Wanne-Eickel in alten Ansichten

Wanne-Eickel in alten Ansichten

Auteur
:   Heinrich Lührig
Gemeente
:   Herne
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5419-2
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Wanne-Eickel in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Herne 2, wie Wanne-Eickel nach der letzten kommunalen Neugliederung im amtsdeutsch genannt wird, kann mit den Gemeinden Eickel, Holsterhausen, Bickern (ab August 1897 Umbenennung in Wanne), Crange und Röhlinghausen auf eine lange geschichtliche Vergangenheit zurückblieken.

Eickel - auch Eclo, Eiclo und Eycklo geschrieben - war ehemals ein von Eichen bewaldetes Gebiet. Die älteste Urkunde über Eickel, in der der Erzbischof Siegewin den Ankauf des Oberhofes durch den Abt Hermann als frei von jeder Last und Vogtei genehmigte, stammt aus dem Jahre 1085. Im 12. Jahrhundert besaßen in Eickel, das Kloster Werden, das fürstliche Damenstift Essen und das Benediktinerkloster St. Pantaleon in Köln abgabepflichtige Höfe. Entscheidend für die Bildung eines Kirchdorfes und einer Vcrwaltungseinheit wurde der Ober- bzw. der Schuitenhof in Eickel. Er gehörte dem Kloster St. Pantaleon und befand sich seit Anfang des 13. Jahrhunderts unter der Schutzvogtei der Grafen von Altena-Mark. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts ging der Hof in den Besitz der Ritter von Eickel über, die das Schultheißenamt verwalteten und als märkische Lehnsleute auf ihrer gleiehnamigen Starrunburg saßen. Im 16. Jahrhundert erschienen als Hofherren ihre Rechtsnachfolger, die Herren von Hugcnpoth zu Gosewinkel (Gänsewinkel) und im 17. Jahrhundert als deren Erben die Herren von Strünkede auf Dorneburg. Im Jahre 1690 erhielt Konrad von Strünkede die Jurisdiktion über das Dorf Eickel und die umliegende Bauernschaft (diese Gewalt hieß das 'Gericht von Eickel') und übte diese bis zur Auflösung der Herrschaftsgerichtsbarkeit unter Napoleon aus. Holsterhausen, ursprünglich Holtsetterhusen (Häuserbezirk, der im oder am Wald lag) genannt, bestand um 1860 aus dem Dorf Holsterhausen, Aschenbruch, Böhrne, Hahnenfeldkamp, Horst, Regenkamp, Crangerheide und Rottbruch. Die Gemeinde Holstcrhauscn, die im Jahre 1830 auf 396 ha Bodenfläche 332 Bewohner zählte , bildete am 1. November 1891 mit der Gemeinde Eickel das Amt Eickel.

Wanne trug bis zum 1. August 1897 den Namen Bickern und war vormals eine Unterbauernschaft. Der Name Wanne wurde gewählt, weil die Feldmark Wanne ungefähr in der Mitte des neugegründeten Amtsbezirkes lag. Die Bauern Brunkhorst, Schulte, Heitkamp und Bußmann führten schon lange den Beinamen 'in der Wanne' (die Bezeichnung für eine Talmulde).In dieser Mulde wurde auch der Bahnhof Wanne errichtet. Die Streusiedlung Bickern - erstmals im 12. Jahrhundert in den Heberegistern der Klöster Werden und Essen genannt - benennen die Namen der ersten abgabepflichtigen Höfe Marcward und Hermann 'in der Wande'. Im Jahre 1451 werden in der dünn besiedelten Bauernschaft vier Höfe 'to Bickern' urkundlich erwähnt, so daß der Name Bickern auf den damaligen Hof Joharm von Bikkern zurückzuführen ist.

