Walldürn in alten Ansichten Band 2

Walldürn in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Dr.Peter Assion
Gemeente
:   Walldürn
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5605-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Walldürn in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

Mit dem Titel 'Walldürn in alten Ansichten' kam 1976 eine erste Sammlung mit historischen Bildzeugnissen aus der Wallfahrtsstadt heraus. Sie fand bei älteren und jüngeren Walldürnern großes Interesse, so daß bis 1991 vier weitere Auflagen gedruckt werden mußten. Gleichzeitig schlug der Verlag die Herausgabe eines zweiten Bandes vor. Der Verfasser nahm diese Anregung gerne auf und freut sich, jetzt Band 2 vorlegen zu können: im Vorgriff auf das Stadtjubiläum '1200Jahre Walldürn', das 1994 gefeiert wird und die Nachfrage nach heimatkundlicher Literatur gewiß beleben wird.

Obwohl (in begründeten Einzelfällen) auch ältere und jüngere Fotos wiedergegeben werden, stammen die meisten der gezeigten Bildzeugnisse aus den Jahren zwischen 1880 und 1930. In dieser Zeit wurde die Fotografie zu einem allgemein akzeptierten, fast überall präsenten Element der Alltagskultur . Führend war an dieser Entwicklung die Personenfotografie beteiligt: durch Einzelporträts, Familienbilder, Vereinsaufnahmen usw, Doch hatten die Besitzer einer Kamera immer auch für die Bildwirkung von Ortsund Straßenansichten einen Bliek und schufen zu ihrem sonstigen Oeuvre topographische Aufnahmen: teils aus Liebhaberei, teils mit geschäftlichen Absichten. Entsprechend finden wir schon unter den ältesten Fotos aus Walldürn eine Gesamtansicht der Stadt, zu datieren auf die Zeit um 1860 (siehe Nr. 1). Diese Aufnahme schufsicher einer jener Wanderfotografen, die in der Frühzeit der Fotografie über Land zogen und noch in entlegensten Kleinstädten ihre Dienste anboten, vorwiegend zur Herstellung von

Porträts. Als sich ab etwa 1870 mehr und mehr die ortsfesten Fotoateliers ausbreiteten, war die große Zeit der Wanderfotografen vorbei. Aber in Restformen existierte das Gewerbe weiter, vor allem in Form der 'Häuserfotografie'. Deren Vertreter fotografierten einzeln die Häuser einer Straße durch, meist mit den Bewohnern davor oder am Fenster, und boten von den Aufnahmen später Postkarten an. Diese wurden gerne genommen, und so nutzte das fotografische Wandergewerbe vor dem Ersten Weltkrieg, und erneut in den zwanziger Jahren, eine Marktlücke aus, die die Atelier-Fotografie nicht abdeckte. In unserer Sammlung zeugen davon die Bilder Nr. 48, 52, 55 und 61.

Zwischen 1880 und 1930 wuchs Walldürn von 3 100 auf 4 000 Einwohner an und fand - wenn auch verzögert - Anschluß an moderne Entwicklungen. Es expandierte die traditionelle Industrie der Stadt (Kunstblumen, Kerzen, Devotionalien, Lebkuchen). Es gab, sieht man von der Depression der zwanziger Jahre ab, laufend neue Geschäftsgründungen und die Eröffnung von Verkaufsläden für Kolonial- und Industriewaren. Und es hat sich in dieser Zeit mit Georg Schreiber (1855-1922) auch der erste ortsfeste Fotograf in der Stadt niedergelassen. Für Jahrzehnte war dieser dann der fotografische Chronist Walldürns, der ein Werk hinterließ, von dem unser Bildband (mit Nr. 11, 13,23,35,58,65,69,71) wohl am meisten profitiert hat. Georg Schreiber stammte aus Nürnberg und war der Sohn eines bekannten Kunstmalers (Peter Conrad Schreiber). Als Maler und Restaurator ausgebildet, führte ihn zu-

nächst dieser Beruf nach Walldürn, als dort 1883-1889 die erste Gesamtrenovation der Wallfahrtskirche durchgeführt wurde. 1887 heiratete er die Walldürnerin Emilie Kieser und entschloß sich zum Verbleib. Seinen Lebensunterhalt bestritt er weiter als Restaurator, denn als solcher ist er 1888 in Hettinger, 1894 in Osterburkener Kirchenakten bezeugt. Wie andere Maler, so wandte er sich jedoch auch der Lichtbildkunst zu. Schon bei seiner Heirat gab er als Beruf 'Maler u. Fotograf an, und ab etwa 1895 scheint er sich ganz auf die Fotografie verlegt zu haben. 1898ließ er im Hof des Gasthauses 'Zum Riesen', in dem er wohnte, ein Atelier mit verglastem Aufnahmeraum errichten, und hier wirkte er bis zu seinem Tod.

