Walldürn in alten Ansichten Band 2

Walldürn in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Dr.Peter Assion
Gemeente
:   Walldürn
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5605-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Walldürn in alten Ansichten Band 2'

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19. Als derbe Bauemmadonna, aber nicht ohne Reiz und Wirkung, stand die Statue der heiligen Jungfrau vor dem Ehemannsehen Haus. 1935 fuhr ein Lastwagen gegen den Sockel und stürzte die Steinplastik herunter, so daß sie in Stücke zerbrach. Zum Ersatz wurde eine Nachbildung geschaffen. Das Original (im Bild), notdürftig wieder zusammengesetzt, fand auf dem Alten Kirchhof und später am Weg zwischen Wailfahrtsplatz und Sandgasse Aufstellung. Von den älteren Walldürnern wird es bis heute hoch verehrt.

20. Die Hauptstraße zwischen Rathaus und Wachszieherei Ehemann vor dem Ersten Weltkrieg. Rechts die Spenglerei von Josef Stalf, das Kurzwarengeschäft Nimis, das Gasthaus 'Zum Stern' mit Metzgerei und die Buchhandlung Bonn. Für die Aufnahme haben sich die Geschäftsinhaber teilweise vor ihren Häusern in Positur gestellt. Hinter dem Ehemannschen Haus geht der Bliek bis zur Bäckerei von Josef Leiblein. Die Straße ist noch ungepflastert. Erst nach 1925, in der ersten Amtszeit von Bürgermeister Dr. Trautmann, ist der Schotterbelag durch eine feste Bepflasterung ersetzt und sind seitlich Gehsteige angelegt worden.

21. Mit dem jährlichen Beginn der Wallfahrt am Dreifaltigkeitssonntag wurde die Hauptstraße zu einer Marktstraße mit dicht aufgereihten Verkaufsbuden und viel Fußgängerverkehr. Die Standleute boten Devotionalien und Kerzen, aber auch Waren für den Alltag an. Sie hatten alle ihre festen Plätze, so auch der 'Hesse-Kaarle' - ein bekanntes Original - mit Spielzug beim Madonnenbild. Vor seinem Laden (vorne rechts) bot Wilhelm Nimis die berühmten Walldürner 'Herrgöttle' aus eigener Produktion an (Gipsfabrik Nimis und Schneider, gegründet 1919). Erst um 1950 wurde der Wallfahrtsmarkt auf den Schloßplatz verlegt.

22. Zu den Höhepunkten der Wallfahrt gehörten die feierlichen Prozessionen an Fronleichnam und am Großen Blutfeiertag. Das Foto von 1911 zeigt wahrscheinlich die Fronleichnamsprozession, wie sie vom Kirchenbuckel herunter in die Hauptstraße einzieht. Vorweg die 'weiße Määdli' im Festtagskleid und mit Kopfkränzchen, Fahnen und Fähnchen aus dem Sakristeifundus tragend. Dahinter eine Gruppe der älteren Erstkommunikantinnen. Das Allerheiligste wird unter dem Thronhimmel mitgeführt und vom Stiftungsrat begleitet.

23. Die Fahnenträgerinnen der Marianischen Kongregation Walldürn, wie sie bei der Fronleichnamsprozession und sonstigen kirchlichen Veranstaltungen mitwirkten. In die Kongregation - auch Jungfrauenverein genannt - konnten sich katholische Mädchen nach der Schulentlassung aufnehmen lassen. Verheirateten sie sich nicht und führten einen unbescholtenen Lebenswandel, so blieben sie lebenslänglich Mitglied und nahmen an den besonderen Andachten der Kongregation teil.

