Warendorf in alten Ansichten

Warendorf in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Paul Leidinger
Gemeente
:   Warendorf
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2820-9
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Warendorf in alten Ansichten'

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Warendorf Hirdlhol

19. Die frühere Idylle des Kirchhofs mit ihren gepflegten gärtnerischen Anlagen und der doppelten Lindenreihe läßt vor allem die Ansicht von 1910 entlang der Kirchstraße erkennen. Dennoch erstand gerade hier Warendorfs erstes modernes Industriewerk, die Firma Brinkhaus & Wiemann. 1855 kaufte sie für 2 010 Taler das an der Kirchstraße 6 gelegene alte Waisenhaus, das 1759 den Alliierten als Lazarett gedient hatte, und richtete hier 1861 die erste, von einer Dampfmaschine getriebene mechanische Weberei Warendorfs ein. Die 1869 abgebrannte Fabrik wurde 1870 durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt und um ein gleiches Gebäude daneben (rechts im Bild) erweitert. 1913 erwarb die Kirche beide Häuser und richtete darin das Franziska-Stlft, 1970 das Kreiscaritasbüro ein,

20. Die Klosterstraße erhielt ihren Namen nach der an ihrem Ostende gelegenen Niederlassung der Franziskaner. Vordem hieß sie 'Ritterstraße', an der zu Zeiten der Stadtgründung, angelehnt an die Kirchsiedlung, eine Reihe von ministerialen Burgmannshöfen entstand, von denen das Haus Bentheim, in das 1631 die Franziskaner übersiedelten, sich am längsten erhalten konnte. Die Straße stellt wahrscheinlich mit ihrer in Höhe der Kolpingstraße gelegenen 'Scheffelpforte' die älteste Ost-West-Achse Warendorfs dar. Das Gebäude ganz rechts im Bild wich 1907 der hier errichteten Mädchenschule, das Haus daneben mit Treppenaufgang errichtete 1812/16 in klassizistischem Stil mit kostbaren Tapeten der Hofrat Dr. Katzenberger.

21. Die 1628 zur Rekatholisierung der weithin dem reformierten Bekenntnis zuneigenden Bürgerschaft der Stadt nach Warendorf gekommenen Franziskaner verlegten ihren Wohnsitz 1631 vom Münstertor in das Burghaus Bentheim, ehemaliger Besitz der Grafen von Bentheim, der über verschiedene Hände 1640 schließlich auf den Orden überging. 1652-1673 erbaute er hier zunächst die Klosterkirche, hernach bis 1709 die mehrflügeligen Konventsgebäude. Am Klostervorplatz lag links bis 1969 das 1706 vom damaligen Bürgermeister Dr. Gise gestiftete 'Bentheimer Armenhaus' oder Idastift, rechts bis 1803 der sogenannte Beldemannshof des Klosters Marienfeld, dessen Kapelle 1828-1899 der neuen evangelischen Gemeinde in Warendorf diente.

Warendorf

K!oster

22. Idyllisch bot sich den Besuchern des Franziskanerklosters 1906 und noch bis 1969 der lindenbestandene Vorplatz dar, von Anton Aulke als 'Insel des Friedens' bedichtet. Seinen Mittelpunkt bildete ein barockes Kreuz von 1706, dessen originaler Korpus 1906 ins Landesmuseum nach Münster kam und durch eine Nachbildung ersetzt wurde. Das reich verzierte Klosterportal hält in seiner Inschrift 1683 als Jahr der Erstellung fest. Das 1969 ebenfalls abgebrochene Kapellehen in Steinmosaik errichteten die Franziskaner anläßlich ihrer Rückkehr in das Warendorfer Kloster 1887, aus dem sie am 20. August 1875 infolge des Kulturkampfes ausgewiesen worden waren.

23. Vom Franziskanerkloster aus fällt der Bliek nach Westen aut den ehemaligen Manenrekter Hof, der mit seinem geräumigen Steinhaus von 1672 und seiner Kapelle den Mönchen in Kriegszeiten als Unterkunft dierite. Nach der Säkularisierung des Klosters war das Steinhaus zunächst Lazarett, Gerichtshaus und nach der Aufstockung 1855 Gefängnis, in dem während des Kulturkampfes 1875 auch der Münstersche Bischof Johann Bernhard Brinkmann inhaftiert war (obere Fenster links). 1931 erwarben die Franziskaner das Gebäude zur Einrichtung einer Missionsschule, heute beherbergt es die Landwirtschaftsschule des Kreises. Ähnlich verwiekelt ist auch die Geschichte der Kapelle, die nach 1803 zunächst als Zeughaus, Salzmagazin und Lager, von 1828-1899 den Evangelischen als Gotteshaus diente, 1903 niederbrannte, aber 1906 von den Franziskanern wieder aufgebaut wurde. 1968 verfiel sie dem Abbruch.

