Wangerland in alten Ansichten

Wangerland in alten Ansichten

Auteur
:   Geschichtswerkstatt Wangerland
Gemeente
:   Wangerland
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6585-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Wangerland in alten Ansichten'

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59 Das 'Heckhaus ' . Im Westen van Friederikensiel liegt diese Häuslingsstelle auf dem Altendeieh.

javenloch

60 Der Name Javenlochursprünglich 'Iabenlock' ist zurückzuführen auf die Witwe 'Iabe Margaretha Eckhoff' . Sie war nämlich die langj ährige Besitzerin und Bewohnerin einer kleinen Landstelle mit einer stets süßes Wasser haltenden Kuhle, die in trinkwasserarmen Zeiten der ganzen Umgegend zu gute kam. Iabe starb am 1. März 1809 in ihrem Haus auf dem Friedrich-Augusten-Graden, und sie ist in ihrem Sterberegister eingetragen als Iabe Eden, geb. Garrelts. Die betreffende Kuhle, die dauernd Wasser hält und tief unten etwa zwei Meter im Durchmesser hat, befindet sich bei dem kleinen Haus gegenüber der Gastwirtschaft und tut noch jetzt in trak-

kenen Iahren manchmal der Nachbarschaft wertvolle Dienste. Sie ist das 'Jabenlock' , das der später

dort am Alten Tief (Sophientief) entstandenen Ortschaft mit der Schule den Namen gab.

Entwässerung

61 Vor der grundlegenden Neuregelung der Entwässerung im Verbandsgebiet der SielachtWangerland in den sechziger und

siebziger Iahren des 20. Jahrhunderts kam es in regenreichen Iahren immer wieder zu großflächigen Überschwemmungen im Jeverland. Zu lange der starken Verschlickung un-

terliegende Außentiefe und schlecht ablaufende Tiden bei Nordwestwinden behinderten den freien Sielzug. Außerdem war ein Abpumpen durch Schöpfwerksbetrieb, wie heute

praktiziert, nicht gegeben. Hier eine Abbildung aus dem Gebiet Wassens bei Waddewarden.

62 Handschlötung des Hooksieler Tiefs 1933 im Bereich des 'Langen Riek' oberhalb der Schlachtbrük-

ke bei lever. Vier Arbeiter bildeten jeweils eine Kette, und der Schlamm wurde dann von Schaufel zu

Schaufel stufenweise auf die Kante befördert.

63 Erste Anfänge der Gewässerunterhaltung der Wangerländischen Sielacht im Iahre 1922. Mit einem

Eimerbagger wurde die Entschlammung des CrildumerTiefs bei Ovelgänne durchgeführt.

64 Hooksiel hatte sich in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts zu einem Vorhafen der Handelsstadt ('Koopstadt') Jever entwikkelt, nachdem die von der Harlebucht und von der Jade nach Jever führenden Wasserläufe im Laufe des Mittelalters verschlammt waren. Über das Hookstief konnte der Schiffsverkehr aufrecht erhalten werden. Der anfangs ungedeckte Sielließ die ungehinderte Schiffahrt auf dem Hookstief zwischen der Jade und der Koopstadt]ever zu. Ein 1586 gebauter 1,5 kmlanger Kanal, das 'Lange Rick' genannt, stellte später die Verbindung zwischen dem Hookstief und der Schlachte, dem Hafen von Jever, her. Durch den Bau eines neuen Sieles 1588 mit geschlossener, d.h. überdeckter Sielkammer in der

Nähe des alten offenen Sieles wurde der Schiffsverkehr nach Jever erschwert, da die Ware nun umgeladen werden mußte. Später ist der aus Holz gezimmerte Siel mehrfach erneuert

worden. 1 885 entschloß man sich zum Bau eines Steinsieles (siehe Bild), der noch im Gebiet des alten Hafens vorhanden ist und heute unter Denkmalschutz steht, für die Ent-

wässerung aber keine Bedeutung mehr hat.

65 Mit einem sogenannten Mudderboot wurden die Außentiefe der Siele entschlammt.

Durch Ebbe und Flut bedingte Strömungen bringen ständige Verschlickungen der Außentiefe der Siele mit sich. Damit die Vcrflut für die Entwässerung des Binnenlandes gewährleistet bleibt, ist eine regelmäßige Räumung der Außentiefe erforderlich. Bis zum Zweiten Weltkrieg wurde diese Räumung noch mit dem Mudderboot durchgeführt. Der Arbeitsablaufmit dem Mudderboot gestaltete sich folgendermaßen: Durch Einlassen von Salzwasser auf einem bestimmten Strekkenabschnitt und anschließendem Schließen der Sieltore wurde das Wasser aufgestaut. Das Mudderboot wurde dann

mit ausgefahrenen Schlickschotten mit dem Heck vor die Sieltore bugsiert. Bei ablaufenderTide wurden dann die Sieltore geöffnet, und der Spülstrom aus dem Binnenland drückte

das Mudderboot durch das Außentief seewärts, und der Schlick wurde so mit Hilfe der ausgefahrenen Schotten hinausgeschoben. Da das Boot keinen Motor hatte, mußte es dann bei

Niedrigwasser von mehreren Männern im Außentief mit hochgestellten Klappen wieder zurückgezogen werden.