Crange wurde am 25. Juni 1286 in einem in Essen ausgestellten Pfandbrief', in dern als Zeuge unter anderen ein 'Johannes dictus Krangen' genannt wird, erwähnt. Der Name Crange rührt von der örtlichen Gegebenheit her, die im Platt 'Kring' oder 'Krang' (Krang = Krengel) genannt wurde. Die auf dem Rittergut 'Haus tom Krang' Ansässigen beo nannten sich danach von Eiekel zu Crange,

Das Kirchdorf und Haus Crange waren ursprünglich eine Insel im Emscherverlauf, die als märkische Grenzfeste gegenüber dem kurkölnischen Vest Recklinghausen lag. Am 10. August 1441 wurde Dirk von Eickel Droste des Amtes Bochum mit Haus Crange und einer Siedlung ('tem Crange') als Freiheit belehnt. Er erbaute im Jahre 1449 die bis 1854 benutzte und 1873 abgebrochcne Laurentiuskapelle. Seit Jahrhunderten hindurch war der Name Crange verbunden rnit den in freier Wildbahn lebenden Pferden, die Emscherbrücher Dickköppe. Es waren kräftig gebaute Tiere , die auf dem Cranger Pferdemarkt verkauft wurden. Der Pferdemarkt, verbunden mit der Laurentiuskirmes, ist bis auf den heutigen Tag erhalten geblieben.

Röhlinghausen wurde im 14. Jahrhundert in einer Steuerliste des Stiftes Essen erstmalig erwähnt. Dort mußten AI·

berts to Rodelinchusen und Gobele von Rodelinchusen dem Stift den zehnten Teil ihres Ertrages an den Hofe Uekkendorf liefern. Im Jahre 1389 taucht der Name als RodeIinkhusen erneut auf; als Söldnerführer Bitter von Raesfeld dort Höfe und Kotten plünderte. Auch in dem für diese Region sehr wichtigen Märkischen Schatzbuch von 1486 werden Röhlinghauser Hofbesitzer aufgeführt. Es sind die Bauern Erlernan, Jan to Rolinchusen und Straitman. Um 1660 wurden in Urkunden nicht nur die großen Höfe , sondern auch die kleinen oft besitzlosen Kötter mit aufgeführt. Es waren die Höfe und Kotten Erlemann, Rölinghausen, Stratmann, Tüntmann, Steinberg, Rademacher, Bönnebruch, Gudenhoff, Möller, Haumann, Bedder, Pins, Johann auf der Wilbahn, Winkop, Blancke und Beisemann, die Kötter Holtzschnieder, Funcke und Schmidt, die kein eigenes Land hatten. Bei der Teilung des Eickler Bruches im Jahre 1773 wurden erneut acht Röhlinghauser Bauern genannt. Auf dem Strathmanns-Hof zu Röhlinghausen, weicher dem freien Reichshof Herverdunk hörig war, wurde noch bis ins 18. Jahrhundert das Herverdunker Hofesgericht gehalten.

In den folgenden Jahrhunderten haben sich aus diesen Anfängen die dörflichen Gemeinden gebildet. So gehörte Bickern (1753 bis 1815) mit den Landgemeinden Eickel, Röhlinghausen, Crange, Horde! und einem Teil Holsterhausen zum Mittelamt Bochurn, des Ruhrdepartments Dortmund. Durch die napoleonische Gebietsreform kamen die Gemeinden zur Mairie Herne im Kanton Bochum. Das bis dahin rein landwirtschaftlich genutzte Gebiet ist bis zur Errichtung der ersten Zechen weitgehend erhalten geblieben. Mit dem Einfluß des Bergbaues und dem damit verbundenen Zuzug neuer Arbeitskräfte erhöhte sich die Bevölkerungszahl schlagartig.

Von nun ab begarm die Umgestaltung der dörflich bäuerlichen Landschaft zur Stadt des Bergbaus und der Industrie. Überall wurden innerhalb weniger Jahre Zechensiedlungen aus dern Boden gestampft, um den zugezogenen Arbei-

tern Wohnraum zu geben. Am 1. August 1875 wurde aus den Landgemeinden Bickern, Crange, Röhlinghausen, Eickel und Holsterhausen das Amt Wanne gebildet. Als im Jahre 1885 der Landkreis Bochum geteilt wurde , kam das Amt Wanne zum Landkreis Gelsenkirchen. Der starke Bevölkerungsanstieg machte am 1. November 1891 eine Teilung in ein Amt Wanne mit Bickern, Crange und Röhlinghausen und ein Amt Eickel mit Eicke! und Holsterhausen notwendig. Als am 1. April 1926 der Zusammenschluß der Ämter Wanne und Eickel zur Stadt erfolgte, wurden die alten Flurgrenzen begradigt und einzelne Landstriche mit Gelsenkirchen, Wattenscheid, Bochum und Herne ausgetauscht.

