volkach und kurz danach auch über die Vogelsburg. Sie erkannten die vorzügliche Lage dieses Raumes und bauten ihn systematisch aus zu einem Eckpfeiler ihres Herrschaftsbereiches. In diesem Bestreben gelang es ihnen um 1250, für die einfache dörfliche Siedlung Volkach vom Reich die Rechte einer Stadt verliehen zu bekommen. 1258 wurde erstmals in einer Urkunde von der 'Civitas Volka' gesprochen. Das Gebiet der Grafen zu Castell war ringsurn von bischöflichern Besitz umgeben, deshalb war ihnen vor allem aus machtpolitischen Gründen an einer befestigten Stadt gelegen. Damit begann für Volk ach eine große Zeit: Es wurde Mittelpunkt der Grafschaft, ein gräflicher Stadtvogt verwaltete ihre Belange. Als Urpfarrei war Volkach auch geistiger Mittelpunkt dieses Raumes, und schließlich gab es reichhaltige Steuereinnahmen wegen des Wein-

baus und der bevorzugten Lage am Mainübergang sowie am Schnittpunkt einer wichtigen Nord-Südund Ost-West-Straße. Münzrecht 1398 und Marktrecht 1406 waren letztlich Bestätigung dieser günstigen Entwicklung. Das Schicksal der Stadt war eng verknüpft mit dem der Grafschaft. Durch wiederholte Teilungen des Erbes wurde aber deren Hertschaft immer mehr geschwächt.

So wurde kurz nach 1500 der Fürstbischof von Würzburg neuer und alleiniger Stadtherr. Er vertraute der Stadt das Blutgericht mit Stock und Galgen an. Er ließ aber auch ihre Türme und Mauern verstärken. In die bischöfliche Zeit fällt auch 1544 der Neubau des Rathauses als Ausdruck stolzer Bürgergesinnung. Die doppelläufige Freitreppe und der Fachwerkerker machen es zu einem der reizvollsten Rathäuser Frankens. Als Amtsgebäude diente es dem Rat und seinen Versammlungen, es gab Raum für Festlichkeiten der Bürgerschaft, im Untergeschoß befanden sich die Läden zum Verkauf von mancherlei Waren, und schließlich nahm hier der neue Landesherr die Huldigung seiner Untertanen entgegen. Volkach war zu einem w ichtigen Eckpfeiler fürstbischöflicher Herrschaft geworden, es wurde würzburgische Amtsstadt. Der Bischof von Würzburg war oberster Grundherr, Gerichtsherr und Stadtherr. Diese Tatsache war von grundlegender Bedeutung für die weitere Geschichte des Volkacher Raums. Im großen Bauernkrieg von 1525 rebellierten die Volkacher zusammen rnit den Bauern der Umgebung gegen die Obrigkeit und plünderten die Hallburg, die Vogelsburg sowie die Kartause Astheim. Nach der Niederwerfung des Auf-

standes mußten die Bürger am 9. Juli 1525 dem Fürstbischof den Huldigungseid schwören, sechs Rädelsführer wurden enthauptet. In den Wirren der Reformation gelang es den Bischöfen, Volkach im alten Glauben zu erhalten.

Besonders Julius Echter hatte durch seinen eigenen Bruder Valentin, der als bischöflicher Amtmann in Volkach wirkte, wesentlich zum weiteren Ausbau der Stadt beigetragen. Unter seiner Regierung wurden die Amtshäuser neu errichtet, die Stadttore erweitert und ein Spital für Alte und Kranke gestiftet. Doch der Dreißigjährige Krieg brachte neue Not mit der Plünderung durch die durchziehenden Truppen der Schweden, Kroaten und Franzosen.

Erst unter den Bischöfen aus dem Haus Schönborn kehrten wieder bessere Zeiten im Hochstift und damit in Volkach ein, so daß man mit Recht sagen konnte: 'Unter dem Krummstab (Bischofsstab) ist gut leben.' Eine rege Bautätigkeit entwickelte sich allenthalben. In Würzburg entstand die Residenz, in Volkach baute sich der Ratsherr und Handelsmann Joharm Georg Adam Schelf 1719 ein repräsentatives Bürgerhaus, das Schelfenhaus.