Die Tochter Emilie Schreiber führte das Fotogeschäft - um 1925 in die Buchener Straße verlegt - weiter, und einem Album, das sie 1975 dem Verfasser überließ, entstammen einige von ihr gefertigte Aufnahmen (Nr. 16, 19, 21). Schon seit der Jahrhundertwende gab es jedoch auch erste Privatbesitzer von Kameras in Walldüm, und auch diese hinterließen Aufnahmen aus der Stadt, die - technisch mehr oder weniger gelungen - wegen ihres dokumentarischen Charakters zu schätzen sind. Recht früh schon fotografierte privat der Lehrer und Komponist Otto Hefner, von dem Bild Nr. 30 stammen dürfte. In den zwanziger J ahren war in der Unteren Vorstadt Leonhard Doth aktiv (Nr. 2, 56, 57) und etwa zehn Jahre später fertigte Gerhard Hoerst (wohnhaft in der Alten Schule) die besten Bilder, die wir aus der damaligen Zeit vom Kirchenbezirk und vom Alten Friedhof besitzen (Nr. 48-53).

Neben diesen Entwicklungen vollzog sich der Siegeszug der Bildpostkarte, und auch dadurch ist uns wertvolles Bildmaterial überliefert worden. Nachdem den älteren Postkarten lithographierte Bilder (Steinzeichnungen) aufgedruckt worden waren, ermöglichte es die 1881 erfundene Autotypie, auch Fotos zu drucken. Darauf spezialisierten sich große Verlage (z.B. die Gebrüder Metz in Tübingen), indem sie von professionellen Fotografen die Druckvorlagen herstellen Iießen und die Nachdrucke - nach Nummern bestellbar - örtlichen Kleinverlegern und Verkäufern zulieferten. Als vielbesuchter Wallfahrtsort hatte Walldürn steten Bedarf an Bildpostkarten, und entsprechend zahlreich bemühten sich Kleinverleger (Hugo Rehm, Wilhelm Blau, Gottfried Bonn, Wilhelm Nimis, Otto Kehl) urn deren Bezug und Verkauf.

Die Auswahl historischer Bilder, die wir nachfolgend zeigen, entstammt wieder dem Archiv des Stadtrnuseums, einer Privatsammlung des Autors sowie alten Fotobeständen in Privatbesitz. Beim Entleihen von Bilddokumenten und beim Einholen von Auskünften ist dem Verfasser in den Walldürner Familien mit großer Aufgeschlossenheit begegnet worden, und öfter entwiekelten sich die Gespräche zu langen und lehrreichen Unterhaltungen über die früheren Verhältnisse in der Stadt. Für diese Unterstützung, die den heirnat- und familienkundlichen Charakter der Betextungen mitgeprägt hat, und alle sonstige Hilfe spricht der Autor hier seinen herzlichen Dank aus.

1. Das älteste Foto von Walldürn, erhalten im Stadt- und Wallfahrtsmuseum. Es muß schon um 1860 aufgenommen worden sein, da es noch den Turm der alten Burg ('Amtshaus' , Schloß) zeigt. In seinen unteren Teilen ging dieser bis auf die Zeit der Herren von Dürn (12.113. Jahrhundert) zurück. Wegen seines Schieferdaches wurde ervon den Walldürnern 'Blaue Kappe' genannt. 1865 fiel er der Spitzhacke zum Opfer. Damals war Walldürn noch eine kleine Handwerker- und Bauernstadt mit rund 3 320 Einwohnern. Die Niederung bei dem Marsbach war noch unbebaut und wurde - wie im Vordergrund zu sehen - für die Leinenbleiche genutzt.

2. Die Marsbachquelle südöstlich vor der Stadt - ein geschichtsträchtiger und sagenumwobener Ort. Nahebei hatten sich schon die Römer niedergelassen, und ausgepflügte Münzen nährten später die Vorstellung von vergrabenen Schätzen. Wenn aber sonntags in die Flur hinausgewandert wurde, etwa um im Sommer die Schnittreife des Getreides zu prüfen, so erzählte man den Kindern, sie seien von der Hebamme aus dem 'Morschbrunne' geholt worden. Auch fehlte nicht die Sage von den einst im Brunnen hausenden 'Meerfrääli'. In nüchtern denkender Zeit wurde die Quelle für die Walldürner Wasserleitung angezapft, und so verschwand sie in den fünfziger Jahren aus dem Landschaftsbild.