Als nach außen hin erkennbares Symbol der neuen Stadt machte sich die Schaffung eines Stadtwappens notwendig. Nach Beschluß der Stadtverordnetenversammlung vom 13. Januar 1928 wurde ein Entwurf des Professors Dr. Hupp aus München zugrunde gelegt. Dieser zeigt im goldenen Feld ein springendes, schwarzes Wildpferd (Emscherbrücher) nach links gewandt, in der rechten oberen Ecke des Feldes den Schild der Herren von Eickel (im weißen Feld ein roter Schrägrechtsbalken, belegt mit drei goldenen Rauten). Die Farben der Stadt sind gelb-schwarz-gelb.

Die Geschichte der dichtbevölkertsten Stadt des Kontinents mit 5200 Einwohnern pro Quadratkilometer (1964) endet am 31. Dezember 1974. Durch die kommunale Neugliederung am 1. Januar 1975 wurden die Städte WanneEickel und Herne zur neuen Stadt Herne zusammengeschlossen. Heute erinnert nur wenig an die reiche und vielfältige Vergangenheit. Dem Zweiten Weltkrieg fie! die überwiegende Anzahl der noch verbliebenen alten Fachwerkhäuser, Gründerzeit- und Jugendstilbauten zum Opfer. Von den alten Adelssitzen sind nur noch zwei erhalten. Übrig geblieben sind viele Straßennamen, die jüngere und ältere Bürger der Stadt an die geschichtliche Vergangenheit Wanne- Eickels erinnern.

1. Ansicht der Johann-Baptist-Kirche am Eickler Marktplatz um 1890. Die seit dem 14. oder 15. Jahrhundert erbaute einschiffige Kirche enthielt Stilelemente aus der Gotik und der Renaissance. Seit 1774 zeigten sich im Turmmauerwerk handbreite Risse. Daher wurde er 1778 wegen Baufälligkeit abgerissen und 1784 neu errichtet. Das gotische Kreuzgewölbe der Sakristei wurde 1842 umgebaut. Auf der Nordseite der Kirche befand sich die Dorneburger Grabkapelle mit dem Grabdenkmal des Conrad von Strünkede-Dorneburg. 1890 wurde die Kirche wegen Baufälligkeit abgerissen und das Grabdenkmal für 1 000 Mark an das Märkische Museum in Witten verkauft.

2. Das Grabdenkmal des Conrad von Strünkede und seiner Familie. Er starb 1707 in Hamm an Schlagfluß im Alter von 61 Jahren. Er wurde in der Johann- Baptist-Kirche beigesetzt. Die Inschrift des Denkmals lautete: Der Hochwohlgeborene Herr Conrad Freiherr von Strünkede, Herr zu Dorneburg, Eickel, Tholouse, Darbone, Budingen, Sr. königl. Majestät in Preußen Clevischer und Markischer geheimter Regierungsraht, Ctimmerer und Droste des Ambts Bockum und Castrop ist im Jahre 1645, den 30. August gebohren, den 20. Mai 1707 gestorben und allhie beigesetzet. Hie nebst der Hochgebohrenen Frauen Elisabeth Sophie Freyfraun von Strûnkede, Frau zu Dorneburg, Eickel, Tholouse, Darbone, Büdingen, gebohrene Gräfin Schwerrin, so den 27. Dec. 1670 gebohren. Dieses Epithaphium zum steten Andenken verfertigt und aufrichten lassen im n07-ten Jahre.

3. Bliek auf die Johanneskirche um 1910. Am 23. Mai 1895 wurde der Grundstein für die neue Kirche an der Richard-Wagner-Srraße gelegt. Die Einweihung der frühgotischen Kirche, aus Ziegelsteinen mit Bruchsteinverblendung, des Architekten Fischer aus Barmen erfolgte am 10. Dezember 1896 durch den General-Superintendenten Nebel. Am 12. September 1944 zerstörten Bomben den Kirchturm. Nach den Plänen des Architekten Wallmeier wurde der Neubau des Kirchturms ausgeführt und am 1. November 1952 eingeweiht. Das Glockenspiel wurde der Gemeinde vom Glockenspielverein Eickel e.V. geschenkt und erklang 1957 zum ersten Mal. Im Februar 1988 wurde das Gotteshaus in die Liste der Baudenkmäler eingetragen.

