Walldürn in alten Ansichten Band 1

Walldürn in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Peter Assion
Gemeente
:   Walldürn
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3153-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Walldürn in alten Ansichten Band 1'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

9. Das Koch- und Trinkwasser bezog man einst aus dreiundsiebzig privaten beziehungsweise farnilienweise benutzten Ziehbrunnen in der Stadt. Das beste Wasser lieferte aber der 'Kuchenbrunnen', ein Pumpbrunnen nahe der Würzburger Straße, der öffentlich war und wo stets großer Andrang herrschte. Der Bau einer Wasserleitung wurde sehr erhofft. Kritik, daß es allzu lange beim Alten blieb, brachten 1885 einige Walldürner auf ihre Weise zum Ausdruck, als sie sich zusammen mit dem üblichen Wasserfaß von einem Würzburger Wanderfotografen aufs Bild bannen ließen. 1894 aber war es dann soweit, und das Kuchen- und Marsbrunnenwasser wurde mit Dampfkraft in die Stadt und die Häuser geleitet.

10. Die sogenannte 'Kreuzschleife' am See, die Steinplastik eines kreuztragenden Heilandes, ist 170S 'zur Ehre Gottes und zur Erinnerung an das bittere Leiden Jesu Christi' von den Walldürner Bürgern Nikolaus Nußbaurn, Kaspar Kieser, Georg Kuhn, Johann Metzger, Georg Schirmer und Martin Kuhn errichtet worden. Hier wurden früher vom Stadtpfarrer die Wallfahrer begrüßt, die Prozession von Fulda-Eichsfeld und so weiter, und den 'Seebuckel' hinauf feierlich in die Stadt geleitet. Die Kirche grüßte auch hier schon von weitem. Links daneben im Vordergrund ist das 'Storchennest' erkennbar.

11. Die Seestraße ('Seebuckel') hieß vor Jahrhunderten 'Unter den Linden' und war ein Zugangsweg vom See zum 'Buchener Tor'. Daneben zog sich vor der Stadtmauer der flache Stadtgraben hin, der nach 1700 von den noch heutigen Bürgerhäusern überbaut worden ist. 1706 war hierfür vom Rat der Stadt eine Bauordnung erlassen worden. 1763 stand auch schon das Gasthaus 'Zum Reichsapfel', denn in diesem Jahr ist Theobald Frank als dessen Wirt genannt. Ab 1909 wirtete dort die Familie Zahn. Auf unserem Bild steht vor dem 'Reichsapfel' als Spaziergänger Altburgermeister Wilhelm Hildenbrand (1828-1919), der sich um Walldürn sehr verdient gemacht hatte. Sein hochgewachsene Gestalt ist den Älteren noch in Erinnerung.

Wa/ldürn i. ,Baden - partie bei der }'ost

12. Von der Stadt war 1891/92 auch ein Postgebäude erstellt worden, das 1924 in den Besitz der Reichspost überging und bis 1955 als Postamt diente. Zwischen Hauptstraße und Oberer beziehungsweise Unterer Vorstadt setzte das Bauwerk an der Stelle, wo ehedem nur zwei Scheuern gestanden hatten, stets einen markanten städtebaulichen Akzent und war auch beliebter Treffpunkt zum Austausch von Neuigkeiten. 1974 mußte es dem Straßenverkehr weichen. In noch früherer Zeit war der Postbetrieb gegenüber im Keimschen Haus, Hauptstraße 2, und bis 1892 pachtweise im Bahnhof unterhalten worden.

13. Gegenüber der Post stand bis 1965 das ehemalige Gasthaus 'Zum Ochsen', erbaut 1731 und bis in die dreißiger Jahre als renommiertes Hotel geführt, Um 1900 wirtete dort der aus Oberkessach stammende Alois Johann Volk nach Einheirat in die Familie Wiese. Dessen Sohn Alois (1877-1946) war als Hotelier und als Walldürner Original einst weithin ein Begriff. Nach ihm übernahm die Spar- und Darlehnskasse das Gebäude und ersetzte es später durch einen Neubau. Gasthäuser gab es noch im 19. Jahrhundert allein in der Hauptstraße 17 mit Schildgerechtigkeit. Grund: der wallfahrtsbedingte Fremdenverkehr.

