Walldürn in alten Ansichten Band 2

Walldürn in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Dr.Peter Assion
Gemeente
:   Walldürn
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5605-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Walldürn in alten Ansichten Band 2'

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29. Die Bäckerei Leiblein in der hinteren Hauptstraße, seit Generationen in Familienbesitz und an ihrem Platz seit mindestens 1835 nachweisbar. Allerdings wuchs der Baukomplex, dessen Frontseite das um 1905 aufgenommene Foto zeigt, erst allmählich aus verschiedenen Häusern zusammen. Die Backstube befand sich um 1900 im angebauten Nebenhaus, wo der Backofen noch mit langen Buchenscheitern beheizt wurde. August Leiblein, der das Geschäft von seinem Vater Josef übernahm, schaffte 1936 einen Dampfbackofen an und richtete auch noch 1950 das kleine Café ein, das wegen seiner niedrigen Decke als 'Café Bückdich' bekannt und beliebt war. Nach Abriß aller Altbauten entstand 1966/67 durch Robert Leiblein und seine Mutter Käthe das heutige 'Café Käth' mit Bäckerei.

30. Am Ausgang der Altstadt steht behäbig der 'Deutsche Hof an der Hauptstraße, erbaut 1709 vor der Stadtmauer durch Hans Valentin Frank als Wirtshaus 'Zu den drei Königen'. Im 19. Jahrhundert umbenannt und modernisiert, war das Haus ein zentraler Ort gesellschaftlichen Lebens in Walldürn. Ein Saalanbau (um 1820) bot Platz für Theateraufführungen auswärtiger und einheimischer Spielgruppen, und bis zum Bau des Thiry-Saales (1924) fanden alle größeren Veranstaltungen im 'Deutschen Hof statt. Unser Bild hat als Straßenpassanten einige örtliche Berühmtheiten miteingefangen: Altbürgermeister W. Hildenbrand (mit Hut), rechtsdaneben Sparkassenrechner a.D. Johann Hildenbrand und links die Schwestervon beiden, Karolina Hefner.

31. Die Miltenberger Straße - hier vorn 'Deutschen Hof' aus gesehen - führte zum Mühltal hinunter und hieß deshalb auch schlicht 'der Mühlweg'. Aus der engen Altstadt wurde hierher gerne rnit Wirtschaftsgebäuden ausgesiedelt, so daß zur Linken eine ganze Scheunenzeile entstand, meist im Besitz von 'Staademern' (Hauptsträßlern). Aber auch für neue Wohnbauten bot sich die Ausfallstraße an. Das schmucke Fachwerkhäuschen links Iieß sich um 1890 der Notariatssekretär Wilhelm Keim erbauen, mit Schnitzereien im Stil des damaligen Historismus. In der Scheuer gegenüber, am Manggäßchen, gab's in Walldürn die ersten Kohlen, zentnerweise verkauft von den Geschwistern Ackermann (Ecke Sandgasse), die ihre kleine Landwirtschaft mit diesem Kohlenhandel aufbesserten.

32. Mächtig überragt die Pfarr- und Wallfahrtskirche die Walldürner Altstadt, und nähert man sich von Osten her der Stadt, so beeindruckt das Stadtbild noch heute wie zur Zeit dieser Aufnahme vor etwa fünfzig Jahren. Zu Füßen der Kirche erkennt man die Dächerlinie der hinteren Hauptstraße mit dem noch stehenden Stumpfschen Haus von 1583. Davor senkt sich zum Marsbach hin das Gassenviertel des 'Frankreich' - mit den Häusern und Scheunen der Untergasse, die unmittelbar auf der mittelalterlichen Stadtmauer aufsitzen.

33. Zu den beiden Turmhähnen der Kirche hatten die Walldürner ein inniges Verhältnis, wurden sie doch als Wetterpropheten geschätzt und ständig beobachtet. Bliekten sie gen Höpfingen, so war sicher: es gibt bald Regen. In den frühen zwanziger Jahren wurden sie anläßlich einer Reparatur der Kirchturmdächer von ihrer luftigen Höhe heruntergeholt, wobei sich Zimmermann Albert Heilmann (rechts neben dem Turrnknopf) durch besonderen Mut auszeichnete. Nach altem Brauch wurde hierfür der Lohn bei einem Urnzug durch die Stadt eingefordert. Die Walldürner konnten dabei über das Format der Turmhähne ('grouß wie e Kalb') staunen und hörten Heischeverse wie diese: 'Was der Hahn nicht frißt weg, das gebt uns alsSpeck!'

34. Ohne bildhauerische Schnörkelzier und farbigen Verputz, wirkt der Sandsteinbau der Kirche um so stärker durch seine strenge, klare Gliederung. Das zeigt auch diese Aufnahme: ein historisches Foto aus der Vorkriegszeit, als hinter der Kirche noch der Alte Friedhof existierte. Von diesem aus fällt der Bliek auf die Nord- und Westseite der Kirche, die anläßlich der Wallfahrt mit Marktbuden - von weißen Planen überdacht - umgeben ist.

35. Bliek entlang der Südseite der Kirche zum Pfarrhaus von 1664 und den alten Häusern gegenüber, die schon zur Zeit der alten gotischen Kirche hier standen. Man erkennt das Hinterhaus des Gasthauses 'Zum Kreuz' und davor das spitzgiebelige Haus Denk (vorher Trabold), in dem zur Wallfahrtszeit das Gasthaus 'Zum Lamm' (früher in der Hauptstraße) fortgeführt wurde. Dazwischen lag (und liegt noch immer) das Frühmesserhaus, in dem nach den Feststellungen Dr. Schicks der die Frühmesse lesende Geistliche seinen Wohnsitz hatte (später Haus Mairon).

36. Der Heilig-Blut-Altar im nördlichen Seitenschiff der Kirche, der Mittelpunkt der Walldümer Wallfahrt. Die Aufnahme von etwa 1900 zeigt noch die alte, kleinere Altarmensa (um 1940 entfernt) und darauf die samtbezogenen Pyramiden mit den Silbervotiven reicher Stifter (jetzt im Museum). Beim Altar war damals noch das traditionelle Wallfahrtsbrauchtum möglich, zu dem gehörte, auf den Knien um den Altar zu rutschen und zu beten.

37. Während heute der Blutschrein fast an jedem Sonntag geöffnet ist, war dies früher nur zwei, ab 1864 drei Wochen lang in der eigentlichen Wallfahrtszeit der Fall. Um so stärker wurde die Präsentation der HeiligBlut- Reliquie als bedeutendes Ereignis erlebt. Dicht um den Altar gedrängt, brachten die Wallfahrer dem Heiligen Blut ihre Anliegen dar, und Kranke durften auf die Altarmensa steigen, um durch Berührung der Reliquie Heilung zu erlangen.

38. Die holzgeschnitzte Herz-Jesu-Statue am Pfeiler rechts vom Blutaltar, anläßlich des Herz-Jesu-Festes reich mit Blumen geschmückt von den ehrenamtlichen Kirchenpflegerinnen (als solche links im Bild Amalie Mairon, Schwester von Pater Dr. Anton Mairon). Zu der Statue gehörte als Pendant beim Marienaltar eine Herz-Mariä-Figur: beides Zutaten der Zeit um 1900 zur barocken Kirchenausstattung. Bei der großen Kirchenrenovierung 1958-1960 fielen die Statuen denkmalpflegerischer Purifizierung zum Opfer und sind vernichtet worden.

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