Walldürn in alten Ansichten Band 2

Walldürn in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Dr.Peter Assion
Gemeente
:   Walldürn
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5605-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Walldürn in alten Ansichten Band 2'

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49. Das Gasthaus 'Zur Linde' am Plan, aufgenommen 1912 mit Rekruten davor, die in dem Lokal ihre Einziehungzum Militärdienst feierten. Wohl schon seit dem 18. Jahrhundert bestehend, wurde die 'Linde' um 1900 von Wirt und Biergroßhändler F. Trabold geführt. Nach dessen frühem Tod heiratete Spenglermeister Eduard Mairon die Witwe und richtete zusätzlich einen Laden für Metallwaren ein. Erst recht aber erfolgten Veränderungen, nachdem die Erbin Maria Mairon 1924 den Bäckermeister Josef Leiblein geehelicht hatte. Denn nun wurde in der Burgstraße ein Backhaus mit dem ersten Dampfbackofen Walldürns angebaut und im Nebenzimmer des Gasthauses ein Café eröffnet, ebenfalls für die Stadt eine Neuheit. Nach dem Krieg vergrößerte sich dieses zum heutigen 'Café Linde', während die Wirtsohaft nicht wieder eröffnet wurde.

50. Die Blumenindustrie war vor hundert Jahren quer durch Walldürn mit größeren und kleineren U nternehmen vertreten, und kam man aus der Burgstraße zum Plan, so konnte man erleben, wie vor der Blumenfabrik von Heinrich Kast (gegründet 1884) die großen Blumenkisten aufFuhrwerke geladen wurden, um als Frachtgut nach Seckach an die Bahn, ab 1887 an den Bahnhof Walldürn gebracht zu werden (siehe Bild). Als Wallfahrtsgewerbe hatte sich die Blumenindustrie seit 1820-1840 aus kleinen Anfängen entwickelt. In den 'Gründerjahren' nach 1871 expandierte sie zum wichtigsten Walldürner Gewerbezweig, gestützt auf einen weiträumigen Versandhandel, der den früheren Absatz durch Hausierer ersetzte.

51. Typische Produkte der Blumenindustrie waren gewachste Kranzblumen, komplette Grabkränze, Kommunionkränzchen, Anstecksträußchen usw. Als Erfolgsartikel erwiesen sich dazu die Totenbuketts, die man früher zur Beileidsbezeugung in Trauerhäuser schickte. Die seltene Innenaufnahme einer Blumenmacherei zeigt solche Buketts an der Wand im Hintergrund. Das Bild entstand noch in der alten Fabrik Kast nahe am Plan (heute Haus Buchinger), aus der 1905 in ein neu erstelltes größeres Anwesen in der Buchener Straße umgezogen wurde. Der Firrnengründer ist auf dern Foto in der Türöffnung zu erkennen. Davor eine Gruppe Blumenbinderinnen in für die Aufnahme gestellter Pose.

52. Das Gasthaus 'Zur Sonne' am Plan, zu dem ein großes landwirtschaftliches Gut und entsprechende Wirtschaftsgebäude im rückwärtigen Hof gehörten. Es zeugt für ein dunkles Kapitel der jüngeren Geschichte. Nachdem die 'Sonne' im Ersten Weltkriegihren Erben aus der Familie Breunig verloren hatte, erwarb sie um 1920 der jüdische Händler Eduard Neuberger aus Sennfeld. Mit anderen Israeliten Walldürns wurde derselbe 1940 ins Lager Gurs in Frankreich verschleppt und kam dort ums Leben. Nach 1945 wurde sein Besitz an die Söhne zurückgegeben, von denen die Stadt 1979 die Bauwerke erwarb. Sie sind seit 1988 zur Altenwohnanlage der Arbeiterwohlfahrt ausgebaut. Die Wirtschaft (unter Neuberger geschlossen, danach verpachtet) war schon seit 1945 nur noch Wohnung.

53. Die Obere Vorstadtstraße, Nähe Plan, mit der Fronleichnams- oder Blutprozession, die vom Misslonskreuz her in die Straße einbiegt. Rechts das wertvollste Baudenkmal am Platz: das spätbarocke Bürgerhaus, das laut Inschrift 1787 von Johann Georg Reisemann erbaàt wurde, ganz in Sandstein (heute Haus Neckermann). Zeitweise (von 1842 bis 1877) wurde in dem Haus die Wirtschaft 'Zum Badisohen Hof betrieben. Dann war es nur noch Wohnhaus der Bauernfamilie Meidel (mit Wirtschaftsgebäuden im Hof, daruntereine Grünkerndarre, in der auch andere Landwirte darren lassen konnten). Sein Schieferdach und seine elegante Freitreppe verlor das Haus, als es Ende der fünfziger Jahre verkauft und renoviert wurde.