Mit Beginn des 19. Jahrhunderts ging aber auch diese Feudalherrschaft zu Ende, als 1803 bzw. 1814 Volkach an das neue Bayern kam, das die Geschicke auch der Mainschleife bis zum heutigen Tag lenkt. Damit war aber für Volkach das Mittelalter endgültig vorüber, die Stadt sprengte ihre Mauern und breitete sich aus. Hatte sie lange Zeit nur zwei Tore am oberen und am unteren Ende der Hauptstraße, so wurde nun der Reihe nach das Zeilitzheimer Tor sowie das

Weihertor geöffnet, bis man 1875 auch noch die Eiergasse durch die Stadtmauer nach außen führte. Jetzt konnten die Vorstädte hinauswachsen, und der moderne Verkehr nahm seinen Einzug - mit der Errichtung einer Poststation 1840, mit dem Bau einer Mainbrücke 1890 bis 1892 und mit dem Anschluß an das Eisenbahnnetz 1909. Erste Voraussetzungen für den Fremdenverkehr waren geschaffen.

Damit änderten sich auch die Arbeits- und Lebensgewohnheiten der Bürger. Der Anbau von Wein wurde zeitweise zurückgedrängt, bis 'er schließlich wieder Obst und Spargel überrunden konnte. Diese Güter gingen nun hinaus in alle Lande und ermunterten andererseits viele Freunde, die kleine Stadt am Main zu besuchen.

Die Bilder in diesern Buch wollen versuchen, diesen Wandel zu verdeutlichen, indem sie zurückblicken auf die Zeit zwischen 1870 und 1930, als dies alles geschah.

Abschließend sei allen herzlich gedankt, die mitgeholfen haben, daß dieses Buch entstehen konnte, durch Auskünfte und vor allem durch die freundliche Überlassung der alten Fotografien.

1. Der Bliek auf Volkach vom Südwesten her faßt das Areal der ummauerten Altstadt, in dem der Stadtvogt der Casteller Grafen und später der Amtskeller der Würzburger Fürstbischöfe ihren Sitz hatten. Nach dem Übergang an das Königreich Bayern waren hier die Gebäude des Landgerichtes und das Forstamt, bis 1858 die Dillinger Franziskanerinnen das königliche Forstamtsgebäude und die anliegenden Grundstücke erwarben und um die Jahrhundertwende den wuchtigen Neubau auf den Resten der alten Stadtmauer errichteten, die auf der Westseite der Stadt zum Main hin auch heute noch am besten erhalten ist, Das Gebäude am äußersten rechten Bildrand beherbergte 1912 bis 1935 das Postarnt. Der Zaun wurde 1935 mit dem Neubau des Postgebäudes durch eine Mauer ersetzt, der Platz selbst 1909 neu gestaltet mit der Eisenbahneröffnung und die alte Böllngasse damit zur Bahnhofstraße und zur Zufahrt zum Stationsgebäude.

2. Volkachs günstige Lage am Main war abhängig von einern brauchbaren Flußübergang. Bestand dieser im Mittelalter am Fuß der Hallburg, so wurde er später verlegt zwischen Volkach und Astheim, dessen Kartause den bezeichnenden Namen 'Pons Mariae' Marienbrücke erhielt, nach der fliegenden Brücke wie man die Fähren auch bezeichnete. Das Recht zur Überfahrt lag bei der Kartause und nach ihrer Auflösung 1803 bei der Gemeinde Astheim. Unser Bild zeigt die alte Holzfähre vor der Errichtung der Steinbrücke und ist wohl um 1878 vom Fährhaus am Astheimer Ufer aufgenommen worden. Auf der Volkacher Seite führt eine schattige Allee zum Weihertor und von dort weiter zum Rathaus, dessen Rückseite noch ohne den Treppenturm ist. Ebenso fehlt das neue Gebäude des Franziskanerinnenklosters, so daß noch das Rentamt rechts von der Kirche zu sehen ist. Andererseits ist aber das Vorwerk des Oberen Tores bereits abgebrochen.

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3. Das häufige Hochwasser machte oft das Übersetzen über den Main unmöglich. Deshalb wurde immer lauter die Forderung nach einer steinernen Brücke erhoben, bis die Firma Buchner ausWürzburg 1890 mit dem Bau begann, der damals 'als einer der schönsten zwischen Schweinfurt und Würzburg' bezeichnet wurde. Die fertige Brücke spannte sich in eleganten Bögen über den Strom und knüpfte Volkach enger an das rechte Mainufer. Sie erleichterte damit den Verkehr in Richtung Würzburg und zu der 1854 fertiggestellten Ludwigs-West-Bahn von Schweinfurt nach Würzburg, die zwar noch mit der Postkutsche erreicht werden mußte, aber ohne das zeitraubende Übersetzen. Das Bild zeigt die feierliche Einweihung 1892 durch den Würzburger Bischof und Reichsrat Franz Joseph von Stein, Ein großes Volksfest und eine bengalische Beleuchtung schlossen den großen Tag ab, Nur 53 Jahre sollte die Brücke beide Ufer verbinden. Am 7. April 1945 wurde sie beim Rückzug deutscher Truppen gesprengt.

