Vreden in alten Ansichten

Vreden in alten Ansichten

Auteur
:   Wilhelm Elling
Gemeente
:   Vreden
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6002-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Vreden in alten Ansichten'

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57 In Kriegszeiten werden die Grenzen besonders sorgfältig und verstärkt bewacht auch wenn sie nicht unmittelbar gefährdet sind. Hier eine Gruppe von Zollbeamten während des Ersten Weltkrieges (1914-1918), unterstützt von Militär: die Zöllner in dunkelblauen Uniformen, zwei von ihnen mit Pickelhaube, die Soldaten in Feldgrau. Es ist noch keine motorisierte Truppe - das schnellste Fortbewegungsmittel ist das Fahrrad.

58 Um 1905 besuchte ein Fotograf das Dorf Ammeloe, um Motive für eine Ansichtskartenserie aufzunehmen. Das Dorf wurde im [ahre 1369 von der Vredener Äbtissin gegründet - als Kapelle mit einern Kinderfriedhof Um Kapelle und Priedhof bildete sich der heute unter Denkmalschutz stehende 'Amrnelske Kring', ein kreisfàrmig angelegtes Kirchdorf. Die neogotische Kirche wurde 1858-1861 von dem Architekten Emil van Manger, Gelde, errichtet, als die alte Kapelle baufällig Waf. Sie ist mit der gesamten Ausstattung original erhalten.

Diese Bauerschaft gab bis 1969 dem die Stadt umgebenden, aus elfBauerschaften

bestehenden Kirchspiel Amt Ammeloe den Namen. links steht in heller Schürze Anna Noldes (verh. Theßing). Ihre Lebensdaten (1889-1940) können bei der Datierung des Fotos helfen. Wenn man an-

nimmt, daß sie etwa 16 [ahre alt ist, dann wäre das Foto um 1905 entstanden.

59 Auch dieses Foto entstand in Vreden-Ammeloe. Es zeigt die Familie Noldes und einen Teil der Nachbarschaft vor der alten Scheune der Bäckerei und Gaststätte Noldes im 'Kring von Ammeloe'. Rechts das Ehepaar Noldes, dahinter der Soldat Theodor Noldes (1892-1973). links die vier Kinder. Ludolph Noldes (1862-1951) heiratete die Huusbruud (Erbin) Hermine Schroer (1866-1937). Sie erbauten im Iahre 1909 ihr Haus im Kring. Der Junge im Vordergrund trägt Holzschuhe, sogenannte hooge Ammeiske Klumpe.

60 Das 1651 gegründete Minoritenkloster in VredenZwillbrock ist auf einer Zeichnung im Rijksarchief Gelderland in Arnhem/NL zu sehen. Genauer handelt es sich um das 1720 mit dem Kirchbau vollendete 'Monneken Clooster in 't Swillbroek van vooren te zien', Links sieht man den Backsteinbau mit Renaissancegiebel, in dessen Nische eine Figur des Ordensgründers Franziskus steht. In der Mitte befindet sich der 1 713 begonnene Wohnreil- das eigentliche Kloster - für zwanzig Mönche und sechs Brüder und rechts die Kuttenweberei, die von den Mönchen (Minoriten) betrieben wurde. Eine Inschrifttafel in der Kirche (rechts neben dem Hochal-

tar) belegt das Datum der Grundsteinlegung 1717 durch den Fürstbischof von Münster Franz Arnold (tI718), der den Bau mit großen Summen unterstützte. Zur Fertigstellung der Kirche

schickte sein Nachfolger Clemens August von Bayern eine Sonnenuhr mit einem Chronogramm auf das jahr 172 O. Diese Sonnenuhr befindet sich heute im Flur des pfarrhauses.

61 Der deutsche Zolleinnehmer in VredenZwillbrock vor seiner Dienststelle um 1910, drei weitere Zöllner mit dem Fahrrad. Einen Schlagbaum gibt es nicht, ein Halteschild genügt. Zollbeamte oder Zöllner werden in westrnünsterländischer Mundart als Kommiesen bezeichnet. Offiziell hieß das beliebte Schmuggeln (von Kaffee oder Tabak zum Beispiel) im [uristendeutsch Konterbande oder Defraudation. Das Zollamt Zwillbrock liegt an der Straße von Vreden nach Groenlo im niederländischen Achterhoek.

