Vreden in alten Ansichten

Vreden in alten Ansichten

Auteur
:   Wilhelm Elling
Gemeente
:   Vreden
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6002-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Vreden in alten Ansichten'

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Einleitung

Vreden liegt im westlichen Münsterland, einer Landschaft zwischen dem Kernmünsterland und dem niederländischen Achterhoek. Die Stadt hat 32 km Bundesgrenze und drei Grenzübergänge zu den Niederlanden. Vreden liegt an der Berkel, einem Fluß, der in Billerbeck am Fuß der Baumberge entspringt und im niederländischen Zutphen in die Ijssel mündet. ElfBauerschaften umgeben die Stadt, von denen einige auch Kirchdörfer sind: Ammeloe, Crosewick, Doemern, Ellewick, Gaxel, Großemast, Köckelwick, Kleinernast, Lünten, Wennewick und Zwillbrock. Das kirchliche Zentrum für dieses Gebiet war die pfarrkirche St. Georg in Vreden, bis in den letzten [ahrzehnten vier Kirchdörfer pfarrechte erhielten. Eine kommunale Verwaltungseinheit mit der Stadt bilden die elf Bauerschaften jedoch erst seit der Gebietsreform im jahre 1969. Um 1900 hatte diese landwirtschaftlich geprägte Flächengemeinde (13 7 km-) etwa

6 000, heute jedoch über 21 000 Einwohner.

Bevor Vreden 1252 Stadtrechte erhielt, stand es unter der gemeinsamen Landeshoheit des Erzbischofs von Köln und des Bischofs von Münster. Das Stadtwappen zeigt daher die Apostelfürsten Petrus mit dem Schlüssel und Paulus mit dem Schwert, die Patrone der Dome in Köln bzw. Münster. Seit 1816 gehört Vreden zu Preußen und zum Kreis Ahaus, der 1975 mit dem Kreis Borken und der Stadt Bocholt zum neuen Kreis Borken wurde.

Die Erstnennung des Ortes in den Xantener Annalen datiert aus karolingischer Zeit. Im [ahre 839 wurden Reliquien der römischen Märtyrerin Felicitas nach Vreden übertragen. Kurz vorher muß das hochadelige und reichsunmittelbare Damenstift gegründet worden sein, das bis zur Säkularisation im [ahre 1803 bestand und den Ort bestimmte. Archäologische Funde unter der pfarrkirche (nach der Bombardierung von 1945) bestätigten die wenigen schriftlichen Zeugnisse aus der Frühzeit.

Unter der zerstörten pfarrkirche wurden die Fundamente der karolingischen Stiftskirche des 9. [ahrhunderts sowie Reste von fünf weiteren Kirchen gefunden. Die heute noch erhaltene und dicht neben der pfarrkirche stehende Stiftskirche hat eine Hallenkrypta aus dem 11. [ahrhundert, während der übrige Bau aus der Zeit um 1100 stammt. Von 1014 bis 1044 wurde das hochadelige Damenstift von der Äbtissin Adelheid, der

Tochter Kaiser Ottos Il., geleitet. Ihr Grab befindet sich in der Krypta der Stiftskirche in Quedlinburg, wo sie ebenfalls Äbtissin war.

Das Stift selbst hatte umfangreichen Grundbesitz (über 500 Höfe) und konnte daher in [eder Stilepoche wichtige Kunstwerke zur Ausstattung der beiden Kirchen finanzieren: um 1500 ein spätgotisches Gestûhl, 1520 einen Amwerpener Altar für die neue Pfarrkirche und 1634 eine Renaissanceorgel, sowie 1717 eine Barockausstattung für die Stiftskirche. Reste dieser

Ausstattung sind trotz starker Kriegsbeschädigung in beiden Kirchen und im Hamaland-Museum erhalten,

Vreden hat kein eigentliches Wahrzeichen. In der Stadt gibt es heute weniger Zeugnisse einer bedeutenden Vergangenheit als im kirchlichen Bereich, Denn das alte Vreden ging im 19. [ahrhundert durch zwei Stadtbrände in den [ahren 1811 und 1857 fast ganz zugrunde.