4. Die stolze Brücke überspannt den Mainstrom am östlichen Scheitel der Volkacher Mainschleife. Um die Kosten zu finanzieren, wurde bis 1938 in dem Zollhaus am westlichen Brückenkopf der Brückenzoll eingehoben. Für den Bau der Eisenbahnlinie Volkach-Seligenstadt mußten große Erdbewegungen durchgeführt werden, so zum Beispiel im Astheimer 'Schacht', dessen Steinmaterial zum Ausmauern der kleinen Arkadenbögen an der Brücke verwendet wurde. Sein Aufschluß ist im Vordergrund des Bildes noch zu sehen. Am gegenseitigen Ufer erstreckt sich die Volkacher Altstadt vom Unteren bis zum Oberen Tor und nach rechts noch die obere Vorstadt.

5. Eine Stadt am Fluß hat immer wieder unter Hochwasser zu leiden. Immer wieder müssen die Bewohner Keller oder gar Häuser räumen. Die Marke am Unteren Tor verweist auf eine solche Überschwemmung im Jahre 1764. Eine der größten war aber die von 1909, dem Jahr der Eisenbahneinweihung, als die Fluten bis an die Schienen reichten. Unser Bild vom 9. Februar 1909 zeigt den Stadtgraben nördlich der Brückenstraße zur Allee hin mit dem Unteren Tor in der Mitte. Die Partie an den Gräben hat sich in eine Seenlandschaft verwandelt. Von der eigentlichen Stadtmauer ist nicht mehr viel zu sehen.

6. Den Anschluß an die 'große Welt' hoffte Volkach, wie so viele andere Städte, mit dem Bau einer Eisenbahnlinie zu finden. Mehrere Petitionen an die Königlich Bayerische Regierung wiesen immer wieder auf die Notwendigkeit einer Bahnverbindung hin. Erst als die Stadt einen namhaften Zuschuß bezahlte, wurde 1907 mit dem Bau der elf Kilometer langen Strecke von Seligenstadt nach Volkach begonnen. Unser Bild zeigt einen Teil der Baukolonne am Volkacher Bahnhof. Neben italienischen 'Gastarbeitern', die als gute Wegebauer galten, hatten sich zahlreiche Tagelöhner aus der Umgebung verdingt, um ihr karges Einkommen aufzubessern, denn der Weinbau war damals im Rückgang und der Obstbau noch nicht so recht an seine Stelle getreten.

7. Am 14. Februar 1909 war es dann soweit, daß in einer glanzvollen Feier die neue Bahnlinie eingeweiht wurde, mit einer Freifahrt für die Schuljugend und einem Galadiner für die Honoratioren. Am Nachmittag folgte dann ein öffentliches 'Concert' unter der Direktion des Kgl. Bayr. Musikdirigenten Lindemann. Unser Bild zeigt um 1925 den Lokführer Simon auf seiner Maschine sowie von links den Heizer Schraut, den Schaffner Völk und den Zugführer Schmitt in stolzer Pose vor ihrem Zug, dem 'fränkischen Weinbergsexpreß', abfahrbereit am Volkacher Bahnhof. Im Hintergrund steht noch der alte Lokomotivschuppen. Manch lustige Geschichte rankt sich um das alte Volkacher Bähnle. 1960 mußte es seinen Personenbetrieb einstellen.

8. Die Streckenfiihrung der Lokalbahn hatte mehrere Schwierigkeiten zu überwinden. Für die Mainüberquerung konnte man die steinerne Straßenbrücke von 1892 verwenden. Man mußte aber zur Verstärkung die Arkadenbögen zumauern. Der Aufstieg aus dem Maintal wurde durch eine beträchtliche Steigung überwunden. Als dabei ein Teil des Vogelsburger Wäldchens abgeholzt wurde, kam es 1917 zu einem Bergrutsch, sodaß die Schienen bergwärts neu verlegt werden mußten. Bei diesen Arbeiten unter der Leitung der Bahnmeisterei Bergtheim mitten im Ersten Weltkrieg wurden auch Frauen zum 'Kriegseinsatz' herangezogen, wie unser Bild zeigt.

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