54. Planabwärts luden mit 'Linde' und 'Hirsch' gleich zwei Gasthäuser zur Einkehr ein. Sie standen vor der Stadtmauer im Stadtgraben, dessen Bebauung vom Rat der Stadt ab etwa 1700 erlaubt worden war. Dazu paßt, daß am 'Hirsch' ein Eekbalken mit der Jahreszahl 1709 gefunden wurde. Seit etwa 1740 als Wirtshaus nachgewiesen, war der 'Hirsch' Zunfthaus der Schneider und später Vereinslokal des katholischen Gesellenvereins (gegründet 1896). Mit der Einheirat von Josef Kuhn (aus Hundheim) übernahm 1863 der Urgroßvater des heutigen Besitzers das Gasthaus, zu dem - wie üblich - auch eine Landwirtschaft gehörte (siehe auf dem Bild noch Kuhstall und Misthof) . Mehrfach um- und ausgebaut, präsentiert sich der 'Hirsch' heute als beliebtes Speiselokal.

55. Zwischen dem 'Hirsch' und einer Bäckerei Ballweg (verschwunden) stand ein Häuschen, in dem sich um 1900 die Mehlhandlung von Johann Bauer befand. Hier konnte man pfundweise verschiedene Sorten Mehl kaufen, bei Bauer angeliefert von den Müllern der Umgebung. Einen ähnlichen Kleinhandel betrieben in Walldürn auch Essig- und Ölhändler. Reichtümer wurden dabei nicht erworben, weshalb wohl auch Mehlhändler Bauer noch einige Äcker bewirtschaftete und im Tiefstall seines Häuschens Ziegen und Hühner hielt. Zuletzt wohnte die Tochter Emma - Wirtsohafterin bei Schuster Wil helm Kilian (Untergasse) - in dem Anwesen. Um 1980 machte es einer Vergrößerung des 'Hirsch' Platz.

56. Die Untere Vorstadtstraße, aufgenommen um 1925 bei der Einmündung der Eisenbahnstraße mit Bliek in Richtung Posteck. Im Gegenlicht fotografiert, sind die entfernteren Gebäude nur verschwommen zu sehen. Doch man erkennt zur rechten Seite die Bäckerei Trunk, den Giebel des Hauses von Drehermeister Joharm Bauer und die Traufseiten verschiedener Wohnhäuser bis zur Prügelgasse. In den beiden Vorstadtstraßen waren hauptsächlich Landwirte und mit der Landwirtschaft verbundene Handwerker ansässig. Als eine von mehreren Schmieden befand sich so auch im Eckhaus links die über hundertjährige 'StumpfeSchmiede'. Hier hätte der Schmied - so wird kuriositätshalber erzählt - auch den Bauern mit der Pferdeschere die Haare gekürzt, bis ein professioneller Friseur Einspruch erhob.

57. Häuserreihe in der Unteren Vorstadtstraße (stadtauswärts gesehen zur linken Seite), aufgenommen um 1920. Links das Haus des Wagners Valentin Doth mit der Werkstatt im Untergeschoß und einem Lebensrnittellädchen im zweiten Stock. Vor dem Haus das Brennholz für den Winter. Aus dem Stadtwald bekam jeder Bürger im Frühjahr sechs Ster Buchenholz zugeteilt, die im Herbst zerkleinert und ins 'Bäule' oder eine Scheuer geschafft wurden. Rechts das Doppelhaus Bauer (Landwirtsfamilie ) und Kaufmann (ursprünglich Nagelschmiede, um 1920 Zigarettenhandlung). Auf der hohen Hausstaffel- typisch für viele Walldürner Häuser - hat man sich zum Gespräch zusarnrnengesetzt, so wie dies damals allgemein üblich war, vor allem im Sommer am Feierabend.

58. Blick in die Untere Vorstadtstraße vom Posteek aus. In der Mitte das Gasthans 'Zum Ritter', erbaut 1605 und ursprünglich nach St. Georg, dem heiligen Reiter und Walldürner Kirchenpatron, benannt. Vor dem Ersten Weltkrieg ging das traditionsreiche Haus mit der Zeit, indem es sich einen der damals modischen und beliebten Biergärten zulegte. Wirt war damals Kar! Leopold W örner (1871-1958), der Großvater des jetzigen Besitzers. Er hatte aus einem Bauernhaus gegenüber in der Buchener Straße eingeheiratet. Die Scheuer rechts vom Biergarten wich in der Zwischenkriegszeit einer Tankstelle. Heute steht dort das moderne Gästehaus des Hotels 'Ritter'.

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