Walldürn in alten Ansichten Band 2

Walldürn in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Dr.Peter Assion
Gemeente
:   Walldürn
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5605-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Walldürn in alten Ansichten Band 2'

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39. Die moderne Zeit hält Einzug, auch in der Seelsorge: Die Kapläne Schubnell (links) und Nußbaum beschäftigen sich - noch etwas unsicher - mit dem neuen Motorfahrzeug, das ihnen den Außendienst auf der WaIldürner Höhe erleichtern soll. Die beiden waren in den dreißiger Jahren die letzten einem Weltpriester zugeordneten Kapläne, denn 1938 wurde die Pfarrei WaIldürn von Augustinerpatres übernommen. Im Hintergrund die Mauer des Alten Friedhofes gegenüber dem Haupteingang der Kirche.

40. Die Lourdes-Grotte auf dem Alten Friedhof', auf dem Gelände rechts vom Hauptaufgang gelegen. Die Marienerscheinungen von Lourdes in Frankreich (1858) fanden auch in Deutschland ihr Echo, und ab etwa 1880 wurde fast in jeder katholischen Pfarrei eine Nachbildung der Erscheinungsgrotte errichtet. Die Walldürner Grotte ist - einer Farnilienüberlieferung zufolge - um 1900 von der Händlerin Barbara Hilpert geb. Beckert gestittet worden: zum Dank dafür, daß sie als Steinhauerswitwe ihre drei Kinder hatte großziehen können und nicht ebenfalls, wie 1890 ihr Mann, einem frühen Tod zum Opfer gefallen war. Bei der Anlage des Wallfahrtsplatzes ist die Grotte abgetragen und als Sandsteinbau auf dem obersten Rang der Platzanlage neu erbaut worden.

41. Das Innere der alten Lourdes-Grotte mit der Darstellung der Muttergottes, wie sie als Unbefleckte Empfängis dem Sehermädchen Bernadette erschienen sein soll. Die Leurdes-Madonna im weißen Kleid und mit blauer Schärpe wurde allgemein zu einem beliebten Andachtsbild und ist von der Walldürner Gipswarenindustrie für Hausaltärchen, Kapellen, den verglasten Heiligenkasten am Haus usw. in allen Größen geliefert worden. Zum stillen Gebet vor der LourdesMadonna suchte man jedoch am liebsten die Grotte auf, was noch heute so ist und auch für viele Wallfahrer gilt.

42. Vom Mittelalter bis weit ins 19. Jahrhundert hinein sind die Walldürner Verstorbenen in nächster Nähe der Kirche bestattet worden: mit den Lebenden die Gemeinschaft der Gläubigen bildend und deshalb von diesen nicht abgesondert. Mit der Errichtung des jetzigen Kirchenbaues wurde der Friedhof auf das erhöhte Areal hinter der Kirche eingegrenzt. Beerdigungen erfolgten dort noch bis um 1890. Doch ist 1873 - aus räumlichen und hygienischen Gründen - der neue Friedhof am Ortsausgang im Tal angelegt worden. Der 'aaide Kärchhouf' verwilderte und wurde zu einem geheimnisvollen Ort, von dem die Sage erzählte, jeden Morgen kärne von dort eine Prozession Armer Seelen zur Frühmesse herunter ...

43. Ohne Scheu vor den alten Gräbern nutzte die Walldürner Jugend den Friedhof hinter der Kirche als Spielparadies, im Sommer wie im Winter. Das Buschwerk des Areals eignete sich herrlich für Versteckspiele, und hatte es im Winter kräftig geschneit, so diente der Friedhofshang als Rodelbahn. Die Kinder der Schmalgasse hatten ebenso wie die Kirchgänger von dort einen rückwärtigen Zugang zum Friedhof. Nahebei befand sich der 1866 angelegte 'Cholera-Friedhof' mit den Opfern der damaligen Cholera-Epidemie. Mit düsteren Fichten zugewachsen, wurde dieser Ort auch von der Jugend lieber gemieden. Große Veränderungen brachte dann die Nachkriègszeit, als um 1950 der Friedhof zum heutigen großen Wallfahrtsplatz eingeebnet wurde.

