Warendorf in alten Ansichten

Warendorf in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Paul Leidinger
Gemeente
:   Warendorf
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2820-9
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Warendorf in alten Ansichten'

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29. Das am Weißen Sonntag 1913 abgebrannte Haus Nummer 4 am Heumarkt beherbergte die 'Pelz-, Schirrn- & Hüte-Eabrik, Hut- Manufactur, Korbwaren- & Leder-Handlung Laurenz Brockötter", die 1836 gegründet wurde und mit ihrer Filiale auf der Klosterstraße 1903 als 'größtes und ältestes Geschäft dieser Branche am Platze' firmierte. Stolz stellt sich daher das Personal der Kamera. In der Eingangstür und im Obergeschoß stapeln sich die geflochtenen Reisekörbe und Kinderwagen. Im selben Haus rechts war das Geschäftslokal des Lotterieeinnehmers Wilhelm Menne, der mit dem beidseitig angebrachten arabischen Gruß 'Salem Aleikum' Glücksucher anlockte. Rechts wird das 1895 im Stil des Historismus neu erbaute Haus Menge sichtbar. Der Alte Steinweg dazwischen war als gepflasterter Nebenweg der Königsstraße die kürzeste Verbindung zwischen dem Kreuzpunkt Brünebrede und Alter Kirche.

30. Um 1770 wurde der Brunnen des Heumarktes durch eine Pumpe ersetzt. Bis dahin war dieser jährlich am 'Guten Montag' nach der Pfingstwoche Zielpunkt eines ausgelassenen Stadtumzuges der Warendorfer Handwerksgesellen unter Anführung der Bäcker, die hier den für den Festschmaus bei den Bürgern gesammelten Salat unter allerlei Schabernack wuschen, so daß die Regierung dem schließlich 1768 ein Ende machte. Im Hintergrund erhebt sich 1887 noch der machtige Vorgängerbau des Hauses Menge, dessen Eingangstür durch einen Planwagen verdeckt ist. 1853 wurde in der hier gelegenen Kappelhoffschen Wirtsohaft der Kolpingverein gegründet, einer der ältesten Gesellenvereine des Münsterlandes, den Adolf Kolping selbst 1854 und 1855 besuchte. Im Nachbarhaus rechts gründete 1887 die Firma Bunne ihre Drogetie.

Warendorf

Heum.,kl

31. Vom Heumarkt geht der Bliek nach Westen über den Krickmarkt, der ursprünglich nur bis zur Kreuzung mit der Königsstraße reichte, und über die dann anschließende Münsterstraße fast bis zum Münstertor. Noch ziemlich ungestört gehört 1906 Warendorfs Hauptdurchgangsstraße den Fußgängern, Daher werden breite Bürgersteige nicht benötigt, sie stellen vielmehr Abgrenzungen gegenüber den sehr nah an die Häuser herangelegten Straßenrinnen dar. Vielfach sind sie durch Treppenanlagen überbaut. An den großen Märkten allerdings muß sich das Leben in den Straßen gestaut haben, das der Turm der Marienkirche überschaut. Das Haus Schmitz-Sondermann ganz rechts wurde 1789 mit seinem Giebel 'zur Zierde der Stadt' errichtet und 1895 mit reicher Historismusstuckierung versehen. Das Haus des 17. Jahrhunderts links mahnt die Bürger: Better is tho leven by den fredesamen mit drogen broede, alls by den unfredesamen in averflote.

32. Das 1792/93 von dem Leinenhändler Mathias Schwicker erbaute Haus Kriekmarkt 12 ist eines der schönsten Beispiele klassizistischer Bürgerhauskultur nicht nur in Warendorf. Es zeigt sich hier noch in seiner ursprünglichen Form mit einer zweiläufigen Freitreppe davor, die 1902 mit dem Umbau zum Geschäftslokal der Drogerie Bunne und der Einrichtung von Schaufenstern beseitigt wurde. 1813 soll hier Napoleon auf seiner Flucht übernachtet haben. Im Vorgängerbau eines Kupferschmieds entstand 1630 ein Brand, der einen großen Teil der Stadt einäscherte, Seitdem war hier ein freier Platz, auf den der Pferdemarkt ausgedehnt wurde, der dem Kriekmarkt (von Krückenmarkt) seinen Namen gab. Im Hintergrund trägt das Gebäude des zweihundertjährigen Textilhauses Schwerbrock noch seinen urtümlichen mächtigen Spitzgiebel, Die Kreuzung mit der Königsstraße wurde seit 1826 erleuchtet, seit 1862 durch Gas. 1928 erhielt sie eine Verkehrsampel.

33. Die Ecke Krickmarkt-Im Ort, die sich um 1890 noch mit dem um 1817 errichteten Vorgängerbau des heutigen Geschäftes Herbers präsentiert, ist eine geschichtsträchtige Stelle. Vom Fenster des Vorgängerhauses aus verkundeten 1534 die Apostel der Wiedertäufer den interessiert lauschenden Warendorfem die neue Lehre. Wahrscheinlich bezeichnet der Ort auch die Grenze der ältesten Warendorfer Marktsiedlung vor der Stadtgründung. Der Name 'Im Ort', der früher auch der Kreuzung von Brünebrede und Königsstraße anhaftete, kennzeichnet nach mittelalterlichem Sprachgebrauch das Zusammenstroßen mehrerer Strafsen und stellt somit die Bedeutsamkeit des Schnittpunkts von Freckenhorster- und Münsterstraße mit dem Zuweg zum Marktplatz heraus. Baum- und Blumenschmuck verschönte schon um 1900 das Haus- und Straßenbild.