Landwirtschaft

66 Tiefpflügen im Wangerland (Bild oben rechts, Wüppels 1948).DieFlächen, die im Herbst aus arbeitswirtschaftlichen oder wasserwirtschaftlichen Gründen nicht mitWintergetreide bestellt werden konnten, erhielten die sogenannte 'Winterfurche' . Der 30 cm tief gepflügte Boden blieb in rauher Furche über Winter liegen, konnte gut durchfrieren und hatte dann im Frühjahr für die Sommergetreidebestellung eine gute Bodengare. In der schweren Marsch waren dazu vier und manchmal auch fünf pferde erforderlich. Links unten: Zuckerrübenernte im Jeverland. Über tiefgründige, unbefestigte Kleiwege mußte in nassen Iahren der Transport des

Erntegutes durchgeführt werden. Da waren schon einmal vier pferde erforderlich. Die Verhältnisse besserten sich grundlegend, nachdem ab 1965 das neue Entwässerungssystem und seine Folgemaßnahmen (Wirtschaftswegebau) zum Tragen kamen. Rechts unten: Der Raps wurde mit Sicht und Big geschoren und in Garben abgelegt.

67 Rechts oben: Getreideernte mit dem Bindemäher im Wangerland (Wüppels) . Bevor sich in den sechziger Iahren die Mähdrescher durchsetzen konnten, wurde in den Vorkriegs-, Kriegs- und Nachkriegsjahren überwiegend mit dem Mähbinder geerntet. Schwerzügige, eisenbereifte Maschinen erforderten dann auch auf oft nassen Böden eine Vierpferde- Bespannung. Links unten: Am Deich im Friedrich-Augusten-Groden wird das Getreide in Hokken aufgestellt. Im Hintergrund sieht man die Siedlung Javenloch. Rechts unten: Einfahren der Getreideernte im Wangerland

(Wüppels). Das mit dem Bindemäher in der Milchreife gemähte Getreide wurde zunächst zum Trocknen in Hocken gesetzt und dann entweder zum Hof gefahren und dort sofort gedroschen (das 'Beifahren) oder in den großen Gulfscheunen eingelagert und erst im Laufe des Winters gedroschen.

68 Das Blockdreschen, in Uthausen, Bild links. Der schwere Block aus Eichenholz lief, von einem Pferd in die Runde gezogen, um einen starken, im Boden befestigten Mast (dem 'König') herum. Das Pferd hatte oft statt der Scheuklappen einen Sack vor die Augen gebunden. Die Garben wurden um den Mittelpunkt herum ausgebreitet und nach ein paar Runden immer wieder aufgeschüttelt, damit das herausgedroschene Korn nach unten fallen konnte. Etwas bequemer als mit

dem Flegel zu dreschen war diese Art des Dreschens schon. Ab etwa

1 92 0 kam dann die Dreschmaschine auf, zunächst betrieben mit Lokomobilen, später dann auch mit elektrischer Kraft. Mitte: Getreideernte (Grimmens). Bei anhaltendem guten Wetter wurde beigefahren, d.h. das Getreide kam nicht in die Scheune. Es wurde vom Feld geholt, gedroschen und zum Verkauf abgewogen. Links die Waage, rechts eine Sackhebe, um den gefüllten Sack leichter

auf den Rücken zu bekommen, denn dieser wurde dann in die Scheune getragen. Das Stroh lief auf einem Höhenförderer in die Fächer unter Dach. Für diese Art die Ernte einzubringen, waren acht Arbeitskräfte, zwei pferdegespanne und drei Ackerwagen erforderlich. Auf dem Bild von 1935 (rechts) sieht man eine Dreschmaschine, angetrieben von einem Lokomobil. Diese Maschinen wurden von den Landwirten gegen Lohn angefordert. Es war eine große Erleichterung,

wenn man das Getreide frisch vom Wagen aus (wenn derWettergott es erlaubte) sofort vor der Hoftür abdreschen konnte. Danach konnte alles auf dem Dachboden und in der Dreschdiele an Ort und Stelle verstaut werden. Übrigens, die 'Lohndreschsätze' benötigten einen Einsatz von 20 Personen, einschließlich Werkmeister und Treckerfahrer, die dann alle von den Bauern mit Essen und Trinken versorgt wurden. Geschlafen wurde im Stroh.

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