Eimel

Euang. Hirdle

4. Die Siegessäule am Eickler Markt um 1900. Den Eickler Markt mit Siegessäule werden wohl nur noch wenige Bürger kennen. 1871, im Jahre der Beendigung der kriegerischen Auseinandersetzungen mit Frankreich, wurde hier am 18. Juni eine Friedenseiche gepflanzt. Vier Jahre später, am 2. September, wurde der Grundstein für die Errichtung eines Krieger- und Siegesdenkmal gelegt. Die feierliche Enthüllung fand am 18. Oktober 1875 unter starker Beflaggung der Häuser statt. Die Plaketten auf der Säule trugen die Namen der Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges und die Inschrift: 'Die Gemeinde Eickel, Bickern und Röhlinghausen ihren in dem Feldzug von 1870/71 gefallenen Söhnen.' Im Rahmen baulicher Veränderungen des Platzes wurde die Säule in den Volksgarten verlegt.

EICHEL Markt

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5. Der Eickler Markt mit Brunnenanlage um 1915. Die Idee zur Verschönerung des Marktplatzes verdankt Eickel dem Amtmann Berkermann. Er setzte sich dafür ein, daß der Platz einen Marktbrurmen mit Brunnenfigur erhielt. Das Geld hierfür wurde durch ein extra veranstaltetes Volksfest im Jahre 1907 eingebracht. Die Einnahmen waren reichlich und so wurde aus den 100 eingegangenen Entwürfen der des Aachener Bildhauers Schwind ausgesucht. Die feierliche Enthüllung und Einweihung fand in den Sommertagen des Jahres 1912 statt.

6. Der Brunnen, speziell die Brunnenfigur, hatte nicht nur Freunde, sondern auch Gegner. Wegen ihrer leichten Bekleidung hatten einige Bürger moralische Bedenken. Manche zogen ihr des Nachts sogar ein Hemd oder einen Unterrock an. Neben diesen Moralaposteln gab es auch viele Verehrer, die der 'Jungfrau' zu nahe traten. Eines Tages bestieg ein Mitglied des Eickler Turnerbundes nach einer zünftigen Siegesfeier bei 'Schulte-Zweckel' die Brunnenfigur und umarmte sie so stürmisch, daß beide miteinander ins Wasser fielen. Die Gemeindeväter drückten ein Auge zu; die Wiederaufstellung mußte aber bezahlt werden. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Jungfrau abgenommen und zu Rüstungszwecken eingeschmolzen. Einige Jahre später wurde auch der Brunnen entfernt und der Parkplatz in seiner heutigen Form gestaltet.

7. Die Export-Bierbrauerei Heinrich Hü!smann zählte zu der ältesten Familienbrauereien des Ruhrgebietes. Der Markmann'sche Kotten mit Braustätte stand am Eingang der Zwiebelgasse in Eickel. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahre 1692. Es kann jedoch mit einiger Sicherheit gesagt werden, daB hier bereits Anfang des 16. Jahrhunderts gebraut wurde, was aus der Türkensteuerliste des märkischen Amtes Bochum und dem Feuerstättenverzeichnis hervorgeht. Im Jahre 1789 vergröBerte Joharm Heinrich Markmann seinen Braubetrieb und stellte den ersten Brauburschen ein. Da das Kötterhaus allmählich zu klein geworden war, wurde es abgerissen und ein Fachwerkhaus errichtet, das bis zu seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg als Wohn- und Bürogebäude diente. Auch die Braustätte wurde umgebaut und vergrößert,

8. Am 27. September 1852 heiratete Heinrich Hülsmann die Witwe des Georg Heinrich Markmann und es erfolgte die Umbenennung der Brauerei in Heinrich Hü!smann. Er erweiterte den Betrieb sogleich beträchtlich und errichtete 1869 ein neues massives Brauhaus mit Sudwerk für Dampfkochung. Im Jahre 1900 hatte der Betrieb siebzig Mitarbeiter und einen Ausstoß von 100 000 Hektolitern.

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