44. Die Walldürner Burg, fotografiert von einem der Kirchtürme aus, Der mächtige Bau bot sich damals noch - von einem verwilderten Garten und alten Bäumen umgeben - wie ein verwunschenes Märchenschloß dar. Ursprünglich war er eine stauferzeitliche Burg und Stammsitz der Herren von Dürn gewesen, Ab 1294 folgte eine lange Zeit als Mainzer Kellerei, mit wiederholten Umbaumaßnahmen. 1806 fiel Walldürn an Baden, und die Burg wurde zum 'Arntshaus' ,in dem das Bezirksamt und das Amtsgericht des Amtsbezirks Walldürn ihren Sitz nahmen, 1865 wurde der Turm abgerissen. Dann herrschte idyllische Ruhe, bis 1949 der vordere Burggarten zum Schloßplatz eingeebnet wurde.

45. Als Amtsgericht fungierte die Burg - hier von der oberen Klosterstraße aus gesehen - bis 1923. Das Bezirksamt war hingegen schon 1872, im Vollzug der badischen Verwaltungsreform von 1863, mit dem Buchener zusammengelegt worden, und auch das Amtsgericht war damals an Buchen verlorengegangen. Doch führten Proteste zu dessen Wiedererrichtung 1879, bis dann 1923 die endgültige Aufhebung erfolgte. Im Burgbau verblieben das Notariat Walldürn und Mietwohnungen. Anfangs dervierziger Jahre kaufte die Gemeinde das Gebäude vom Land Baden an. Nach dem Krieg wurde es dem Finanzarnt Walldürn überlassen, und nach dessen Umzug in einen Neubau (1975) avancierte es zum Städtischen Verwaltungsgebäude.

46. Die Burgstraße entlang der vorderen Burgmauer mit Häusern, Höfen und Scheuern, die einst zum Burgkomplex gehört hatten. Zur Klosterstraße hin markierte als Eckhaus ein Gebäude des 16.117. Jahrhunderts, das noch steht und seit einigen Jahren sein Fachwerk zeigt, das Straßenbild. Ab 1905 beheimatete es im Erdgeschoß und in rückwärtigen Anbauten die Blumenfabrik der Gebrüder Kar! und Josef Eberhard. Der Gründer Kar! Eberhard, dessen Vater als Metzger in dem Haus ansässig war, hatte seine berufliche Laufbahn als Reisender der Blumenfabrik Wilhelm HeB begonnen. Dann suchte er als Selbständiger den Anschluß an die aufblühende Kunstblurnenindustrie und beantragte 1905 die Zulassung eines 'Blumengeschäftes' mit drei Personen.

47. Von der zügigen Weiterentwicklung der Blumenfabrik Eberhard zeugt diese Aufnahme von 1914. Sie zeigt die beiden Inhaber Josef (links außen) und Karl Eberhard (rechts mit Ehefrau und deren Schwester) im Fabrikhof mit einer auf 25 Personen angewachsenen Belegschaft. Hauptsächlich wurden Frauen beschäftigt: als Bukett- und Kranzbinderinnen. Den Männern war das Ausschlagen der Papierblumen, das Beizen und Färben der natürlichen Kranzauflagen (Buchen- und Stechlaub, Ruskus] und sonstige schwerere Arbeit zugeteilt. Der Betrieb florierte bis in die dreißiger Jahre , litt dann aber unter dem Krieg und ist nach 1945 von den Nachkommen Josef Eberhards nur noch als kleiner Familienbetrieb fortgeführt worden, auf dem technischen Stand einer Manufaktur (bis Mitte der siebziger Jahre).

48. Zum 'Mollenhof' in der Burgstraße gehört dieses Haus. Nach Abbruch eines älteren Wohnbaues mit dem Giebel zur Straße wurde es gegen Ende des 18. Jahrhunderts erbaut: als klassizistischer Putzbau mit hübscher Fensterreihung und nun traufseitiger Stellung zur Straße. 1792 soll darin Georg Josef Becker geboren worden sein, der als Professor für Altphilologie an den Universitäten Löwen und Lüttich berühmt wurde. Später gehörte das Haus in Stockwerkseigenturn der Schreinerfamilie Bausback (oben) und der Bauernfamilie Berberich (unten). Für das Foto (von 1914) haben sich die Berberich-Kinder samt den älteren Töchtern in Positur gestellt. Das Mädchen, das Großvater Wollenschläger zum Fenster hinaushält, ist Hanne Bausback. Sie beschrieb später in 'Blumme un Lichder' (1989) das Leben in dem alten Haus, das heute die Familie Strauß bewohnt.

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