3. Walldürn aus der Vogelperspektive mit dem Siedlungsbild der zwanziger Jahre. Das Foto zu dieser Karte verdankt sich dem Schorndorfer Flugpionier Paul Strähle, der mit drei alten Kriegsflugzeugen 1919 ein F1ugunternehmen gründete und sich von 1923 bis 1933 (eingeschränkt bis 1939) auf die Herstellung von Luftbildaufnahmen in ganz Deutschland spezialisierte, von denen er Karten drucken ließ. Die Postkartenhändler griffen gerne zu dem neuartigen Bildangebot, so auch Otto Kehl in Walldürn (neben der Kirche), bei dem laut Aufdruck die obige Karte zu haben war. Den Titel 'Luftkurort' hatte Walldüm damals im Zusammenhang mit ersten Anstrengungen für den Fremdenverkehr erworben.

4. Als die 'Heide' gegenüber der Walldürner Altstadt noch unbebaut war, entstand diese Aufnahrne. Von Höpfingen und vom Lindigwald her führt die alte Fahr- und Pilgerstraße auf die Stadt zu, um am 'Träubelesbild' von 1744 (links im Bild) und im Bogen an 'Zieglers Bierkeller' vorbei auf den früheren See zu treffen. Durch den Bau der Umgehungsstraße in den sechziger Jahren wurde diese Situation grundlegend verändert, und indem die Gärten und Felder der 'Heide' als Baugrundstücke genutzt wurden, ist auch nicht mehr der freie Bliek auf die Altstadt möglich. Nur das 'Träubelesbild' steht noch wie früher an seinem Platz.

5. Für Besucher, die sich Walldürn aus östlicher Richtung näherten, baute sich die Stadt - vom See her gesehen - malerisch auf der westlichen Hangseite des Marsbachtales auf: mit dern Dächergewirr spitzgiebeliger Häuser und Häuschen und dem mächtigen baulichen Akzent der Pfarr- und Wallfahrtskirche. Das Bild von der Glucke, um die sich die Küchlein scharen, drängt sich auf. Aber als die Kirche 1698 bis 1728 erbaut wurde, war sie vor allem für die Wallfahrer zum Heiligen Blut auf Wirkung und Weitsicht berechnet, um - wie noch heute - schon den Bliek auf sich zu zwingen, wenn WaJldürn am Horizont auftauchte.

6. Den See vor der Altstadt hatten sich die Bürger Walldürns schon im späten Mittelalter durch Stauung des Marsbaches angelegt. um bei Stadtbränden über genügend Löschwasser zu verfügen. Der See wurde außerdem für die Fischzucht, als Wasserreservoir für die umliegende Gärten, als Waschplatz, als Pferdeschwemme und im Winter zur Gewinnung von Eis für die Bierbrauereien genutzt. Das wiedergegebene Foto von etwa 1930 belegt eine weitere Funktion: man ließ auch die Gänse, die zur Gewinnung von Bettfedern gehalten wurden, darauf schwimmen. Nachdem die Stadt keinen eigenen Gänsehirten mehr angestellt hatte, trieben Buben für die größeren Bauern die Gänse zum See und abends wieder heim.

7. Wallfahrer und Einheimische wetteiferten im 18. Jahrhundert mit der Errichtung religiöser Denkrnäler entlang der Einfahrtsstraßen in die Stadt. Die Kapelle zu Ehren des kreuztragenden Heilands ist 1708 von sechs Walldürner Bürgern gestiftet worden. Sie steht bei der Brücke über das Wehr. mit dem früher der Abfluß des Sees reguliert wurde. Der Ort bietet heute noch das gleiche Bild, während der See gegenüber ab etwa 1950 nach und nach zugeschüttet wurde , weil ihm nicht mehr genügend Wasser zufloß. Verblieben ist nur die Laufrinne des Marsbachs und als letzte Erinnerung an den See der Name 'Seestraße' .

8. In der Mitte Walldürns, wo die Hauptstraße auf die Obere und Untere Vorstadtstraße trifft, stand am Platz der heutigen Sparkasse und früheren Post eine große Scheuer. Sie gehörte zum Gasthof 'Ochsen' gegenüber am Beginn der Hauptstraße und wurde bis 1891 (Grundsteinlegung der Post) abgerissen. Das aus der Zeit davor stammende Foto ist eines der ältesten aus der Walldürner Innenstadt und zeigt, wie es vor hundert Jahren an der Straßenkreuzung aussah. Die Straßen waren noch ungepflastcrt, und an den künftigen großen Autoverkehr dachte noch niemand. Das bäuerliche Element dominierte. An die Scheuer des Ochsenwirts schloß zur Oberen Vorstadt hin eine weitere Stallscheuer an. An der Ecke gegenüber war das Anwesen von 'Kapellenbauer' Kaufmann gelegen.

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