Haupt Straße

14. Der vordere, vor dem ehemaligen Buchener Torturm (abgerissen 1844) gelegene Teil der Hauptstraße mit Gebäuden des 18. Jahrhunderts. Rechts vorne die Eisenhandlung Wilhelm Stalf (um 1800 Gasthans 'Zur Kanne' der Familie Mercator), daneben Uhrmacherei Thiry (vorrnals Alois Goebes und noch früher Apotheke von Karl Einsmann) sowie der 'Riesen'. Auf der anderen Seite Sattlerei Beuchert Schuhgeschäft Farrenkopf (vormals Karl Kuhn) sowie Gasthaus 'Zum Löwen' (bis 1928 in Besitz von Familie Crezeli). Im 'Löwen-Saal richteten um 1925 Willy und Heinrich Crezeli das erste ständige Kino ein, nachdem von Heinrich Trunk zuvor schon in der Turnhalle Filme gezeigt worden waren.

15. Das Gasthaus 'Zum Riesen', 1756 als Palais erbaut von Franz Philipp von Bettendorf, Herr von Eubigheim, und seiner Gemahlin Maria Johanna, geborene von Mauchenheim. Die Wappen der Eheleute schmücken den Eingang zu dem prächtigen Besitztum, das ursprünglich ein Gut der Ritter von Dürn war, dann an die Herren von Sternfels fiel und durch Einheirat an Franz Reinhard von Bettendorf, den Großvater des Franz Philip, gekommen war. Ein Nachfahre verlor es durch Spielschulden 1792 an Josef Anton Kreuter aus Neudenau, der den 'Riesen' eröffnete und dessen Schwiegersohn Peter Claes (aus Bensheim) dann ebenda die Claes'sche Linie eröffnete. Um 1900 wirtete Heinrich Claes (1861-1923).

16. Den Eingang zum älteren Teil der Hauptstraße markiert das im 18. Jahrhundert erbaute Kiesersche Haus (links). Unter anderem wohnte dort Heinrich Kieser, Walldürner Bürgermeister von 1870 bis 1879, gestorben 1917. Dessen Sohn Franz August, Kaufmann, verkaufte das Haus 1908 an Kaufmann Josef Pfister aus Reicho1zheim und zog nach Würzburg fort. Pfister starb 1944, und 1950 wechselte der Besitzer erneut. Was dort einst verkauft wurde, tun die üppigen Reklame-Aufschriften kund. Für die ersten Autos war dort auch eine 'Benzin-Station'.

17. Die Strafsenenge zwischen dem Fensterbogen links und dem ehemaligen Haus von Buchbinder Wilhelm Blau (neu erbaut 1888) bezeichnet den Platz des Buchener Torturmes. Das große Haus rechts davor war einst die seit 1720 nachgewiesene Wein-Wirtschaft 'Zum Schwarzen Lamm', Nach dem Tod von Lamrnwirt Franz Weber (1869) wurde das Haus versteigert. In ihm betrieben dann nacheinander Hugo Kieser, Wilhelm Treiber, Karl Baur, Theodor SchIer und dessen Sohn Theodor ein Manufakturwarengeschäft. 1969 wurde es abgerissen, Das 'Lamm' aber war von 1872 bis 1955 im Haus Burgstraße 13 weiterbetrieben worden.

18. Nach dem siegreichen Frankreichfeldzug 1870/71 errichtete auch Walldürn ein Denkrnal, geschaffen von Bildhauer Franz Adam Hefner (1843-1886). Gefallen war nur Valentin Fürst in der Schlacht bei Nuits, doch verzeichnet sind die Namen sämtlicher hundertzweiundzwanzig Teilnehmer aus der Stadt. In den sechziger Jahren kam das Denkmal an den Friedhof. Dahinter das ehemalige Gasthaus 'Zum Schwanen' (mit Lädchen), einst geführt von August Lenz, dann bis zirka 1920 von dessen Tochter Käthe. Daneben Seilerei Krug (nachmals Schlosser Ludwig Lenz).

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek