Walldürn in alten Ansichten Band 2

Walldürn in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Dr.Peter Assion
Gemeente
:   Walldürn
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5605-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Walldürn in alten Ansichten Band 2'

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59. Das Gasthaus 'Zum Römischen König' in der Oberen Vorstadtstraße, erbaut 1609 und damals eines der ersten Häuser in der neu angelegten Vorstadt außerhalb der Stadtmauer. Seit 1980 ist die Gaststätte eine Pension, fortgeführt unter dem alten Namen, der zur Freude manches Geschichtsfreundes noch an die Zeit des Heiligen Römischen Reiches erinnert, als der zur Nachfolge bestimmte Sohn des deutschen Kaisers jeweils den Titel 'Römischer König' trug. Im Lauf der Zeit wechselten öfter die Besitzer und Pächter. 1938 erwarb Kar! Mairon von Vorbesitzer Breunig (Weilbach) das Anwesen und verband mit der Wirtschaft eine Metzgerei, zu der eine zweite hohe Staffel an der Giebelseite (siehe Bild) hinaufführte.

60. Gegenüber dem 'Römischen König' ragte der Giebel eines etwa gleichaltrigen, 1605 errichteten Fachwerkhauses auf. Dessen linke Hälfte gehörte in den Jahren vor und nach dem Ersten Weltkrieg dem Schmiedemeister Wilhelm Kilian (später seinem Schwiegersohn, Schmied Hugo Gerner). Im Erdgeschoß befand sich die 'Kilians-Schmiede', vor der Wilhelm Kilian (Mitte mit Lederschürze ) beim Beschlagen eines Pferdes zu sehen ist. Diese Arbeit geschah stets unter dem Vordach der Schmiede, und aus Platzgründen sind im Freien auch die Wagenräder bereift worden, die die Wagner anlieferten oder die Bauern zur Reparatur brachten. Die rechte Haushälfte war im Besitz von Schuhmacher August Schneider. Um 1975 ist das Anwesen abgerissen worden, um die Einrnündung der Keimstraße zu verbreitern.

61. Neben der Auffahrt in den 'Schafhof' stand in der Oberen Vorstadt dieses stattliche Barockhaus mit Steinwänden von fast 1 m Dicke im Erdgeschoß. Es war vermutlich das Hauptgebäude des Hofgutes Wollenschläger, eines Mainzer Lehensgutes. Heute existiert nur noch der Kern des Bauwerkes, nachdem Spenglermeister Max Ackermann jun. dasselbe in der Nachkriegszeit zu einem modemen Wohn- und Geschäftshaus umgebaut hat, Als der alte Bau fotografiert wurde (um 1910), befand sich noch die Zuckerbäckerei von Otto Kilian (ererbt von Vater Kornel Kilian) darin. In den zwanziger Jahren an Maler Christian Günther verkauft, zog dieser in einem Anbau eine Devotionalienfabrik auf, die ebendort bis 1937 bestand. Durch Einheirat von Max Ackermann sen. begann das Spenglergeschäft und die Ackermannsche Besitzerlinie.

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62. Bilder aus den Nebenstraßen und Gäßchen Walldüms sind selten. Dieses hier zeigt die Schmalgasse und ist 1921 aufgenommen worden, um den reichen Straßenschmuck zu dokurnentieren, mit dem der Neupriester Josef Heek anläßlich seiner Primiz geehrt wurde. Als Sohn des Gipsermeisters Ludwig Heek stammte der Primiziant aus der Gasse und hatte am 12. Juni 1921 die Priesterweihe erhalten. In den Häuschen der Schmalgasse wohnten damals kinderreiche Familien, die sich durch die Steinhauerei, das Blumenmachen in Fabrik- und Heimarbeit, das Hausiergewerbe usw. über Wasser hielten. Doch herrschte in der Gasse auch ein guter Gemeinschaftsgeist, und ein Kenner der Stadt konnte sagen: 'In der Schmalgasse schlägt das Herz Walldürns.'

63. Einen Nebenverdienst sicherten sich die kleinen Handwerker (mit Einschluß nicht weniger Steinhauer) durch die Vereinigung zu Musikantengruppen, die bei Festen zu den Umzügen und Tanzvergnügungen aufspielten, auch auswärts. In der Kleinstadt Walldürn gab es dadurch stets mehrere Blaskapellen mit bis zu zwanzig Mitgliedern, die sich ihr Können selbst beigebracht hatten. Ein günstiger Wurzelboden dieser Kapellen war vor allem die Schrnalgasse , wo sich um einen familiären Kern 'die Berlinger' und 'die Schneider' zusammenschlossen. In den zwanziger Jahren wurde die Kapelle Schneider führend. Ab der Jahrhundertwende hatte hingegen die Kapelle Stumpf (unser Bild) eine Zeitlang Bedeutung, gegründet von dem Blumenmacher Joharm Stumpf (Rathausgasse), der auf dem Foto hinter der großen Trommel steht.

64. Oben am 'Klosterbuckel' (Klosterstraße) war die Wirtschaft 'Zum Klosterstüble' zu finden, die - 1872 gegründet - gut hundert Jahre lang für Walldürn, das Vereinsleben und die Wallfahrt große Bedeutung hatte. Im Garten zur Kirche hin sind zur Wallfahrtszeit ganze Prozessionen bewirtet worden, und der 1924 von Rudolf Thiry angebaute Thiry-Saal war bis zum Bau der Nibelungenhalle der größte Raum für Saalveranstaltungen. Ursprünglich gehörte das gesamte Areal zum Kapuzinerkloster, das 1830 aufgehoben und 1835-1842 zum großen Teil abgerissen wurde, so daß sich Wilhelm Thiry (ab 1854 Bürgermeister) privat hier einkaufen konnte. Sein Sohn Rudolf Thiry sen. eröffnete die Wirtschaft. Auf dem Foto (um 1920) ist als Alt-Wirtin dessen Witwe, Helene Thiry geb. Blau, zu sehen. 1972 wurde das 'Klosterstüble' geschlossen, 1993 abgerissen.

65. Nach dem Bau des Thiry-Saales 1924 ist dieser gerne von den Vereinen tur inre veransranungen genutzt worden. So fand hierauch das Festbankett statt, mit dem der Reichsbund der Kriegsgeschädigten 1927 seine Fahnenweihe beging, und vor dem Saaieingang nahm Fotograf Schreiber die Gründer der Ortsgruppe sowie die Festdamen auf, die für die Fahne gespendet hatten und dem Festzug seinen Glanz gaben. Das Bild zeigt von links nach rechts die Männer Alois Bosch, Fridolin Bischof, Anton Gerold. Heinrich Trunk und Josef Heilmann. Die Festdamen sind, stehend von links nach rechts, Josefine Setzer, Therese Frank, Lydia GaukeI, Elise Hasenstab, Elise Mairon und Lina Pahle, sitzend Maria Link, Anna Link, Elisabeth Gaukel und Maria Muller.

66. Nachdem jahrzehntelang in Walldürn nur wenig gebaut worden war, setzte im günstigen wirtschaftlichen Klima der wilhelrninischen Zeit ein regelrechter Bau-Boom ein, vor allem an der Ausfallstraße nach Buchen. Urn 1900 entstanden hier laufend neue Gebäude , darunter auch 1905 das dreistöckige Mietshaus, vor dem sich auf unserem Bild der ausführende Bauunternehmer Otto Stumpf (ganz links) mit seinen Maurern fotografieren ließ. Bauherr war Josef Heek, ein Bruder von Ludwig Heek in der Schmalgasse und wie dieser Gipsermeister . Das mag erstaunen. Aber die Baukonjunktur begünstigte eben auch das Gipsergewerbe, und bei J. Heek kam hinzu, daß er als Stukkateur und Kirchenrestaurator zu gutem Verdienst kam. So konnte er in das Haus in Walldürn und sogar noch in drei ähnliche Bauten in Mosbach investieren.

67. Durch die Neubauten entlang der Buchener Straße besaß Walldürn ein eindrucksvolles Entree in die Stadt. Starken Anteil hatte hieran die Blumenindustrie: unter anderem durch das Wohn- und Fabrikgebäude von Franz Leopold Link sowie durch Bauten seiner Söhne Theodor und Kar!. Die im Bild zu sehende Villa neben dem 'Zähringer Hof ließ 1896 Kar! Link (1869-1939) für sich errichten, wobei die aufwendige Steinhauerarbeit - plastischer Schmuck und geschliffene Sandsteinplatten zur Verkleidung - vom Steinbruch des Gottfried Gaukel (Walldürn) geliefert und die Maurerarbeit von Joh. Scheuermann (Hettingen) ausgeführt wurde. Durch die Inflation in Schwierigkeiten, verkaufte Link die Villa 1926 an die Volksbank, und so wurde sie Bankgebäude. 1964 stürzte sie bei Ausschachtungsarbeiten für einen Erweiterungsbau ein und verschwand.

Schulhaus Walldürn

68. Wo sich heute Straßen und Wohnhäuser bis zum Horizont erstrecken, lag einstens das Walldürner Schulhaus allein auf weiter Flur. Der geräumige Bau war 1911/12 errichtet worden, nachdem das alte Schulhaus neben der Kirche der wachsenden Schülerzahl nicht mehr genügt hatte. Zur Finanzierung ließ die Stadtgemeinde einen außerordentlichen Holzhieb vornehmen, und als Bauplatz wurden einige Grundstücke am Hainstadter Pfad (heute: Keimstraße ) angekauft. Ausgeführt wurde die Schule als solider Sandsteinbau, mit ornamentalem Schmuck über den Portalen, den Bildhauer Kar! Maier (wohnhaft neben der 'Kiliansschmiede') schuf. Weitsichtig geplant, bewährte sich die Schule bis heute, und ihre abseitige Lage ist durch das Wachstum Walldürns längst zu einer zentralen geworden.

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