Was in den folgenden Ansichten von der Iahrhundertwende vorgestellt werden kann, ist im wesentlichen im 19. Iahrhuudert - genmer nach 1857 - gestaltet worden. Es fillt auf daß keine prachtvollen öffentlichen Gebäude vorhanden sind. Das konnte angesichts der durch die beiden Brände verursachten allgemeinen Armut auch der tüchtige Bürgermeister Rave (1820-1866) nicht leisten. Es fàllt weiterhin auf, daß keine gründerzeitlichen Fabrikantenvillen vorhanden sind. Das hängt wohl mit der relativ späten Industrialisierung zusammen. Im jahre 1828 wurde zwar die Lederfabrik Reerink gegründet, aber dann folgten erst 1873 die Goldwarenfabrik Niessing und 1875 die Textilfirma Huesker, Die Weberei Hecking nahm 1911 die Produktion auf. So wuchs die Stadt auch erst nach 1900 und sprengte den engen Ring von Stadtgraben und Butenwall, Hatten vorher die pfarrkirche und die Windmühlen die Stadtsilhouette bestimmt, so kamen nun die Schornsteine der Fabriken hinzu. 1909 wurde auch die Vredener Tonindustrie zur Produk-

tion von Ziegelsteinen und Dachziegeln gegründet. Von den zahlreichen Ziegeleien im Westmünsterland standen zeitweise allein sieben in Vreden - ein Hinweis auf die Rohstoffvorkommen und vor allem auf den Bauboom der Gründerzeit. In Vreden selbst baute man allerdings noch nach dem Ersten Weltkrieg mit Feldbrandsteinen, die nicht in einem Ringofen sondern in primitiven Feldbrandöfen gebacken waren.

Um 1900 bewohnten die meisten Vredener Ackerbürger einstöckige Häuser. Die Hühner scharrten auf dem Misthaufen hinter dem Haus, beim Schmied lag das Eisen und beim Holzschuhmacher lagen die Pappeln vor dem Haus. Die Straßen hatten Kopfsteinpflaster, und die Menschen trugen Holzschuhe hierzulande Klumpe genannt. In den hohen Zimmern stand ein gußeiserner Ofen, das offene Herdfeuer mußte die große Küche mit den Stadtlohner Riemchen warmhalten. Am Kamin wurde auch täglich das Essen gekocht. Am Sonntag parkten die Kutschen der Bauern auf den Straßen, die pferde waren am Gasthaus angebunden. Die Leute selbst waren in der Kirche. Der Bauer trank nach der Messe seinen Schnaps und die Bäuerin bekam ihren Kaffee. Danach nahm sie den Korb mit 'Kolonialwaren' mit nach Haus, Um den Stadtkern herum gibt es bis heute einen Kranz von Gärten, der nach der Schleifung der Stadtmauer durch die Hessen im [ahre 1641 entstand.

Die wichtigsten Volksfeste sind die Kirmes, das Schützenfest

(früher im jährlichen Wechsel mit dem Kriegerfest) und von Zeit zu Zeit die Stadt- oder Vereinsjubiläen. Fastnacht wird in den Vereinen und Nachbarschaften gefeiert, einen Karnevalsumzug gibt es nicht. Die Nachbarschaften sind noch heute weitgehend in Funktion, und bis zum Zweiten Weltkrieg waren sie die wichtigsten Träger des Brauchtums.

Große historische Ereignisse werfen ihre Schatten auch auf die kleinen Landstädte und ihre Bewohner. Ein solches Ereignis war in wirtschaftlicher Hinsicht in Vreden die Säkularisierung des Darnenstiftes. Das reiche Stift war Auftrag- und Arbeitgeber gewesen. Nun wurde der Kunstbesitz zerstreut, die Gebäude wurden verkauft, abgerissen oder zweckentfremdet. Im alten Abteigebäude richtete man 1854 das erste Krankenhaus im Kreisgebiet ein.

