Walldürn in alten Ansichten Band 2

Walldürn in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Dr.Peter Assion
Gemeente
:   Walldürn
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5605-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Walldürn in alten Ansichten Band 2'

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9. Mit dem Postgebäude, das 1891192 errichtet wurde, trat ein markantes Gebäude des wilhelminischen Baustils an die Stelle der 'Ochsenwirts-Scheuer'. Zugleich war es ein Denkmal für den Fortschrittswillen der damaligen Stadtväter. Denn als Bauherr trat die Stadt Walldürn auf, um dem Postbetrieb - vorher im Bahnhofsgebäude abgewickelt - eine zentrale und repräsentative Behausung zu geben. Bevor die Reichspost 1924 das Gebäude kaufte, war es ihr per Mietvertrag überlassen. 1955 zog die Post in ihren Neubau in der Keimstraße. Die alte Post wurde 1974 abgerissen, ab 1985 aber durch den Neubau der Sparkasse ersetzt.

10. Die Hauptstraße entlang reihten sich früher die meisten Ladengeschäfte und Wirtshäuser. Als die Anzahl der Gaststätten zusammen mit der Wallfahrt im 19. Jahrhundert zurückging, kamen stattdessen neue Läden hinzu, in denen nach 1870 die Industriewaren der Zeit zu haben waren. So wurde auch aus der Wirtschaft 'Zur Kanne' eine Eisenwarenhandlung (im Bild), in der Handwerk und Landwirtschaft alles Nötige einkaufen konnten: vom Türbeschlag bis zur Kuhkette. Nach Wilhelm Stalfführten dessen Töchter, die 'Stalfe Määdli', den Laden bis in die zwanziger Jahre weiter, ehe er vom noch gut bekannten 'Eische-Kauïmann' aus Hardheim, Rückwanderer aus Amerika, übernommen wurde. Seit wenigen Jahren steht am gleichen Platz der Neubau mit den Geschäftsräumen der 'Fränkischen Nachrichten',

11. Die östliche Seite der vorderen Hauptstraße, stadtauswärts gesehen. Während der 'Ochsen' (ganz rechts) und die ehemalige Eisenwarenhandlung Kaufmann abgerissen wurden, erhielten sich die anschließenden Gebäude und wurden renoviert. Einer Totalsanierung wurde 1984/85 das Gasthaus 'Zum Riesen' (links) unterzogen, um von neuen Besitzern als renommierter Landgasthof fortgeführt zu werden. Der mächtige Barockbau war ursprünglich ein Adelspalais gewesen und von den Herren von Bettendorf und ihren Erben erst 1792 auf bürgerliche Besitzer übergegangen. Bei der Sanierung wurden hinter der barocken Fassade von 1756 wesentlich ältere Bauteile entdeckt, so auch ein Keller mit der Datierung 1582.

12. Das Gasthaus 'Zum Löwen' gegenüber dem 'Riesen', das ebenfalls noch besteht. Der Bau aus dem 17. oder 18. Jahrhundert hat im Untergeschoß die geräumige Gaststube, während sich in dem Anbau links der höher gelegene Tanzsaal befand, in dem Feste gefeiert und zur Kirchweih im Herbst der Hammel 'herausgetanzt' wurde. Im Anbau gegen den Plan wohnte die Wirtsfamilie privat. Die Bierfässer davor sprechen für regen Wirtschaftsbetrieb um 1900. Eine besondere Attraktivität gèwann der 'Löwen', als um 1925 die Wirtssöhne Willy und Heiner Crezeli im Saal das erste ständige Kino einrichteten. Es ging mit dem ganzen Anwesen 1928 an die Familie Stumpf (zuvor auf dem 'Schlüssel') über, als Finanzprobleme zum Besitzerwechsel zwangen. Die 'Löwen-Lichtspiele' existieren noch heute.

13. Bliek von der Hauptstraße hinaufzum Plan, wo das Gasthaus 'Zur Sonne' den Mittelpunkt der Häuserkulisse bildet. Links ragt eine Ecke des 'Löwen' ins Bild. Davor steht die Statue des heiligen Johannes Nepomuk, des Beschützers der Brücken und Wege sowie der Reisenden. An seinem Standort vor dem nahen Stadttor (Hauptstraße) segnete der Heilige alle Pilger und Frernden, die über die Haupt-und Seestraße in die Stadt kamen. Die Figur aus gelbem Sandstein ist von künstlerischer Qualität und dürfté einer Würzburger Bildhauerwerkstatt entstammen. Errichtet wurde sie 1754. Dieses Jahr errechnet sich aus dem Chronogramm der lateinischen Sockelinschrift, die auch die Stifter nennt: Johann Georg Kaufmann und Ehefrau Anna Maria.