34. Bereits um 1914 mahnte ein Schild an der Kreuzung der Münsterstraße mit der Freckenhorsterstraße: Bitte langsam fahren! Bis zur Eröffnung der Urngehungsstraße 1937 war dies der gefährlichste Verkehrsknotenpunkt der Stadt, über den der gesamte Durchgangsverkehr ging. 1928 brachte man daher wie auch bei der Kreuzung des Krickmarkts mit der Königsstraße eine Ampel über der Kreuzung an, die seit 1862 durch eine Gaslaterne, nach 1912 auch durch elektrisches Licht erleuchtet wurde. 1928 verbreiterte man die Straße, indem man die ehemals Kleikampsche Zigarrenfabrik links niederlegte. Gegenüber wich das nach einem Brand 1830/32 errichtete Gebäude des Barmer Bankvereins, in dem früher das Gasthaus 'Im Anker' war, 1929 einem Geschäftsneubau des Kaufhauses EIsberg, später Potthoff & Scholl, heute Opitz. Dabei wurden auch die angrenzenden Häuser der Freckenhorsterstraïse unter anderem mit der Filiale Hili einbezogen.

35. Die Münsterstraße löste die Geschäftsbedeutung der Oststraße seit 1900 allmählich ab. Schon 1905 zeigt sie ein außerordentlich belebtes Bild einkaufender Frauen, aber auch promenierender 'Höherer Töchter', Das mächtige Eckhaus Nummer 2 beherbergte seit 1732 eine Bäckerei und Brauerei und im 19. Jahrhundert das Gasthaus 'Zum Prinzen von Preußen', Zum Ort hin lag eine Filiale der Gärtnerei Fresmann. 1907 wurde der Eingang zur Wirtschaft, die sich nunmehr 'Zum Bürgerhaus' nannte, in die umgestaltete Südostecke des Hauses verlegt. Das im Stil des Historismus stuckverzierte Preckelsche Haus ganz rechts war ehemals ein Doppelhaus, das durch die Fassade zu einer den Vorplatz abschließenden Raumeinheit zusammengefaßt wurde. Am Fettmarkt boten hier und vor der zurückspringenden Häuserzeile der Münsterstraße Böttcher und Korbflechter ihre Waren an.

Warendorf Milnsterstr. mit Kirche

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36. Beim großen Stadtbrand von 1741 wurde das Münstertorviertel und also die Münsterstraße fast völlig eingeäschert. Der gleichzeitig einsetzende wirtschaftliche Niedergang der Stadt veranlaßte damals zahlreiche Bürger zur Abwanderung. So blieben viele Hausstätten trotz steuerlicher Bauprivilegien lange Jahrzehnte wüst liegen. Die unregelmäßig einsetzende Neubebauung führte daher auch nicht zu solch einem geschlossenen Häuserbild wie auf der Oststraße. Bemerkenswert ist aber das einstöckige klassizistische Haus der Gesellschaft 'Harmonie', das in seinem Ostteil 1811 als Clublokal der damaligen bürgerlichen Oberschicht erstellt und 1846 durch einen großzügigen Saalbau nach Westen erweitert wurde, 1847 empfing König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen hier eine Bürgerabordnung, darunter den Stifter des Josephshospitals Franz J. Zumloh, Von 1948 bis 1960 war das Kreisheimatmuseum in dem Haus untergebracht.

37. Nicht minder interessant ist auf der Südseite der Münsterstraße das 1741/98 erbaute und erweiterte Hotel Schnösenberg, später Rieländer und Denter, aus dem mit Ferdinand Schnösenberg (1816-1827) einer der tüchtigsten Warendorfer Bürgerrneister stammte. Als Hotel 'Zur Stadt Amsterdam' war es im 19. Jahrhundert bis zum Zweiten Weltkrieg das erste Haus am Platze und erinnerte an die starken Hollandbeziehungen der Textilstadt Warendorf in früherer Zeit. Der im Nebenhaus gelegene Saal diente über ein Jahrhundert Schulen und Vereinen der Stadt als Festraum. 1972 mußten die Häuser dem Neubau des seit 1950 hier untergebrachten Textilhauses Finke weichen. Im Hintergrund springt das 1743 erbaute Gasthaus 'Zur Sonne', vormals 'Zum wilden Mann', vor. Bürgerliche Behaglichkeit charakterisiert die Atmosphäre der Straße um 1890, die sich seitdem zunehmend belebte.

'JJarendorf i. W.

MOnsl.rtor.

38./39. Das Münstertor erhielt seine heutige Gestalt 1823. Damals wurde die bereits 1763 zur Schleifung bestimmte Torbefestigung mit ihrem mächtigen Turmvorwerk und der angrenzenden Stadtmauer abgerissen und aus dem Abbruchmaterial über den Stadtgraben eine Steinbrücke erbaut sowie das links in der Ansicht von 1905 zu sehende Torschreiberhaus errichtet. Im selben Jahr schenkte der Preußische König Friedrich Wilhelm III. auf Bitten des damallgen Bürgermeisters Schnösenberg der Stadt die Torpfeiler der 1803 säkularisierten Zisterzienserabtei Marienfeld, die seitdem das Warendorfer Münstertor zieren. Bei der Straßenverbreiterung 1959 blieben die Torpfeiler auf Initiative des Heimatvereins erhalten, wurden aber für einen Fußgängerweg durchbrochen. Hinter dem Torhaus links wird das 1803 erbaute und 1976 abgerissene Gebäude des Preußischen Landgestüts sichtbar, das 1888

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