Der Erste Weltkrieg hinterließ keine zerbombte Innenstadt wie der Zweite Weltkrieg, doch die Kriegerdenkmäler erinnern an die Toten und das Notgeld an die Inflation. Das nationalsozialistische Regime konnte zwar in einer weitgehend katholischen Bevölkerung nicht Fuß fassen, aber die Stadt litt abermals unter dem Krieg, insbesoudere durch die Bombardierung von 1945. Das alte Vreden der Gründerzeit, mit dem die folgenden Fotos ein Wiedersehen ermöglichen, ging 1945 unter, und viele Reste der historischen Bausubstanz wurden später noch wegsaniert. Die florierende Textilindustrie im Westmûnsterland ging in un-

serer Zeit zugrunde, gleichzeitig mit der Verminderung der bäuerlichen Arbeitsplätze. Rechtzeitig haben vorausschauende Stadträte in eigens ausgewiesenen Industriegebieten zahlreiche unterschiedliche Betriebe angesiedelt und so für neue Arbeitsplätze gesorgt. Die vielfälnge Industrie Vredens umfaßt heute Graphische Betriebe, Holz- und Kunststoffverarbeitung, Stahl-, Maschinen- und Fahrzeugbau, Schmuckwarenindustrie, Papierherstellung, Umwelttechnik und ein reichhaltiges Dienstleistungsangebot des Handwerks.

Am Schluß dieser kurzen Übersicht hat der Verfasser die angenehme Pflicht, dem Apotheker Paul Kröger, Vreden, sowie den Heimatvereinen Vreden und Ammeloe recht herzlich dafür zu danken, daß sie die Ansichtskarten und Fotos für diese Veröffentlichung zur Verfügung stellten.

Vreden, im]anuar 1995

WElling

1 Älteste Ansicht von Vreden. Eine Karte des Stiftes Münster, die von Johann Gigas (Arzt in Münster) entworfen und bei Lambert Raesfeld 1616 in Münster gedrucktwurde,hateinen Randstreifen mit zwölf Kupferstichen der landtagsfáhigen Städte des Obersufces. Aus dem Westmünsterland gehörten Bocholt, Borken

und Vreden dazu. Die Ansicht mit dem Stadtwappen beginnt links mit der Städtischen Windmühle, dann folgen die Stiftskirche und die pfarrkirche. Der Ietzte Turm gehört zur Kapelle des Heilig-Geist-Spitals. Stadttore und Stadtmauer sind noch nicht abgebrannt bzw. von den Hessen geschleift worden, und die Klöster der Ob-

servanten und Klarissen noch nicht gegründet (1641 und 1647).

2 Diese Ansicht zeigt die Stadt Vreden von Süden. Sie datiert aus dem Iahre 1810, also vor dem Stadtbrand von 1811.links die alte Abtei, dann die romanische Stifiskirche St. Felizitas mit Dachreiter und die pfarrkirche St. Georg mit gotischem Turmhelm. Vor der pfarrkirche die alte abteiliche Wassermühle an der Berkel. Die Mühle hat drei Wasserräder. Es war eine Korn, Öl- und Lohmühle, zuletzt 1704 neu gebaut und 1892 abgebrannt. Mit dem Reichsdeputationshauptschluß von 1803 ging diese Mühle in den Besitz des Fürsten zu Salm-Salm über. Ganz rechts das alte Wassermühlentor und die beiden Türme der Franziskanerkir-

ehe. Im Vordergrund der sogenannte Möllenkolk (Mûhlenteich). Der Stich scheint nach dem Vorbild einer Zeichnung von D. Huiting entstanden zu sein.