? ZWJ,L.LSROCK - Zoll-

62 Die Ansichtskarte um 1920 zeigt die in der Nähe des Zollamtes in VredenOldenkott gelegene Gaststätte A. Göring, die 1933 abgebrochen wurde. Grenzübergänge waren auch immer beliebte Treffpunkte für Kaufleute und Händler. Oldenkott war zum Beispiel ein bekarmter Stapelplatz der Berkelschifffahrt für Holz und Eichenrinde aus dem Westmünsterland.

GruB aus Oldenkoit i. W.

Wirtschaft A. Göring

63 Hier sehen wir ein typisches Bild der Kartoffelernte in den zwanziger und dreißiger Iahren. Ackerbürger ernteten die Kartoffeln auf dem stadtnahen Feld mit Greepe, Drahtkorb und Bollerwagen alles von Hand. Man schûttete die Kartoffeln zunächst in den Kasten und legte dann zwei Säcke quer darüber. Andere füllten die Kartoffeln ganz und gar in jutesàcke, banden diese zu und ließen sie mit pferd und Wagen abholen. Das trockene Erpelruut wurde auf dem Feld verbrannt.

64 Die Sägemühle Lütjenhuis am Windmühlentor in Vreden - hier auf einem Foto um 1930 -wurde 1970 aufgegeben und 1979 abgerissen. Der Müller G.H. Lûtjenhuis (1862-1948) kaufte im jahre 1900 die städtische Bockwindmühle. Er stammte aus der niederländischen Nachbarstadt Groenlo und war seit 1887 in der Windmühle von Schulze Siehoff, Vreden-Ellewick, tätig.

65 Oben: Der Kötter Walfort-Bröker aus der Bauerschaft Lünten fährt im Iahre 1916 mit dem Erntewagen vom Hof zur Heuwiese. Kótter und Ackerbürger, die meist kein pferd hatten, rnußten ihre Kühe als Zugtiere benutzen, zum Nachteil für die Milchleistung. Andere Höfe hatten auch einen oder rnehrere Ochsen zum Anspannen.

Unten: Bei der Heuernte im Juni des [ahres 192 0 wurde noch keine Maschine eingesetzt, weder eine Mähmaschine, noch ein Wender, von einer Presse gar nicht zu reden. Das Gras wurde im Morgengrauen - vöör Dau un Dagg mit der Sense geschnitten, dann mit der Forke gestreur.

mehrfach gewendet, mit Holzharken zusammengeharkt, in Haufen gesetzt und nach nochmaligem Streuen und Wenden eingefahren alles unter der Voraussetzung. daß die Sonne schien und das Heu trocknen konnte.

66 Oben: Die Molkerel in Vreden wurde 1907 gegründet, bekam 1911 ein neues Gebäude und wurde von der Familie Weißing bis 1972 betrieben. Von der Einrichtung ist nur die alte Dampfmaschine erhalten geblieben. Sie wurde durch den Fabrikanten Albert Hecking gerettet und 1994 mit Mitteln der Sparkassensnftung wieder hergerichtet. Es ist vorgesehen, sie an der Gutenbergstraße als Technisches Denkmal aufzustel-

len. Die Molkereien von Stadtlohn und Borken waren schon seit 1898 in Betrieb. Die Gründung von Molkereien machte die häusliche Milchverarbeitung und damit die Melksetten und Rahmtöpfe überflüsstg, zum Nachteil der hiesigen Töpfereien. Die Anlieferung der Milch geschah durch sogenannte Melkbuurn rnit pferd und Flachwagen in Melkbüssen. Man sammelte die Kannen am frühen Morgen und mußte an der Molkerei

oft lange warten. bis die Milch auf'Schrnutz- und Sàuregehalt kontrolliert, gemessen und ausgeleert war.

Unten: Die sogenannten Milchbauern benutzten einen Flachwagen mit niedrigen Seitenbrettern, damit sie die vollen Milchkannen nicht so hoch heben mußten. An den Seitenbrettern gab es zwischen den Rädern starke Haken, an die man auch noch Milchkannen hängte.

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