14. Geteilter Hausbesitz war in Walldürn nicht selten, und manches behäbige Bürgerhaus ist noch heute der Firstrichtung nach in zwei Hälften geteilt, weil für zwei Bauten der Platz fehlte. Ein Beispiel ist das Haus Hauptstraße 20/22, in dessen linker Hälfte sich von jeher die Bäckerei Leiblein oder der 'Becke-Naaz' befindet (so genannt nach dem früheren Inhaber Ignaz Leiblein ). Zur Rechten führten Valentin Eckardt - mit dem Kunstmaler Sebastian Eckardt verwandt - und seine Töchter einen Gemischtwarenladen, bis die Familie ausstarb und 1931 die Schwestern Krämer ihre Lebkuchenfabrikation in die Haushälfte verlegten. Der expandierende Betrieb bestand hier bis 1974 (Urnzug ins Gewerbegebiet 'Heide'). Den Laden führt heute Willi Gehrig als Kleidergeschäft.

15. Der mittlere Teil der Hauptstraße mit dem Rathaus (links), dessen Fachwerk bis 1927 noch unter Verputz lag. Rechts das Gasthaus 'Zum Adler', ein Fachwerkbau von 1685, ebenfalls verputzt. Neben allerlei Kleinwirtschaften war auch der' Adler' einer der größeren Gaststättenbetriebe. 'Adler' -Wirt Setzer war um 1900 noch einer der etwa fünf Walldürner Wirte, die ihr Bier selber brauten. Zeitweise war der' Adler' auch Poststation für den über Walldürn laufenden Postkutschenverkehr. Ende der sechziger Jahre wurde er als Wirtschaft stillgelegt. Die Stadt erwarb das Haus zur Unterbringung von Asylbewerbern. Durch baldige Sanierung soll es wieder zu einem Schmuckstück der Hauptstraße werden.

16. Das Treppenhaus des Rathauses mit dem Aufgang zum Bürgersaal. Es war Bürgermeister Dr. Arthur Trautmann, der während seiner ersten Amtszeit 1927 das Fachwerk des Rathauses freilegen ließ. Dabei ist auch das Innere umgestaltet und auf den Stil der Erbauungszeit (1448) zurückgeführt worden. Einen Ehrenplatz erhielt bei dieser Gelegenheit der Löwe mit dem Stadtwappen (Bildmitte ), der vom vorderen Stadtturm (abgerissen 1844) stammt. Es ist der gleiche, der - als verunglückte Bildhauerarbeit - den Walldürnern den Spotrnamen 'Affen' eintrug.

17. In der Enge der Innenstadt mußte zwangsläufig in die Höhe gebaut werden. Viergeschossig ragt so in der hinteren Hauptstraße der 'Grüne Baum' auf: 1464 erbaut und seit 1699 als Wirtshaus nachgewiesen. 1928 erwarb Friseurmeister August Gaukel das Haus und machte es mit seiner Frau EIsa zu einer der beliebtesten Walldürner Gastwirtschaften. Über eine steile Treppe erreichte man die Wirtsstube, wo den Gast die Romantik des alten Hauses und die vom Wirtspaar geschaffene persönliche Atmosphäre umfing. Nach dem Ableben von A. Gaukel ist die Wirtschaft um 1975 geschlossen worden. Schon etwa fünfzig Jahre früherwar die 'Krone' im Nebenhaus stillgelegt worden (links im Bild).

18. Auf einen Rest des mittelalterlichen Marktplatzes stellte 1588 der reiche Handelsbürger Valentin Stumpf sein steinernes Wohnhaus, den 'Güldenen Engel'. 1858 wurde dieses Bauwerk hälftig und 1880 ganz von Wachszieher Theodor Ehemann erworben, und bis 1960 beherbergte es die traditionsreiche Wachswarenfabrik der Ehemanns. Heute, nach Kauf durch die Stadt, ist das Stadt- und Wallfahrtsmuseum darin untergebraeht. Davor 'das Bild': eine Immaculata von 1753.

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