24. Das Textilgeschäft Frank in der hinteren Hauptstraße wurde 1905 von Schneidermeister Albert Frank eingerichtet und ist - da heute noch bestehend - das älteste am Platz. Frank stammte aus der Untergasse und hatte sich anläßlich seiner Verheiratung in besserer Lage eingekauft. Zeitweise konnte man in seinem Laden auch Passagen nach Amerika buchen, denn als Inflation und Weltwirtschaftskrise eine neue Auswanderungswelle in Gang brachten, übernahm Frank 1929 die Walldürner Vertretung der Hamburger Transportfirma HAPAG. Im Nebenhaus befand sich lange ein Lebensmittelgeschäft (Blau, Hennig, Claes) und nach dem letzten Krieg die Blumenhandlung Tolksdorf.

25. Das Haus von Spenglermeister Franz J . Lang in der Hauptstraße, schräg gegenüber dem Gasthaus 'Zur Rose'. Nachdem zuvor hier die Spenglerei Oexner (und noch früher eine Seifensiederei) bestanden hatte, war das Anwesen 1911 von Lang erworben und so schrnuck, wie es das Foto zeigt, hergerichtet worden. Im Erdgeschoß kam damals ein Laden hinzu, in dem Geschirr und Haushaltswaren aller Art zu haben waren. 1916 fiel Lang im Ersten Weltkrieg. Als Sohn und Erbe führte Heinrich Lang das Geschäft weiter. Er ist aus der Nachkriegszeit noch gut durch sein Wirken als Dirigent des Kirchenchores und Männergesangvereins sowie seine kommunalpolitische Tätigkeit in Erinnerung.

26. Markant prägt im hinteren Teil der Hauptstraße die 'Goldene Rose' das Stadtbild: stets eines der besten und beliebtesten Gasthäuser Walldürns, das wegen der Nähe zur Kirche auch viel von Wallfahrern besucht wurde. Eine stattliche Landwirtschaft mit Scheuer, Pferde- und Kuhstall im Hof hinter der Spenglerei Lang gehörte hinzu. Die Familien, die das Besitztum bewirtschafteten, saßen oft in langer Generationsfolge auf der' Rose' , so auch die Meidels während der letzten 150 Jahre. Diese Ära des alten Hauses ging 1992 zu Ende, als es mangels eines interessierten Erben an einen neuen Besitzer aus Jugoslawien veräußert wurde.

27. Als prächtiges Fachwerkhaus erwies sich die 'Rose', als 1947 die Linde davor gestutzt wurde und beim Niedergehen der Äste teilweise der deckende Verputz abgeschlagen wurde. Daraufhin sind Giebelseite und Oberstock ganz freigelegt worden. Die Heimatforschung fand später heraus, daß das Bauwerk 1579 von Valentin Stumpf erstellt worden ist, also vorn gleichen Bauherrn wie der 'Güldene Engel' (Museumsgebäude). Dieser ragt von links ins Bild und besitzt noch den Anbau, in dem der Dampfkessel der Wachswarenfabrik Ehemann installiert war. Im Hintergrund das Gasthaus 'Zum Schlüssel' mit dem angebauten Haus Hoerst (Abriß des Gebäudekomplexes um 1970).

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28. Wo heute gegenüber dem 'Café Käth' eine Treppe zum Aufstieg zur Kirche einlädt, stand bis zum Abbruch 1955 ein weiteres Haus des Valentin Stumpf. 1583 erbaut, schloß es rückwärts den Stumpfschen Handelshof hinter dem 'Güldenen Engel' ab. Später wechselten die Besitzer, und die rechte Hälfte wurde zum Hildenbrandschen Haus, in dem 1828 der spätere Bürgermeister Wilhelm Hildenbrand geboren wurde. Dessen Bruder, Sparkassenrechner Johann Hildenbrand, bewohnte die Haushälfte gegen Jahrhundertende und vererbte sie seinem Schwiegersohn, Rektor Jakob Bindert. Rechts schloß das (ebenfalls abgerissene) Häuschen der' Karlein' , einer bekarmten Marktfahrerin mit Familiennamen Berberich, an.

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