3 Dieser Gruß aus Vreden wurde 1905 von der Druckerei Franz Gescher, Vreden, unter Nr. 95552 herausgegeben. Er zeigt die Stadt von Süden. Die schwarz-weiß gedruckte Ansichtskarte ist am 24. August 1909 nach Utrecht geschickt worden. Sie wurde mit einer grünen 5-pf-Briefmarke der Serie Germania freigemacht und kam am nächsten Tag in Utrecht an.

Grub aus Ureden

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~ 9SSS2 Vering vou F. Gescher's Buchha.ndlu..ng. Vroden 1105. Nachdruck verbeten,

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4 Krankenhaus und Kirchen, Diese Ansichtskarte von Stifts- und pfarrkirche muß bald nach 1912 von der Buchhandlung Franz Gescher, Vreden, herausgegeben worden sein, denn in diesem Iahr wurde das Krankenhaus unter Pfarrer Deiters neu gebaut. Das alte Stiftsgebäude, das die Pfarrgemeinde St. Georg 1907 von der Schwesterngenossenschaft der Franziskanerinnen von St. Mauritz übernommen hatte, wurde nun als Altenheim benutzt.

UREDEN. Rrankenhaus 'und Rirdten

5 Dieser Plan der Stadt Vreden erschien nach dem Stadtbrand vom 4. August 1857. Er wurde im Maßstab 1:2500 vom niederländischen Reichsgeometer HA Warmelink gezeichnet und 'Zum Besten der Abgebrannten in Vreden' verkauft sowie als 'Beilage zum Münsterischen Anzeiger Nro. 183' verschickt. Die mit einem Kreuz bezeichneten Häuser sind abgebrannt. Das Feuer brach in zwei Gebäuden am Markt bzw. in der Wassermühlenstraße aus. Was beirn Stadtbrand von 1811 an alter Bausubstanz erhalten geblieben war, wurde nun ein Raub der Flammen. Außer mit diesem Plan wurde noch mit zwei weiteren Abbildungen

vom Brand um Spenden gebeten. Aufihnen ist erkennbar, daß durch ein abendliches Gewitter mit sich drehendem Wind das schon fast gelöschte Feuer neu entfacht wurde. Eine dieser Abbildun-

gen hat den niederländischen Text: 'De opbrengst is ten voordeel der afgebrande.'

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6 Zu den frühesten Ansichtskarten zählen eigenartig gestaltete Lithographien, die gewöhnlich drei bis fünf verschiedene Motive eines Ortes so ineinanderfügen, daß noch etwa ein Viertel der Bildseite für persönliche Mitteilungen freibleibt, alles unter der Überschrift 'Gruss

aus ... '. Auf einer Karte, die am 27. Dezember 1898 in Vreden von der Deutschen Reichspost mit einer grünen Freimarke (Germania,S pf.) nach Epe geschickt wurde, finden wir links unten einen Ankunftsstempel mit dem Datum 27. Dezember 1898. Die Karte kam also noch am gleichen Tag an. Es fällt auf daß die Anschriftseite der Postkarte nicht zweigeteilt ist wie heute, sondern daß die gesamte Fläche der Karte für die Anschrift und die beiden Stempel benutzt wird. Die

Vermutung, daß hier postalische Vorschriften zugrunde liegen, wurde bestätigt. Denn die heutige Zweiteilung der Anschnftseite gibt es erst seit 1905. Seit diesem [ahr ist es zulässig, den linken Teil die-

ser Seite für persönliche Mitteilungen zu benutzen. Dieser Gruß aus Vreden wurde 1898 nach Winterswijk Ni geschickt. Die Ansichtskarte zeigt unter anderem die 1896 errichtete Elektrische Zen-

trale. Wenn man bedenkt, daß New York als erste Stadt der Welt 1882 ein Stromnetz erhielt, dann bemühte sich auch Vreden, eine recht moderne und fortschrittliche Stadt zu sein.

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