24. Von der im Mittelalter bis etwa 1300 fertiggestellten und im 16./17. Jahrhundert durch Bastionen verstärkten Stadtbefestigung sind heute nur geringe Zeugnisse überkommen: der Bentheimer Turm, die zu Promenaden ausgestalteten Wälle und ein kleiner Rest der Stadtmauer am Mühlenkolk. Tore, Türme und Mauern wurden nach dem Siebenjährigen Krieg zur Niederlegung verfügt, aber erst im Verlauf von Jahrzehnten abgebrochen: das Emstor um 1775, das Osttor 1821, das Münstertor 1823 und das Freckenhorster Tor 1825. Das Steinmaterial wurde wieder verwendet zu Brücken-, Häuser- und Straßenbauten, unter anderem bei der Emsbrücke in Warendorf und der Wersebrücke in Handorf. Bis 1938 stand vor dem Osttor auch noch der sogenannte Pulverturm, der im Zuge des Bastionsbaus um 1600 errichtet, 1825 neu aufgeführt wurde und jahrzehntelang an Warendorfer Bürger verpachtet war.

25. Das bereits 1320 erwähnte Osttor ist von den vier Stadttoren am frühesten bezeugt, hat aber mit der Errichtung von Wall und Graben bei der Stadtbefestigung wohl seinen ursprünglichen, in der geraden Verlängerung der Oststraße liegenden Ort zumjetztigen Standpunkt ändern müssen. Nach dem Abbruch der Tortürme und Mauern 1821 erbaute man eine neue Brücke über den Stadtgraben und ein neues Torschreiberhaus, Die Ansicht von 1910 zeigt den unteren Teil der Oststraße, auf der rechts nebeneinander die Bäckerei und Brauerei 'Im Stern' und die Bäckerei und Brennerei 'Im goldenen Pflug' (jetzt Uthmann) lagen. Das schrnucke Giebelhaus am Kopfende erstand auf dem Grund des ehemals zur Clarholzer Propstel gehörigen Hofes Schulze Griese und wurde um 1820 vom dem Arzt Dr. Nicolay erbaut.

WARE DORF

OststraQe

26. Die geschwungene Art der Straßenführung mit ihren platzartigen Winkeln und die abwechlungsreichen stattlichen Giebelhäuser verleihen der Oststraße ihren besonderen Reiz. Wohlhabendes Bürgertum war hier Zuhause: Kaufleute wie der Linnenhändler Kleine, der 1688 die Gröb1ingerkapelle stiftete und das Haus Leopold (Nummer 24) erbaute, in dem bis 1974 Warendorfs älteste, 1834 gegründete Zeitung erschien; Gewerbetreibende wie der Goldschmied E.A. Hartmann, der das Haus Nummer 28 bewohnte, sowie zahlreiche Bäcker, Brauer und Brenner mit ihren Wirtshäusern und Krügen, die die bis 1937 dem Durchgangsverkehr dienende Straße zugleich sehr bürgernah machten. Im Haus des Dr. Nicolay ganz rechts befand sich 1852 das Kloster der Schwestern vom Heiligsten Herzen Jesu, das diese 1862 nach Marienthal bei Münster verlegten, und seitdem ein von dem Stadtmissionar Theissing geleitetes Konvikt für Gymnasiasten, die teils von weither nach Warendorf kamen.

Warendorf

Oststrasse

27. Der westliche Teil der Oststraße besaß seinen Anzugspunkt über 200 Jahre in der Post. 1670 wurde im Haus Nummer 14 die Thurn und Taxische Post mit dem Wirtshaus 'Zur Kaiserlichen Reichspost', lange Jahrzehnte Warendorfs erstes Haus, eingerichtet. Rechts daneben mit Traufenstellung zur Straße erstand 1876 die 'Kaiserliche Reichspost'. Gegenüber auf dem Gelände des heutigen Hotels Kaiserhof, der sich 1907 mit seiner neuen Stuckfassade präsentiert, lag seit 1803 die Preußische Postexpedition. Reisenden und Bürgern boten sich vor allem zum Osttor hin zahlreiche Wirtshäuser an: Auf der Treppe (Nummer 3), Zum König von England (heute Schwerbrock), Im Schimmel und Zum weißen Roß (Nummer 20), Zum schwarzen Roß (heute Schwarze), Im Lamm (Nummer 52), Im goldenen Pflug (Nummer 53) und Im Stern (heute Dreisterne). Mit dem Fortzug der Post 1899 minderte sich wesentlich die Geschäftsbedeutung der Oststraße.

28. Der Heumarkt war wie der Schweine- und Kriekmarkt einer der drei um die Königsstraße als Nordsüdachse gelegenen innerstädtischen Nebenrnärkte, dessen Name die Spezialfunktion bezeichnet: den Handel mit Heu und Stroh, das zahlreiche Bürger für ihre Tierhaltung in der Stadt benötigten. Mit den fünf auf ihn mündenden Straßen, darunter der westöstlichen Durchgangsstraße, war er zugleich einer der belebtesten Verkehrspunkte der Stadt auch in älterer Zeit. Der auf ihm befindliche alte Brunnen vereinte mit zweiundzwanzig zugehörigen Häusern die größte Brunnengemeinschaft in der Stadt, die sich in der heutigen Bogengemeinschaft fortsetzt. Die beiden Häuser an der Ostseite zeigen um 1880 noch ihre urtümlichen Schaufenster. Der Bliek in die Oststraße verdeutlicht den Gewerbecharakter des Platzes.

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